Mit dem CMF Clip Pro hängt ihr euch für knapp 80 Euro stylische und moderne Clip-Ons an die Ohren. Sie bieten erstaunlich viel Klang für das Geld. Doch der heimliche Star ist nicht der Kopfhörer selbst.
- Angenehmer Tragekomfort dank flexibler C-Bridge
- Sehr geringes Gewicht (5,9 Gramm)
- Praktisches, individuell konfigurierbares Smart Dial am Ladecase
- Guter Klang für die Preisklasse
- LDAC und Hi-Res-Zertifizierung
- Sound Seal System reduziert Schallabstrahlung
- Verbindung mit zwei Geräten gleichzeitig
- EQ neigt bei Extremwerten zu Maskierungseffekten
- Spatial Audio nicht immer überzeugend
- Nicht deaktivierbare Statustöne des Smart Dials
- Kein USB-Ladekabel im Lieferumfang
An Clip-On-Kopfhörer kommt man derzeit – zumindest medial – kaum vorbei. Ob Berlin Fashion Week (wir berichteten) oder auf Social Media. Viele Hersteller – von Einsteiger- bis hin zu namhaften Brands – möchten ein Stückchen dieses noch recht frisch duftenden Kuchens abhaben. Egal, ob Bose, JBL oder Sony, egal, ob Baseus, Shokz oder Soundcore – wer sich keine Kopfhörer ins Ohr stopfen möchte, kann inzwischen von günstig bis teuer wählen.
Und dann kommt plötzlich Nothing mit CMF um die Ecke: Die Sub Brand bietet Smartphones und Kopfhörer an, die sich an preisbewusste Nutzer richten und trotzdem dabei auf Style, Komfort und Leistung Wert legen. Ob der CMF Clip Pro das alles auch einlösen kann, checken wir in diesem Test.
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CMF Clip Pro – vielversprechendes Debüt
Der CMF Clip Pro ist der erste Open-Ear der Nothing-Tochter. Diese hat mit dem Nothing Ear (open) zwar vor über zwei Jahren schon sicherlich reiflich Erfahrung sammeln können, dennoch war das Konzept damals ein anderes: Anstatt sich wie Ohrringe die Kopfhörer an die Ohren zu clippen, sorgt bei den Ear (open) ein Bügel hinter den Ohren für die nötige Stabilität.
Ausstattung und Tragekomfort der CMF Clip Pro
Auf den Punkt: Dank flexibler Titandraht-Brücke und gleichmäßiger Druckverteilung sitzt der nur 5,9 Gramm leichte Clip Pro auch über Stunden bequem und stabil am Ohr.
Die kleine Umverpackung beinhaltet nicht viel: Ladecase mit den Clip Pros darin und zwei Schriftstücke. Ein USB-Ladekabel fehlt.
Der in Dark Grey, Light Grey und Coral erhältliche Kopfhörer trägt sich äußerst angenehm. Dazu trägt auch der Titandraht bei, der in der sogenannten C-Bridge, also dem dünnen Verbindungssteg zwischen Treiber und Akku verarbeitet ist. Diese Brücke verformt sich beim Aufsetzen, kehrt danach aber in ihre Ausgangsform zurück. Das soll auch nach tausenden Auf- und Absetz-Zyklen funktionieren, ohne dass der Clip ausleiert. Das können wir fairerweise (noch) nicht beantworten, aber nach mehreren Wochen im Dauereinsatz hat sich bis jetzt noch gar nichts verformt.
- CMF Clip Pro in der Farbe Light Grey,
- Coral
- und Dark Grey
Die 30 mm lange C-Bridge des CMF Clip Pro verteilt den Anpressdruck dabei über drei Kontaktpunkte gleichmäßig am Ohr, statt ihn auf einen einzelnen Bereich zu konzentrieren. Die Öffnungswinkel von 40° bis 53,5° sollen zu praktisch jeder Ohrform passen. Die kompakte Hörkapsel liegt natürlich am Ohr und leitet den Sound gezielt in Richtung Gehörgang.
Zum Vergleich: Die Nothing Ear (open) (4,25/5 bei kopfhoerer.de) setzen auf einen dünneren, verdrehten Ohrbügel mit Silikon – sehr bequem, aber ein anderes Tragegefühl als ein Clip.
Nothing Ear (open)
Die Nothing Ear (open) sind wertige Kopfhörer der neuen Trend-Kategorie Open-Ears. Klanglich wissen sie zu überzeugen und auch der Tragekomfort ist sehr gut.
Ein Clip Pro bringt dabei rund 5,9 Gramm auf die Waage, was am Ohr kaum auffällt und sich über Stunden beschwerdefrei tragen lässt. Dabei sitzen sie stabil – auch beim Laufen. Dennoch mussten wir sie nach ca. einer Stunde etwas nachjustieren und entsprechend um einige Millimeter nach oben ziehen. Dies hängt aber stark von der eigenen Ohranatomie ab und kann sich bei euch ganz anders äußern als bei uns.
Gewöhnungsbedürftig: Das Einlegen der Clips in das Case. Wer sich hier die Position beim Herausnehmen nicht gemerkt hat, fummelt erstmal ein bisschen herum. Als kleine Merkhilfe: Kreuzen sich die C-Brigdes innen, sind die Hörer richtig drinnen.
Vor Staub und Spritzwasser sind die Ohrhörer nach IP54 geschützt. Das Ladecase trägt zwar die Kennzeichnung IPX2, das X steht darin aber für „keine Staubschutzklasse angegeben“ – gegen Staub ist das Case also nicht ausgewiesen geschützt, nur gegen leichten Sprühregen.
Akkulaufzeit
Auf den Punkt: Mit rund 32,5 Stunden Gesamtlaufzeit (36 Stunden im Long Battery Mode) übersteht der Clip Pro im Alltag problemlos einen kompletten Bürotag samt Pausen.
Der CMF Clip Pro liefert laut Hersteller rund 10 Stunden Wiedergabezeit pro Ladung, mit dem Case insgesamt 32,5 Stunden – im Long Battery Mode sogar 36 Stunden. Schnellladen bringt in 10 Minuten 4 Stunden Laufzeit zurück. Das liegt über den 30 Stunden der Nothing Ear (open), aber deutlich unter den 60 Stunden der Baseus Bowie MC2.
Die Nominalwerte decken sich ziemlich gut mit unseren praktischen Erfahrungen, allerdings sind die CMF Clip Pro nicht die Lautesten, sodass wir überwiegend bei rund 70 Prozent Lautstärke gehört haben, was sich somit auch auf die Gesamtlaufzeit auswirkt. Einen klassischen Bürotag mit einigen Pausen haben sie dennoch klanglos überstanden.
Technisches
Auf den Punkt: Ultra Bass Technology und Sound Seal System sollen den physikbedingten Bassverlust und die Schallabstrahlung offener Designs ausgleichen – Letzteres funktioniert gut, verändert aber hörbar den Klang.
Der Treiber in der Hörkapsel des CMF Clip Pro misst 10,8 mm im Durchmesser – für Open-Ears eine ordentliche Größe. CMF verwendet eine Dual-Magnet-Konfiguration mit Einzelspule und eine Membran aus TPU+LCP. TPU soll für weicheren, weniger scharfen Klang sorgen, während LCP (Liquid Crystal Polymer) die nötige Steifigkeit für präzise Höhenwiedergabe liefert.
Der Hub beträgt 0,65 mm. Bei offener Bauart ist das wichtig, weil mehr Membranbewegung mehr Luft bewegt und so den Bassabfall kompensiert, der bei Clip-Designs unvermeidlich ist.
Genau hier setzt auch die Ultra Bass Technology an: Sie verstärkt gezielt die tiefen Frequenzen und reduziert gleichzeitig Verzerrungen in den Höhen, um den physikbedingten Bassverlust offener Designs auszugleichen. Ob das in der Praxis funktioniert, lest ihr weiter unten. Der Frequenzgang reicht laut Datenblatt von 20 Hz bis 40.000 Hz samt passender Hi-Res-Audio-Zertifizierung für den LDAC-Codec.
Schallabstrahlung ist das Grundproblem aller Open-Ears: Was ihr hört, hören auch die Menschen neben euch, zumindest teilweise. CMF integriert beim CMF Clip Pro das Sound Seal System, das gezielt Mittel- und Hochtonfrequenzen reduzieren soll, also genau den Bereich, der bei offener Bauart am stärksten nach außen dringt. Das klappt in der Praxis gut, ändert aber den Klang, der dadurch dumpfer und muffiger wird.
Der Modus lässt sich über die Nothing X App individuell konfigurieren: Aus, nur bei Telefonaten oder dauerhaft für Anrufe und Audiowiedergabe. Das ist ein Feature, das den Nothing Ear (open) fehlt und das in dieser Preisklasse noch selten ist – die Baseus Bowie MC2 bieten es beispielsweise nicht.
Die Bedienung – das Ladecase als heimlicher Star
Auf den Punkt: Das Smart Dial am Ladecase ist der heimliche Star: Haptische, individuell belegbare Steuerung, die im Alltag angenehmer ist als Zugriffe auf Handy oder Clips.
Auf den Akku-Packs ist jeweils ein Button verbaut, der nicht nur einen guten Druckpunkt hat, sondern auch mehrere Funktionen steuert: Ein einfacher Druck steuert Wiedergabe, Doppeldrücker kümmern sich um Titelsprünge und ein Drücken-und-Halten ändert die Lautstärke. Per App könnt ihr das ein Stück weit auch ändern.
Bereits beim CMF by Nothing Buds Pro 2 lobten wir das Smart Dial. Schön, dass es auch hier zum Einsatz kommt, denn es übernimmt eine Reihe von Komfortfunktionen: Lautstärke anpassen, Anrufe verwalten, die Medienwiedergabe steuern oder den installierten KI-Assistenten (oder ChatGPT) starten.
In der Praxis erweist sich dieser kleine Drehknopf als äußerst praktisch: Mit dem Etui steuert ihr quasi blind die von euch vorher per App festgelegten Funktionen. Während unseres Tests hätten wir nicht gedacht, wie angenehm es ist, einen haptischen Regler immer griffbereit zu haben. Im Homeoffice liegt der Lautstärkeregler daher neben uns, was den Workflow jedenfalls weitaus weniger stört, als ans Handy oder an die Clips selbst zu greifen.
- Das gerasterte Smart Dial reagiert nicht nur auf Drehen, sondern auch auf Drücken. Zudem hat der Hersteller daran gedacht, den Drehknopf per Geste zu sperren.
Punktabzug gibts auch hier wieder für die auf Dauer nervigen und etwas verzögerten Statustöne, die bei jedem Drehen und Klicken hörbar sind. Leider lassen sich diese per App nicht deaktivieren.
Klang
Auf den Punkt: Ausgewogen mit ordentlichem Bass dank Bass Enhance, aber ohne echtes Bassfundament. Der EQ und die Presets überzeugen dabei nicht durchgehend, die Maximallautstärke bleibt für laute Umgebungen zu gering.
Für den Hörtest kamen wieder unsere eigens erstellte Playlist, aber auch selbst produzierte Songs zum Einsatz. Generell lässt sich sagen, dass die CMF Clip Pro ein ausgewogenes Klangbild abliefern. Ein richtig tiefes Bassfundament, das einen einnimmt, schaffen bauartbedingt auch diese Kopfhörer nicht. Dennoch leistet die Bass Enhance Funktion auf Stufe 2 hier gute Dienste. Wir haben sie daher immer aktiviert gelassen, dickt sie doch „untenrum“ das Fundament schön an.
Die Mitten breiten sich schön aus, sodass Vocals und Stimmen gut wahrnehmbar sind. Das trifft auch auf Gitarren und Synth Sounds zu. Den Höhen fehlt es zwar etwas an Glanz, beugen der Hörermüdung aber vor, da sie nie brizzelig werden.
In Sachen Klanganpassung setzt der Hersteller wieder auf einen 3-Band-EQ, dessen Bänder (Bässe, Mitten, Höhen) in einem Kreis von -6 dB in 1-dB-Schritten auf +6 dB angehoben werden können. Allerdings sorgt ein Anheben egal welchen Bandes auf den Maximalwert für eine künstliche Maskierung der anderen Frequenzbereiche. Warum saufen die Höhen derart ab, wenn wir den Bass auf +6 dB hochdrehen?
Zudem gibt’s fünf Presets, die verschiedene Genres (Pop, Rock, Electronic, Stimme verbessern, Klassisch) abdecken. Alle Presets können uns aber nicht überzeugen, wirken sie doch teilweise überzogen. Das Preset „Stimme verbessern“ macht genau das: Es trägt zur Sprachverständlichkeit bei gesprochenen Inhalten bei, was bei spitz aufgenommenen Stimmen (z.B. in Podcasts) zu einer Überbetonung von Zischlauten sorgen kann.
Auch (statisches) Spatial Audio hat der CMF Clip Pro an Bord. Dieses klingt aber nicht immer überzeugend. Was bei stark-komprimierten Radio-Streams, Filmen oder einigen Hörspielen durchaus etwas breiter und immersiver ist, wirkt das bei vielen Musikstücken eher wie ein Kammerspiel, wobei Bass Drums leicht phasenverschoben und dadurch sehr künstlich erscheinen können.
Auch in Sachen Maximallautstärke dürfte der CMF Clip Pro gerne noch einen Zahn zulegen. Was in ruhigen Umgebungen vollkommen in Ordnung geht, fehlt bei lauten Umgebungen, wie im Supermarkt oder auf dem Fahrrad. Hier gehen die CMF Clip Pro schnell unter.
Telefonieren mit dem CMF Clip Pro
Telefonate arbeitet der Kopfhörer recht ordentlich ab. Umgebungsgeräusche werden bei Gesprächen gut reduziert, ein lauter Radio-Stream im Hintergrund fiel dem Angerufenen nicht auf, ebenso wie Vogelgezwitscher oder Autos. Die eigene Stimme klang leicht digital und ließ etwas Natürlichkeit vermissen.
Fazit
Der CMF Clip Pro bietet für einen Preis von 79,95 UVP verdammt viel. Eine gute Klangqualität, einen sehr guten Tragekomfort und einen deutlichen Mehrwert dank Smart Dial am Ladecase. CMF liegt besonders das Design am Herzen und das merkt man dem Clip Pro mit jeder Faser an.
Als günstiger Einstieg in die Welt der Open-Ears sind die CMF Clip Pro genau richtig. Wer allerdings seine Prioritäten vor allem auf den Klang legt, der sollte sich die hochpreisigeren Modelle wie die Shokz OpenDots 2 einmal genauer ansehen. Diese kosten allerdings auch knapp 120 Euro mehr.
FAQ
Wie viel wiegt ein CMF Clip Pro?
Ein Ohrhörer bringt laut Hersteller rund 5,92 Gramm auf die Waage.
Unterstützt der CMF Clip Pro LDAC?
Ja, neben AAC und SBC unterstützt der Clip Pro auch LDAC und ist für Hi-Res Audio Wireless zertifiziert.
Wie lange hält der Akku des CMF Clip Pro?
Die Ohrhörer selbst halten laut Hersteller rund 10 Stunden, zusammen mit dem Ladecase insgesamt 32,5 Stunden, im Long Battery Mode bis zu 36 Stunden.
Lässt sich die Schallabstrahlung beim CMF Clip Pro reduzieren?
Ja, über das Sound Seal System, das sich in der Nothing X App individuell konfigurieren lässt – aus, nur bei Telefonaten oder dauerhaft.
Ist im Lieferumfang des CMF Clip Pro ein Ladekabel enthalten?
Nein, ein USB-Ladekabel liegt dem CMF Clip Pro nicht bei.
Was macht das Smart Dial am Ladecase des CMF Clip Pro?
Der haptische Drehknopf lässt sich individuell belegen, etwa für Lautstärke, Medienwiedergabe, Anrufverwaltung oder den KI-Assistenten, und lässt sich per Geste sperren.
Open-Ear Kopfhörer 2026: Die besten Modelle und worauf du beim Kauf achten solltest
Wenn du nach Kopfhörern suchst, die dir besten Tragekomfort bieten und gleichzeitig deine Ohren nicht komplett abschirmen, sind Open-Ear Kopfhörer definitiv einen Blick wert.
Technische Daten
- Kopfhörertyp
- Bluetooth Open-Ear (Clip-On), True Wireless
- Treiber
- 10,8 mm, dynamisch
- Membranmaterial
- TPU + LCP
- Frequenzgang
- 20 Hz – 40.000 Hz
- Bluetooth-Version
- 5.4, BLE
- Codecs
- LDAC, AAC, SBC
- Doppelverbindung (Multipoint)
- Ja
- Mikrofone
- 4 (2 je Seite)
- Akkukapazität
- Ohrhörer 60 mAh je Seite, Ladecase 475 mAh
- Akkulaufzeit
- Ohrhörer 10 Std. / mit Case 32,5 Std. (36 Std. im Long Battery Mode)
- Gesprächszeit
- Ohrhörer 6,5 Std. / mit Case 25 Std.
- Ladezeit
- Schnellladen: 10 Min. für 4 Std. Wiedergabe
- Schutzklasse
- IP54 (Ohrhörer), IPX2 (Ladecase)
- Gewicht
- Ca. 5,92 g pro Ohrhörer, ca. 38,81 g Ladecase
- Maße Ohrhörer (H x B x T)
- 30,75 x 24,84 x 18,21 mm
- Farben
- Dark Grey, Light Grey, Coral
- Weitere Funktionen
- Malleus Algorithm (Bass Performance Boosting & Treble Distortion Reduction), Low Latency Mode, Google Fast Pair, Microsoft Swift Pair
- Preis
- 79,95 Euro
- Lieferumfang
- 2 Ohrhörer, Ladecase, Sicherheits- und Garantieinformationen, Benutzerhandbuch, Schnellstartanleitung
Technische Daten
- BauformOpen-Ears
- Bauweiseoffen
- Wandlerprinzipdynamisch
- Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 Hz - 40.000 Hz
- Gewicht ohne Kabelje 5,9 g, Case 39 g
Lieferumfang
- Ladecase
























