Nothing Headphone (1) Pro im Test

Potenter Over-Ear mit Studio-EQ, ANC und Auracast-Sender

Anzeige
2026-09_EarFun Wave Pro X-2
Zuletzt aktualisiert:

Kurz & knapp

Nothing liefert mit dem Headphone (1) Pro ein technisch sehr gut ausgestattetes Over-Ear-Flaggschiff für 349 Euro UVP. Dreifach-Treiber, ein starkes ANC, verlustfreies USB-C-Audio, Auracast als Sender und Empfänger sowie ein physischer Flat-EQ-Schalter machen ihn zum vielseitigen Allrounder mit Studio-Anspruch. Kritik gibt es an der schwergängigen Kopfband-Mechanik, an je nach Preset scharfen S-Lauten und an der kürzeren Akkulaufzeit im Vergleich zum Headphone (1).

Vorteile:

  • Dreifach-Treiber mit sauberem Bass, präsenten Vocals und nachvollziehbarer Bühne
  • Sehr effektives ANC mit geringem Grundrauschen
  • Verlustfreies USB-C-Audio bis 24 Bit und 192 kHz, Bluetooth 6.1, LDAC und Multipoint
  • Auracast als Sender und Empfänger für bis zu zehn Geräte
  • Sehr umfangreicher EQ in der App, Flat-EQ-Schalter und fünf Genre-Presets von Metropolis Studios
  • Deutlich besserer Tragekomfort, weniger Hitzestau, saubere Abdichtung auch mit Brille
  • Bis zu 68 Stunden Akkulaufzeit (AAC, ohne ANC), IP52-Rating

Nachteile:

  • Kopfband schwergängig, Bügelkonstruktion gewöhnungsbedürftig
  • S-Laute kratzen je nach Preset an der Grenze zur Schärfe

Affiliate-links:

Für 349,00 € * bei

Zum Angebot

Mit "*" gekennzeichnete Preise sind Affiliate Links. Diese Werbelinks helfen uns bei der Finanzierung unserer Seite. Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision, der Preis bleibt für euch aber immer gleich. Vielen Dank für eure Unterstützung!

Mit dem Nothing Headphone (1) Pro schiebt das Londoner Unternehmen seiner Over-Ear-Reihe ein drittes, teureres Modell nach und beantwortet dabei praktisch fast jeden Kritikpunkt, den wir am Headphone (1) hatten. Kopfpolster, Hitzestau unter den Ohrmuscheln und das fehlende USB-Audio waren die einzigen echten Wermutstropfen unseres Tests zum Headphone (1). Genau an diesen drei Stellen setzt die Pro-Version an. Aber natürlich nicht nur, denn das, was der Headphone (1) Pro zu bieten hat, ist technisch gesehen state of the art.

Überblick

Der Nothing Headphone (1) Pro ist ein eigenständiges Over-Ear-Flaggschiff in Nothings Kopfhörer-Reihe, klanglich abgestimmt in Zusammenarbeit mit dem Londoner Tonstudio Metropolis Studios statt wie der Headphone (1) mit dem HiFi-Spezialisten KEF. Besonders spannend: Der (1) Pro kommt mit einer Dreifach-Treiber-Architektur, überarbeitetem ANC mit zehn Mikrofonen und (verlustfreiem) USB-C-Audio. Und ein Flat-EQ-Schalter auf der linken Hörer-Innenseite richtet sich an Hörer, die neben HiFi-Klang auch einen neutralen Klang z. B. als Referenzwerkzeug schätzen.

Nothing Headphone (1) Pro – Video-Unpacking

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

 
Der Nothing Headphone (1) Pro kostet 349 Euro UVP. Er tritt also nicht an die Stelle des weiterhin erhältlichen Headphone (1), sondern ergänzt die Reihe um eine eher studio-orientierte Variante. Erhältlich ist der Kopfhörer in Schwarz sowie Weiß. Beiden gemein ist ein Transportcase, das vom Typ her an das von den Apple AirPods Max erinnert. Aber anstatt einer dünnen Hülle schlummert der (1) Pro in einem stabilen Hartplastik-Case, dessen Grauton perfekt zu meinem Gameboy passt …

Design, Materialien und Tragekomfort

Auf den Punkt: Der Headphone (1) Pro setzt auf Glas und Titan, bietet ein deutlich besseres Kopfpolster und Ohrpolster, die auch mit Brille gut abdichten. Die Bügelmechanik bleibt gewöhnungsbedürftig und beim Testmodell schwergängig.


Der Nothing Headphone (1) Pro bleibt dem transparenten Look der Reihe treu, setzt aber auf Glas und gefrästes Titan als neue Materialien. Dabei kommt ein sogenanntes „9H Panda Glass“ zum Einsatz. 9H beschreibt, dass ein 9H-Bleistift (die härteste Bleistiftmine) keine Kratzer hinterlässt. Wie gut die Glasseiten Stürze wegstecken, geht daraus aber nicht hervor.

Der Kopfhörer wiegt rund 327 Gramm. Ein 20-Grad-Schwenkmechanismus an den Ohrmuscheln selbst passt sich an unterschiedliche Kopfformen an, die Gondeln können um 90 Grad nach innen geklappt werden, sodass der Kopfhörer easy um den Hals getragen werden kann. Das Kopfband lässt sich von 132 bis 169 Millimetern verstellen, was sich bei unserem Testmodell allerdings recht schwergängig gestaltet.

Die Kritik, die ich beim Headphone (1) geäußert habe, trifft zum Teil auch auf den Nothing Headphone (1) Pro zu: Für mich ist die komplette Bügelkonstruktion immer noch nicht das Gelbe vom Ei. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Kopfhörern schiebt ihr den oberen Teil des Kopfbügels in die unteren Schienen. In der Praxis bedarf es daher zunächst etwas Übung, den Kopfhörer auch entsprechend einzustellen.

Ich hatte mir im Test des Nothing Headphone (1) ein luxuriöseres Kopfpolster gewünscht; der Hersteller hat das beim (1) Pro umgesetzt. Zwar wirkt es im Vergleich zu einem Sennheiser Momentum 5 Wireless eher dünn, es polstert aber dank seiner weichen Füllung gut.

Die austauschbaren Ohrpolster kombinieren eine zweischichtige Konstruktion aus PU-Leder und Nylongewebe, verstärkt durch eine 8 Millimeter dicke Silikon-Schallwand in der Mitte, die für zusätzliche Abdichtung sorgen soll. Der Schaumstoff soll sich dadurch flexibler um Brillenbügel, Piercings und individuelle Ohrkonturen legen. Und in der Praxis können wir das bestätigen. Die dünnen Brillenbügel dichten sauber ab; die Hitzeentwicklung wirkt besser als beim Headphone (1) ohne Pro, auch wenn geschlossene Kopfhörer nun mal so sind, wie sie sind. Der Innendurchmesser der Ohrpolster beträgt rund 6 cm x 4 cm, bei einer Tiefe von circa 2,3 cm.

Die Schutzklasse liegt bei IP52: Nur wenige Over-Ear-Kopfhörer besitzen eine ausgewiesene IP-Zertifizierung.

Die Bedienelemente des Nothing Headphone (1) Pro: Roller (Drehregler) – zum Regeln der Lautstärke, Play/Pause sowie Moduswechsel (ANC/Transparenz). Paddle (Wippschalter) – zur Steuerung von Tracks und Anrufen (nächster Titel, vorheriger Titel, Anruf annehmen/abweisen, Vor- und Zurückspulen). Bilder: Nothing

Konnektivität: Bluetooth 6.1, Auracast, USB-C-Lossless

Auf den Punkt: Bluetooth 6.1, LDAC und verlustfreies USB-C-Audio machen den Kopfhörer flexibel. Das Highlight ist Auracast als Sender und Empfänger, denn damit lässt sich der Stream mit bis zu zehn Geräten teilen.


Der Nothing Headphone (1) Pro funkt über den topaktuellen Standard Bluetooth 6.1 und unterstützt Auracast. Der Knaller hier ist aber, dass der Kopfhörer sowohl als Sender als auch als Empfänger arbeiten kann. Das bieten Mitbewerber nicht. In der Praxis heißt das: Bis zu zehn Auracast-Geräte können den Stream des Nothing Headphone (1) Pro empfangen. Ideal, wenn ihr zum Beispiel bei einer längeren Zugfahrt mit Freunden in Ruhe denselben Podcast, dasselbe Hörbuch oder Hörspiel hören wollt. Voraussetzung ist dann natürlich, dass eure Reisebegleitung ebenfalls Kopfhörer mit Auracast besitzt.

Google Fast Pair und Microsoft Swift Pair sind ebenfalls an Bord, dazu eine Dual-Device-Verbindung (Multipoint) für zwei gleichzeitig verbundene Geräte.

Kabelgebunden unterstützt der Nothing Headphone (1) Pro eine verlustfreie Wiedergabe mit bis zu 24 Bit und 192 Kilohertz über USB-C sowie Hi-Res-Audio mit bis zu 24 Bit und 96 Kilohertz über die 3,5-Millimeter-Klinke. Kabellos stehen SBC, AAC und LDAC zur Verfügung, für Broadcast-Audio zusätzlich LC3. Ein Low-Latency-Modus reduziert die Ende-zu-Ende-Verzögerung laut Hersteller auf unter 120 Millisekunden.

Bilder: Nothing

Akkulaufzeit

Laut Datenblatt hält der Nothing Headphone (1) Pro mit AAC-Codec bis zu 68 Stunden ohne und bis zu 30 Stunden mit aktiviertem ANC, im LDAC-Modus sind es 53 beziehungsweise 28 Stunden. Bei aktivierter Telefonie-Nutzung gibt Nothing 40 Stunden ohne und 33 Stunden mit ANC an. Der Akku lässt sich in rund zwei Stunden vollständig laden, per Schnellladefunktion bringen fünf Minuten vier Stunden Wiedergabe ohne beziehungsweise zwei Stunden mit aktiviertem ANC zurück.

Nothing X App

Auf den Punkt: Der fortgeschrittene EQ lässt kaum Wünsche offen. Bei den fünf Spatial-Audio-Modi entscheidet der Geschmack: Musikclub passt gut zu Jazz und Hip-Hop, Club zu Dance-Tracks.


Über die Nothing-X-App (iOS sowie Android) oder direkt über die Systemeinstellungen eines Nothing Smartphones lässt sich der Nothing Headphone (1) Pro per einfachem EQ mit Presets für Balance, Bass, Höhen, Stimmen oder Instrumente anpassen. Dieser 3-Band-EQ erlaubt natürlich auch eigene Anpassungen. Richtig abgefahren wird es aber, wenn der fortgeschrittene EQ aktiviert wird: Mit frei verschiebbaren Tuning-Punkten im Bereich von 20 Hertz bis 20 Kilohertz inklusive Q-Faktor sowie der Möglichkeit, den Haupt- und Präzisionstreiber getrennt zu regeln, bleiben keine Wünsche offen.

Hier wählt ihr auch eines der fünf dynamischen räumlichen Audiomodi inklusive Head-Tracking aus, die der Hersteller wie folgt beschreibt:

  • Standard: Breit und ausgewogen, für Musik und Filme
  • Studio B von Metropolis Studios: Kräftig und authentisch, für ein konzentriertes Hören
  • Club: Tief und energiegeladen, für Elektronik, Dance und Pop
  • Konzertsaal: Raffiniert und räumlich, für Orchester und Klassik
  • Musikclub: Roh und hallig, Rock, Indie, Jazz und Hip-Hop

Hier entscheidet aber letztlich der Geschmack, denn für mich funktionieren nicht alle dieser Audiomodi gleichermaßen. Vor allem bei wilden Genre-Mixes in der Playlist passt die Färbung eines bestimmten Profils nicht immer. Besonders gelungen empfand ich die Kombination aus Jazz sowie (einigen) Hip-Hop-Titeln und dem Musikclub-Preset. Hier kommen subtile Rauminformationen sowie etwas mehr Bass hinzu. Spaßbezogen ist dann vor allem das Club-Preset zusammen mit Dance-Tracks.

Eine Hörtest-Funktion erstellt zudem ein persönliches Klangprofil basierend auf dem individuellen Hörvermögen. Sehr leise Töne saufen aber durch das (geringe) Grundrauschen ab. Ob ich sie hören würde, wenn dies nicht der Fall wäre?

Hinzu kommen eine Wiederfinden-Funktion für den letzten Verbindungspunkt sowie bei Nothing-Smartphones eine Sprachsteuerung für ChatGPT und tägliche Nachrichten-Briefings.

Metropolis Studios: Flat EQ, Studio B und Custom EQs

Auf den Punkt: Der physische Flat-EQ-Schalter und die fünf Genre-EQs von Metropolis Studios sind sauber umgesetzt. Die Presets wirken feinabgestimmt, und das Electronica-Profil passte bei fast allen Titeln.


Für den Nothing Headphone (1) Pro hat der Hersteller mit Metropolis Studios zusammengearbeitet, einem Londoner Tonstudio mit Alben von Adele und Coldplay in der Referenzliste. Das Ergebnis ist ein physischer Schalter am Kopfhörer, der zwischen einem neutralen Flat-EQ-Profil für kritisches Hören und den gewohnten Alltagseinstellungen umschaltet. Bei aktivem Flat EQ werden Transparenzmodus, Spatial Audio und EQ-Einstellungen automatisch deaktiviert.

Zusätzlich bringt der Nothing Headphone (1) Pro einen Spatial-Audio-Modus namens Studio B mit (siehe oben), der den Klang einer der Regieräume des Tonstudios nachbilden soll. Fünf von Metropolis Studios abgestimmte, genrespezifische EQ-Profile (Neo-Jazz, British Rock, UK Rap + Grime, Electronica und UK Bass) runden das Paket ab und sind über die Nothing-X-App abrufbar.

Qualitativ kann man hier nicht meckern. Die Presets wirken feinabgestimmt und für mich als „Elektroniker“ passte das Electronica-Preset bei fast allen Titeln (auch bei den eigens produzierten) wirklich gut.

Die Trillinge auf den Produktbildern sind kein Zufall. Laut Nothing sollen sie eine Anspielung auf die drei verbauten Treiber sein. | Bilder: Nothing

Dreifach-Treiber

Der Nothing Headphone (1) Pro setzt auf eine Dreifach-Treiber-Architektur: Ein 40-Millimeter-Bass-Dynamiktreiber, ein 13×8-Millimeter-Precision-Dynamiktreiber für die Mitten sowie ein xMEMS-Hochtöner für den Bereich bis 40 Kilohertz arbeiten zusammen. Jeder Treiber ist auf einen Teilbereich des Frequenzspektrums spezialisiert, um mehr Tiefe, Textur und Klarheit über den gesamten Übertragungsbereich zu erreichen.

Die drei Treiber des Nothing Headphone (1) Pro im Schnellcheck (Herstellerangaben):

  • 40-mm-Dynamiktreiber für Bässe (20 Hz bis 10 kHz)
    Eine PEEK+PU-Sicke sorgt für einen straffen Bass, und die galvanisierte PET-Metall-Keramik-Kalotte reduziert Verzerrungen bei hohen Lautstärken. Im Vergleich zum Ein-Magnet-Design des Headphone (1) bietet er 15 % mehr Kraft und eine um 26 % höhere Empfindlichkeit für tiefere, kraftvollere Bässe.
  • Präzisions-Dynamiktreiber (5 bis 15 kHz)
    Gesang und Instrumente werden in diesem Präsenzbereich lebendig. Eine PEN-Membran mit höherer Stabilität sorgt für mehr Klarheit ohne Echos oder Verzerrungen. Dadurch wirkt der Gesang präsenter und näher am Hörer, wobei Atmung, Artikulation und Laute wie „S“ und „T“ mit größerer Textur und Detailtreue wiedergegeben werden.
  • xMEMS-Hochtöner (10 bis 40 kHz)
    Die Silikonmembran ist 95-mal steifer als Kunststoff, aber deutlich leichter. Sie liefert Transienten besser und verzerrungsfrei und verstärkt Obertöne und Texturen, sodass Instrumente satter, detaillierter und näher an ihrem realen Klang klingen.

Klang

Auf den Punkt: Der Klang reicht von neutral bis bassig und lässt sich gut an den eigenen Geschmack anpassen. Bass, Mitten und Bühne überzeugen, S-Laute kratzen je nach Preset an der Schärfe.


In Sachen Klang ist der Nothing Headphone (1) Pro ein Chamäleon, denn von nüchtern, neutral, bis hin zu modern, bassig, schafft er es mühelos, sich an den eigenen Geschmack anzunähern. Hinzu kommt, dass er sich dank individuellem Hörtest anpassen lässt. Das macht, wie in meinem Fall, eine neutrale Klangbeurteilung recht schwer.

Generell merkt man ihm aber die dezidierte Abstimmung per Dreifach-Treiber an: Der 40 mm große Dynamiktreiber gibt Bässe sauber wieder, sodass diese stets tonal erfassbar bleiben.

Der Präzisions-Dynamiktreiber arbeitet den Mittenbereich schön heraus; Vocals bildet er präsent, aber nicht überbetont ab. Zusammen mit dem xMEMS-Hochtöner kann es aber passieren, dass je nach Preset S-Laute verdammt nah an der Grenze zur Schärfe kratzen.

Die Lebendigkeit setzt sich auf der virtuellen Bühne fort. Hallfahnen klingen natürlich aus, die Staffelung der Instrumente ist stets nachvollziehbar und selbst bei dichten Arrangements verliert man nicht den Überblick.

ANC und Mikrofone

Auf den Punkt: Das ANC filtert monotone Geräusche wie Zug- und Flugzeuglärm sehr stark und kommt fast an den Sony WH-1000XM6 heran. Transparenzmodus und Telefonqualität überzeugen ebenfalls.


Für die Geräuschunterdrückung setzt der Nothing Headphone (1) Pro auf zehn Mikrofone, davon jeweils drei Feedforward- und zwei Feedback-Mikrofone pro Seite, die nach innen ausgerichtet sind, um direkten Windeinfluss zu vermeiden, was in der Praxis sehr gut funktioniert. Ein adaptives ANC-System passt sich automatisch zwischen den Stufen Niedrig, Mittel und Hoch an die Umgebung an und erreicht laut Datenblatt bis zu 46 Dezibel Dämpfung.

Das ANC der Nothing Headphone (1) Pro packt ordentlich zu und filtert breitbandig allerlei monotone Geräusche, wie Zug- oder Flugzeuglärm. Stimmen dringen nur stark abgeschwächt durch, insgesamt erreicht das ANC damit fast die Effektivität des Platzhirschen Sony WH-1000XM6.

Im direkten Vergleich filtert der Nothing Headphone (1) Pro bei Flugzeuglärm und Weißem Rauschen ähnlich stark wie der Bose QuietComfort Kopfhörer (2. Gen.), wobei mir das dezentere Grundrauschen der (1) Pro hier besser gefällt. Auch die Apple AirPods Max 2 spielen in dieser Liga mit, wobei sie in unseren Ohren, je nach Situation, auch schon mal die Nase vorne haben. Das Grundrauschen hält sich vornehm zurück und fällt selbst bei absoluter Stille kaum auf.

Der Transparenzmodus ist ebenfalls gelungen: Natürlich, geringes Grundrauschen, was will man mehr?

Für Telefonate kommt die Clear Voice Technology zum Einsatz, laut Hersteller anhand von 30 Millionen realen Audio-Samples aus Verkehr, Restaurants und windigen Umgebungen trainiert. Ein DNN-gestütztes Beamforming-System mit vier Mikrofonen soll die eigene Stimme dabei gezielt von Hintergrundgeräuschen trennen.

Auch das klappt in der Praxis sehr gut, wobei der Angerufene ganz leicht Stimmen sowie Geräusche aus dem Hintergrund wahrgenommen hat. Die Sprachqualität war indes gut bis sehr gut. Lediglich bei einer windigen Geräuschkulisse kam es ab und zu zur Artefaktbildung der eigenen Stimme.

Headphone (1) oder Headphone (1) Pro?

Auf den Punkt: Für 50 Euro Aufpreis bietet der Pro Dreifach-Treiber, stärkeres ANC, Bluetooth 6.1 mit Auracast und USB-C-Audio. Nur die Akkulaufzeit fällt kürzer aus. Wir empfehlen den Aufpreis.


Beide Modelle verfolgen bewusst unterschiedliche Ansätze: Der Headphone (1) ist klanglich mit dem HiFi-Spezialisten KEF abgestimmt, der Nothing Headphone (1) Pro mit dem professionellen Tonstudio Metropolis Studios. Wer sich zwischen beiden entscheiden muss, sollte daher weniger nach „besser oder schlechter“ fragen als danach, welche Philosophie besser zu den eigenen Hörgewohnheiten passt.

Technisch bringt der Nothing Headphone (1) Pro für 50 Euro Aufpreis gegenüber dem Headphone (1) eine Dreifach- statt Einzeltreiber-Architektur, ein auf 46 statt 42 Dezibel verstärktes ANC mit mehr Mikrofonen, Bluetooth 6.1 statt 5.3 inklusive Auracast-Sender sowie erstmals verlustfreies USB-C-Audio mit, das dem Headphone (1) komplett fehlt. Auch beim Tragekomfort verspricht Nothing spürbare Verbesserungen: dickere Polsterung, ein breiteres Kopfband und einen deutlich softeren Schaumstoff.

Nicht bei allem schneidet der Pro aber besser ab: Die Akkulaufzeit fällt laut Datenblatt kürzer aus als beim Headphone (1), vermutlich der Preis für die zusätzlichen Treiber und Mikrofone.

Dennoch: Wer die Wahl hat und 50 Euro mehr übrig hat, dem empfehlen wir, den Aufpreis zum (1) Pro zu zahlen, denn das Feature-Set der Großen überzeugt.

Von links: Nothing Headphone (a), Nothing Headphone (1) und Nothing Headphone (1) Pro | Bild: Nothing

Fazit

Der Nothing Headphone (1) Pro ist ein technisch rundum starkes Over-Ear-Flaggschiff, das die größten Kritikpunkte am Headphone (1) ausräumt. Das Kopfpolster ist luxuriöser, der Hitzestau geringer, und erstmals gibt es verlustfreies USB-C-Audio. Hinzu kommen ein ANC, das fast an den Sony WH-1000XM6 heranreicht, Auracast als Sender und Empfänger sowie ein extrem flexibler EQ samt Flat-EQ-Schalter.

Kritik gibt es nur an wenigen Stellen. Die Kopfband-Mechanik ist schwergängig und braucht Übung, S-Laute kratzen je nach Preset an der Schärfegrenze, und die Akkulaufzeit fällt laut Datenblatt kürzer aus als beim Headphone (1).

Wer die Wahl hat und 50 Euro mehr übrig hat, sollte zum Pro greifen. Für 349 Euro UVP bekommt ihr ein Feature-Set, das in dieser Klasse zu den umfangreichsten gehört.

Nothing Headphone (1)

Stylisher Bluetooth Over-Ear mit KEF-Tuning, effektivem ANC und gutem Klang.

Nothing Headphone (a)

Das günstigere Einstiegsmodell der Reihe mit 135 Stunden Akkulaufzeit und IP52.

 

FAQ: Häufige Fragen zum Nothing Headphone (1) Pro

Was kostet der Nothing Headphone (1) Pro?

Der Nothing Headphone (1) Pro kostet 349 Euro UVP. Das sind 50 Euro mehr als für den Headphone (1). Erhältlich ist er in Schwarz und Weiß.

Wie lange hält der Akku des Nothing Headphone (1) Pro?

Mit AAC sind es laut Datenblatt bis zu 68 Stunden ohne und bis zu 30 Stunden mit aktiviertem ANC. Im LDAC-Modus sind es 53 beziehungsweise 28 Stunden. Vollständig geladen ist der Akku nach rund zwei Stunden, fünf Minuten Schnellladen reichen für vier Stunden Wiedergabe ohne ANC.

Wie gut ist das ANC des Nothing Headphone (1) Pro?

Das ANC filtert monotone Geräusche wie Zug- und Flugzeuglärm sehr stark und erreicht fast die Effektivität des Sony WH-1000XM6. Laut Datenblatt sind bis zu 46 Dezibel Dämpfung möglich, dazu ist das Grundrauschen sehr gering. Der Transparenzmodus klingt natürlich.

Unterstützt der Nothing Headphone (1) Pro verlustfreies Audio?

Ja, über USB-C sind bis zu 24 Bit und 192 Kilohertz verlustfrei möglich. Über die 3,5-Millimeter-Klinke gibt es Hi-Res-Audio mit bis zu 24 Bit und 96 Kilohertz. Kabellos stehen SBC, AAC und LDAC zur Verfügung.

Was kann Auracast beim Nothing Headphone (1) Pro?

Der Kopfhörer kann Auracast sowohl senden als auch empfangen. Bis zu zehn Geräte können den Stream empfangen, etwa um im Zug mit Freunden denselben Podcast zu hören. Diese müssen dafür ebenfalls Auracast unterstützen.

Was bewirkt der Flat-EQ-Schalter?

Der physische Schalter am Kopfhörer wechselt zwischen einem neutralen Flat-EQ-Profil für kritisches Hören und den gewohnten Alltagseinstellungen. Bei aktivem Flat EQ werden Transparenzmodus, Spatial Audio und EQ-Einstellungen automatisch deaktiviert.

Technische Daten des Nothing Headphone (1) Pro – (Herstellerangaben):

Bauform Over-Ear, geschlossen
Bass-Treiber 40 mm, dynamisch (20 Hz bis 10 kHz)
Präzisions-Treiber 13 × 8 mm, dynamisch (5 bis 15 kHz laut Hersteller)
Hochtöner xMEMS (10 bis 40 kHz)
Frequenzgang 20 Hz bis 40.000 Hz
Impedanz keine Herstellerangabe
Bluetooth 6.1
Codecs SBC, AAC, LDAC, LC3 (Broadcast-Audio)
Multipoint Ja, zwei Geräte gleichzeitig
Auracast Sender und Empfänger, bis zu zehn Empfangsgeräte
Kabelgebunden USB-C verlustfrei bis 24 Bit/192 kHz, 3,5-mm-Klinke Hi-Res bis 24 Bit/96 kHz
Latenz unter 120 ms im Low-Latency-Modus (laut Hersteller)
ANC Adaptiv (Niedrig, Mittel, Hoch), bis zu 46 dB, 10 Mikrofone (pro Seite 3 Feedforward, 2 Feedback)
Transparenzmodus Ja
Telefonie Clear Voice Technology, DNN-Beamforming mit vier Mikrofonen
Akkulaufzeit (AAC) Bis zu 68 Stunden ohne ANC, bis zu 30 Stunden mit ANC
Akkulaufzeit (LDAC) Bis zu 53 Stunden ohne ANC, bis zu 28 Stunden mit ANC
Akkulaufzeit (Telefonie) Bis zu 40 Stunden ohne ANC, bis zu 33 Stunden mit ANC
Ladezeit Rund 2 Stunden, 5 Minuten Schnellladen: 4 Stunden ohne ANC bzw. 2 Stunden mit ANC
Gewicht Rund 327 g
Kopfbandverstellung 132 bis 169 mm
Ohrpolster Austauschbar, PU-Leder und Nylongewebe, Innenmaß rund 6 × 4 cm, Tiefe circa 2,3 cm
Materialien 9H Panda Glass, gefrästes Titan
Schutzklasse IP52
App Nothing X (iOS, Android)
Farben Schwarz, Weiß
Preis (UVP) 349 Euro
Lieferumfang Transportcase (Hartplastik); weiterer Lieferumfang: keine Herstellerangabe

 

Fazit

Vorteile / Nachteile:

Vorteile:

  • Dreifach-Treiber mit sauberem Bass, präsenten Vocals und nachvollziehbarer Bühne
  • Sehr effektives ANC mit geringem Grundrauschen
  • Verlustfreies USB-C-Audio bis 24 Bit und 192 kHz, Bluetooth 6.1, LDAC und Multipoint
  • Auracast als Sender und Empfänger für bis zu zehn Geräte
  • Sehr umfangreicher EQ in der App, Flat-EQ-Schalter und fünf Genre-Presets von Metropolis Studios
  • Deutlich besserer Tragekomfort, weniger Hitzestau, saubere Abdichtung auch mit Brille
  • Bis zu 68 Stunden Akkulaufzeit (AAC, ohne ANC), IP52-Rating

Nachteile:

  • Kopfband schwergängig, Bügelkonstruktion gewöhnungsbedürftig
  • S-Laute kratzen je nach Preset an der Grenze zur Schärfe

Affiliate-links:

Für 349,00 € * bei

Zum Angebot

Mit "*" gekennzeichnete Preise sind Affiliate Links. Diese Werbelinks helfen uns bei der Finanzierung unserer Seite. Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision, der Preis bleibt für euch aber immer gleich. Vielen Dank für eure Unterstützung!

Artikel teilen:

Über den Autor:

Peter

Von Peter Schloßnagel
Editor-in-Chief

Fing als Kind mit Musik an und hörte nie wirklich auf damit. Nur dass daraus irgendwann kopfhoerer.de wurde. Peter hat Radio, Animateur, Plattenfirma, Print und Marketing hinter sich, bevor er das Portal mitbegründete: weil ihm niemand die Antworten geben konnte, die er selbst gesucht hat. Wenn er nicht schreibt, macht er Musik, kocht oder ist irgendwo in der Oberpfalz auf einem alten Radl unterwegs.

Zum Anfang