Die federleichten Shokz OpenDots 2 punkten mit modischem Styling, hohem Tragekomfort und praxistauglicher Funktionalität. Die Herstelleridee des freien Gehörgangs bleibt dabei mit all ihren Vorteilen erhalten. Dem konstruktionsbedingten Nachteil bei der Musikwiedergabe begegnen die Shokz OpenDots 2 mit cleveren technischen Detaillösungen, die letztlich in einer beachtlichen Klangqualität resultieren. So vereinen sich stressfreie Kommunikation, Sporttauglichkeit und Musikgenuss in gelungener Weise zu einem Produkt, das wir klar empfehlen können.
- hoher Tragekomfort
- Open-Ear-Konzept
- einfache Bedienung, hohe Funktionalität
- Klangqualität
- Dolby Audio in Kombination mit dem Genre "Metal"
Rund neun Monate nach der Vorstellung der ersten Open-Ear-Kopfhörer im dekorativen Clip-On-Format stellt Branchenprimus Shokz zwei Nachfolger vor. Das Flaggschiff-Modell Shokz OpenDots 2 verspricht etliche Verbesserungen und eine gesteigerte Klangqualität gegenüber dem Vorgänger OpenDots One. Lohnt sich der Umstieg und der Aufpreis zur kleinen Version? Wir machen den Test.
Open-Ears – neuer Ansatz, hoher Anspruch
Shokz-typisch handelt es sich bei den OpenDots 2 um Kopfhörer, die den Gehörgang bewusst freihalten. Insbesondere im beruflichen Tagesgeschehen, im Nahverkehr und bei sportlichen Aktivitäten ist die Wahrnehmung der Umgebung für eine direkte Kommunikation und aus Gründen der Sicherheit von Vorteil. Shokz verfolgt diesen Ansatz konsequent seit der Firmengründung 2011 (damals unter dem Namen Aftershokz). Inzwischen offeriert man drei Konzepte in eigenen Produktserien: Knochenschallübertrager (OpenRun, OpenSwim), die OpenFit-Bügelkonstruktionen sowie die Clip-On-Modelle.
Bei einem Besuch vor Ort in Shenzhen erläuterte Firmenmitbegründer Qian Chen den Herstelleranspruch an eine kundenorientierte, innovative Feed-Forward-Produktentwicklung. Das zeigt sich bei Shokz in Form einer großen Entwicklungsabteilung, weltweit mehr als 6.000 Patenten und einer aufwendigen Fertigung mitsamt hauseigener Silikonproduktion.
- Firmenmitbegründer Qian Chen © Shokz
Der Anspruch spiegelt sich zudem in einer umfassenden Qualitätssicherung wider. Hier gibt es Tests zur Stabilität und Verlässlichkeit der mechanischen Konstruktion und Elektronik: Falltests, Materialverschleiß durch Schweiß, Abrieb in der Hosentasche oder bei Regenwetter, tausendfaches Pairing, Strecken der Haltekonstruktion oder Öffnen/Schließen des Case-Deckels. Nicht umsonst hat Shokz nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 20 Millionen Open-Ear-Kopfhörer verkauft und ist damit zum Marktführer im Sport- und Open-Ear-Segment gewachsen.
- Qualitätssicherung bei Shokz: Hier werden u.a. Falltests gemacht und zudem der Materialverschleiß durch Schweiß und der Abrieb in der Hosentasche gemessen.
Konstruktion
Die OpenDots 2 nutzen ein Gehäuse aus Kunststoff im Stil eines Schmuckstücks mit gelungener matt-glänzend-metallischer Kontrastierung. Sie sind in den Farben Pearl White, Grey und Black verfügbar. Auch das kompakte Lade-Case mit USB-C-Schnittstelle folgt dieser Optik.
- Die Shokz OpenDots 2 Test sind in drei Farben erhältlich.
Jeder einzelne Clip-On bringt gerade 6,4 Gramm auf die Waage. Dennoch ist die Konstruktion wohl durchdacht und hochwertig: Das runde Treibergehäuse ist über einen sogenannten JointArc-Clip mit dem rückwärtigen Akkuzylinder verbunden. Somit werden die Kopfhörer seitlich an die Ohrmuschel „geklemmt“. Damit das sicher funktioniert, setzt Shokz beim Bügel auf eine Nickel-Titanlegierung. Diese ist von einer gummierten Schicht aus weichem Silikon umgeben. Hier drückt und juckt tatsächlich nichts.
Zwei dynamische Treiber mit 11,8 mm Durchmesser und speziellen Membranen pro Clip-On wurden in der Anordnung als BassSphere 2.0 verbaut. Sie sollen für eine praxisgerechte kräftige Basswiedergabe sorgen. Laut Shokz wurden dabei die nichtlinearen Verzerrungen im Vergleich zur ersten BassSphere um bis zu 70 % reduziert. Hinzu kommt, dass sich diese Treiberanordnung auch positiv auf die Schallleckage auswirkt. Mit den weiteren Technologien DirectPitch und MirrorPitch soll die Schallführung zudem optimiert in Richtung Hörgang/Trommelfell gelenkt werden und möglichst wenige Klanganteile in die umgekehrte Richtung dringen lassen.
Praxis
Der Tragekomfort der Shokz OpenDots 2 ist bestens. Die Klemmhalterung passt sich an die meisten Ohrformen an, sollte aber für das beste Klangergebnis sorgsam positioniert werden. Hier sitzt er auch über längere Zeiträume gleichermaßen sicher und druckfrei. Brillenträger dürften mit diesem Kopfhörer überhaupt keine Probleme haben. Und schließlich empfehlen sich die Shokz OpenDots 2 laut Hersteller auch für Anwender mit kleinen Ohren.
So lassen sich die Kopfhörer bequem dauerhaft über den Tag nutzen. Das schließt auch den Sporteinsatz ein. Die Shokz OpenDots 2 verbleiben sicher in Position. Dazu sind sie nach IP57 beziehungsweise IP54 (Case) gegen Spritzwasser und Schweiß gewappnet.
Ebenso praxisgerecht sind die Laufzeiten: Mit circa zehn Stunden Wiedergabekapazität für die Clip-Ons beziehungsweise 40 Stunden mit Lade-Case halten die Shokz OpenDots 2 pegelabhängig mehrere Tage durch. Falls nicht, lassen sich über USB-C in fünf Minuten etwa zwei Akkustunden nachtanken. Im Unterschied zu den OpenDots Air (Test) wird auch kabelloses Laden unterstützt.
Bei der Bluetooth-Funkstrecke kommt Version 6.1 zum Einsatz. Das Pairing erfolgt schnell und ist über mehrere Räume stabil. Multipoint-Pairing mit zwei Sendern wird unterstützt, dazu die Audio-Codecs SBC und AAC.
Funktionalität
Der Aufruf der Funktionen zur Musikwiedergabe, das Abwickeln von Telefonaten und des Sprachassistenten erfolgt durch druckempfindliche Sensoren am Akkupack und JointArc. Diese vermeiden laut Hersteller die typischen Fehlauslöser konventioneller Sensoren. Einfach- und Doppelklicks, eine Haltefunktion für den rückwärtigen Zylinder sowie Zwei- und Dreifachklicks am JointArc lassen sich für die linke und rechte Seite über die App konfigurieren und der Kopfhörer damit umfassend an die eigenen Vorlieben anpassen. Vorbildlich!
Die besagte Shokz-App für Android und iOS ist gut gestaltet und ergänzt die Möglichkeit zu Firmware-Updates (Teststand: EU_V_06), eine lokale Suchfunktion und praktische Automatiken wie die Zuweisung der Clip-Ons zum genutzten Ohr und ein Pausieren der Wiedergabe beim Herausnehmen der Hörer. Eine Sturzerkennung befindet sich bereits im Betastadium.
Für die persönliche Klanganpassung bietet Shokz einen fünfbandigen Equalizer mit mehreren vordefinierten Presets, eigenen speicherbaren Einstellungen sowie einer halb automatischen Anpassung in Form eines mehrstufigen Klangvergleichs.
Hinzu kommt eine überarbeitete Implementation von Dolby Audio (OpenDots One), das die Klangwiedergabe automatisch optimieren und räumlicher gestalten soll.
Klang
Verglichen mit den OpenDots Air legen die Shokz OpenDots 2 in jeder Disziplin eine Schippe drauf. Die Wiedergabe ist ausgewogen und liefert ein gleichermaßen volles und offenes Klangbild, das durchaus Vergnügen bereitet. Dank guter Pegelreserven sind die Clip-Ons in der Lage, ein druckvolles Klangbild zu generieren. Es klingt definiert, durchaus voluminös und detailreich. Auch das Stereopanorama wird gut ausgeleuchtet und selbst räumliche Tiefe lässt sich in ruhigen Umgebungen nachvollziehen.
Naturgemäß erzielt man die beste Qualität in einer stillen Umgebung. Außengeräusche wirken sich bei Open-Ears zwangsläufig auf die Klangqualität und die Dynamik aus. Somit geht man mit Open-Ears beim Musikgenuss immer auch einen Kompromiss ein, wenngleich die Ergebnisse doch erstaunlich sind. Schön auch, dass selbst bei kräftigen Pegeln der Störfaktor für Sitznachbarn erfreulich gering ausfällt.
Eine solche Klangqualität ist für ein Open-Ear-Produkt keinesfalls selbstverständlich. Dennoch sollte man die Shokz OpenDots 2 fairerweise klanglich nicht an hochwertigen In-Ears messen, da diese im Bassbereich und bezüglich des Störgeräuschabstands im Vorteil sind. Trotz guten Bassvolumens muss man bei den OpenDots 2 auf echten Tiefbass verzichten (Rihanna: Pon De Reply). Der reproduzierte Mittel- und Hochbass ist allerdings artikuliert und in Pegelverlauf, Dynamik und Tonalität durchaus nachvollziehbar.
In den mittleren Frequenzen gelingt Shokz eine stimmige Klangsignatur, die mit den meisten Instrumenten, Stimmen und Genres gut harmoniert und ohne explizite Färbung auskommt. Auch die Höhenabstimmung darf ich als gelungen bezeichnen. Es klingt vergleichsweise offen und detailreich, was auch die räumliche Abbildung und Transientenwiedergabe positiv unterstützt. Ungewollte Härten fielen mir nicht auf.
Die Dolby-Audio-Funktion bringt neben einem leicht erhöhten Pegel auch eine „potentielle“ Klangverbesserung und erweiterte Räumlichkeit mit sich. Das Musiksignal wird dabei weiter in den Vordergrund gerückt und gewinnt tatsächlich an Klangfülle. Das ist in aller Regel von Vorteil. Im Metal-Genre stellte ich jedoch wiederholt auch eine Veränderung des Mittenspektrums fest, das der Mischung nicht gut tat. Offenbar läuft der Algorithmus an dieser Stelle in die falsche Richtung (Exodus: Shovel Headed Kill Machine).
Vergleicht man die OpenDots 2 mit den Knochenschallübertragern von Shokz, so empfinde ich die Klangqualität der Clip-Ons als klar überlegen. Die Nähe zum Hörkanal ermöglicht einerseits leisere Wiedergabepegel und andererseits eine höhere Intensität beim Musikgenuss als bei den OpenFit-Modellen, das Flaggschiff-Modell OpenFit Pro (Test) mit Noise Reduction einmal ausgenommen.
Gesprächsqualität
Bei Telefonaten nutzen die Shokz OpenDots 2 je zwei konventionelle Mikrofone und einen Knochenschallübertrager pro Clip-On. Hinzu kommt eine integrierte Nebengeräuschunterdrückung sowie ein Schutz vor Windgeräuschen. Das Ergebnis ist eine überwiegend gut verständliche, saubere Sprachübertragung in beide Richtungen. Dazu trägt auch die abschaltbare KI-unterstützte Nebengeräuschunterdrückung bei, die beispielsweise störenden Straßenlärm verlässlich ausblendet. Problematisch wird es erst bei Gegenwind oder Sprachdurchsagen im ÖPNV. Für Bürokonferenzen und private Telefonate sind die Shokz OpenDots 2 definitiv eine Empfehlung.
Fazit
Die schmucken Shokz OpenDots 2 legen die Messlatte im Bereich der Open-Ear-Clip-On-Kopfhörer ein Stück weiter nach oben. Sie liefern ein Rundum-Wohlfühlpaket für den privaten und beruflichen Kommunikationsalltag, sportliche Aktivitäten und die Musikwiedergabe. Allein durch ihr modisches Design spricht der Hersteller optisch eine neue Nutzergruppe abseits der typischen Sportklientel und Büronutzer an. Der wichtige akustische Austausch mit der Umwelt ist dabei jederzeit sichergestellt und entpuppt sich in vielen Situationen als handfester Vorteil gegenüber konventionellen Konstruktionen.
Fertigung, Funktionalität, Tragekomfort aber auch die gute Klangqualität untermauern den Qualitätsanspruch des Herstellers und bieten dem Kunden eine nochmals erweiterte Auswahl für das „richtige“ Open-Ear-Produkt.
Im Vergleich zu den OpenDots Air gibt es einige Argumente, sich für das größere Modell zu entscheiden: Die Klangwiedergabe ist dank BassSphere 2.0 und der Dolby-Audio-Optimierung überlegen und rechtfertigt aus unserer Sicht bereits den Aufpreis. Auch die Gesprächsqualität bei Telefonaten fällt nochmals besser aus. Für den Sportler dürften die bessere Spritzwasser-/Schweißresistenz und der geringfügig leistungsstärkere Akku punkten. Kurzum: Volltreffer. Abschließend stellt sich mir noch die Frage, ob wohl eine Pro-Version mit Noise Reduction realisierbar wäre – Shokz traue ich das zu.
FAQ: Häufige Fragen zu den Shokz OpenDots 2
Was unterscheidet die Shokz OpenDots 2 von den OpenDots Air?
Die OpenDots 2 sind das größere Flaggschiff-Modell und bieten gegenüber den OpenDots Air eine überlegene Klangwiedergabe dank BassSphere 2.0 und Dolby Audio, eine bessere Gesprächsqualität durch zusätzliche Knochenschall-Mikrofone, höhere IP-Schutzklasse (IP57 statt IP55), kabelloses Laden, längere Akkulaufzeit (zehn statt neun Stunden) sowie schnellere Schnellladefunktion (fünf statt zehn Minuten).
Unterstützen die Shokz OpenDots 2 kabelloses Laden?
Ja. Im Unterschied zu den OpenDots Air unterstützen die OpenDots 2 kabelloses Laden des Lade-Case. Zusätzlich kann das Case über USB-C aufgeladen werden.
Wie gut ist Dolby Audio bei den Shokz OpenDots 2?
Dolby Audio sorgt in den meisten Genres für mehr Klangfülle, einen erhöhten Pegel und erweiterte Räumlichkeit. Im Metal-Genre kann der Algorithmus jedoch das Mittenspektrum unvorteilhaft verändern. Die Funktion lässt sich in der App nach Bedarf aktivieren oder deaktivieren.
Sind die Shokz OpenDots 2 für Bürotelefonate geeignet?
Ja. Die Kombination aus zwei Air-Conduction-Mikrofonen und einem Knochenschallübertrager pro Clip-On ermöglicht eine saubere, gut verständliche Sprachübertragung. Die abschaltbare KI-Nebengeräuschunterdrückung blendet Straßenlärm zuverlässig aus. Gegenwind und ÖPNV-Durchsagen können gelegentlich problematisch sein.
Für welche Nutzer eignen sich die Shokz OpenDots 2?
Die OpenDots 2 eignen sich für Alltags- und Berufsnutzer, die einen stylischen, leichten Kopfhörer mit offenem Hörgang, guter Klangqualität und voller Kommunikationstauglichkeit suchen. Dank IP57-Zertifizierung und sicherem Sitz auch für den Sport geeignet. Besonders empfohlen für Brillenträger und Personen mit kleinen Ohren.
Technische Daten
- BauformOpen-Ear
- Bauweiseoffen
- Wandlerprinzipdynamisch
- Gewicht ohne Kabelje 6,4 g
Lieferumfang
- USB-C-Ladekabel
- Lade-Case
Besonderheiten
- In Schwarz, Grau und Weiß erhältlich
- BT-Version: 6.1
- Codecs: SBC, AAC













