Der JBL Authentics 500 ist nicht nur laut, sondern auch wohlklingend. Mit einem 3.1-Soundsystem, 270 Watt Leistung sowie Dolby Atmos stellt dieser Speaker so manche modulare Heimanlage in den Schatten und sieht dabei auch noch gut aus – wenn man den 70er-Jahre-Chic denn mag.
- Klang
- Dolby Atmos Support
- breite Konnektivität via WLAN, Ethernet, AUX & Bluetooth
- Auracast und Multipoint über BT
- einfache Bedienung & App-Anbindung
- umständliche Assistentenfunktion
- kein Hauptschalter
- falsche Reihenfolge der Treble/Bass-Regler
Inhaltsverzeichnis
Der JBL Authentics 500 ist ein sehr anschlussfreudiger Beschaller mit satter Leistung und dem Flair der 70er-Jahre.
Ein gutes Stück Hardware
Der JBL Authentics 500 ist der größte, lauteste und gleichzeitig am besten ausgestattete Speaker der Authentic-Serie. Das zeigt sich schon bei den Maßen und dem Gewicht dieses Boliden, der mit 7,8 Kilogramm fürwahr kein Leichtgewicht und mit 45×24×26 Zentimetern kein Winzling seiner Gattung ist.
Optisch setzt der JBL Authentics 500 auf ein Retro-Design, das an JBL-Modelle der 1970er-Jahre erinnert. Das Gehäuse wirkt hochwertig verarbeitet und ist einmal rundum mit einem lederartigen Stoff bespannt. Wobei nach vorne ein Aluminiumrahmen und die waffelartige Quadrex-Gitterverkleidung den markanten Look der Serie definieren und dieses warme, gestrige Gefühl erzeugen. Vor den Blicken verborgen befinden sich dahinter drei 1-Zoll-Hochtöner und drei 2,75-Zoll-Tiefmitteltöner. Unterseitig tritt ein 6,5-Zoll-Subwoofer aus dem Gehäuse, das auf zwei Kufen ruht.
- © JBL
Obenauf versenkt ist die Steuerung in Form von zwei Tastern, einem Klick-Wheel und zwei Endlos-Drehreglern mit LED-Kränzen. Hinten schaut man in die zwei Auslässe des sogenannten Slip-Stream Bassports, was im Prinzip kunstvoll gebogene Röhren zur Verbesserung der Bassleistung sind. Unten, mittig platziert, befinden sich Ethernet-, Aux-, USB-C- sowie Stromanschluss. Dann gibt es hinten noch einen Schalter, der das Mikrofon für die Sprachassistenten an- oder abstellt. Was fehlt, ist ein Hauptschalter – es hilft nur Stecker ziehen.
- Die Steuerungselemente des JBL Authentics 500
Ausstattung & Konnektivität
Der JBL Authentics 500 bietet vielseitige Anschlussmöglichkeiten.
- Bluetooth 5.3 mit Multipoint und Auracast.
- Andere JBL-Boxen lassen sich einbinden oder ein weiterer Authentics 500 zu einem Stereopaar verkoppeln.
- WLAN für stabile Netzwerkverbindung, alternativ geht es über den Ethernet-Anschluss.
- 3,5 mm Mini-Klinke-Audioeingang für kabelgebundene Zuspieler
- Der USB-C-Port kann nur in der US-Version als Abspieler für Speichermedien genutzt werden – ansonsten dient er Wartungszwecken.
Das Hauptaugenmerk bei diesem System liegt dabei natürlich in der Integration ins heimische WLAN-Netzwerk, damit der Lautsprecher AirPlay, Spotify Connect oder Chromecast nutzen kann. inklusive Multi-Room-Wiedergabe und Diensten wie Tidal, Amazon Music, Roon, TuneIn etc.
Dazu sollte zunächst einmal die App „JBL-One“ auf einem Android- oder iOS-Device installiert werden. Nach deren Start wird das Anschluss-Prozedere visuell freundlich und übersichtlich begleitet, bis sich die Box im Netzwerk eingerichtet hat und über – in meinem Falle – alle angemeldeten iOS-Devices via Airplay 2 ansprechbar ist. Über Apple-Home kann ich die Box dann im Schreibzimmer, zusammen mit einem iPod-Mini in der Küche und dem Apple-TV im Wohnzimmer betreiben.
Ganz interessant dabei: Via Auracast lassen sich in das Multi-Room-System noch andere JBL-Boxen einbinden und bespielen. Dabei kommt es aber zu einem leichten Delay wegen der unterschiedlichen Laufwege, was allerdings nur auffällt, wenn eine Bluetooth- und eine WLAN-Box beieinanderstehen.
Darüber hinaus unterstützt der JBL Authentics 500 Google Assistant und Amazon Alexa gleichzeitig. Wem ein Assistent also zu wenig ist, kann damit freihändig Alltagsabfragen, Timer und Musiksteuerung auf zwei Schultern verteilen.
Allerdings erfordern beide Assistenten eine Installation der jeweiligen App auf einem Device und dann eine Zuordnung zur Box. was sich bei mir – der ich diese Assistenten nicht nutze – als etwas kompliziert zu machen und unbefriedigend im Ergebnis erwiesen hat. Alexa sagte die Außentemperatur stoisch in Fahrenheit an und konnte (oder wollte) nur auf die integrierten Musikdienste zugreifen – mein primär genutztes Apple Music war nicht dabei und bei Prime Music wollte mir die freundliche Stimme immer ein kostenpflichtiges Upgrade andrehen.
- Die Anschlüsse auf der Rückseite des JBL Authentics 500
Steuerung und App
Ist die JBL Authentics 500 verbunden und spielbereit, kann sie über die Regler auf dem Gehäuse komfortabel gesteuert werden. Play/Stop/Skip/Lautstärke mit dem Click-Wheel, sowie Treble und Bass über zwei einzelne Regler – wobei ich immer noch mit der Tatsache hadere, dass JBL für mich den Höhen- und Bass-Regler vertauscht hat. Nicht Bass/Höhen, sondern Höhen/Bass …?
Zum schnellen Abrufen eines Shortcuts dient die Herz-Taste. Damit lassen sich in der App zusammengestellte Playlisten, Podcasts oder Internetradio-Sender samt vorher festgelegter Lautstärke und optionalem Sleep-Timer mit einem Klick aktivieren. Praktisch.
In der App steht dann noch eine Equalizer-Sektion mit vier Presets und einem 7-Band-EQ zur Verfügung. um die Box, die sich laut Hersteller immer mal selbst optimiert, ganz den eigenen Bedürfnissen anzupassen.
In der Sektion Musik können folgende Streamingdienste ausgewählt werden mit denen sich die Box direkt verbinden kann: Amazon Music, TuneIn, iHeart Radio, Qobuz, Tidal, Calm Radio, Napster. Andere Anbieter wie Apple Music können dann nur via Airplay abgespielt werden und sind auch nicht über Alexa oder Google Assistant ansprechbar. Die Dolby Atmos-Funktion kann übrigens nicht geschaltet werden – sie aktiviert sich selbstständig, sobald ein entsprechender Mix vorliegt.
Sound des JBL Authentics 500
Wie es sich für ein Produkt im Look der 70er-Jahre gebührt, höre ich zunächst einmal The Köln Concert von Keith Jarrett. Danach nehme ich mir noch The Lamb Lies Down On Broadway von Genesis aus dem Jahr 1974 vor. Das Album wurde gerade remastert und liegt sogar in Dolby Atmos vor.
Gerade das feingliedrige Sound-Gewand des legendären Livekonzerts in Köln kommt über die Authentic 500 klar und brillant zum Vorschein. Und schon wähnt man sich vor Ort und ganz nah dran am kaputten Stutzflügel. Höre ich mir dann das Eröffnungsstück von The Lamb Lies Down On Broadway an, staune ich doch über die Frische und Leichtigkeit, die so eine alte Produktion durch Remastering und mit Dolby Atmos entwickeln kann.
Aber mal weg von den alten Kamellen der Musikgeschichte und das neue Album von Pat Metheny angespielt. Ein angenehmer Puls, druckvoll und klar in den Höhen, dabei gut durchtariert in den Mitten – mir gefällt es. Der markante Bass in Lover von Richard Ashcroft wummert tief und breit durch den Raum und bewirkt richtig was im Bauch, wobei es durchaus gut tut, wenn die Mitten im EQ ein wenig angehoben werden.
Insgesamt liefert der JBL Authentics 500 einen wuchtigen, markanten Sound, der etwas mehr Tiefe vertragen könnte, dafür aber einen guten Abstrahlwinkel aufweist, sodass der Sweet Spot nicht so schnell verlassen ist, wenn man vor dem Speaker herumläuft.
- © JBL
Fazit
Früher nannte man die Fahreigenschaften eines Autos, das hoffnungslos übermotorisiert war und wie ein Brett auf der Straße lag, „souverän“. Und genau das passt zum JBL Authentics 500, wenn er mit klotziger Silhouette im Wohnzimmer steht und seine 270 Watt ausspielt. Souverän. Super Klang, dabei performant, durchsetzungsstark, elegant und gut zu bedienen – direkt am Cockpit oder in der App. Alles ganz ohne Anstrengung und viel Chichi – wenn man von der leichten Überdosierung an Assistenzsystemen mal absieht. Wer was fürs Auge und fürs Ohr sucht und die 70er-Jahre mag – bitte, der JBL Authentic 500 steht zur Probefahrt bereit.
- 493,15 € *Zum Angebot
- 449,00 € *Zum Angebot
Technische Daten
- BauformLautsprecher
- BauweiseDesktop
- Audio-Übertragungsbereich (Hörer)40 Hz - 20 kHz
- Gewicht ohne Kabel7.800 g
Lieferumfang
- Netzkabel
Besonderheiten
- Abmessungen (B x H x T): 447 x 240 x 255,7 mm
- Bluetooth-Version 5.3
- Bluetooth-Profil A2DP 1.3.2, AVRCP 1.5



















