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Velodyne Acoustics 1824: Der Subwoofer, der zwei Steckdosen braucht

Von Peter Schloßnagel vor 1 Stunde

Auf der High End Vienna 2026 stand er im Raum und zog alle Blicke auf sich. Jetzt liefert Velodyne Acoustics die Details:

Der Velodyne Acoustics 1824 kombiniert einen 18-Zoll- und einen 24-Zoll-Schallwandler in einem Gehäuse, befeuert von drei Endstufen mit 6.000 Watt RMS. Der Tiefgang reicht bis 7 Hertz, weit unter der menschlichen Hörschwelle, aber deutlich spürbar. 350 Kilogramm schwer, gebaut in Hamburg, limitiert auf 50 Exemplare weltweit, jedes mit gravierter Namensplakette des Besitzers. Preis: 49.999 Euro. Vorbestellungen ab sofort, Produktion ab Winter 2026.

Warum der Name alles sagt

1824. Das sind keine Jahreszahlen, sondern Zoll. 18 plus 24. Zwei Schallwandler, die zusammen mehr Membranfläche bieten als so manches Sofa Sitzfläche. Die schiere Größe dient nicht dem Spektakel, sondern der Physik: Große Membranen bewegen große Luftmengen, ohne permanent am Anschlag zu arbeiten. Das bedeutet weniger Verzerrung, mehr Kontrolle, gerade bei sehr tiefen Frequenzen, wo kleinere Chassis schnell an ihre mechanischen Grenzen stoßen.

Drei Endstufen treiben die beiden Wandler des Velodyne Acoustics 1824 an: Zwei sind dem 24-Zoll-Chassis zugeordnet, eine dem 18-Zöller. Zusammen liefern sie 6.000 Watt RMS und bis zu 10.000 Watt Spitzenleistung. Dass Velodyne zwei separate Netzanschlüsse auf der Rückseite verbaut, macht den Strombedarf dieses Systems unmissverständlich klar. Und unterscheidet den 1824 von jedem anderen Aktivsubwoofer auf dem Markt.

7 Hertz: Bass, den du nicht hörst, aber fühlst

Die untere Grenzfrequenz von 7 Hertz liegt weit unter dem, was das menschliche Ohr als Ton wahrnimmt. Die Hörschwelle beginnt bei etwa 20 Hertz. Was bei 7 Hertz passiert, ist keine Musik mehr im klassischen Sinn, sondern physische Erfahrung: Druckwellen, die den Brustkorb bewegen, Vibrationen, die durch den Raum wandern. In Heimkinos macht sich das bei Explosionen, Erdbeben-Szenen oder dem tiefen Grollen eines startenden Raumschiffs bemerkbar – Frequenzen, die in der Postproduktion bewusst unter 20 Hertz gemischt werden und die die meisten Subwoofer schlicht ignorieren.

Zum Vergleich: Velodynes bisheriges Flaggschiff, der Digital Drive Plus, reicht bis etwa 15 Hertz. Selbst hochpreisige Heimkino-Subwoofer wie der JL Audio Gotham (ca. 17.000 €) oder der SVS PB-16 Ultra (ca. 3.000 €) geben bei 16–17 Hertz auf. Der 1824 spielt in einer Liga, in der kaum jemand mitspielt. Was auch daran liegt, dass die nötige Gehäusegröße und Verstärkerleistung für Sub-10-Hz-Wiedergabe schlicht unpraktisch werden.

Neue Elektronik und App-gesteuerte Einmessung

Im Inneren arbeitet die neueste Generation der Velodyne-Elektronik. Eine vollständig neue App (Nachfolgerin der bisherigen AutoEQ-App) soll den Velodyne Acoustics 1824 präzise auf Raum, Lautsprecher und persönliche Hörvorlieben abstimmen. Gerade bei einem Subwoofer mit dieser Reichweite und Leistung ist Raumeinmessung keine Komfortfunktion, sondern Pflicht: Unkontrollierte Raummoden bei 7–20 Hertz können Wände buchstäblich zum Vibrieren bringen.

Bei den Anschlüssen zeigt sich der professionelle Anspruch: XLR-Ein- und Ausgänge (symmetrisch) neben den üblichen Cinch-Verbindungen, ein Mikrofoneingang für die Einmessung, Trigger-Steuerung für die automatische Ein-/Ausschaltung und eine Ethernet-Schnittstelle. Letztere deutet auf Netzwerkintegration in komplexen Heimkino-Installationen hin, Details dazu nennt Velodyne noch nicht.

350 Kilo – und trotzdem transportierbar

Mit Abmessungen von 1.400 × 770 × 607 mm (H × B × T) und einem Gewicht von rund 350 Kilogramm ist der Velodyne Acoustics 1824 kein Gerät, das man mal eben umstellt. Velodyne hat deshalb Griffe direkt ins Gehäusedesign integriert und liefert spezielle Transportlifter auf Rollen mit. Das massive Gewicht ist dabei kein Nebeneffekt, sondern Konstruktionsprinzip: Bei Frequenzen um 7 Hertz entstehen erhebliche mechanische Kräfte. Ein leichtes Gehäuse würde mitschwingen und die Präzision zerstören, die das System liefern soll.

Die Idee zum Velodyne Acoustics 1824 entstand laut Velodyne-CEO Mansour Mamaghani rund um das 40-jährige Firmenbestehen – wurde aber bewusst nicht als Jubiläumsmodell behandelt. Es gab keinen festen Termin, keinen Katalogplatz. „Der Velodyne Acoustics 1824 ist das Ergebnis aus mehr als 40 Jahren Arbeit an kontrollierter Tieftonwiedergabe“, so Mamaghani. „Noch wichtiger als seine Größe und Leistungsdaten ist, was er daraus macht.“

Preis und Verfügbarkeit

Der Velodyne Acoustics 1824 kann ab sofort vorbestellt werden und wird voraussichtlich im Winter 2026 in Produktion gehen. Der Subwoofer entsteht ausschließlich auf Bestellung am Velodyne-Firmensitz in Hamburg. Die Auflage ist auf 50 Exemplare weltweit limitiert – jedes mit individueller Namensplakette des Besitzers. Der Preis beträgt 49.999 Euro (inkl. MwSt.). Weitere Informationen auf velodyneacoustics.com.

Technische Daten des Velodyne Acoustics 1824 (Herstellerangaben):

Typ Aktiver Referenz-Subwoofer
Schallwandler 18 Zoll + 24 Zoll in gemeinsamem Gehäuse
Endstufen 3 (2× für 24-Zoll-Chassis, 1× für 18-Zoll-Chassis)
Leistung 6.000 W RMS / 10.000 W Spitze
Tiefgang bis 7 Hz
Netzanschlüsse 2 (separater Strombedarf für Endstufensystem)
Eingänge XLR symmetrisch, Cinch unsymmetrisch, Hochpegel, Mikrofoneingang
Ausgänge XLR symmetrisch
Weitere Anschlüsse Trigger-Steuerung, Ethernet
Einmessung Neue Velodyne-App (Nachfolger der AutoEQ-App)
Abmessungen (H × B × T) 1.400 × 770 × 607 mm
Gewicht ca. 350 kg
Transport Integrierte Griffe, Transportlifter auf Rollen im Lieferumfang
Fertigung Hamburg, auf Bestellung
Limitierung 50 Exemplare weltweit, individuelle Namensplakette
Preis 49.999 € (inkl. MwSt.)
Verfügbarkeit Vorbestellung ab sofort, Produktion ab Winter 2026
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