Erst lieh Bose seinen Klang, jetzt kauft der Konzern gleich die ganze Marke: Die Übernahme von Skullcandy ist seit dem 21. Oktober 2026 offiziell. Der US-Audiospezialist übernimmt den Boardsport- und Lifestyle-Anbieter aus Park City, Utah, von der Investmentfirma Mill Road Capital Management. Skullcandy bleibt dabei eine eigenständige Marke; zu Kaufpreis und Konditionen schweigen die Parteien.
Vom Klangpartner zum Eigentümer
Der Schritt kommt nicht aus dem Nichts. Seit dem Frühjahr 2025 steckt in Skullcandy-Produkten lizenzierte Technik aus dem Programm „Sound by Bose“. Den Anfang machten die Method 360 ANC, im Frühjahr 2026 folgten die Method 540 ANC Earbuds.
Im Juli 2026 kam der Crusher 1080 ANC für 249,99 Euro dazu. Laut Hersteller ist er der erste Kopfhörer außerhalb des Bose-Portfolios mit Bose QuietControl, TrueSpatial und WaveForm Audio Engine. Bose Skullcandy macht aus dieser Lizenzbeziehung nun eine Eigentümerstruktur.
Die Mitteilung beschreibt das Ziel als Kombination: Boses Audiokompetenz, Technik und weltweite Reichweite treffen auf Skullcandys Design, Kundenverständnis und die enge Verbindung zu seinen Communitys. Aus der mehrjährigen Partnerschaft soll so eine tiefere Zusammenarbeit entstehen.
Bose QuietComfort Kopfhörer (2. Gen.)
Premium-Over-Ear mit starkem ANC | Bewertung: 4,6 / 5
Skullcandy bleibt
Die Marke läuft künftig als separate Einheit im Bereich Premium Consumer Audio weiter und bleibt in Park City ansässig. Die Übernahme bedeutet also nicht das Ende der Totenkopf-Marke, die nach eigenen Angaben 2003 auf einem Sessellift in Park City entstand.
Der Käufer will in das Wachstum investieren und stellt Zugang zu Technologie, Ressourcen, globalem Vertrieb und Handelsbeziehungen in Aussicht. Gleichzeitig soll die Marke ihre Identität behalten. Interessant ist die Zielrichtung: Skullcandys Wurzeln im Boardsport und die Verbindungen zu Musik, Gaming und Fitness sollen Bose Zugang zu Zielgruppen verschaffen, bei denen der Konzern bisher weniger präsent ist.
Bisheriger Eigentümer war Mill Road Capital, das Skullcandy 2016 übernommen hatte.
Skullcandy Method 360 ANC
Sporttaugliche TWS mit hybridem ANC und Audiotuning von Bose | Bewertung: 4,3 / 5
„Die Method 360 ANC überzeugen mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis, effektivem ANC, schnellladefähigen Akkus und guter Sprachverständlichkeit.“
Ein Konzern mit vier Marken
Mit dem Deal wächst die Familie auf vier Marken: Bose, McIntosh, Sonus faber und Skullcandy. Die beiden Hochpreis-Labels McIntosh und Sonus faber hatte der Konzern im November 2024 von Highlander Partners übernommen.
Der Hersteller versteht sich nach eigener Darstellung zunehmend als Produkt- und Technologieunternehmen mit mehreren Marken. Neben Skullcandy nehmen auch Motorola, EarFun und Noise am Sound-by-Bose-Programm teil. Als privat geführtes Unternehmen betont Bose die Freiheit, langfristig in Chancen zu investieren, an die es glaubt.
Was Käufer erwarten dürfen
Konkrete Produktpläne nennt der Hersteller nicht. Sie spricht von neuen Produkten und Erlebnissen sowie von mehr Bose-Technologie in Skullcandy-Geräten. Ob sich bei Preisen, Sortiment oder Vertrieb in Europa etwas ändert, ist offen.
Die Richtung zeigen die bisherigen Tests: Die Method 360 ANC kamen bei uns auf 4,3 von fünf Sternen. Der Crusher ANC 2 erreichte 3,75 von fünf Sternen, vor allem weil sein ANC nur Mittelfeld war; genau dort setzt der Crusher 1080 ANC mit Bose-Technik an. Wer Bose Skullcandy als Qualitätsversprechen liest, sollte die ersten gemeinsam entwickelten Produkte abwarten.
Skullcandy Crusher ANC 2
Kräftiger Over-Ear mit Noise Cancelling, Klangpersonalisierung und Subwoofer | Bewertung: 3,75 / 5
„Die Crusher ANC 2 sind eine gelungene Weiterentwicklung.“


