Truffle Music Tag Editor: Mac-App räumt Musiksammlungen auf

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„AUD_0037.mp3“ statt Songtitel, kein Cover, Umlaute als Zeichensalat: Gewachsene Musiksammlungen am Mac haben ihre Macken. Der Truffle Music Tag Editor soll sie beheben, lässt sich im Mac App Store gratis ausprobieren und kostet freigeschaltet einmalig 59,99 Euro. Gebaut hat die App nach eigener Aussage ein Hobby-DJ aus eigenem Bedarf.

Wenn die Mediathek verwildert

Gerippte CDs aus der Schulzeit, eine alte iTunes-Mediathek, Ordner voller Musikdateien: Irgendwann heißt der Lieblingssong „Track 07“, ein Album zerfällt in drei Einträge, und ausgerechnet bei der besten Platte fehlt das Cover.

Genau hier setzt der Truffle Music Tag Editor an. Die App schlägt für jeden Titel Korrekturen vor, zeigt sie vorher an und schreibt erst, wenn du bestätigst. Das Original wird vor jeder Änderung gesichert.

Zielgruppe sind Musiksammler mit eigener Bibliothek und DJs, die ihre Sammlung für DJ-Programme wie rekordbox, Serato oder Traktor in Ordnung halten wollen. Gestreamte Titel aus einem Apple-Music-Abo lässt die App außen vor: Repariert wird, was als Datei auf dem Mac liegt.

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Acht Quellen, ein Vorschlag pro Feld

Der Truffle Music Tag Editor fragt nicht einen Katalog, sondern gleich acht Quellen ab: Apple/iTunes Search, MusicBrainz (eine offene Musikdatenbank), Cover Art Archive, Deezer, Beatport, eine Web-Recherche, Apples Audioerkennung und eine eigene Klanganalyse. Laut Entwickler vergleicht die App die Belege, verwirft Widersprüche und setzt den Vorschlag Feld für Feld zusammen.

Ziel sind die Tags, also die in der Datei gespeicherten Angaben wie Titel, Interpret, Album, Jahr, Genre und Cover. Fehlen sie ganz, erkennt die App einen Song am Klang: Dafür wird ein kurzer akustischer Fingerabdruck mit einer Datenbank abgeglichen, und laut Entwickler verlässt nur dieser Fingerabdruck den Mac.

Tempo (BPM, also Schläge pro Minute) und Tonart misst der Mac selbst, ganz ohne Internet; Beatport dient als Gegenprobe. Oberhalb von rund 130 BPM ist das Tempo laut Entwickler nur eine Näherung. Geschrieben werden beide Werte ausschließlich auf deinen ausdrücklichen Klick.

Als Maskottchen dient ein Trüffelschwein mit Kopfhörern: Es schnuppert bei der Analyse in der Statusleiste und nickt, sobald Änderungen geschrieben sind. Wer das zu niedlich findet, schaltet es ab.

Duplikate, Alben, Klassik: Ordnung im Großen

Auch im Großen räumt der Truffle Music Tag Editor auf. Doppelte Titel erkennt er an Titel, Interpret, Album und Länge und zeigt nebeneinander, welche Kopie bleibt und welche gehen soll. Die Datei auf dem Mac hat Vorrang, gelöscht wird nichts ohne Rückfrage. Taucht eine Wiedergabeliste dreimal auf, führt die App sie auf Klick zusammen.

Die Album-Kohärenz sucht Alben, deren Titel sich uneinig sind: Album-Interpret fehlt, Jahr ist leer, ein „feat.“ spaltet den Eintrag. Die Änderungen werden nach Art sortiert und vorher als Liste gezeigt, auch fehlende Cover und die Markierung als Sampler (Zusammenstellung verschiedener Interpreten). Alben mit mehreren Jahren gehst du einzeln durch, denn bei Best-ofs ist das oft gewollt.

Für Fleißarbeit gibt es die Massenbearbeitung (⌘B): ein Feld für alle markierten Titel setzen, suchen und ersetzen, auch mit regulären Ausdrücken (Suchmustern), oder Schreibweisen umwandeln, etwa Klammerzusätze entfernen. Die Vorschau zeigt jede Zeile vor dem Schreiben.

Klassik soll ebenfalls klappen: Die App erkennt Aufnahmen am Klang, schlägt Werktitel mit Verzeichnisnummern wie BWV oder Op. vor, nennt Orchester und Dirigent und sucht das Cover der konkreten Aufnahme. Seit Version 1.0.8 gelingt das auch bei remasterten Alben und wenn Orchester, Chor und Dirigent gemeinsam genannt sind.

Fünf Bestände und ein Sicherheitsnetz

Der Truffle Music Tag Editor arbeitet mit fünf Beständen: der Apple-Music-Mediathek (lesen und schreiben live in der Musik-App), lokalen Ordnern mit 17 Dateiendungen von mp3 bis aiff, der exportierten rekordbox-Sammlung samt Playlists, Serato (Datenbank und Crates, also Titelordner) und Traktor (collection.nml). Beim Dateiformat flac handelt es sich um ein verlustfreies Format.

Für DJs wichtig: Die App schreibt nur in die Audiodateien, nie in die Datenbank von rekordbox, Serato oder Traktor. Cues (Sprungmarken), Loops, Beatgrids (das Taktraster eines Titels), Crates und Sets bleiben unangetastet, das DJ-Programm liest die Tags danach neu ein. Remixe und Edits behalten ihren Namen, Anhängsel aus DJ-Pools wie Tempo, Tonart und Kürzel nimmt die App aus dem Titel.

Das Sicherheitsnetz heißt Verlauf: Jede Änderung ist protokolliert und lässt sich einzeln oder als ganze Sitzung zurückholen. Nur das Löschen macht die App nicht rückgängig, und das erledigst allein du. Ein Konto braucht es nicht; laut Angabe des Entwicklers im Store werden keine Daten erhoben.

Wer lieber direkt Dateien in Ordnern bearbeitet, hat Alternativen: Mp3tag gibt es seit Februar 2021 auch für den Mac, und MusicBrainz Picard ist kostenlos und quelloffen. Der Truffle Music Tag Editor setzt nach Angabe des Entwicklers dagegen auf die Apple-Music-Mediathek, den Abgleich mehrerer Quellen und je Feld einen Vorschlag samt Quelle.

Preis und Verfügbarkeit

Der Truffle Music Tag Editor steht im Mac App Store; der Versionsverlauf nennt den 29. September 2026 als Start, aktuell ist Version 1.0.8. Die App lädt kostenlos, analysiert 100 Titel und schreibt 20, jeweils insgesamt, ohne gesperrte Funktionen. Die Vollversion kostet als In-App-Kauf 59,99 Euro einmalig, ohne Abo, mit kostenlosen Updates und auf jedem Mac mit demselben Apple-Account nutzbar.

Maßgeblich ist der Preis, den der Store beim Kauf anzeigt. Auf der Website des Entwicklers steht an einer Stelle noch „Bald im Mac App Store“, der Store-Eintrag ist aber online. Alle Details gibt es auf der Seite von Truffle.

Für wen passt das?

Der Truffle Music Tag Editor passt zu allen mit eigener Offline-Sammlung auf einem Mac mit Apple Silicon (Chips ab M1) und macOS 14 oder neuer: gerippte CDs, Downloadkäufe, DJ-Pools. Wer noch Silberscheiben im Regal hat, findet bei uns passenden Lesestoff, etwa zum NAD C 359S und C 569, die ausdrücklich auf Tasten und CDs setzen. Für DJs gibt es die Bestenliste der DJ-Kopfhörer.

Wenig bringt Truffle Music Tag Editor, wenn du nur streamst oder Intel-Mac, Windows oder Android nutzt. Fassungen für Windows und Android sind laut Entwickler nicht geplant, weil die Klangerkennung auf Apples Shazam-Technik baut und die Mediathek nicht auf dem Handy liegt. Und wer nur ein paar Titel korrigieren will, kommt laut Entwickler mit dem Informationsfenster der Musik-App aus.

Eigenschaften Truffle Music Tag Editor (Herstellerangaben):

Typ Mac-App für Musik-Metadaten (Tag-Editor, Duplikatsuche, Album-Abgleich)
Entwickler Marian Moritz Hildebrand (Einzelentwickler)
Version 1.0.8 (Store-Eintrag); Start laut Versionsverlauf: 29. September 2026
Systemvoraussetzungen macOS 14 (Sonoma) oder neuer; Mac mit Apple Silicon (M1 oder neuer)
Bestände Apple Music/iTunes (live in Music.app), lokale Ordner, rekordbox (exportierte Sammlung), Serato (Datenbank V2, Crates), Traktor (collection.nml)
Dateiformate 17 Dateiendungen, von mp3 über m4a und flac bis aiff und wav
Datenquellen Apple/iTunes Search, MusicBrainz, Cover Art Archive, Deezer, Beatport, Web-Recherche, Apples Audioerkennung, eigene Klanganalyse
Tempo und Tonart lokal auf dem Mac gemessen; oberhalb von rund 130 BPM eine Näherung
Sicherheitsnetz Verlauf, Sicherung des Originals vor dem Schreiben, Wiederherstellung einzeln oder sitzungsweise; Löschen nicht umkehrbar
Probe kostenlos: 100 Titel analysieren, 20 schreiben
Preis Vollversion per In-App-Kauf: 59,99 Euro einmalig (Entwicklerangabe; im US-Store 49,99 US-Dollar gelistet), maßgeblich ist der Store-Preis beim Kauf
Sprachen 20
Größe 3,4 MB (Store-Angabe)
Datenerhebung laut Entwickler im Store: keine Daten erhoben
Windows/Android nicht geplant (Entwicklerangabe)

FAQ

Wie repariere ich fehlende Cover und falsche Titel in Apple Music?

Für ein paar Titel genügt das Informationsfenster der Musik-App. Bei großen Mediatheken fehlen dort laut Entwickler Vorschau, Prüfung und ein Weg zurück. Ein Tag-Editor wie diese App schlägt Cover bis 1000 Pixel und korrigierte Angaben vor, du bestätigst, erst dann wird geschrieben.

Erkennt eine App Songs, die nur „Track 07“ heißen?

Oft ja. Die App erkennt Titel am Klang, und dafür verlässt nur ein kurzer Fingerabdruck des Audios den Mac. Du bestätigst jedes vorgeschlagene Feld selbst. Bei Bootlegs, Edits und Titeln, die in keinem Katalog stehen, sind die Vorschläge nicht vorab angehakt, sondern gehen zur Prüfung.

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