Der Baseus Bowie MC2 verbindet einen ausgesprochen bequemen und sicheren Sitz mit einem für Open-Ear-Kopfhörer erstaunlich vollen Klang. Bluetooth 6.0, LDAC, Multipoint, eine umfangreiche App und bis zu 60 Stunden Akkulaufzeit runden das überzeugende Gesamtpaket ab. Lediglich bei Telefonaten im Wind und beim Tiefbass zeigen sich Schwächen.
- Sehr hoher Tragekomfort
- Sicherer Sitz beim Sport
- Warmer und ausgewogener Klang
- Lange Akkulaufzeit
- LDAC und Multipoint
- Umfangreicher Equalizer
- Zuverlässige physische Tasten
- Nach IP67 gegen Staub und Wasser geschützt
- Klang stark von der Position am Ohr abhängig
- Wenig echter Tiefbass
- Telefonate bei Wind nur eingeschränkt möglich
- Ladecase vergleichsweise groß
- Kein kabelloses Laden
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Wer seine Umgebung beim Musikhören weiterhin wahrnehmen möchte, muss inzwischen nicht mehr zwangsläufig zu teuren Open-Ear-Kopfhörern greifen. Der Baseus Bowie MC2 kostet zum Testzeitpunkt etwa 60 Euro und bringt dennoch viele Funktionen mit, die sonst eher in höheren Preisklassen zu finden sind. Dazu gehören LDAC, Multipoint, ein umfangreicher Equalizer sowie eine lange Akkulaufzeit. Auch mit der unverbindlichen Preisempfehlung von 89,99 Euro liegt er noch in einem fairen Preissegment.
Nicht verwechselt werden sollte das Modell mit dem günstigeren Baseus Bowie MC2 Air. Der hier getestete Bowie MC2 ist etwas schwerer, unterstützt dafür aber unter anderem LDAC und erreicht mit seinem Ladecase eine deutlich längere Gesamtlaufzeit.
Design und Verarbeitung
Auf den Punkt: Das Clip-On-Design mit weicher Silikonauflage sorgt für sehr hohen Tragekomfort und sicheren Halt beim Sport, macht den Klang aber stark von der Position am Ohr abhängig.
Der Baseus Bowie MC2 folgt dem mittlerweile verbreiteten Clip-On-Prinzip. Ein Teil des Hörers liegt vor der Ohrmuschel, während das größere Akku- und Elektronikmodul dahinter sitzt. Beide Elemente verbindet ein dünner, flexibler C-Bügel. Der Gehörgang bleibt vollständig frei, sodass Verkehrsgeräusche, Gespräche und andere Umgebungsgeräusche weiterhin hörbar sind.
Mit rund 5,1 Gramm pro Seite fallen die Hörer sehr leicht aus. Besonders gelungen ist die weiche Silikonauflage an der Lautsprechereinheit. Baseus legt drei unterschiedliche Größen bei, mit denen sich der Sitz an die eigenen Ohren anpassen lässt. Die Auflagen lassen sich außerdem abnehmen und reinigen.
Im Alltag erweist sich diese Konstruktion als ausgesprochen bequem. Der Bowie MC2 erzeugt genügend Druck, um beim Laufen oder bei schnellen Bewegungen sicher am Ohr zu bleiben, klemmt dabei aber nicht unangenehm. Auch nach mehreren Stunden entsteht kaum ein störendes Druckgefühl. Beim An- und Ablegen enger Kleidung kann man allerdings am Bügel hängen bleiben.
Wie bei allen Clip-On-Kopfhörern hängt der Komfort von der individuellen Ohrform ab. Die Position beeinflusst zudem den Klang deutlich. Sitzt der Lautsprecher zu weit vom Gehörgang entfernt, verliert die Wiedergabe an Lautstärke und Substanz. Nach einer kurzen Eingewöhnung lässt sich jedoch schnell eine Position finden, die Komfort und Klang gut miteinander verbindet.
Das ovale Ladecase ist sauber verarbeitet und hält die Ohrhörer sicher über Magnete fest. Aufgrund der ungewöhnlichen Bauform der Hörer fällt es allerdings größer aus als die Ladebox klassischer True-Wireless-In-Ears. Geladen wird ausschließlich per USB-C, kabelloses Laden unterstützt der Baseus Bowie MC2 nicht.
Statt berührungsempfindlicher Flächen verwendet Baseus kleine physische Tasten an den rückseitigen Akkus. Das ist im Alltag ein Vorteil: Eingaben werden zuverlässig erkannt, versehentliche Aktionen beim Korrigieren des Sitzes bleiben weitgehend aus. Je nach Position am Ohr muss man anfangs allerdings etwas nach der Taste suchen.
Die Ohrhörer sind nach IP67 gegen Staub und Wasser geschützt. Schweiß, Regen und intensive Trainingseinheiten stellen somit kein Problem dar. Die Zertifizierung gilt allerdings nur für die Hörer, nicht für das Ladecase.
Klangqualität
Auf den Punkt: Warm und angenehm voll abgestimmt, liefert der Bowie MC2 für einen Open-Ear-Kopfhörer überraschend viel Bass, bleibt aber ohne echten Subbass und büßt bei aktiviertem LDAC an Fülle ein.
In jedem Hörer arbeitet ein dynamischer 11-Millimeter-Treiber. Baseus wirbt außerdem mit SuperBass 3.0, Hi-Res Audio und dem hochauflösenden Bluetooth-Codec LDAC. Trotz dieser klangvollen Begriffe bleibt der Bowie MC2 natürlich ein offener Kopfhörer: Da der Gehörgang nicht abgedichtet wird, kann er den Druck und Tiefgang eines guten In-Ears physikalisch nicht erreichen.
Innerhalb dieser Grenzen schlägt er sich allerdings überraschend gut. In der Werkseinstellung besitzt der Baseus Bowie MC2 eine warme und angenehm volle Abstimmung. Der Bass ist für einen Open-Ear-Kopfhörer deutlich wahrnehmbar und liefert Schlagzeug, elektronischen Beats und Bassgitarren einen ordentlichen Grundton. Wirklicher Subbass fehlt, der Ober- und Mittelbass sorgt aber für genügend Druck, damit Musik nicht dünn klingt.
Dabei bleibt der Tiefton weitgehend kontrolliert und überlagert die übrigen Frequenzen nicht. Je nach Position am Ohr kann er allerdings etwas weich und breit wirken. Wer eine neutralere Abstimmung bevorzugt, kann die standardmäßig aktive Bassverstärkung in der App deaktivieren.
Die Mitten sind eine der Stärken des Baseus Bowie MC2. Stimmen stehen klar und körperhaft im Vordergrund, sodass sich der Kopfhörer auch sehr gut für Podcasts, Hörbücher und Videos eignet. Gitarren und akustische Instrumente wirken angenehm natürlich, wenngleich die letzte Feinzeichnung fehlt.
Die Höhen sind zurückhaltend und weich abgestimmt. Scharfe S-Laute oder unangenehme Spitzen treten kaum auf, wodurch sich der Bowie MC2 auch über längere Zeit entspannt hören lässt. Im Gegenzug fehlt es bei komplexen Aufnahmen etwas an Luftigkeit, Brillanz und feinen Details.
Die räumliche Darstellung fällt erfreulich weit aus. Musik wirkt weniger auf den Kopf begrenzt als bei vielen geschlossenen In-Ears. Einzelne Instrumente lassen sich allerdings nicht immer ganz präzise verorten. Auch hier spielt die Ausrichtung der Lautsprecher eine entscheidende Rolle.
LDAC lässt sich nur auf kompatiblen Android-Geräten über die App aktivieren. Der Codec sorgt für eine etwas feinere und detailliertere Wiedergabe, deaktiviert allerdings gleichzeitig die Bassverstärkung. Dadurch klingt der Bowie MC2 präziser, aber auch schlanker. Auf dem iPhone steht LDAC nicht zur Verfügung; hier erfolgt die Übertragung per AAC. Im Alltag fällt dieser Nachteil weniger schwer, als es das Datenblatt vermuten lässt, denn die kräftigere Standardabstimmung macht bei einem Open-Ear-Modell häufig mehr Spaß als die nüchternere LDAC-Wiedergabe.
Ausstattung und App
Auf den Punkt: Bluetooth 6.0, Multipoint und ein umfangreicher Equalizer überzeugen, bis zu 60 Stunden Gesamtlaufzeit mit Case sind stark – nur bei Wind schwächeln die vier Mikrofone.
Die Verbindung erfolgt über Bluetooth 6.0 und erwies sich im Alltag als stabil. Auch bei Bewegung oder beim Wechsel zwischen Räumen treten keine Aussetzer auf. Dank Multipoint kann der Baseus Bowie MC2 gleichzeitig mit zwei Geräten verbunden bleiben. So lässt sich beispielsweise Musik am Notebook hören und ein eingehender Anruf auf dem Smartphone annehmen. Der Wechsel funktioniert schnell und weitgehend zuverlässig.
Die physische Bedienung deckt bereits ohne App die wichtigsten Funktionen ab. Ein Tastendruck startet oder pausiert die Wiedergabe, zweimaliges Drücken wechselt den Titel und längeres Halten verändert die Lautstärke. Die Belegung lässt sich über die Baseus-App anpassen.
Dort stehen acht Equalizer-Voreinstellungen sowie ein frei konfigurierbarer Equalizer zur Verfügung. Außerdem lassen sich die Bassverstärkung, der räumliche BISA-Modus, die Links-rechts-Balance und ein Gaming-Modus aktivieren. Letzterer soll die Latenz auf bis zu 38 Millisekunden reduzieren. Videos laufen bereits im normalen Modus weitgehend synchron, für Spiele ist der Niedriglatenzmodus dennoch sinnvoll.
Vier Mikrofone übernehmen die Sprachübertragung bei Telefonaten. In ruhigen Räumen ist die Verständlichkeit ordentlich, die Stimme klingt für den Gesprächspartner allerdings etwas nach Freisprecheinrichtung. Im Freien zeigen sich deutlichere Schwächen: Wind kann die Stimme metallisch verfärben, während Gespräche und andere Hintergrundgeräusche teilweise übertragen werden. Für gelegentliche Telefonate reicht die Qualität aus, als dauerhaftes Headset für unterwegs eignet sich der Bowie MC2 weniger.
Baseus gibt mit aktivierter Bassverstärkung bis zu 11,5 Stunden Wiedergabe pro Ladung an. Ohne Bass Boost sollen bis zu 13 Stunden möglich sein. Zusammen mit dem Ladecase steigt die Gesamtlaufzeit auf 55 beziehungsweise 60 Stunden. In der Praxis reicht eine Ladung damit problemlos für einen sehr langen Arbeitstag. Höhere Lautstärken und die Nutzung von LDAC verkürzen die Laufzeit erwartungsgemäß.
Eine zehnminütige Schnellladung soll Energie für rund drei weitere Stunden liefern. Das Case selbst wird per USB-C geladen. Ein entsprechendes Kabel gehört zum Lieferumfang, ein Netzteil ist nicht enthalten.
Fazit
Der Baseus Bowie MC2 gehört zu den überzeugendsten günstigen Open-Ear-Kopfhörern im Clip-On-Format. Seine größte Stärke ist der gelungene Kompromiss aus sicherem Halt und hohem Tragekomfort. Die leichten Hörer sitzen selbst beim Sport zuverlässig, ohne nach kurzer Zeit unangenehm zu drücken.
Auch klanglich liefert Baseus mehr, als man in dieser Preisklasse erwarten würde. Die warme Abstimmung, der für offene Hörer ordentliche Bass und die klaren Stimmen machen den Bowie MC2 zu einem angenehmen Begleiter für Musik, Podcasts und Videos. Audiophile Detailauflösung, tief reichenden Bass oder eine präzise Ortung sollte man allerdings nicht erwarten.
Bluetooth 6.0, Multipoint, LDAC, der umfangreiche Equalizer und die lange Akkulaufzeit ergeben ein starkes Ausstattungspaket. Die windempfindlichen Mikrofone und das relativ große Ladecase sind angesichts des Preises verschmerzbar.
Wer seine Umgebung bewusst wahrnehmen möchte und bequeme Kopfhörer für Arbeit, Spaziergänge oder Sport sucht, erhält mit dem Baseus Bowie MC2 eine sehr interessante Alternative zu deutlich teureren Clip-On-Modellen. Wer dagegen maximale Abschirmung und kräftigen Tiefbass benötigt, ist mit klassischen In-Ears besser beraten.
FAQ
Ist der Baseus Bowie MC2 wasserdicht?
Die Ohrhörer sind nach IP67 gegen Staub und Wasser geschützt, das Ladecase ist von dieser Zertifizierung allerdings ausgenommen.
Unterstützt der Baseus Bowie MC2 LDAC auf dem iPhone?
Nein, LDAC steht nur auf kompatiblen Android-Geräten zur Verfügung, auf dem iPhone erfolgt die Übertragung per AAC.
Wie unterscheidet sich der Baseus Bowie MC2 vom Bowie MC2 Air?
Der hier getestete Bowie MC2 ist etwas schwerer als der Bowie MC2 Air, unterstützt dafür aber unter anderem LDAC und erreicht mit seinem Ladecase eine deutlich längere Gesamtlaufzeit.
Kann der Baseus Bowie MC2 gleichzeitig mit zwei Geräten verbunden werden?
Ja, dank Multipoint lässt sich der Bowie MC2 gleichzeitig mit zwei Geräten verbinden, etwa um am Notebook Musik zu hören und gleichzeitig Anrufe auf dem Smartphone anzunehmen.
Unterstützt der Baseus Bowie MC2 kabelloses Laden?
Nein, das Ladecase wird ausschließlich per USB-C geladen, kabelloses Laden wird nicht unterstützt.
Wie lange hält der Akku des Baseus Bowie MC2?
Mit aktivierter Bassverstärkung sind bis zu 11,5 Stunden Wiedergabe möglich, ohne Bass Boost bis zu 13 Stunden. Zusammen mit dem Ladecase steigt die Gesamtlaufzeit auf 55 beziehungsweise 60 Stunden.
Technische Daten des Baseus Bowie MC2
- Bauform
- Open-Ear
- Bauweise
- Clip-On, True Wireless
- Wandlerprinzip
- Dynamisch
- Treiber
- 11 mm
- Frequenzbereich
- 20 Hz bis 40 kHz
- Konnektivität
- Bluetooth 6.0
- Unterstützte Codecs
- SBC, AAC, LDAC
- Akkulaufzeit
- Bis zu 11,5 Stunden (60 Stunden mit Case)
- Gewicht
- Etwa 5,1 Gramm pro Hörer, 52 Gramm inkl. Ladecase
- App-Steuerung
- Baseus-App
- Lieferumfang
- Ohrhörer, Ladecase, Silikonauflagen in drei Größen, USB-C-Kabel und Dokumentation
- Farben
- Schwarz, Weiß und Blau
- Preis (UVP)
- 89,99 Euro
- 49,99 € *Zum Angebot
Technische Daten
- BauformOpen-Ear
- Bauweiseoffen
- Wandlerprinzipdynamisch
- Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 Hz bis 40 kHz
- Gewicht ohne Kabelje 5,1 g, Case 52 g
Lieferumfang
- USB-Ladekabel
- Lade-Case













