Der Sony ULT TOWER 7 greift die Konkurrenz von Marshall und LG direkt an und will mit diesem 23-Kilogramm-Boliden zeigen, wo der Partyhammer hängt. Mit 420 Watt Leistung, 30 Stunden Batterielaufzeit und umfangreichen DJ-, Licht- und Karaoke-Features sowie zahlreichen Anschlüssen setzt diese gerade noch so tragbare Box auf jeden Fall ein lautes Zeichen.
- Kraftvoller Sound mit viel Bass
- Partymodus und TWS über Auracast
- Zahlreiche Anschlüsse
- DJ- und Karaoke-Funktionen
- Abwechslungsreiche Lightshow
- Akkulaufzeit
- Retro-Stromanschlusskabel
- Keine Stativaufnahme
- Nur Schutzklasse IPX4
Hardware
Auf den Punkt: 22,8 Kilogramm Bolide mit üppiger Treiberbestückung, vielen Anschlüssen und IPX4-Schutz.
Mit seinen Maßen von 42 x 71 x 34,7 Zentimetern und einem Gewicht von 22,8 Kilogramm ist der Sony ULT TOWER 7 schon eine echte Erscheinung, die erstmal wohin gebracht werden will. Dafür gibt es vier Tragegriffe oben und unten und zusätzlich zwei Rollen, um den Speaker rollkoffergleich zu bewegen.
Hätte Sony dazu noch einen weiteren Griff an der Rückseite angebracht, wäre es aber tatsächlich noch einfacher. Da der aber fehlt, ist das Herumrollen eher etwas umständlich. Was auch fehlt, ist eine Stativaufnahme, um die Box mit einem Boxenständer über die Köpfe des Publikums zu hieven. Dafür lässt sich der Sony ULT TOWER 7 dank dicker Gummifüße unterhalb und seitlich am Gehäuse sowohl stehend als auch liegend betreiben. Aufrecht kann er dazu auch als Sitz genutzt werden.
Auf dem metallenen Frontgitter befindet sich der visuell markante ULT-Button zur schnellen Lautstärkeregelung und dem Durchwechseln der vier Klangprofile des ULT TOWER 7. Die Treiberbestückung ist amtlich und durch das Gitter hindurch sehr gut zu erkennen. Ein 11-Zoll-Woofer, zwei 4,7-Zoll-Mitteltöner und vier 1,9-Zoll-Hochtöner, wovon zwei nach vorne und zwei nach hinten gerichtet sind und so für den 360°-Sound sorgen. Oben befinden sich Power-, Bluetooth- und Play/Stop-Taster. Auf der Rückseite lassen sich die Eingangsquellen umschalten, Lightshow, Auracast-Features, Stromsparoptionen sowie Einstellungen für das Karaoke-Erlebnis vornehmen.
- Das Bedienpanel auf der Oberseite.
Hinter einem Gummideckel verborgen kommen dann sämtliche Anschlüsse zum Vorschein. USB-C für den digitalen Zugang, USB-A für Sticks, Cinch, XLR-In und -Out sowie ein regelbarer Klinkenanschluss. So lassen sich schnell und einfach DJ-Equipment wie Turntables, weitere Boxen und Mikrofone einbinden. Beide USB-Ports können auch zum Laden genutzt werden.
- Die Anschlüsse des Sony ULT TOWER 7.
Schließlich ist da noch der Netzstromanschluss, den Sony in Form eines Revox- oder Roland-Steckers verbaut. Das heißt, wenn man unterwegs den Akku des ULT TOWER 7 nachtanken muss, sollte man immer das mitgelieferte Kabel dabei haben, denn herkömmliche Kaltgerätestecker sind geräteseitig ohne einen Adapter inkompatibel. Oder man wechselt schnell den Akku, der hinter einer weiteren Klappe einfach zu erreichen ist.
Sind alle Klappen fest verschlossen, reicht es für Schutzklasse IPX4, was für ein paar Wasserspritzer am Pool und etwas Nieselregen reicht – bei vertikaler Aufstellung. Ansonsten muss die Box bei schlechtem Wetter reingeholt oder abgedeckt werden.
Features und Bedienung
Auf den Punkt: Bluetooth 5.3, LDAC, Multipoint und Auracast treffen auf eine App mit 10-Band-EQ und vier Klangprofilen.
Die Kopplung läuft dank Bluetooth 5.3 flott und unkompliziert ab. Unterstützt werden die Codecs SBC, AAC und LDAC. Multipoint ist auch dabei.
Über die Auracast-Technologie lassen sich zwei Exemplare des ULT TOWER 7 per TWS-Verbindung zu einem waschechten Stereopaar verschalten. Wer noch weitere passende Sony-Lautsprecher im Haus hat (wie zum Beispiel die neuen Sony ULT TOWER 5 [Test] oder ULT TOWER MAX), kann diese via Party Chain synchronisieren. Die wichtigsten dieser Funktionen sind direkt über die Tasten am Gerät erreichbar. Wer tiefer einsteigen möchte, kommt an der Sound-Connect-App nicht vorbei.
Sie erlaubt es, den Startbildschirm nach den eigenen Bedürfnissen mit häufig genutzten Funktionen zu bestücken. An prominentester Stelle findet sich die Kachel „Klangeffekt“, die Zugriff auf den 10-Band-Equalizer sowie auf vier verschiedene Soundmodi bietet. Sony beschreibt diese vier Modi wie folgt:
- FLAT strebt eine möglichst originalgetreue, ausgewogene Musikwiedergabe an.
- ULT1 hebt den Bassbereich stärker hervor und sorgt für satten Tiefgang.
- ULT2 geht noch einen Schritt weiter und liefert maximale Basskraft bei hohem Schalldruck.
- LIVE soll das Gefühl eines Live-Konzerts vermitteln, ohne dabei an stimmlicher Klarheit einzubüßen.
Ich persönlich habe mich für FLAT und ULT2 entschieden und diese beiden auf die ULT-Taste am frontseitigen Drehregler gelegt, sodass ein schneller Wechsel möglich ist. Ergänzt wird das Klangerlebnis durch eine zuschaltbare Klangfeldoptimierung, die kontinuierlich per DSP im Hintergrund arbeitet und dem Gesamtklang zusätzliche Reife verleiht.
Abgerundet wird die Ausstattung durch eine Akkupflege-Funktion, einen Energiesparmodus namens Stamina, eine übersichtliche Multipoint-Verwaltung sowie die Option, das Gerät aus dem Standby heraus per Bluetooth-Signal aufzuwecken.
Unterhaltungs-Features
Auf den Punkt: Lichtshow, DJ-Pad und Karaoke machen aus dem ULT TOWER 7 eine komplette Partymaschine.
Lichtshow
Rund um das Frontgitter verläuft ein LED-Beleuchtungsring mit drei unterschiedlichen Beleuchtungsmodi, wodurch je nach Musikstil entweder eine gedämpfte Stimmungsbeleuchtung oder ein auffälligeres Lichtspektakel entsteht. Deren Farbgebung lässt sich über den „Party Light“-Regler individuell einstellen.
Wer die Beleuchtung komplett abschalten möchte, muss dafür etwas tiefer in den Menüs graben, konkret unter „System“ und dann „Alle Geräteeinstellungen“. Deutlich schneller gelingt das über die entsprechende Taste auf der Rückseite der Box.
DJ-Effekte
Über die „Party Pad“-Funktion öffnet sich ein umfangreiches Arsenal an DJ-Werkzeugen. Neben verschiedenen Stimm-Samples, Soundeffekten und Drumsounds, die sich spontan in die laufende Musik einmischen lassen, stehen mit Isolator und Flanger auch zwei Effekte bereit, die per Fingerwisch über ein Touch-Pattern gesteuert werden und für coole Klangverfremdungen sorgen.
Karaoke
Nach dem Anschluss eines externen Mikrofons – ein SM57 eignet sich beispielsweise gut – öffnet sich eine sehr umfangreich bestückte Karaoke-Sektion. Sie bietet zahlreiche Stimm-Effekte, kann die Tonlage der Musik verschieben und die Gesangsspur in zwei Intensitätsstufen aus dem Track entfernen, damit die eigene Stimme im Mittelpunkt steht. Ein mehrstufig einstellbares Echo rundet den Karaoke-Sound ab. Sowohl Echo als auch Tonhöhenanpassung lassen sich übrigens auch direkt am Gerät regeln, ohne Umweg über die App.
Sound
Auf den Punkt: Druckvoll und bassbetont mit vier klar unterscheidbaren Presets für satten 360°-Sound.
Klanglich setzt der Sony ULT TOWER 7 auf einen druckvollen, bassstarken Auftritt mit vier klar voneinander abgegrenzten Charakteristiken – von neutral-ausgewogen (FLAT) bis zum regelrechten Bass-Kraftpaket (ULT1). Nur bei ganz hoher Lautstärke verliert der Klang etwas an Kontur, bleibt aber ansonsten stets stabil und energiegeladen. Insgesamt hinterlässt der ULT TOWER 7 einen sehr kräftigen, bassbetonten Eindruck. Dank 360°-Sound kann die Box in jede Richtung für satten und klaren Sound sorgen und so einfach mitten im Raum aufgestellt werden.
Im FLAT-Modus zeigt sich das Gerät von seiner ausgewogensten Seite: Bass, Mitten und Höhen sind hier gut aufeinander abgestimmt, das Klangbild ist angenehm druckvoll und schiebt gut nach vorne. Auch bei maximaler Lautstärke droht der Klang nicht auseinanderzufallen, wird aber ein wenig undurchsichtig und flau.
Wählt man ULT1, spielt sich der Bass dominant in den Vordergrund, was ihn fast schon vom restlichen Klanggeschehen abkoppelt. Das ist perfekt für tanzbare elektronische Musik. Bei ruhigeren und komplexeren Stücken der Neo-Klassik ist das aber zu viel.
ULT2 zügelt diese Basskraft wieder etwas, gewinnt dafür an Klarheit und Durchsetzungsvermögen und lässt sich am ehesten als intensivierte Variante des FLAT-Modus beschreiben. Weniger überzeugend zeigt sich das eigentlich für Live-Mitschnitte konzipierte Preset LIVE. Die Konzertaufnahmen von David Gilmour klingen dadurch eher dünner statt lebendiger. Allerdings entfaltet diese Einstellung etwas mehr Raum um die Musik, was dem aktuellen Studioalbum von Poppy Ackroyd durchaus zugutekommt.
Welches der vier Presets zu welcher Musikrichtung am besten passt, bleibt letztlich Geschmackssache und lohnt eigenes Ausprobieren. Unter dem Strich liefert der Sony ULT TOWER 7 einen voluminösen und kraftvollen Klang, der auch in größeren Locations für eine ordentliche Beschallung sorgt, die nicht so schnell in die Knie geht.
Fazit
Groß, größer, Sony ULT TOWER 7. Ausstattungsseitig überzeugt die Box in allen Disziplinen mit unterhaltsamen DJ-Effekten, der Lightshow und den Tools für einen spaßigen Karaoke-Abend. Klanglich mischt dieser Speaker durch seinen massiven Bass die Crowd richtig auf.
Trotzdem fehlt es dem Sony ULT TOWER 7 ein wenig an Leichtigkeit und Frische. Die Box klingt so robust, wie sie aussieht, und das muss für zahlreiche Genres,, Partys und Einsatzgebiete gar nicht schlecht sein. Es reicht nicht ganz nicht dafür, die Top-Boxen der Konkurrenz von ihrem Thron zu stoßen. Aber ordentlich rütteln tut der Sony ULT TOWER 7 schon.
FAQ: Häufige Fragen zum Sony ULT TOWER 7
Was kostet der Sony ULT TOWER 7?
Die UVP liegt bei 599 Euro.
Wie lange hält der Akku des Sony ULT TOWER 7?
Bis zu 30 Stunden, laut Datenblatt.
Was bedeutet 360°-Sound beim Sony ULT TOWER 7?
Zwei der vier Hochtöner strahlen nach vorne, zwei nach hinten ab, wodurch die Box in alle Richtungen gleichmäßig klingt.
Welche Bluetooth-Codecs unterstützt der Sony ULT TOWER 7?
SBC, AAC und LDAC über Bluetooth 5.3, inklusive Multipoint und Auracast.
Lässt sich der Sony ULT TOWER 7 mit anderen Sony-Lautsprechern koppeln?
Ja, per Auracast zu einem Stereopaar oder über Party Chain mit weiteren kompatiblen Modellen wie dem ULT TOWER 5 oder ULT TOWER MAX.
Ist der Sony ULT TOWER 7 wasserdicht?
Nein, er ist nach IPX4 nur bei vertikaler Aufstellung gegen Spritzwasser geschützt, nicht gegen stärkeren Regen.
Technische Daten des Sony ULT TOWER 7
- Bauform
- Tragbarer Partylautsprecher
- Ausgangsleistung
- bis zu 420 W
- Tieftöner/Treiber
- Woofereinheit ca. 280 mm, 2x Mitteltonlautsprecher ca. 120 mm, 4x Hochtonlautsprecher ca. 50 mm
- 360° Party Sound
- Ja
- Klangmodi
- ULT1, ULT2, FLAT, LIVE
- Klangfeldoptimierung
- Ja
- Anschlüsse
- USB-C, USB-A, Cinch, XLR-In/-Out, 3,5-mm-Klinke (Mikrofon)
- Bluetooth
- Ja, inkl. Multipoint und Auracast; Version 5.3; Codecs SBC, AAC, LDAC
- Akkulaufzeit
- bis zu 30 Stunden
- IP-Schutzklasse
- IPX4 (nur vertikal)
- Aufstellung
- vertikal / horizontal
- Beleuchtungsmodi
- BEAT, WAVE, MELLOW
- Karaoke
- Ja (ULTMIC1 optional erhältlich)
- Party Chain (Auracast)
- Ja
- Recycling-Kunststoff
- ca. 20 %
- Gewicht
- 22,8 kg
- Abmessungen
- 42 x 71 x 34,7 cm
- Preis (UVP)
- 599 Euro
Bewertung
Technische Daten
- BauformLautsprecher
- Bauweisemobil
- Wandlerprinzipdynamisch
- Gewicht ohne Kabel22.800 g
Lieferumfang
- Netzkabel



























