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Yamaha YH-E700B

Over-Ear-Kopfhörer mit ANC und Bluetooth 5.2

Kurz & knapp

Die Klangqualität der Yamaha YH-E700B geht mit ihrer ansprechenden Dynamik zwar in Ordnung, ist aber angesichts der Preisklasse auch nicht hervorstechend. In meinem Fall stört mich ein lästiger Druck bei längerem Tragen, sodass man diesen Kopfhörer vor dem Kauf unbedingt probieren sollte. Im Hinblick auf die Konkurrenz ist schließlich auch das eher dezente Noise Cancelling kein schlagendes Argument.

Vorteile:
  • klare Bedienung über dedizierte Bedienelemente
  • gut klingender Kabelbetrieb
  • lange Laufzeit
  • neuer EQ in App
Nachteile:
  • Tragekomfort
  • moderates Noise Cancelling
  • kein Multipoint
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Der geschlossene Kopfhörer Yamaha YH-E700B tritt in die Fußstapfen seines optisch deutlich mächtiger ausgeführten Vorgängers Yamaha YH-E700A von 2022. Das aktuelle Modell fällt dank ovaler Hörmuscheln nun erkennbar schlanker aus und ist in Beige oder Schwarz mit matter Oberfläche erhältlich. Das Gerät ist als Over-Ear-Hörer konzipiert, allerdings einer On-Ear-Konstruktion ziemlich nahe.

Design & Funktionen

Die Kopfhörer nutzen zur Klangübertragung primär Bluetooth 5.2, können aber auch mit einem Anschlusskabel sowohl aktiv als auch passiv betrieben werden.

Die Kunststoffkonstruktion ist äußerlich schlicht, elegant und robust gefertigt. Am Gerät selbst befinden sich neben dem 3,5-mm-Kabel- und USB-C-Ladeanschluss insgesamt vier Funktionstasten.

Weitere Funktionen lassen sich über die kostenlose iOS/Android App „Headphone Control“ justieren. Diese hat funktionalen Zuwachs erhalten und bietet neben möglichen Firmware-Updates (Stand 1.01), der Konfiguration des Noise Cancelling und einer justierbare Power-Off-Funktion nunmehr auch einen Equalizer mit Presets und anwenderseitig definierbaren Einstellungen. Über die Option „Listening Care“ wird eine lautstärkeabhängige Korrektur des Frequenzgangs aktiviert, die vergleichbar zu einer Loudness-Klangkorrektur arbeitet. Hinzu kommt die Funktion „Listening Optimizer“, die laut Hersteller in regelmäßigen Zeitintervallen über ein Mikrofon ermittelt, ob der Kopfhörer richtig sitzt und im Bedarfsfall den Klang optimierend nachregelt.

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An Audio-Codecs sind SBC, AAC, aptX Adaptive mit Gaming-Modus für geringere Latenzen sowie aptX Voice für eine optimierte Stimmübertragung an Bord. Wie immer hängt dabei die Unterstützung vom entsprechenden Smartphone ab.

Lob gibt es für die Stabilität und Reichweite der Funkstrecke, die über mehrere Räume reicht. Und schließlich ist auch die Sprachqualität, die sich aus den beiden Mikrofonen und der Qualcomm-Clear-Voice-Capture-Elektronik ergibt, gut, allerdings nicht frei von Nebengeräuschen.

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Tragekomfort

Grundsätzlich sitzen die im Bereich der austauschbaren Ohrpolster und des längenverstellbaren Kopfbandes gut gepolsterten Yamaha YH-E700B durchaus bequem und sicher am Kopf. Für eine sichere Erkennung der linken und rechten Hörmuscheln sorgt ein großer Aufdruck vor den Treibern. Die Hörmuscheln selbst sind um jeweils 90 Grad schwenkbar und nach innen für den Transport im mitgelieferten Trage-Case einklappbar. Trägt man die Konstruktion allerdings über längere Zeit, beginnt es in meinem Fall etwas zu drücken, was vermutlich an der Kombination aus zu kleiner Polstergröße und Anpressdruck liegt. Ein Mittelweg zwischen übergroßem Vorgänger und der jetzigen Größe hätte mir deutlich besser gefallen. Hinzu kommt, dass man bei heißem Wetter leicht unter den Kunstlederpolstern schwitzt.

Bedienung

Die Bedienung ist geradlinig und komfortabel. Der Yamaha YH-E700B kommt wie sein Vorgänger ohne Touch-Funktionen aus und setzt stattdessen auf vier Tasten. Das entspricht zwar weniger dem Lifestyle, vermeidet aber Fehlbedienungen. Über den multifunktionalen Power-Taster auf der rechten Seite lässt sich der Kopfhörer ein- und ausschalten. Auch Telefonate werden hierüber abgewickelt, der Sprachassistent im Smartphone aufgerufen oder das Pairing aufgerufen.

Darunter befinden sich zwei kleine Tasten, die der schnellen Steuerung der Lautstärke dienen. Drückt man diese Tasten länger, gelingen auch Titelsprünge. Links findet sich die sogenannte Funktionstaste, mit deren Hilfe man sequenziell durch die Betriebsarten Noise Cancelling, Transparenzmodus und die Wiedergabe ohne Noise Cancelling schaltet – leider ohne die Möglichkeit, letzteren Modus für schnellere Wechsel zu deaktivieren. Per Doppelklick wechselt man über diese Taste zudem in den erwähnten Gaming Mode.

Im Fokus stehen bei diesem Kopfhörer der Musikgenuss und die Möglichkeit, sich von der Außenwelt per Noise Cancelling abzuschotten. Eine Multipoint-Verbindung mit mehreren Geräten für den Einsatz im Büro ist hingegen leider nicht vorgesehen.

Akkulaufzeit

Bei der Laufzeit spielt das Testgerät seine volle Stärke aus. Für eine volle Betankung benötigt der YH-E700B immerhin 3,5 Stunden, arbeitet dann aber lautstärkeabhängig bis zu 32 Stunden (Herstellerangabe). Geringfügig weniger als der Vorgänger, aber immer noch selbst für lange Reisen ans andere Ende der Welt ausreichend. In der Testphase ging dem Kopfhörer über Tage nicht die Puste aus, sodass diese Werte als praxisgerecht bewertet werden dürfen. Hinzu kommt eine Schnellladefunktion sowie besagter Kabelbetrieb.

Die App Headphone Control

In der App gibt es inzwischen einen fünfbandigen Equalizer, mit dem man den Frequenzgang an den eigenen Geschmack und das Genre abstimmen kann. Das hatte ich noch im Vorgänger bemängelt. Wenig kann ich hingegen mit der adaptiven Klanganpassung Listening Care anfangen, die eher dezent arbeitet. Auch der Listening Optimizer bringt mir eigentlich keinen Mehrwert, wenn der Kopfhörer richtig auf den Ohren platziert wird. Ferner lässt sich in der App eine Erkennung aktivieren, die beim Absetzen des Kopfhörers ein Anhalten der Wiedergabe herbeiführen soll. Das funktionierte in der Praxis zumindest mit meinem Gerät nicht.

Noise Cancelling

Die passive Dämpfung ist hoch und bringt bereits eine gute Abschirmung von der Umgebung. Über das zuschaltbare Noise Cancelling erreicht man dann einen zusätzlichen Abstand von den Geräuschen des Alltags. Ich würde die gebotene Lösung als praxistauglich bezeichnen, aber nicht als intensiv. Auch hört man ein Grundrauschen. Wie üblich liegt der Fokus eher bei tieffrequenten und statischen Geräuschen, etwa bei der Fahrt im ICE. Sprache und höherfrequente Geräusche wie Tastaturklappern gelangen hingegen deutlicher ans Ohr. Ferner ist es empfehlenswert, das Noise Cancelling bei Wind auszuschalten, weil es ansonsten Störgeräusche hervorbringt.

Grundsätzlich ist der zusätzliche Ruhebereich im Alltag von Vorteil, um fokussierter in den Musikgenuss einzusteigen oder sich schlicht weniger von Alltagsgeräuschen stören zu lassen. Ein störender Tauchglockeneffekt tritt nicht auf. Schmälerte die Schaltung im Vorgänger die Klangqualität noch etwas, ist es hier genau umgekehrt. Das aktivierte Noise Cancelling führt zu einem leichten Loudness-Effekt und somit zu einer fülligeren Klangwiedergabe.

Der gegensätzlich arbeitende Transparenzmodus bringt auf Tastendruck das Signal der Außenmikrofone auf die Treiber und ermöglicht eine verbesserte Wahrnehmung der Umgebung und eine vereinfachte Kommunikation bei aufgesetzten Kopfhörern. Das gelingt mit guten Ergebnissen, sodass der Praxisnutzen tatsächlich hoch ist. Dabei gelingt auch die Umschaltung über den Taster an der linken Ohrmuschel schnell genug. Etwas schade dabei ist das erwähnte Durchlaufen aller drei ANC-Betriebsarten. Immerhin: Die Sprachansagen lassen sich bei Bedarf deaktivieren. Verzichten muss man auf einen temporären Transparenzmodus, den man beispielsweise bei Sony findet.

Klang

Die großen, dynamischen 40-mm-Treiber klingen recht ausgewogen. Das zeigt bereits der passive Kabelbetrieb, der auf eine gute Basiskonstruktion schließen lässt. Erfreulich, denn so lässt sich dieser Kopfhörer eben auch ganz traditionell nutzen. Der Fokus bei der Anwendung liegt allerdings in der Nutzung über Bluetooth, die ich mit einem iPhone 8 (AAC) und Sony Xperia 10 (aptX HD) testete.

Grundsätzlich spielt der Yamaha YH-E700B recht druckvoll und ohne vordergründige Betonungen im Frequenzbereich auf. Er bildet das Spektrum bis hinab zum Tiefbass vollständig ab. Er benötigt für meine Begriffe einen guten Basispegel und ist dabei nicht so schnell aus dem Tritt zu bringen. War der Vorgänger in der untersten Oktave eher zu vorlaut, ist es hier eher umgekehrt. Tatsächlich hätte ich mir etwas mehr Pegel im Tiefbass gewünscht. Die konturierte Klangwiedergabe klingt insbesondere im mobilen Einsatz etwas zu wenig füllig, gleichzeitig aber auch nicht analytisch im audiophilen Sinne.

Der Mittenbereich ist gut aufgelöst und bietet sowohl akustischen Instrumenten, Stimmen aber auch dichten Mischungen ein gutes Bett. So hört man beispielsweise in „Midnattsdans“ von Benny Andersson durchaus den feinen Raum um seinen Fazioli-Flügel. Umgekehrt fällt der Nachhall bei „Exhale“ von Whitney Houston deutlicher aus. Auch die Feindynamik von Schlagzeug und Piano in „Strange Place for Snow“ des Esbjörn Svensson Trios ist gut nachvollziehbar – keinesfalls selbstverständlich.

Im Rockbereich finde ich unterschiedliche Mischungen von Slayer, Alice in Chains und AC/DC durchaus stimmig und druckvoll, während „Bleed“ von Meshuggah nach oben heraus etwas zu matt tönt. Im Höhenbereich kann man in dieser Preisklasse dann eben nicht die Auflösung und Transparenz teurerer offener Konstruktionen erwarten. Härten stelle ich zum Glück nicht fest. Die Reproduktion von Transienten ist schnell genug, um auch ein breites und präzises Stereobild zu vermitteln. Unterm Strich ist das ein gutes Ergebnis. Dennoch führt die Kombination aus suboptimalen Tragekomfort und eher höherem Pegel bei mir zu einer gewissen Anstrengung bei Hörvorgang, wenn man den YH-E700B über einen längeren Zeitraum trägt.

Fazit

Der Yamaha YH-E700B überzeugt mit ansprechender, aber nicht überragender Klangqualität sowie einer klaren Bedienung über dedizierte Tasten und bewusstem Verzicht auf Touch-Funktionen. Eine App erweitert die Funktionalität ergänzend. Einwände habe ich beim Tragekomfort. Auch das Noise Cancelling fällt eher moderat aus und ist im Hinblick auf die Konkurrenz von Apple, Sony und Bose kein wirkliches Kaufargument. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei immerhin 349 Euro. Entsprechend muss sich Yamaha hier also in einem spielstarken Umfeld bewähren.

vor 8 Monaten von Ulf Kaiser
  • Bewertung: 3.5
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)8 - 20.000 Hz
  • Gewicht ohne Kabel335 g
  • Kabellänge20 cm

Lieferumfang

  • Audiokabel für Kabelbetrieb
  • USB-Ladekabel (USB Typ A auf C)
  • Flugzeugadapter
  • Trage-Case

Besonderheiten

  • in Schwarz und Beige erhältlich
  • BT-Version: 5.2
  • BT-Codecs: SBC, AAC, aptX Adaptive
  • BT-Profile: A2DP, AVRCP, HFP, HSP

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