Der FiiO DP11 ist ein kompakter CD-Player für Hi-Fi-Rack und Schreibtisch. Er rippt CDs ohne Computer direkt als WAV auf einen USB-Stick, bietet neben einem analogen Cinch-Ausgang drei Digitalausgänge inklusive AES/EBU und soll im Oktober für 184,99 Euro erscheinen.
Bilder: FiiO
Rippen ohne Laptop
Die interessanteste Funktion des FiiO DP11 steckt in einer unscheinbaren USB-Buchse: Steckst du dort einen Stick ein, landet die eingelegte CD als verlustfreie WAV-Datei darauf, ganz ohne Rechner, Laufwerk oder Ripping-Software. FiiO kennt das Prinzip bereits aus den portablen Playern: Auch der DM15 R2R rippt auf USB-Speicher. Die Einschränkungen nennt FiiO offen: Unterstützt werden nur Audio-CDs (CDDA), der Stick muss FAT32-formatiert sein und darf höchstens 32 GB fassen. Wie schnell das Rippen läuft und ob Titelinformationen in die Dateien geschrieben werden, verrät die Pressemitteilung nicht. Auch zur Wiedergabe gebrannter CD-Rs macht FiiO keine Angabe.
Den Anlass für den Player liefert FiiO gleich mit: In den USA sei der CD-Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 58 Prozent gestiegen, die verkaufte Stückzahl um 45 Prozent. Wer seine Sammlung wieder aus dem Keller holt, will sie oft auch digital sichern; genau diese Doppelrolle soll der DP11 übernehmen.
Bilder: FiiO
Mehr Anschlüsse als in dieser Preisklasse üblich
Analog gibt der FiiO DP11 sein Signal über ein Cinch-Paar mit 2,2 Volt aus. Gewandelt wird mit einem Cirrus Logic CS43198, einem Chip, den FiiO auch in anderen Geräten einsetzt. Für die Taktung sorgen zwei Femtosekunden-Oszillatoren, CD-Laufwerk, Digitalteil und Analogteil sitzen auf getrennten Platinenbereichen mit eigenen Netzteilen.
Bemerkenswerter ist die digitale Seite: Neben Koax (bis 24 Bit/192 kHz) und Optisch (bis 24 Bit/96 kHz) gibt es einen AES/EBU-Ausgang per XLR. Den findest du sonst eher bei deutlich teureren Laufwerken. Damit lässt sich der FiiO DP11 auch als reines CD-Laufwerk vor einen hochwertigeren DAC hängen, etwa den FiiO K17, den der Hersteller als Partner vorschlägt. Für ein kompaktes Kopfhörer-Setup auf dem Schreibtisch empfiehlt FiiO den K13 R2R, für Passivlautsprecher den neuen Verstärker EA13. MQA-CDs reicht der Player als Bitstream durch; dekodieren muss sie ein externer, MQA-fähiger Wandler.
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Auch als USB-DAC nutzbar, aber mit offenen Fragen
Laut Datenblatt arbeitet der FiiO DP11 zusätzlich als USB-DAC mit bis zu 32 Bit/384 kHz PCM und nativem DSD256. Bei den Messwerten unterscheidet FiiO: Im USB-Betrieb nennt der Hersteller einen Klirrfaktor von unter 0,00068 Prozent, im CD-Betrieb unter 0,0014 Prozent. Der Frequenzgang fällt laut Hersteller im CD-Modus mit bis zu 1,3 dB Abweichung deutlich weniger linear aus als im USB-Modus mit 0,1 dB.
Retro-Optik mit leiser Schublade
Äußerlich setzt FiiO auf ein Vollmetallgehäuse mit 3,71 Zoll großem LCD, eine Infrarot-Fernbedienung liegt bei. Die Schublade stammt aus eigener Entwicklung, eine entkoppelte Laufwerkshalterung und angepasste Servo-Firmware sollen Lauf- und Einzugsgeräusche gering halten. Mit 213 x 230 x 67 Millimetern und 1,8 Kilogramm passt der FiiO DP11 auf jeden Schreibtisch. Betrieben wird er über ein internes Schaltnetzteil; alternativ nimmt er 12 Volt Gleichspannung von einem externen Linearnetzteil an, das FiiO nicht mitliefert.
FiiO DP11 mit dem FiiO K17 R2R auf und in dem modularen Hi-Fi-Regal von FiiO. | Bild: FiiO
Als direkte Konkurrenz zum FiiO DP11 im Einstiegsbereich bieten sich etwa der Yamaha CD-S303 oder der Denon DCD-600NE an. Beide sind klassische Hi-Fi-Bausteine im 43-Zentimeter-Format, bieten aber weder AES-Ausgang noch Ripping auf USB-Stick.
Preis und Verfügbarkeit
Der FiiO DP11 soll im Oktober 2026 für 184,99 Euro (UVP) erscheinen, zeitgleich mit einem modularen Hi-Fi-Rack von FiiO. In den USA nennt die Pressemitteilung 185 US-Dollar, mehrere US-Medien berichten dagegen von 170 US-Dollar. Als Farbvarianten soll es den Player in Schwarz und Silber geben. Weitere Informationen findest du bei FiiO.
Technische Daten FiiO DP11 (Herstellerangaben)
| Typ | Desktop-CD-Player mit USB-Ripping und USB-DAC |
| Laufwerk | Schubladenlaufwerk, eigene Entwicklung, optimierte Servo-Firmware |
| DAC | Cirrus Logic CS43198 |
| Taktung | 2 Femtosekunden-Oszillatoren |
| Analogausgang | Cinch (Stereo), 2,2 Vrms |
| Digitalausgänge | AES/EBU (XLR) und Koax: bis 24 Bit/192 kHz; Optisch: bis 24 Bit/96 kHz |
| USB-DAC | bis 32 Bit/384 kHz PCM, DSD256 nativ |
| USB-Anschlüsse | Firmware-Update, Aufnahme (Ripping) |
| Ripping | WAV, nur Audio-CDs (CDDA), USB-Speicher FAT32, max. 32 GB |
| MQA-CD | Bitstream-Durchreichung (externer Decoder nötig) |
| Rauschabstand | mind. 109 dB (A-bewertet) |
| Dynamikumfang | mind. 109 dB (A-bewertet) |
| THD+N | < 0,00068 % (USB), < 0,0014 % (CD) |
| Grundrauschen | < 8,1 µV (A-bewertet) |
| Frequenzgang | 20 Hz bis 20 kHz (Abweichung < 0,1 dB USB, < 1,3 dB CD) |
| Lautstärkeregelung | keine Herstellerangabe |
| CD-R-Wiedergabe | keine Herstellerangabe |
| Display | 3,71 Zoll LCD |
| Stromversorgung | intern 100 bis 240 V AC; extern 12 V DC (mind. 2 A) |
| Abmessungen | 213 x 230 x 67 mm (ohne Füße) |
| Gewicht | 1.802 g |
| Lieferumfang | IR-Fernbedienung, USB-C-Kabel, Netzkabel, Kurzanleitung, Garantiekarte |
| Preis | 184,99 Euro (UVP) |
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