ANZEIGE
ANZEIGE

Sennheiser Momentum 5 Wireless

Premium-Over-Ear mit aptX Lossless und 57 Stunden Akkulaufzeit, die Sony, Apple und Bose weit hinter sich lässt

Kurz & knapp

Sennheiser liefert mit dem Momentum 5 Wireless ein durchgängig starkes Premium-Paket: charaktervoller Klang in Sennheiser-Tradition, deutlich aufgewertetes ANC, aptX Lossless als Codec-Premiere und eine Akkulaufzeit, die Sony, Bose und Apple deutlich übertrifft. Dazu kommt ein vom Nutzer austauschbarer Akku, der den Kopfhörer im Premium-Segment auch langfristig zur Investition macht. Für 399 Euro ist das ein rundes Gesamtpaket mit nur wenigen Schwächen.

Vorteile:
  • ausgewogener, druckvoller Klang
  • deutlich aufgewertetes adaptives ANC mit acht Mikrofonen
  • aptX Lossless
  • Bluetooth 6.0 inklusive Auracast per Firmware-Update angekündigt, dazu LE Audio
  • sehr lange Akkulaufzeit (bis 57 Stunden mit ANC)
  • vom Nutzer austauschbarer 700-mAh-Akku
  • hochwertige Verarbeitung
  • USB-C-Audio mit klanglichem Mehrwert
  • sehr gute Telefonqualität auch bei Wind
Nachteile:
  • kein Faltmechanismus, der Kopfhörer faltet sich nicht in ein kompakteres Reiseformat
  • Head-Tracking braucht spürbar lange, um sich nach Kopfdrehung wieder zu fokussieren
ANZEIGE

Mit dem Sennheiser Momentum 5 Wireless präsentieren die Wedemarker die fünfte Generation ihres kabellosen Over-Ear-Topmodells und schicken sie zu 399,90 Euro in ein Premium-Segment, in dem Sony mit dem WH-1000XM6 zuletzt vorgelegt hat, während Apple mit den AirPods Max und Bose mit der zweiten Generation der QuietComfort Ultra das obere Preisgefüge halten. Sennheiser selbst ist in diesem Feld längst etabliert: Der Vorgänger Momentum 4 Wireless gehört zu den Kopfhörern, die einem im Alltag regelmäßig begegnen.

Sennheiser nimmt sich damit nicht nur die Markttopliga vor, sondern setzt im Premium-Segment ein Zeichen, das in der Mittelklasse längst Schule macht: Nachhaltigkeit als Verkaufsargument. Was Marshall mit dem Milton A.N.C. in der 200-Euro-Klasse vorgemacht hat, gehört bei Sennheiser nun auch in der doppelt so teuren Liga zur Spezifikationsliste.

Allerdings dürfte aus dem heutigen Differenzierungsmerkmal schon bald Standard werden: Ab dem 18. Februar 2027 verpflichtet die EU-Batterieverordnung Hersteller dazu, Akkus in Kopfhörern für Endnutzer austauschbar zu konstruieren. Sennheiser ist also nicht nur zur richtigen Zeit dran, sondern auch ein Stück früher als der Gesetzgeber. Es erinnert ein wenig an die Anfangsjahre des aktiven Noise Cancellings: Vor zehn Jahren war ANC noch ein Premium-Alleinstellungsmerkmal, heute findet es sich in 50-Euro-Kopfhörern. Austauschbare Akkus dürften denselben Weg gehen.

Bleibt die zentrale Frage, die jeder Momentum-Test seit Jahren beantworten muss: Trägt der bewährte 42-mm-Wandler, der gegenüber dem Vorgänger Momentum 4 Wireless unverändert geblieben ist, auch im fünften Anlauf den Klanganspruch, mit dem sich die Linie an der hauseigenen HD-600-Tradition messen lassen will?

ANZEIGE

Hinweis zum Testgerät

Unser Testmuster lief zu Testbeginn auf einer Vorab-Firmware. Sennheiser hat im Verlauf unseres Tests ein Firmware-Update ausgerollt, das mehrere zunächst noch nicht final freigeschaltete Funktionen nachgereicht hat. Dazu gehören die Head-Tracking-Funktion für Dolby Atmos und die Touchpad-Steuerung im kabelgebundenen USB-C-Modus. Diese Funktionen sind in den Test eingeflossen und wurden auf der aktualisierten Firmware bewertet (V 6.21.1).

Design & Lieferumfang

Auf den Punkt: Sennheiser feilt am Design des Vorgängers, statt es neu zu erfinden. Metalldetails am Logo-Button und den Mikrofonöffnungen werten den Auftritt auf, ohne die Designsprache neu zu definieren.

ANZEIGE

Im Lieferumfang findet sich das vom Hersteller als rund 20 Prozent kleiner als beim Vorgänger angegebene und sauber verarbeitete Transport-Case, dazu ein USB-C-Kabel und ein 3,5-mm-auf-2,5-mm-Audiokabel, farblich passend zum Kopfhörer selbst.

Der Sennheiser Momentum 5 Wireless ist in drei Farbvarianten erhältlich: Schwarz, Weiß und Denim. Zum Test stand die weiße Variante zur Verfügung, die mit ihren hellgrauen Ohrpolstern und dem ebenso hellgrauen Stoffbügel ein schickes Understatement ausstrahlt.

Beim Blick auf die Ohrmuscheln zeigt sich, dass Sennheiser an dieser Stelle gegenüber dem Momentum 4 Wireless nicht das Design grundlegend überarbeitet, dafür aber mehrere Details aufgewertet hat. Die umlaufende Einkerbung des Vorgängers ist weggefallen, was die Oberfläche cleaner wirken lässt. Das Sennheiser-Logo wurde zu einem runden Metallbutton aufgewertet, und auch die Mikrofonöffnungen sind nun in Metall gefasst. Das wirkt insgesamt wertiger als beim 4er, ohne dass die grundlegende Designsprache aufgegeben wurde.

Was bleibt, ist allerdings auch der Eindruck, den wir beim Vorgänger schon notiert hatten: Sennheisers Momentum-Linie war über die ersten drei Generationen mit Metallbügeln, Lederpolstern und einem ausgeprägten Retro-Touch eine Designmarke mit eigenständiger Handschrift. Diese visuelle Identität wurde mit dem Momentum 4 zugunsten berührungsempfindlicher, glattflächiger Ohrmuscheln aufgegeben, eine Entscheidung, die technisch nachvollziehbar war, weil die alten Metallflächen keine Touch-Bedienung erlaubten.

Der Momentum 5 Wireless setzt diesen Pfad fort und gewinnt mit den Metalldetails an Wertigkeit zurück. Eine eigenständige Designmarke wie die ersten drei Generationen wird er damit allerdings nicht.

Tragekomfort

Auf den Punkt: Mit 292 Gramm überzeugend verteilt, ausgewogenem Anpressdruck und gut auch für Brillenträger über Stunden zu tragen. Aber ein Faltmechanismus auf ein kompaktes Reiseformat fehlt.


Sein Gewicht von rund 292 Gramm verteilt der Sennheiser Momentum 5 Wireless überzeugend auf dem Kopf. Selbst als Brillenträger entstand bei längeren Hörsessions kaum Druck auf den Ohren. Lediglich eine leichte Wärmeentwicklung macht sich nach einiger Zeit bemerkbar, was sich bei geschlossener Bauform allerdings kaum vermeiden lässt. Der Anpressdruck ist ausgewogen kalibriert: stramm genug, dass der Kopfhörer auch beim Moshen stabil in Position bleibt, locker genug, um stundenlanges Hören ohne Druckstellen zu ermöglichen.

Die um 180 Grad drehbaren Ohrmuscheln nerven nicht, wenn man den Momentum 5 um den Hals trägt. Ein Faltmechanismus auf reisetaugliches Miniformat fehlt allerdings, ein Punkt, an dem etwa der Marshall Milton A.N.C. oder der Sony WH-1000XM6 mehr Komfort beim Transport bieten.

Bluetooth, Codecs und Konnektivität

Auf den Punkt: Bluetooth 5.4 zum Start mit Update-Versprechen auf 6.0. aptX Lossless als Codec-Premiere für Android-Topmodelle, dazu Multipoint. iPhone-Nutzer brauchen für Lossless einen separaten Dongle.


Der Momentum 5 Wireless startet mit Bluetooth 5.4 in den Markt und soll per Firmware-Update auf Bluetooth 6.0 hochgezogen werden. Zum Testzeitpunkt liegt dieses Update noch nicht vor. Das Update-Versprechen ist allerdings glaubwürdig, weil Sennheiser bei seiner Smart-Control-Plus-App regelmäßig Firmware-Verbesserungen liefert. Einen konkreten Termin nennt der Hersteller bislang jedoch nicht.

Auf der Codec-Seite ist der Momentum 5 Wireless der erste Momentum-Kopfhörer mit Unterstützung für aptX Lossless über Qualcomms Snapdragon Sound. Praktisch bedeutet das: Mit einem aktuellen Android-Smartphone, das Snapdragon Sound unterstützt (in der Regel Geräte mit Snapdragon 8 Gen 3 oder neuer), ist eine verlustfreie kabellose Übertragung möglich.

iPhone-Nutzer profitieren von dieser Premiere allerdings nicht: Apples iOS unterstützt aptX in keiner Variante. Wer ein iPhone besitzt, bleibt über die normale Bluetooth-Verbindung auf AAC beschränkt. Sennheiser bietet für dieses Szenario eine eigene Lösung an: Der USB-C-Dongle BTD 700 (49,90 Euro UVP) unterstützt laut Hersteller aptX Lossless auch in Kombination mit iPhones und iPads mit USB-C-Anschluss.

Wir haben den Dongle nicht selbst getestet und können daher keine eigene Aussage zur Praxistauglichkeit treffen, weisen iPhone-Nutzer aber auf diesen möglichen Weg hin. Sennheiser selbst gibt an, dass es in Verbindung mit dem BTD 700 vereinzelt noch zu Audioverzerrungen kommen kann.

Auracast als zukunftsweisende Bluetooth-LE-Audio-Funktion ist zum Testzeitpunkt noch nicht freigeschaltet, soll laut Sennheiser aber mit einem der kommenden Updates nachgereicht werden. Multipoint-Konnektivität für die parallele Verbindung mit zwei Quellen funktioniert in der Praxis dagegen bereits reibungslos: Ein Tap auf den zweiten Zuspieler lässt den Sennheiser Momentum 5 Wireless binnen weniger Sekunden wechseln.

Bedienung

Auf den Punkt: Ein Taster, eine Touchfläche und eine außergewöhnlich umfangreich ausgestattete App. Fast alle Feinjustierungs-Wünsche werden erfüllt, lediglich ein vollständiger EQ-Reset fehlt.


Bedienfehler ausgeschlossen: Der Sennheiser Momentum 5 Wireless kommt mit genau einer physischen Taste daher. Sie sitzt am unteren Rand der rechten Ohrmuschel und dient zum Einschalten und Pairen. Der Rest läuft über die touch-sensitive Oberfläche der rechten Muschel und deckt die üblichen Funktionen ab: Play, Pause, Lautstärke, Titelwechsel, Transparenzmodus.

Die genaue Gestensteuerung zeigt das eingebettete Video.

Wer detaillierter einsteigen möchte, kann das über die Smart Control Plus App für iOS und Android. Sennheiser stattet die App umfangreich aus, in dieser Tiefe sieht man Feintuning-Möglichkeiten selten bei einem Kopfhörer-Hersteller. Jedes einzelne Feature zu beschreiben würde den Rahmen dieses Tests sprengen, hier daher nur die Highlights, die übrigen Funktionen erschließen sich über die beigefügten Screenshots:

Raumklang: Aktivierung von Dolby Atmos sowie der Head-Tracking-Funktion.

My Sound: Eine Sound-Personalisierung erstellt ein Klangprofil nach den individuellen Hörbedürfnissen. Daneben stehen mehrere genrespezifische Presets bereit, darunter eine Bassanhebung. Ein grafischer 8-Band-EQ mit einem Regelbereich von plus/minus 6 dB erlaubt detailliertere Eingriffe; eigene Einstellungen lassen sich speichern und mit anderen teilen, ein Redo/Undo sowie ein temporärer Bypass für direkten Vorher-Nachher-Vergleich runden den Bereich ab.

Was uns lediglich fehlt: ein vollständiger Reset-Button für alle Bänder gleichzeitig. Ein Podcast-Modus verbessert zusätzlich die Sprachverständlichkeit.

Soundzonen: Wie beim Sony WH-1000XM6 lassen sich Klangeinstellungen ortsabhängig automatisch vornehmen, etwa für Zuhause oder das Fitnessstudio.

ANC und Transparenz

Auf den Punkt: Acht statt vier Mikrofone heben das ANC hörbar auf ein neues Niveau. Sony und Apple bleiben einen Schritt voraus, der Abstand zu den Klassenbesten ist aber viel kleiner geworden. Der Transparenzmodus zählt zu den saubersten am Markt.


Sennheiser hat die Zahl der Mikrofone von vier auf acht verdoppelt, vier pro Seite. Laut Herstellerangabe sollen störende Stimmen und Gesprächsgeräusche damit bis zu dreimal effektiver reduziert werden als beim Vorgänger Momentum 4 Wireless. Auch der Transparenzmodus soll vom Mikrofon-Update profitieren.

Den Sprung hört man von der ersten Minute an. Das wahlweise schaltbare adaptive ANC packt ordentlich zu und sorgt für eine angenehme Stille mit kaum wahrnehmbarem Grundrauschen. Der Bürolüfter säuselt nur noch leicht vor sich hin, und vor allem Stimmen und mittlere Frequenzen werden nun deutlich effektiver gefiltert als beim Vorgänger. Die schaltbare Anti-Wind-Funktion reduziert Windgeräusche zuverlässig, lässt schaltungsbedingt allerdings etwas mehr Umgebungsfrequenzen durch als die Standard-ANC-Konfiguration.

Im direkten Vergleich mit dem Sony WH-1000XM6 und den Apple AirPods Max reicht der Momentum 5 Wireless in puncto ANC-Effizienz nicht ganz heran: Apple drückt Umgebungsgeräusche eine Spur breitbandiger weg, der Sony filtert insgesamt etwas konsequenter. Auch der Bose QuietComfort Ultra (2. Generation) bewegt sich in dieser Liga. Das ist allerdings Klagen auf hohem Niveau; zu keinem Zeitpunkt haben wir während des Tests das Bedürfnis verspürt, mehr Stille zu wollen.

Der stufenlos einstellbare Transparenzmodus klingt erfreulich natürlich, und auch hier bleibt das Grundrauschen so gering, dass es im Alltag nicht stört. Das ist eine der saubersten Transparenz-Umsetzungen, die uns derzeit unterkommen.

Klang

Auf den Punkt: Charaktervolle Sennheiser-Abstimmung mit rundem, kontrolliertem Bass, natürlichen Mitten und angenehm sauberen Höhen. Die Stereobühne bleibt kompakt, im USB-Betrieb legt der Klang nochmals zu.


Sennheiser behält den in Tullamore, Irland, gefertigten 42-Millimeter-Wandler aus dem Momentum 4 Wireless bei. Was dieser bewährte Wandler im fünften Anlauf leistet, zeigt sich quer durch alle Genres erfreulich rund.

Der Bass ist voll und kräftig, dabei kontrolliert, und die Tonalität bleibt bis in die Tiefen nachvollziehbar. Die Ansprache wirkt eher weich und leicht gefedert als analytisch oder straff, ein durchaus moderner, runder Bass-Charakter, der nie aufdringlich wird. Wem das dennoch zu zurückhaltend ist, der findet in der App eine Bassanhebung oder kann über den 8-Band-EQ nachjustieren.

Die Mitten klingen natürlich. Vor allem bei ruhigen Singer-Songwriter-Titeln werden Vocals detailreich wiedergegeben, ohne dass der Mittenbereich überbordend wirkt. Sägende Metal- oder Synthesizer-Riffs schneiden zu keiner Zeit, was bei stundenlangen Sessions angenehm ist.

Auch die Höhen hinterlassen, mit dem üblichen Hinweis auf das Höralter des Testers, einen wunderbaren Eindruck: weder zu spitz, was Hörermüdung vorbeugt, noch zu zurückhaltend, was Details vermissen lassen würde.

Dynamik und Detailauflösung setzt der Sennheiser Momentum 5 Wireless sehr sauber um. Bei einigen Musical-Stücken, in denen mehrere Sängerinnen und Sänger versetzt einsetzen, hätten wir uns eine etwas breitere Stereobühne gewünscht, die die Zuordnung auf der virtuellen Bühne im Kopf einfacher gemacht hätte. Auch das ist allerdings Klagen auf hohem Niveau.

Bezüglich der Codecs ergaben sich in unserer Hörpraxis erfreulich wenige Reibungspunkte: Mangels eines Snapdragon-Sound-zertifizierten Endgeräts konnten wir aptX Lossless nicht selbst prüfen, mit aptX Adaptive (48 kHz, 24 Bit) und auch mit AAC am iPhone bleibt der Klangeindruck rundum stimmig. Spürbar zulegen tut der Kopfhörer hingegen im kabelgebundenen USB-C-Betrieb (siehe Kapitel USB-Audio).

Spatial Audio und Dolby Atmos

Auf den Punkt: Dolby Atmos und Head-Tracking sind nach dem letzten Firmware-Update voll einsatzbereit. Der räumliche Effekt wirkt immersiv, das Klanggeschehen bleibt aber bauformbedingt im Kopf. Der Refokus nach Kopfdrehung dauert spürbar lange.


Dolby Atmos ist beim Sennheiser Momentum 5 Wireless bereits zum Verkaufsstart einsatzbereit und lässt sich über die Smart Control Plus App, auf dem Endgerät oder in kompatiblen Streamingdiensten aktivieren. Das anfangs noch nicht freigeschaltete Head-Tracking hat Sennheiser im Verlauf unseres Testzeitraums per Firmware-Update nachgereicht.

In der Praxis wirkt der räumliche Effekt durchaus immersiver als ohne Atmos. Bei John Williams‘ „Imperial March“ lässt sich die zusätzliche Tiefe und Räumlichkeit der Orchestrierung gut nachvollziehen. Wunder darf man allerdings keine erwarten: Das Klanggeschehen findet beim Momentum 5 Wireless nach unserem Empfinden weiterhin im Kopf statt und nicht davor. Das liegt auch an der geschlossenen Bauform, deren physikalische Grenzen sich auch durch noch so ausgefeilte Algorithmen nicht vollständig aushebeln lassen.

Das Head-Tracking funktioniert zuverlässig, wenn man den Kopf während des Hörens dreht. Sobald man wieder zur Quellposition zurückkehrt, dauert es allerdings spürbar lange, bis das System sich neu fokussiert, in unserem Test etwa zehn bis fünfzehn Sekunden. Hier hätten wir uns eine schnellere Wiedererkennung der Ausgangsposition gewünscht.

USB-Audio

Auf den Punkt: Treiberlos, latenzfrei, mit App-Steuerung per Multipairing parallel nutzbar. Klanglich legt der Momentum 5 Wireless im USB-Betrieb hörbar zu, die Touchpad-Lautstärke per Wischgeste am Mac bleibt aber grob aufgelöst.


Der Sennheiser Momentum 5 Wireless lässt sich nicht nur per Bluetooth, sondern auch kabelgebunden per USB-C als USB-Audiogerät betreiben. Das funktioniert treiberlos, plug-and-play, und in der Praxis nahezu latenzfrei. Auch ANC und Transparenzmodus bleiben dabei nutzbar.

Mit dem nachgereichten Firmware-Update funktioniert nun auch die Touchpad-Steuerung im USB-C-Modus, also Lautstärke per Wischgeste sowie Titel vor und zurück. In der Praxis erweist sich die Touchgeste für die Lautstärke allerdings als grob aufgelöst: An unserem MacBook Pro reichten fünf Wischgesten, um von 0 auf 100 Prozent Lautstärke zu kommen. Wer feiner regeln möchte, fährt mit den Lautstärketasten am Rechner deutlich präziser.

Praxisnah für produzierende Nutzerinnen und Nutzer: Dank Multipairing lässt sich parallel die Smart Control Plus App auf dem Smartphone bedienen, etwa um den EQ anzupassen, während der Momentum 5 Wireless am Rechner als USB-Audiogerät läuft. Diese Trennung von Audioweg und Steuerung kennen wir schon vom Marshall Milton A.N.C. und auch hier funktioniert sie unkompliziert.

Über die kabelgebundene USB-C-Verbindung legt der Kopfhörer klanglich nochmals zu: Die Wiedergabe gewinnt an Tiefe, Dynamik und Struktur. Damit unterscheidet sich der Momentum 5 Wireless angenehm deutlich von vielen anderen Bluetooth-Kopfhörern, bei denen der Sprung zur kabelgebundenen Übertragung eher in der Größenordnung psychoakustischer Effekte bleibt.

Telefonie

Auch in puncto Sprachqualität gibt es nichts zu meckern. Der Gesprächspartner klingt natürlich und erstaunlich breit übertragen, ohne den dumpfen Telefonklang vieler ANC-Kopfhörer. Selbst bei Wind bleiben Gespräche klar verständlich. Windgeräusche unterdrückt die Technik so wirksam, dass auf der Gegenseite davon kaum etwas ankommt.

Akku

Auf den Punkt: Bis zu 57 Stunden Laufzeit mit ANC deklassieren die Premium-Konkurrenz von Sony, Bose und Apple. Der vom Nutzer austauschbare 700-mAh-Akku macht den Kopfhörer zur Langzeit-Investition.


Sennheiser gibt die Akkulaufzeit mit bis zu 57 Stunden Musikwiedergabe über Bluetooth bei aktivem ANC an, ermittelt unter Testbedingungen mit dem iPhone bei mittlerer Lautstärke. Die vollständige Aufladung dauert rund zwei Stunden, eine Schnellladung von zehn Minuten reicht laut Hersteller für bis zu sieben Stunden Wiedergabe. Sennheiser weist darauf hin, dass Umgebungstemperaturen über 30 Grad Celsius die Ladezeit verlängern können.

Im Premium-Segment ist das eine bemerkenswerte Ansage: Sony WH-1000XM6 und Bose QuietComfort Ultra (2. Generation) bewegen sich mit aktivem ANC bei rund 30 Stunden, die Apple AirPods Max 2 liegen sogar nur bei 20 Stunden. Der Momentum 5 Wireless bietet damit fast die doppelte beziehungsweise nahezu die dreifache Laufzeit der direkten Premium-Konkurrenz. Im Pendel- und Reisealltag fällt das praktisch ins Gewicht: Wer regelmäßig unterwegs ist, lädt diesen Kopfhörer eher selten.

Eine Anmerkung zur eigenen Praxis: Wir haben die 57-Stunden-Angabe im Testzeitraum nicht vollständig durchlaufen lassen, weil der Momentum 5 Wireless zwischendurch immer wieder per USB-C am Rechner hing. Auch ohne komplette Marathonsession war jedoch unmittelbar spürbar, dass die kommunizierte Laufzeit kein leeres Versprechen ist.

Bemerkenswert auch in dieser Klasse: Der 700-mAh-Lithium-Ionen-Akku lässt sich vom Nutzer austauschen. Damit nimmt Sennheiser im Premium-Segment einen Schritt vorweg, den die EU-Batterieverordnung ab Februar 2027 ohnehin verbindlich macht (siehe Einleitung). In einem Kopfhörer, der bei guter Pflege ein Jahrzehnt halten kann, ist das ein erhebliches Langzeit-Investitionsargument. Sony, Bose und Apple bieten diese Möglichkeit in ihren aktuellen Topmodellen nicht.

Wir haben den Akkutausch in der Praxis ausprobiert: Vier Schräubchen lösen, den Treiber herausnehmen, darunter sitzt der Akku, der dann wie beim Marshall Milton A.N.C. einfach vom Stecker abgezogen wird. Das ist nicht ganz so straightforward wie beim Milton, wo der Akku direkt zugänglich ist, aber immer noch unkompliziert genug, um es jedem Endkunden mit handelsüblichem Kreuzschlitzschraubendreher zuzutrauen. Ein klares Plus für die Langzeit-Investition.

Fazit

Sennheiser hat mit dem Momentum 5 Wireless einen Kopfhörer abgeliefert, der das Premium-Segment auf mehreren Ebenen angreift, ohne sich in einzelne Funktionen zu verbeißen. Klanglich charaktervoll und durchsetzungsfähig, im ANC deutlich näher an Sony, Bose und Apple herangerückt, mit aptX Lossless als Codec-Premiere und einer Akkulaufzeit, die die Konkurrenz schlicht überholt: Das ist mehr als nur ein Generations-Update.

Für den klangbewussten Premium-Käufer ist der Sennheiser Momentum 5 Wireless eine der derzeit stärksten Empfehlungen im Markt. Das audiophile Erbe der Sennheiser-Linie lässt sich hören, ohne dass der Kopfhörer dabei zu analytisch oder ermüdend wird. In Kombination mit aptX Lossless an einem Snapdragon-Sound-zertifizierten Android-Smartphone holt er aus der drahtlosen Übertragung das heraus, was technisch möglich ist.

Für Aufrüsterinnen und Aufrüster vom Vorgänger Momentum 4 Wireless lohnt sich der Wechsel vor allem wegen des deutlich aufgewerteten ANC, der Codec-Premiere und des austauschbaren Akkus. Das Klangbild selbst hat sich nicht grundlegend verändert (der 42-Millimeter-Wandler bleibt unverändert), die drumherum gebaute Plattform aber spürbar.

Für Nachhaltigkeitsbewusste wird der Sennheiser Momentum 5 Wireless zur Langzeit-Investition: Ein Kopfhörer, dessen Akku der Nutzer selbst tauschen kann, lebt nicht mit dem Akku, sondern darüber hinaus. Sennheiser greift damit vor, was die EU-Batterieverordnung ab Februar 2027 ohnehin verbindlich macht, und sichert dem Käufer eine reale Chance auf ein Gerätejahrzehnt.

Lediglich für iPhone-Nutzer bleibt eine ehrliche Einschränkung: Die Codec-Premiere aptX Lossless adressiert iOS nicht direkt, sondern nur über den separat erhältlichen Dongle wie dem hauseigenen BTD 700, dessen Praxistauglichkeit Sennheiser aktuell selbst noch als optimierungsbedürftig kommuniziert. Wer ein iPhone nutzt und auf maximale Codec-Qualität Wert legt, sollte die Kombination vor dem Kauf abklären oder ein Firmware-Update abwarten.

Unterm Strich ist der Sennheiser Momentum 5 Wireless einer der vielseitigsten Premium-Kopfhörer derzeit am Markt. Er ist weder das günstigste noch das teuerste Modell seiner Klasse, dafür aber ein Kopfhörer, der über mehrere Jahre hinweg gute Argumente auf seiner Seite haben dürfte.

FAQ: Häufige Fragen zum Sennheiser Momentum 5 Wireless

Was ist neu beim Momentum 5 Wireless im Vergleich zum Vorgänger?

Acht statt vier ANC-Mikrofone für deutlich verbesserte Geräuschunterdrückung, aptX Lossless als Codec-Premiere für verlustfreie Übertragung über Snapdragon Sound, Bluetooth 5.4 mit Update-Versprechen auf 6.0, ein vom Nutzer tauschbarer Akku sowie aufgewertete Designdetails wie Metalllogo und gefasste Mikrofonöffnungen. Der bewährte 42-Millimeter-Wandler bleibt unverändert.

Wie lange hält der Akku?

Bis zu 57 Stunden Musikwiedergabe mit aktivem ANC, ermittelt unter Sennheisers Testbedingungen mit dem iPhone bei mittlerer Lautstärke. Damit übertrifft der Sennheiser Momentum 5 Wireless Sony WH-1000XM6 und Bose QuietComfort Ultra (rund 30 Stunden) sowie Apple AirPods Max 2 (rund 20 Stunden) deutlich. Eine zehnminütige Schnellladung reicht laut Hersteller für bis zu sieben Stunden Wiedergabe.

Kann ich den Akku selbst tauschen?

Ja. Der 700-mAh-Lithium-Ionen-Akku lässt sich mit einem handelsüblichen Kreuzschlitzschraubendreher tauschen. Vier Schrauben lösen, Treiber herausnehmen, Akku vom Stecker abziehen. Sennheiser greift damit der EU-Batterieverordnung vor, die ab Februar 2027 austauschbare Akkus in Kopfhörern ohnehin verpflichtend macht.

Funktioniert aptX Lossless auch mit dem iPhone?

Nicht direkt. Apples iOS unterstützt aptX in keiner Variante. Sennheiser bietet allerdings den USB-C-Dongle BTD 700 (49,90 Euro UVP) an, der aptX Lossless auch in Kombination mit iPhones und iPads mit USB-C-Anschluss ermöglichen soll. Sennheiser kommuniziert allerdings, dass es in dieser Kombination aktuell noch zu vereinzelten Audioverzerrungen kommen kann.

Wie gut ist das ANC im Vergleich zur Premium-Konkurrenz?

Das aktive Noise Cancelling arbeitet deutlich effektiver als beim Vorgänger Momentum 4 Wireless. An die Klassenführer Sony WH-1000XM6 und Apple AirPods Max reicht der Sennheiser Momentum 5 Wireless nicht ganz heran, bewegt sich aber spürbar näher dran. Klagen auf hohem Niveau, im Alltag haben wir während des Tests zu keinem Zeitpunkt das Bedürfnis verspürt, mehr Stille zu wollen.

Lohnt sich der Umstieg vom Momentum 4 Wireless?

Vor allem wegen des deutlich aufgewerteten ANC, der Codec-Premiere aptX Lossless und des tauschbaren Akkus. Das Klangbild selbst hat sich nicht grundlegend verändert, weil der 42-Millimeter-Wandler unverändert geblieben ist. Die Plattform drumherum (Mikrofone, Codecs, Akku-Konstruktion, App) hat aber spürbar zugelegt.

vor 55 Minuten von Peter Schloßnagel
  • Bewertung: 4.88
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)6 Hz - 40.000 Hz
  • ImpedanzAktiv 520 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)(1 kHz / 0 dB FS) 108 dB
  • Gewicht ohne Kabel292 g
  • Kabellänge120 cm

Lieferumfang

  • USB-C-Ladekabel
  • Analoges Audiokabel mit einem 3,5-mm-Klinkenstecker und einem 2,5-mm-Klinkenstecker
  • Tragetasche

Besonderheiten

  • in Schwarz, Weiß und Blau erhältlich
  • BT-Version (Stand Juni 2026): 5.4
  • Codecs: SBC, AAC, aptX, aptX HD, aptX Lossless, aptX Adaptive, Snapdragon Sound
  • BT-Profile: A2DP, AVRCP, HFP, HSP, GATT

Kommentare sind geschlossen.

ANZEIGE