AKG K72

Geschlossener Kopfhörer für Recording und Live-Monitoring

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Kurz & knapp

Der AKG K72 liefert funktionale AKG-Qualität für weniger als einen einzigen braunen Geldschein. Klanglich ist er eher unaufgeregt unterwegs, mit leichtem Hang zur Mittenbetonung. Der K72 ist eine Kaufempfehlung für preisbewusste Kopfhörer-Fans, die nicht auf der Suche nach Highend-Auflösung für Mix und Mastering im Studio sind, sondern die Vorteile geschlossener Kopfhörer beim Monitoring von Live- und Recording-Sessions nutzen möchten.

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Der AKG K72 soll Musikern geschlossene Kopfhörer zum Einstiegspreis bieten. Dabei tritt er noch günstiger auf als sein funktionaler Budget-Kamerad AKG K92. Kann das gut gehen?

Lieferumfang & Aussehen

Wie sein schwarz-goldener Vetter K92 kommt auch der silbern verzierte K72 nur mit dem Nötigsten daher. Zum Lieferumfang gehört ein Klinkenadapter von klein auf groß und natürlich der Kopfhörer sekbst. Andererseits: Was will man mehr für so wenig Geld? Aufbau und Optik sind nahezu identisch mit dem K92, wenngleich der K72 mit seinem schwarzen Metallbügel schlichter gehalten ist – was mir persönlich sogar besser gefällt. Ansonsten gilt hier weitgehend: Black is beautiful.

Verarbeitung & Haptik

Die Materialien des K72 sind gut gewählt. Neben dem Stabilität gewährleistenden Metallbügel sorgen ein strapazierfähiges Bügelband und angenehm weiche Hörmuschel-Polster für einen gewissen Wohlfühlfaktor.

Handling

Kopfhörerbügel und Anpassung an Kopfform und -größe sind beim K72 wunderbar. Er sitzt sicher, drückt aber keinesfalls. So kann problemlos längere Zeit mit ihm gearbeitet werden. Die verstellbare Höhe der Bügelband-Führung ermöglicht es, den K72 sogar für sehr große und eher kleine Köpfe passend zu machen – vorausgesetzt Feinmechaniker-Werkzeug ist zur Hand. Der Adapter kann sicher verschraubt werden und ermöglicht den Einsatz des K72 an professionellen wie auch an mobilen Geräten.

Klang

Leider sind die Parallelen in Design und Funktionalität des K72 nicht die einzigen Gemeinsamkeiten zum K92. Mitten und Bass sind wenig definiert, der Superhochtonbereich ist nur als wenig differenziertes Zischeln zu erahnen. Aber kommen wir zu den positiven Punkten. In Sachen Bass liefert der K72 eine für dieses Preissegment geradezu satte Performance, sogar Tiefbassanteile bringt er herüber – wenn auch wenig differenziert. Am stärksten ist der K72 in der Mitten-Wiedergabe. Insgesamt ist er sehr Mitten-orientiert. Für Gesangsaufnahmen und die Arbeit mit Gitarren-lastiger Musik ist das natürlich nicht verkehrt. Wenngleich seine detailarme Abbildung die Lokalisierung im Stereobild nicht begünstigt, gibt es in Sachen Stereoweite deutlich schlechtere Vertreter im avisierten Preissegment.

Eignung & Anwendung

Sprachaufnahmen und Live-Anwendungen sind für den AKG K72 wie geschaffen. Vor allem Rock und Metal stehen ihm gut zu Gesicht. AKG schätzen ihren Kopfhörer genau richtig ein, wenn sie ihn auch als Abhöre im Proberaum empfehlen. Wer nicht auf Highend-Soundgenuss und detaillierte Signaleinschätzung im Studio angewiesen ist, sondern einen bezahlbaren Session-Kopfhörer sucht, wird im K72 eventuell fündig. Aufgrund seines geringen Preises schlägt dann auch der Kauf von drei, vier oder mehr Geräten keine große Schneise in den Geldbeutel.

Fazit

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Über den Autor:

Autor Dr. Carsten Kaiser

Von Carsten Kaiser
Redakteur

Dr. Carsten Kaiser, ist promovierter Musikwissenschaftler und Soziologe (MA). In seiner Doktorarbeit befasste er sich mit der digitalen Transformation von Musikequipment – von analog über digital bis hin zu Künstlicher Intelligenz. Er ist Autor des Standardwerks "Homerecording" und hat als Audioproduzent weit über 1.000 Tracks in den Handel gebracht. Kaiser absolvierte außerdem das Studium Jazzgesang der Glen Buschmann Jazzakademie in Dortmund und besuchte das Konservatorium der Hogeschool Enschede (NL).

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