LEWITT LW6 Wireless Studio Headphones

Studio-Kopfhörer mit UWB-Funkstrecke und reichlich DSP-Features

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Kurz & knapp

Mit ihrem Debüt Lewitt LW6 ist Lewitt vom Start weg ein drahtloser Kopfhörer geglückt, der den Bedürfnissen von Ton- und Musikschaffenden in vielerlei Hinsicht bestens gerecht wird. Das beginnt beim dynamisch einstellbaren Klang, geht weiter über das funktional herausstechende Volume-Rad direkt im Kopfhörer, bis hin zur unmerklichen Latenz, die tatsächlich für professionelles Recording geeignet ist.

Vorteile:

  • Sehr neutraler Klang
  • Große Lautstärkereserven
  • Lautstärkesteuerung über Rad gelungen
  • Angenehmes Tragegefühl
  • Tontechnisch hilfreiche Pegelanzeige in der App

Nachteile:

  • Kabelbetrieb nur bei eingeschaltetem Hörer
  • Geringe Reichweite im UWB-Modus

Einleitung

Die Firma Lewitt hat sich in Studiokreisen vor allen Dingen als Hersteller von hochwertigen Mikrofonen einen guten Namen gemacht. Mit dem Lewitt LW6 erweitert der Hersteller sein Portfolio nun auch in den Bereich Kopfhörer. Dabei setzen die Entwickler nicht etwa auf die altbewährte Kabelverbindung, sondern preschen mit einer drahtlosen Sender/Kopfhörer-Kombination nach vorn, die auch noch in einem bislang weitgehend ungenutzten Frequenzbereich funkt. Mit an Bord sind zudem mächtige DSP-Features, die den Lewitt LW6 speziell für die Studioarbeit interessant machen sollen.

Ein mutiges Kopfhörer-Debüt vom Mikrofon-Spezialisten aus Österreich

Auf den Punkt: Lewitt hat den LW6 von Grund auf neu entwickelt und konsequent auf das Studio zugeschnitten. Im Mittelpunkt stehen eine unkomprimierte UWB-Funkstrecke, studiotaugliche Bedienelemente am Hörer und eine mächtige Software.


Vom Start weg positiv zu vermerken ist, dass Lewitt ihren Debüt-Kopfhörer von Grund auf neu entwickelt hat. Eine solche Neuentwicklung bietet natürlich viel Raum und Möglichkeiten, innovative Ansätze zu verfolgen. Das gilt auch und besonders dafür, die Kopfhörer (im Gegensatz zu vielen Consumer-Kopfhörern, die versuchen, möglichst vielen Anwendungen gerecht zu werden) voll auf die Erfordernisse im Studioeinsatz zu trimmen.

Technisch und funktional sind hier vor allen Dingen drei Features besonders hervorzuheben: Da ist zum einen die schnurlose, unkomprimierte und rasend schnelle Übertragung im UW-Band, zum anderen Bedienelemente und Funktionen direkt am Hörer, die speziell auf die Arbeit im Studio ausgerichtet sind und als dritter Punkt eine sehr mächtige Software, mit der sich neben frei konfigurierbaren Equalizer-Kurven, auch ein virtueller Raumklang (Space Replicator) und verschiedene Monitoring-Parameter (präzise Lautstärkeregelung, Mid/Side/Mono-Monitoring, Maximal-Lautstärke) steuern lassen.

Die Hardware des Lewitt LW6

Auf den Punkt: Der LW6 ist ein geschlossener Over-Ear mit 40-Millimeter-Treibern, drehbaren Gondeln und versenktem Lautstärkerad. Einziger Haken: Auch der Analogeingang funktioniert nur, wenn der Hörer eingeschaltet und der Akku geladen ist.


Der Lewitt LW6 ist ein ohrumschließender, geschlossener und dynamischer Kopfhörer mit 40-Millimeter-Treibern. Er deckt den Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz ab und kann einen Maximal-Schalldruck von bis zu 121 dB abgeben. Der Hörer verfügt über ein beidseitig flexibel einstellbares Kopfband aus weichem Silikon, mit dem er sich gut an die Kopfgröße anpassen lässt.

Darüber hinaus sind die Hörer-Gondeln um 90 Grad drehbar, um sich an verschiedene Kopfformen anzuschmiegen. An der linken Hörer-Gondel sitzt der Power-Taster nebst USB-C-Buchse zum Laden und zum Zuführen von Audiomaterial. Direkt daneben wartet eine Miniklinken-Buchse auf analoges Audio. Gut zu wissen: auch der Analogeingang funktioniert nur bei eingeschaltetem Hörer. Ist der Akku leer, bleibt es still.

Die Rückseite des rechten Hörers wird von drei Tastern und einem dezent in der Rückwand versenkten Endlos-Encoder bevölkert. Mit diesem lässt sich die Lautstärke sowohl im Kabel- wie auch im Funk-Betrieb ebenso komfortabel wie feinfühlig regeln. Die beiden größeren Taster lassen sich frei belegen. Ab Werk sind sie mit den Funktionen ‘EQ-Modi umschalten’ und ‘Virtual Studio Monitor an/aus’ (dazu später mehr) belegt.

Um in den Genuss der annähernd latenzfreien Audioübertragung (RealSound) zu kommen, befindet sich in der Verpackung auch ein spezieller Sender (Transmitter). Dieser nimmt Audiosignale wahlweise über USB-C oder eine analoge Miniklinken-Buchse entgegen.

Kabel satt

Auf den Punkt: Lewitt legt je zwei USB-C- und Miniklinkenkabel in 1,5 und 3 Metern Länge samt Adaptern bei. Damit lässt sich der LW6 per Kabel, Bluetooth oder RealSound-Funk mit praktisch jeder Quelle verbinden.


Um allen hier möglichen Anschluss-Szenarien gerecht zu werden, wurde dem Lewitt LW6 ein mehr als großzügiger Kabelsatz spendiert: Mit 1,5 und 3 Metern USB-C/C, 1,5 und 3 Metern Miniklinke-Stereo samt Miniklinken-auf-Standardklinken- und USB-A/C-Adapter lassen sich alle Verbindungen herstellen, zu denen der Lewitt LW6 samt Transmitter imstande ist.

Der Lewitt LW6 ist fraglos ein anschlussfreudiger Kopfhörer.

Und das sind eine ganze Menge. Denn wahlweise führt man dem Lewitt LW6 Audiomaterial über den Analog- oder USB-C-Eingang am Hörer zu, über Bluetooth oder über die UWB-Funkstrecke und da wahlweise über USB-C oder Analog-Anschluss (via Stereo-Miniklinke).

Ultra-Wideband-Übertragung heißt hier RealSound

Auf den Punkt: Nach einem Firmware-Update lag die Latenz der RealSound-Funkstrecke im Test unter fünf Millisekunden, der schnellste bislang in der Redaktion gemessene Wert. Der Preis dafür ist eine Reichweite von nur rund fünf Metern.


Auf die UWB-Übertragung möchte ich genauer eingehen. Man hat es bei der letzten WM erlebt: Da trifft man sich zum gemütlichen Rudelgucken und während man selber noch den Freistoß sieht, wird im Nebenhaus schon gejubelt.

Ursache sind die Verzögerungen in den unterschiedlichen Übertragungswegen, fachsprachlich „Latenz“ genannt. Was bei Sportübertragungen im schlimmsten Fall ein bisschen ärgerlich ist, kann einem in zeitkritischen Szenarien wie beispielsweise beim Recording, beim Mischen, aber auch beim Gaming oder DJing echte Probleme bereiten. Mit normalen Bluetooth-Hörern und den dabei üblichen 200 bis 300 Millisekunden Latenz ist das eigentlich unmöglich.

Nicht ohne Grund sind hier besonders Hersteller von DJ-Kopfhörern wie AlphaTheta, Aiaiai oder OneOdio bereits nach vorne geprescht und haben in jüngerer Zeit Kopfhörer mit proprietären Systemen im 2,4-GHz-Band auf den Markt gebracht, die annähernd latenzfrei (< 9 Millisekunden) funken.

Auch der Lewitt LW6 verspricht rasend schnelle und unkomprimierte Audioübertragung. Im Gegensatz zu anderen Herstellern setzt Lewitt hier allerdings auf den UWB-Frequenzbereich. Das steht für Ultrabreitband (3,1 bis 10,6 GHz) und kommt bislang vornehmlich im Bereich Smartphones, Tracker und Smart-Home zum Einsatz. Und da es bei sämtlichen Herstellern (leider) in Mode gekommen ist, für jede Kommunikation zwischen proprietärem Sender und Kopfhörer einen eigenen Namen zu erfinden, darf man sich beim Lewitt LW6 nun auf ‚RealSound‘ freuen.

Keine falsche Versprechung: der Lewitt LW6 befördert Audiomaterial tatsächlich mit rund fünf Millisekunden.

In unserem Test konnten wir die Latenz von um die fünf Millisekunden bestätigen. Allerdings erst nach einem Firmware-Update des Hörers, worauf einen die App praktischerweise selbständig hinweist. Das ist tatsächlich der schnellste bislang in der Redaktion gemessene Wert in der digitalen Audioübertragung bei Kopfhörern. Das hat allerdings einen Preis und der lautet Reichweite. Lewitt gibt fünf Meter als Maximaldistanz im RealSound UWB-Betrieb an und auch das konnten wir nachvollziehen. Verlässt man den Raum oder entfernt sich aus direkter Sichtlinie zum Transmitter, bricht die Übertragung zusammen.

Im UW-Band, das ja einen sehr weiten Frequenzbereich umfasst, darf einfach nicht mit so einer hohen Leistung gefunkt werden, wie es im sehr engen ISM-Band (Bluetooth) erlaubt ist. Das merkt man besonders daran, dass man die Hörer in den Bluetooth-Betrieb schaltet, wo man plötzlich wieder größere Entfernungen überbrücken kann. Gut also, dass der Lewitt LW6 beide Modi im Parallelbetrieb anbietet und man so je nach Szenario wechseln kann. In Bezug auf die Codecs belässt es Lewitt im Bluetooth-Betrieb allerdings bei den Basis-Codecs SBC und AAC und die schöne, unkomprimierte Übertragung ist dahin.

DSP-Power

Auf den Punkt: Die kostenlose Headphones-App bietet einen reaktionsschnellen Fünfband-EQ, Mono-, Seiten- und Invertiert-Monitoring, eine Lautstärkebegrenzung und Echtzeit-Pegelanzeigen. Damit ersetzt sie im Studio in vielen Fällen einen externen Monitor-Controller.


Die zentrale Anlaufstelle zur Konfiguration von Klang und Bedienelementen des Lewitt LW6 ist die Lewitt Headphones App, die für sämtliche Desktop- und Mobilgeräte (macOS, Windows, iOS, Android) kostenlos verfügbar ist. Hierbei handelt es sich um eine wirklich mächtige Schaltzentrale, die dem Anwender nicht nur die Macht über einen sehr gut einstellbaren Equalizer gibt, sondern ihn auch über die maximale Abhörlautstärke und die Stereo-Darstellung herrschen lässt. So kann man etwa das Monitoring zwischen Mono, Seitensignalen (MS) und Invertiert umschalten: ein wertvolles Feature in der professionellen Studioarbeit, für das man sonst einen externen Monitor-Controller braucht.

Auch der Equalizer lässt keine Wünsche offen, denn er verfügt über insgesamt fünf Bänder (Low/High Shelf, drei vollparametrische Mitten), um den Klang wirkungsvoll an die persönlichen Vorlieben anzupassen. Dabei gibt es drei feste Werkseinstellungen und drei Anwender-Presets, die frei konfiguriert werden können. Positiv möchte ich hier vermerken, dass die Änderungen am Equalizer sofort hörbar werden, denn bei vielen anderen App-EQs passiert das mit deutlicher Langsamkeit, was die Einstellung extrem erschwert.

Der Equalizer in der Android-Ansicht und in der Desktop-Version.

Ein feines, aber in der professionellen Arbeit nicht unwichtiges Detail innerhalb der Software: der Eingangspegel, die aktuell gewählte Lautheit, der resultierende Ausgangspegel des Hörers und sogar der gewichtete RMS-Wert (Durchschnittslautheit) werden über zwei kleine VU-Meter in der unteren linken Ecke in Echtzeit visualisiert. Klasse!

Die Anzeige der Spitzen- und Durchschnittslautstärke ist absolut gelungen.

Ebenfalls in der App erfolgt die Personalisierung der zwei Funktionstasten, die über Einzel- und Doppelklick insgesamt vier Funktionen abrufen können. Zur Verfügung steht hier alles, was der Kopfhörer kann: vom Umschalten der EQ-Profile, über die verschiedenen Abhör-Modi, bis hin zur simplen Stummschaltung oder dem Abrufen fester Abhörlautstärken.

Die Bedienung des Lewitt LW6

Auf den Punkt: Die vielen Tastenfunktionen wollen erst gelernt sein, das Lautstärkerad dagegen erklärt sich von selbst und ist im Studioalltag ein echter Gewinn. Eine Ladestation für den stationären Einsatz vermissen wir allerdings.


Grundsätzlich etwas ungewohnt, im Prinzip aber gar nicht schlecht, weil man so die tolle Pegelanzeige der App immer im Blick haben kann: Die Headphones-App läuft separat von der Audioübertragung. Das heißt, man kann den Kopfhörer beispielsweise vom Handy aus konfigurieren, während man über einen Desktop-Rechner Audio zuspielt. Gerne darf Lewitt die Pegelanzeige in künftigen Versionen auch als separate App oder via Minimierung am Bildschirm anbieten, denn hat man den Hörer erstmal für den eigenen Workflow konfiguriert, braucht man die Steuerung natürlich nicht mehr so häufig.

Die Funktionstasten lassen sich frei belegen.

Bis dahin braucht es aber durchaus ein bisschen Zeit und es ist sinnvoll, die App dabei geöffnet zu haben, denn es gilt ja nicht weniger als acht Funktionen auswendig zu lernen, die über die Taster abrufbar sind. Erfreulich selbsterklärend ist dabei das Volume-Drehrad, bei dessen Benutzung ich mich ständig fragte, warum noch kein anderer Hersteller in den zurückliegenden Jahren auf diese ebenso simple wie hilfreiche Idee gekommen ist. In der Studiopraxis ändert man häufig die Abhörlautstärke: Das blinde Suchen von Tastern war und ist hier sehr unhandlich. Zum Volume-Rad des Lewitt LW6 dagegen greift man völlig selbstverständlich und zielsicher, ohne dass die Gefahr besteht, dass man es versehentlich verstellt. Super gelöst!

Die Prozentanzeige des Volume-Rads folgt in der App eins zu eins der Hardware.

Nicht ganz perfekt empfinde ich das Laden über die USB-C-Buchse. Man darf nicht vergessen: der Hörer funktioniert auch im kabelgebundenen Analog-Betrieb nur wenn er eingeschaltet ist. Man muss also in der Praxis immer auf einen ausreichenden Ladezustand achten. Und da der Lewitt LW6 vornehmlich in stationären Studio-Umgebungen zum Einsatz kommt, hätte ich hier, auch und gerade in Anbetracht der Preisregion, gerne eine Art Lade-Ständer gewünscht, auf dem man den Lewitt LW6 nach getaner Arbeit platzieren kann und dabei über Nacht seine Strom-Dosis erhält (vielleicht sogar via Induktion in den Kopfbügel).

Klang

Auf den Punkt: Ab Werk klingt der LW6 extrem neutral und fast etwas „blutleer“. Mit den EQ-Presets und den Virtual Studio Monitors wird er auf Wunsch deutlich wärmer, breiter und zum echten Ohrschmeichler.


Wie es sich für einen guten Studio-Kopfhörer gehört, ist der Lewitt LW6 von seiner Grundcharakteristik ein neutraler Hörer. Das entspricht der Zielsetzung des Lewitt-Teams, das grundsätzlich eine Annäherung an eine neutrale, gehörrichtige Frequenzansprache zum Ziel hatte. So viel Linearität ist zwar absolut von Vorteil, wenn man viele Stunden lang mit konsistenten Ergebnissen professionelle Audiobearbeitung macht, bringt allerdings auch eine gewisse Blutleere beim Produzieren mit sich.

Gut also, dass sich im Repertoire der App ab Werk bereits drei ansprechende EQ-Modelle finden, mit denen sich der Lewitt LW6 klanglich deutlich extrovertierter abstimmen lässt. Allein schon mit dem Preset „Enhanced Bass“ lässt sich der Lewitt LW6 ordentlich heckspoilern. Bemüht man ein User-Preset und gibt es unterhalb von 120 Hz nochmal 6 dB mehr Schub und spendiert den Höhen ab ca. 10 kHz noch mal 4 dB mehr Glitzern, wird aus dem sachlichen Lewitt LW6 problemlos ein Ohrschmeichler.

Richtig eindrucksvoll wird das dann, wenn man die Funktion „Virtual Studio Monitors“ aktiviert, weil das die Stereobühne tatsächlich noch mal deutlich erweitert. Mein Favorit war hier ganz klar das sachliche, leicht räumliche „Lewitt Studio A“, das als Standard voreingestellt ist. Über eine Essential-Version der Space-Replicator-Software lassen sich an dieser Stelle noch weitere Räume aktivieren, vom Innenraum eines Autos bis hin zum Konzertsaal. Ob das allerdings dabei hilft, die eigene Produktion zu optimieren, wage ich stark zu bezweifeln. Als kleines „Ear-Candy“, um dem Gehör beim angestrengten Produzieren zwischendrin mal einen Perspektivwechsel zu gönnen, kann es aber durchaus hilfreich sein.

Was beim Produzieren in jedem Fall hilfreich ist, ist die geschlossene Bauform, die besonders beim Aufnehmen unerlässlich ist, um Übersprechen des Playbacks ins Mikrofon zu verhindern. Und gerade bei intensiven Vocal- oder Instrumentalaufnahmen fällt die nahezu latenzfreie Drahtlosübertragung positiv ins Gewicht, denn die oder der Performer/in können sich frei bewegen, ohne darauf achten zu müssen, wo gerade das Kabel baumelt oder im schlimmsten Fall, falls das Kabel am Stativ klapperte, die Aufnahme wiederholen zu müssen.

Akkulaufzeit

Dem Lewitt LW6 steht ein Akku mit 900 mAh zur Verfügung, der für 21 Stunden Dauerbetrieb im RealSound-Modus reicht. Eine volle Betankung des Lithium-Ionen-Speichers dauert laut Hersteller 80 Minuten, während ein schneller Strom-Stopp von 15 Minuten für drei Betriebsstunden reicht.

Fazit

Lewitt hat mit dem Lewitt LW6 einen ziemlich innovativen Wurf gewagt und er ist gelungen: Man bekommt hier einen klanglich höchst ausgewogenen Studio-Kopfhörer, der sich mit seiner spezialisierten Software passgenau in den eigenen Workflow einbetten lässt und im Funkbetrieb über eine nicht mehr wahrnehmbare Latenz verfügt. Die Beschäftigung mit der mächtigen Headphones-App ist dabei fast schon keine Option, sondern eine Pflicht, damit der Hörer wirklich glänzen kann. Denn ab Werk ist er sehr dezent, ja geradezu bürokratisch klingend eingestellt.

Für den gewünschten Hörspaß sollte man sich also nicht scheuen, den gut einstellbaren Equalizer zu bemühen. Besonderes Lob verdient hier das praxisgerechte Volume-Rad direkt am Hörer: Hier merkt man einfach, dass die Entwickler aus der Studiopraxis kommen und wissen, wie Produzenten und Produzentinnen arbeiten. So viel Innovation hat am Ende ihren Preis und der ist im Fall des Lewitt LW6 zwar sicherlich angemessen, dürfte für manche Musiker_innen allerdings außerhalb des persönlichen Budget-Rahmens liegen, leider.

FAQ: Häufige Fragen zum Lewitt LW6

Wie hoch ist die Latenz des Lewitt LW6?

Im Test haben wir im RealSound-Funkbetrieb eine Latenz von rund fünf Millisekunden gemessen. Voraussetzung war ein Firmware-Update, auf das die App selbst hinweist. Lewitt selbst gibt 5,8 Millisekunden an.

Welche Reichweite hat die RealSound-Funkstrecke?

Rund fünf Meter bei direkter Sichtverbindung zum Transmitter. Verlässt man den Raum, bricht die Übertragung ab. Per Bluetooth lassen sich deutlich größere Entfernungen überbrücken, dann allerdings ohne unkomprimierte Übertragung.

Funktioniert der Lewitt LW6 auch passiv per Kabel?

Nein, auch am Analogeingang spielt der LW6 nur im eingeschalteten Zustand. Ist der Akku leer, bleibt es still. Ein ausreichender Ladezustand ist im Studioalltag daher Pflicht.

Welche Bluetooth-Codecs unterstützt der Lewitt LW6?

Per Bluetooth 5.3 beherrscht der LW6 nur die Basis-Codecs SBC und AAC. Unkomprimiert überträgt er ausschließlich über die RealSound-Funkstrecke oder per USB-C-Kabel.

Wie lange hält der Akku des Lewitt LW6?

Der 900-mAh-Akku reicht für 21 Stunden im RealSound-Betrieb. Eine volle Ladung dauert laut Hersteller 80 Minuten, 15 Minuten Laden bringen drei Stunden Laufzeit.

Wie klingt der Lewitt LW6 ab Werk?

Ab Werk ist der LW6 extrem neutral abgestimmt, fast schon nüchtern. Über den Fünfband-EQ der App, drei Werks-Presets wie ‘Enhanced Bass’ und die Virtual Studio Monitors lässt er sich jedoch deutlich lebendiger und räumlicher einstellen.

Technische Daten

Bauform Geschlossen, ohrumschließend (Over-Ear)
Wandlerprinzip Dynamisch
Treiber 40 mm, Bio-Cellulose-Membran
Frequenzgang 20 Hz bis 20 kHz
Impedanz 32 Ohm
Empfindlichkeit 114 dB SPL
Max. Schalldruckpegel 121 dB
Dynamikumfang 110 dB(A) RealSound, 113 dB(A) Analogeingang
Verbindungen RealSound (UWB), Bluetooth 5.3, USB-C, 3,5-mm-Klinke analog
Latenz RealSound 5,8 ms (Herstellerangabe), im Test unter 5 ms
Übertragung RealSound Unkomprimiertes PCM, 1.728 kbps
Funkfrequenz RealSound 6,8 bis 8,4 GHz (USA/Kanada: 7,6 bis 9,1 GHz; Japan/Südkorea: 7,2 bis 10,2 GHz)
Reichweite RealSound ca. 5 m (Sichtverbindung)
Bluetooth-Codecs SBC, AAC
Reichweite Bluetooth ca. 40 m
USB-Audio Unkomprimiertes PCM, 44,1 / 48 / 96 kHz, ASIO-Treiber
Kompatibilität USB macOS, Windows, iOS (USB-C), Android, Nintendo Switch 2
Bedienelemente Lautstärkerad (Endlos-Encoder), Ein/Aus-Taste, 2 frei belegbare Funktionstasten
DSP-Funktionen 5-Band-EQ (3 Werks-, 3 Anwender-Presets), Virtual Studio Monitors, Loudness Guard, Mono/Seiten/Invertiert-Monitoring
App Lewitt Headphones für macOS (ab 12), Windows (ab 10), iOS (ab 17), Android (ab 10)
Akku 900 mAh, Lithium-Ionen
Akkulaufzeit 21 Stunden (RealSound)
Ladezeit 80 Minuten (voll), 15 Minuten für 3 Stunden Laufzeit
Gewicht 358 Gramm (ohne Kabel)
Transmitter Eingänge USB-C und 3,5-mm-Klinke, Ausgang 3,5-mm-Klinke, 24 Bit, bis 96 kHz, 90 x 78 x 23 mm, 141 Gramm
Farben keine Herstellerangabe
Preis 599 Euro
Lieferumfang Lewitt LW6 Kopfhörer, LW TX RealSound-Transmitter, USB-C-Kabel (1,5 m und 3 m), 3,5-mm-Klinkenkabel (1,5 m und 3 m), 2 Adapter 3,5 auf 6,35 mm, Adapter USB-C auf USB-A, Gewindeadapter für den Transmitter, Transporttasche, Kurzanleitung, Lizenz für Space Replicator Essential (Mac/Win)

 

Fazit

Vorteile / Nachteile:

Vorteile:

  • Sehr neutraler Klang
  • Große Lautstärkereserven
  • Lautstärkesteuerung über Rad gelungen
  • Angenehmes Tragegefühl
  • Tontechnisch hilfreiche Pegelanzeige in der App

Nachteile:

  • Kabelbetrieb nur bei eingeschaltetem Hörer
  • Geringe Reichweite im UWB-Modus

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Über den Autor:

Von Numinos
Editor

Numinos ist Produzent, DJ und Autor. Wenn er nicht gerade im Studio oder der DJ-Booth sitzt, seziert er Audio-Hard- und Software für u.a. Bonedo, Groove und Kopfhoerer.de. Außerdem unterrichtet er am Institut für Populäre Musik der Folkwang Universität.

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