Teufel IKONIO im Test

Schwergewichtiger Streaming-lautsprecher, der klingt wie ein Pianist

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Kurz & knapp

Der Teufel Ikonio tritt auf wie ein Schwergewichtsboxer und spielt wie ein Pianist: Er ist die laute Ausnahme unter den leisen Streaming-Lautsprechern. Zwei gegenüberliegende Tieftöner, drei Treiberpaare und 2.500 Watt Peak sorgen für Reserven, die man bei Zimmerlautstärke gar nicht abruft. Genau das macht ihn aber so souverän: Er will nichts beweisen, er kann einfach. Kritikpunkte bleiben: für manche die Optik, dazu Bluetooth 5.1 und der Preis.

Vorteile:

  • Hervorragender Klang und Tiefbass
  • Breite Konnektivität über WLAN, Ethernet, Aux und Bluetooth
  • Eigenständiges Design
  • Mühelose Einrichtung
  • Gute Bedienung via Touchfeld

Nachteile:

  • Kein DLNA, nicht Roon Ready
  • Betagte Bluetooth-Version
  • Hoher Preis

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Metall, Treiber und viel Schwarz: Der Teufel Ikonio ist ein Streaming-Speaker mit Ansage und mit knapp 1.200 Euro kein Spontankauf. Eine Partybox mit ordentlich Wumms will er trotzdem nicht sein. Eigenständigkeit ist das Motto der Berliner. Pompös, extravagant, unverwechselbar: Wie bei Queen, die man entweder liebt oder ablehnt.

Teufel Ikonio – Unpacking

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Hardware

Auf den Punkt: Acht Treiber, 650 Watt RMS und 17,4 Kilo im Gitterkäfig mit Touchfeld obenauf.


„Wuchtig“ ist das Wort, das einem in den Sinn kommt, wenn man den Teufel Ikonio zum ersten Mal auf das Sideboard oder den für 100 Euro extra angebotenen Ständer von König & Meyer hebt. Das fünfseitige Gebilde, das in eine Art Gitterkäfig eingefasst ist, wiegt 17,4 Kilogramm. Dabei ist das Gehäuse mit 30 × 38 × 30 Zentimetern (B × H × T) gar nicht so groß.

Auf drei der fünf Seiten sitzen insgesamt drei Paar Lautsprecher: je ein 3,5-Zoll-Polypropylen-Mitteltöner und ein 1-Zoll-Gewebekalotten-Hochtöner. Sie strahlen nach vorn und schräg ab und bilden die Grundlage für den raumgreifenden Sound. Auf den zwei übrigen Seiten sitzen massive Kühlkörper für die Class-D-Endstufe. Sie liefert, auf acht Kanäle verteilt, 650 Watt Dauerleistung und 2.500 Watt Peak. Der Spitzenschalldruck soll bei bis zu 118 dB liegen.

Bild: Teufel

Beinahe unsichtbar, aber trotzdem absolut präsent: zwei 7,9-Zoll-Aluminium-Tieftöner, die diametral nach unten und oben abstrahlen und Bass bis hinunter auf 19 Hertz erzeugen. Diese sogenannte „Force-Balancing-Anordnung“ vermindert unerwünschte Vibrationen im geschlossenen Gehäuse. Magnetisch haftende Abdeckungen verdecken die Treiber auf Wunsch, dann wirkt der Speaker auch etwas unauffälliger.

Das Anschlussfeld liegt zwischen den beiden Kühlkörpern. Es bietet Hauptschalter, Bluetooth-Kopplungstaster und Stromanschluss, dazu einen regelbaren Aux-Eingang (Stereo-Cinch), einen optischen Digitaleingang und einen Ethernet-Anschluss als Alternative zum WLAN.

Das Bedienfeld oben hat einen Näherungssensor und aktiviert den großzügigen Touchbereich, sobald sich eure Hand nähert.

Bild: Teufel

Verbindungen und Eingänge

Auf den Punkt: Streaming per WLAN oder Ethernet, dazu Aux, optischer Eingang und Bluetooth. Zwei Geräte lassen sich zum Stereopaar koppeln.


Zur Einbindung ins WLAN braucht ihr die Teufel Home App. Sind Anmeldung und Produktzuordnung erledigt, wird das WLAN-Passwort abgefragt, und schon kann das Streaming über AirPlay, Spotify, Google Cast und TIDAL losgehen. Selbstredend lässt sich der Ikonio per AirPlay 2 oder Google Cast in ein Multiroom-Setup einbinden.

Über das Touchfeld navigiert ihr durch eure Musik, wählt eure Quellen aus, regelt Lautstärke und ruft eure Favoritenliste auf. Besonders hübsch ist die weitläufige, kreisförmige Touchbedienung für die Lautstärke.

Der Aux-Eingang hat zwei Eingangsempfindlichkeiten, die ihr per App umschaltet. Daran schließt ihr Tapedeck, Plattenspieler (mit Phonovorstufe) oder Laptop an. Alternativ nutzt ihr Bluetooth (Version 5.1) oder den optischen Eingang. Zwei Teufel Ikonio könnt ihr außerdem zu einem echten Stereopaar koppeln.

Bild: Teufel

Teufel Home App und Funktionen

Auf den Punkt: Die App steuert Quellen, Favoriten und Positionsanpassung. Dazu kommen Klangregler und drei Raumklang-Modi.


In der Teufel Home App schaltet ihr die Quellen um, richtet die Stereo-Konfiguration ein und belegt die sechs Favoritenplätze, zum Beispiel mit Radiosendern aus TuneIn. In der „Positionsanpassung“ gebt ihr an, wie nah der Speaker an Wand oder Ecke steht und ob er auf einer ebenen Fläche oder dem Ständer aufgestellt ist.

Wechselt ihr in den Bereich „Sound“, findet ihr dort drei Regler zur individuellen Klanganpassung, sechs Presets und Teufels hauseigenes DSP Dynamore Ultra mit drei Optionen für den Raumklang:

  • „Immersiv“ verbreitert das Klangbild eines einzelnen Teufel Ikonio und erzeugt eine Art Stereo-Eindruck mit nur einer Box.
  • „Rundum“ verteilt die Musik auf die drei Treibereinheiten und sorgt für gleichmäßigen Rundumklang, wenn der Speaker mitten im Raum steht und ihr euch darum herum bewegt.
  • „Aus“ schaltet das alles ab und macht den Speaker zum Mono-Klanggerät.

Sound

Auf den Punkt: Zurückhaltend, natürlich, mit tiefem, kontrolliertem Bass. Wucht gibt es bei Bedarf.


Klanglich überrascht der Teufel Ikonio mit vornehmer Zurückhaltung, vor allem im Bass, und das ganz unerwartet. Denn er will weder bollern noch rumpeln noch etwas beweisen, sondern das Programm mit echter Tiefe und Breite tragen, und das gelingt absolut.

Das zeigt sich etwa bei Richard Ashcrofts „Lover“, dessen Basslick andere Systeme gern unangenehm durchschüttelt.

Mitten und Höhen wirken im Zusammenspiel mit dem satten Bass natürlich, weit und offen. Das Klangbild ist nicht aufdringlich, sondern klar und souverän.

Gerade bei leiser bis mittlerer Lautstärke macht dieser Auftritt, so konträr zum Erscheinungsbild der Hardware, richtig Freude. „All Hands on Deck“ von Nils Wülker klingt zum Beispiel nahbar, warm und reichhaltig. Und bei „Waiting“ wirkt Norah Jones’ Stimme intensiv und präsent.

Dennoch fehlt es dem Teufel Ikonio nicht an Wucht und Dynamik, wie das Preset „Bass Boost“ bei „Do It Again“ von Röyksopp eindrucksvoll zeigt: punchy, trocken und ultratief, bis in den Bauch hinein. Ähnliches hört ihr auch bei Moderats „Bad Kingdom“. Und bei David Gilmours Gitarrensolo auf „Sorrow“ steht ihr mitten im Publikum und staunt nicht schlecht.

Auch in der Neoklassik macht der Teufel Ikonio eine sehr gute Figur. Fein und filigran schwirrt das Vibraphon in Pascal Schumachers Arrangement von Philip Glass im Zusammenspiel mit dem perkussiven Klavier von Danae Dörken durch den Raum.

Fazit

Der Teufel Ikonio ist ein hervorragender Streaming-Speaker. Vollgepackt mit guter Hardware und im Zusammenspiel mit dem hauseigenen DSP legt er einen wirklich beeindruckenden Auftritt hin. Manche Einzelkomponente und mancher Standalone-Subwoofer kann da einpacken, und auch konkurrierende Streaming-Speaker sollten sich mal kurz schütteln.

Klar, brillant, reichhaltig und äußerst dynamisch, dazu mit üppigen Leistungsreserven, positioniert sich der Teufel Ikonio für knapp 1.200 Euro im vernetzten Wohnumfeld als akustisch beeindruckender, visuell ungewöhnlicher Lautsprecher. Er wird seinen Platz finden, wenn auch nicht überall.

Bild: Teufel

FAQ: Häufige Fragen zum Teufel Ikonio

Was kostet der Teufel Ikonio?

Der Teufel Ikonio kostet 1.199,99 Euro als Einzelgerät. Der optionale Ständer von König und Meyer kostet 100 Euro extra. Das Stereobundle kostet zum Zeitpunkt der Testveröffentlichung 2.279,99.

Welche Streamingdienste und Standards unterstützt der Teufel Ikonio?

Der Teufel Ikonio streamt per AirPlay 2, Google Cast, Spotify Connect und TIDAL Connect. Dazu kommt TuneIn für Radiosender. DLNA fehlt, und Roon Ready ist der Lautsprecher nicht.

Welche Anschlüsse hat der Teufel Ikonio?

Der Teufel Ikonio bietet einen Stereo-Cinch-Eingang, einen optischen Digitaleingang, Ethernet und WLAN. Dazu kommt Bluetooth 5.1. Für einen Plattenspieler braucht ihr am Cinch-Eingang eine Phonovorstufe.

Lassen sich zwei Teufel Ikonio als Stereopaar nutzen?

Ja, zwei Teufel Ikonio koppeln sich kabellos zu einem echten Stereopaar. Die Einrichtung läuft über die Teufel Home App.

Wie laut wird der Teufel Ikonio und wie tief spielt er?

Der Teufel Ikonio erreicht laut Hersteller bis zu 118 dB Spitzenschalldruck, im Stereo-Verbund bis zu 124 dB. Die untere Grenzfrequenz liegt bei 19 Hertz (bei -6 dB). Im Test klingt er bei leiser bis mittlerer Lautstärke besonders natürlich, Reserven für mehr Wucht sind reichlich da.

Welche Klangeinstellungen bietet die Teufel Home App?

Die Teufel Home App bietet drei Regler, sechs Presets und das DSP Dynamore Ultra. Dynamore Ultra hat drei Raumklang-Optionen: „Immersiv“, „Rundum“ und „Aus“. Über die Positionsanpassung teilt ihr dem Speaker außerdem mit, wie er im Raum steht.

Technische Daten des Teufel Ikonio (Herstellerangaben):

Bauart Aktiver 3-Wege-WLAN-Streaming-Lautsprecher
Gehäuse Geschlossen, Oberfläche Kunststoff
Treiber 3 Hochtöner (25 mm, Gewebe), 3 Mitteltöner (90 mm, Polypropylen), 2 Tieftöner (200 mm, Aluminium, Force-Balancing)
Verstärker Class D, 8 Kanäle (DSP-gesteuert)
Leistung 650 W RMS, 2.500 W Peak
Max. Schalldruck 118 dB (solo), 124 dB (Stereo-Verbund)
Frequenzbereich 19 bis 22.000 Hz (untere Grenzfrequenz 19 Hz bei -6 dB)
Kabelloses Stereo-Pairing Ja, 2 Geräte
Streaming AirPlay 2, Google Cast, Spotify Connect, TIDAL Connect, TuneIn
Multiroom Ja (AirPlay 2, Google Cast), kombinierbar mit Google Home
Bluetooth 5.1
Bluetooth-Codecs keine Herstellerangabe
WLAN 802.11a/b/g/n, 2,4 und 5 GHz
LAN Ethernet, 10/100 Mbit/s
Kabelgebundene Eingänge Cinch Line-In (Stereo, regelbar), optisch digital
Wiedergabeformate FLAC, MP3, OGG, WAV, Apple Lossless
Klangfunktionen Dynamore Ultra (Immersiv, Rundum, Aus), drei Klangregler, sechs Presets
Bedienung Touch-Feld mit Näherungssensor, Teufel Home App (Android, iOS, macOS, Windows)
Front-Abdeckung Abnehmbar, magnetisch haftend
Kühlung Passiv, lüfterlos
Netzanschluss 230 V, Kaltgeräte-Buchse, Schutzklasse 2
Max. Leistungsaufnahme 2.500 W
Standby-Leistungsaufnahme 0,5 W
Einstellungsspeicher Ja, bei Netztrennung
Abmessungen (B × H × T) 30 × 38 × 30 cm
Gewicht 17,4 kg
Farben Schwarz
Optionales Zubehör K&M-Standfuß (100 Euro)
Preis 1.199,99 Euro (Einzelgerät); Stereobundle: keine Herstellerangabe
Lieferumfang Netzkabel (2 m); weitere Angaben: keine Herstellerangabe

Fazit

Vorteile / Nachteile:

Vorteile:

  • Hervorragender Klang und Tiefbass
  • Breite Konnektivität über WLAN, Ethernet, Aux und Bluetooth
  • Eigenständiges Design
  • Mühelose Einrichtung
  • Gute Bedienung via Touchfeld

Nachteile:

  • Kein DLNA, nicht Roon Ready
  • Betagte Bluetooth-Version
  • Hoher Preis

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Über den Autor:

Von Sven Opitz
Redakteur

Sven Opitz, Jahrgang 1971, macht in seiner eigenen Firma Filme, oft auch mit Ton. Aus irgendeinem Grund hat er ein Faible für Kopfhörer, dessen Ursache wohl tief in einer Vergangenheit liegen mag, wo am UHER Variocord Tonbandgerät seines Vater hübsche Hörer mit gelben Schaumstoff hingen. Verbindet bei kopfhoerer.de also seine Kindheit mit den Ohren.

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