Trotz des kleinen, portablen Formfaktors verfügt der Cayin RU3 über ein gut ablesbares Display, ist mit einer 3-Tasten-Remote ausgestattet und kann Kopfhörer wahlweise unsymmetrisch oder symmetrisch antreiben. Beträchtlich sind dabei die Leistungsreserven von bis zu 560 Milliwatt an 32 Ohm im speziellen Hyper-Modus. Optimale Bedingungen bestehen durch die sehr rauscharme Verstärkung auch für empfindliche IEMs, wodurch dem Mini-Amp ohne jeden Zweifel ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigt werden kann.
- portables Miniformat
- hohe Kompatibilität durch UAC 1.0 und UAC 2.0
- bis zu 32Bit/768kHz und DSD 512
- sehr rauscharm
- Low-Gain- und High-Gain-Betrieb
- leistungsstarker Hyper-Modus
- un-/symmetrische Anschlüsse
- umschaltbare Ausgänge: Line/Phone
- individuelle Anpassung per Display und App
- EQ-Sektion mit Lautstärkeverlust
- keine App-Anbindung für iOS-Geräte
- Wärmeabgabe
Inhaltsverzeichnis
Der Cayin RU3 ist ein sehr kompakter, hochwertiger USB-DAC und Kopfhörerverstärker, der sich flexibel an Laptops, mobilen Geräten oder Spielkonsolen betreiben lässt und Audiodaten mit bis zu 32Bit/768kHz und DSD 512 verarbeiten kann. Vielseitig sind auch die individuellen Anpassungsmöglichkeiten über das Display oder die Cayin Control App.
Design und Verarbeitung
Das aus einem Stück gefräste CNC-Aluminiumgehäuse des Cayin RU3 verfügt über eine eloxierte Oberfläche, was einen wertigen Eindruck vermittelt und eine höhere Preisklasse vermuten lässt. Handlich und sehr kompakt fallen die Maße mit 25 Millimetern in der Breite, 60 Millimetern in der Länge und 11 Millimetern in der Höhe aus, sodass der Transport problemlos in der Jacken- oder Laptoptasche erfolgen kann. Auch das Gewicht ist mit 24 Gramm gering.
Anschlüsse mit vielen Optionen
Ausgangsseitig stehen sowohl ein unsymmetrischer 3,5-mm- als auch ein symmetrischer 4,4-mm-Anschluss zur Wahl. Da beide Varianten zwischen Kopfhörer- und Line-Ausgang umgeschaltet werden können, bestehen vielseitige Möglichkeiten, um an den Cayin RU3 auch aktive Monitorboxen oder stationäre HiFi- und Kopfhörerverstärker anzuschließen. Klasse! Darüber hinaus dient der USB-C-Anschluss zur Audioübertragung und Stromversorgung, wobei dem Gerät ein hochwertiges, abgeschirmtes USB-C-Kabel beiliegt.
Die Bedienung des Cayin RU3
Über das Farbdisplay lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen, was dank der drei Taster auch recht komfortabel gelingt, sobald die Menüführung verinnerlicht ist. Direkt auf den ersten Blick ersichtlich ist Folgendes:
- Lautstärke: 1 – 100
- Verstärkung: High / Low
- EQ: an / aus
- Ausgabemodus: PO (Kopfhörer) / LO (Line)
- UAC-Modus: 1.0 / 2.0
- Betriebsart: STD (Standard) / HYP (Hyper)
- Audioformat und Abtastrate: PCM / DSD
Das Dreiergespann an Tastern des Cayin RU3 dient klassisch zum Steuern der Wiedergabe, zur Lautstärkeregelung und zum Vor- oder Zurückspringen. Wichtig zu wissen ist nur, dass per Minustaster zum nächsten Titel vor- und über den Plustaster zurückgesprungen wird. Darüber hinaus lässt sich durch das Einstellungsmenü navigieren, um folgende Funktionen an die eigenen Vorlieben und das Einsatzgebiet anzupassen:
- Verstärkung: High / Low
- PCM-Filter: MP / MP Slow LD / MP Slow / MP Fast / LP Slow / LP Fast LR / LP Fast / LP Fast AP
- EQ: Aus / Hip-Hop / Klassik / R&B / Dance / Rock / Pop / Jazz
- Ausgabemodus: PO / LO
- UAC-Modus: 1.0 / 2.0
- Betriebsart: STD / HYP
- Helligkeit in neun Stufen
- Firmware-Version
- Werkseinstellung zurücksetzen
- Bildschirm-Timeout: Nie / 10s / 20s / 30s / 40s / 50s / 60s
- Design: zwei UI-Themen
- L/R-Balance in 20 Schritten
Cayin Control App
Alternativ lassen sich die Geräteeinstellungen über die kostenlose App-Anbindung vornehmen, welche aktuell jedoch ausschließlich für Android-Geräte verfügbar ist. Großes Interesse weckt die Klangregelung der App, da ergänzend zu den sieben Voreinstellungen ein 10-Band-EQ für eigene Anpassungen in Aussicht steht. Momentan ist die Funktion allerdings leider noch deaktiviert. Darüber hinaus ist bei den vorkonfigurierten Presets ein Lautstärkeverlust aufgefallen, was noch zu beheben wäre.
Grafisch anschaulich umgesetzt, ist die umfangreiche PCM-Filterauswahl über die App. Neben den übersichtlich strukturierten Konfigurationsmöglichkeiten zählen auch eine Wiedergabesteuerung mit Vor- und Zurückspringen sowie eine Lautstärkeregelung zur Ausstattung. Außerdem können Firmware-Aktualisierungen vorgenommen werden.
Vielseitige Kompatibilität
Der Cayin RU3 ist für den mobilen Einsatz konzipiert und unterstützt sowohl Android- als auch iOS-Systeme. Für iPhones und iPads mit Lightning-Anschluss ist optional ein USB-C-auf-Lightning-Kabel erhältlich, wobei sich auch ein „Lightning auf USB 3 Kamera-Adapter“ nutzen lässt. Um den Akku von mobilen Geräten zu schonen, stehen mit dem Standard- und Hyper-Modus zwei Betriebsarten zur Auswahl. Die Standard-Option ist dabei auf einen effizienten Betrieb ausgerichtet und senkt die Stromlast bei mobilen Geräten gezielt ab, was gut funktioniert.
Direkt erkannt und einsatzbereit ist der Cayin RU3 auch unter macOS. Am PC besteht den Herstellerangaben zufolge Kompatibilität ab Windows 10 aufwärts. Hierzu steht über die Hersteller-Webseite der Cayin ASIO-Treiber bereit.
Via UAC 1.0 werden zudem Gaming-Setups mit der PS5 oder Nintendo Switch sowie ältere Systeme unterstützt, indem der USB-Eingang umschaltbar ist. Nach dem Umschalten auf UAC 1.0 muss das Gerät jedoch zunächst getrennt und erneut verbunden werden, damit es erkannt werden kann, was an der Switch problemlos funktioniert. Hochauflösende PCM-Signale mit bis zu 32 Bit und 768 kHz sowie DSD-Streams mit bis DSD 512 können hingegen unter UAC 2.0 verarbeitet werden.
Praxis: empfindliche bis anspruchsvolle Hörer im Einsatz
Insbesondere für niederohmige Hörer kann der Cayin RU3 angesichts des sehr kompakten Formfaktors hohe Leistungsreserven bereitstellen. Ist der Hyper-Modus aktiv, sind am unsymmetrischen 3,5-mm-Klinkenanschluss bis zu 180 Milliwatt an 32 Ohm abrufbar, was sich am symmetrischen 4,4-mm-Kopfhörerausgang eindrucksvoll auf bis zu 560 Milliwatt an 32 Ohm erhöht.
Durch den Hyper-Modus ist der RU3 sogar etwas leistungsfähiger als größere Geschwister wie der RU7, was unter anderem Vorteile bei Magnetostaten bieten kann. Ein Sundara von Hifiman profitiert beispielsweise im unsymmetrischen Betrieb gut erkennbar vom Leistungszuwachs, da die Basswiedergabe beim Umschalten vom Standard- in den Hyper-Modus merklich definierter klingt. Allgemein aufgefallen ist jedoch, dass das kleine Kraftpaket zu einer deutlichen Wärmeabgabe neigt, die sich im Hyper-Modus erhöht.
Durch ein Umschalten zwischen Low-Gain- und High-Gain-Betrieb kann die Verstärkung an unterschiedliche Quellen und Hörer angepasst werden. Unter gewöhnlichen Bedingungen ist die Low-Gain-Einstellung vollkommen ausreichend, um nieder- und mittelohmige Modelle anzutreiben, und sorgt für einen optimalen Regelbereich. Bei hochohmigen Hörern, die keinen symmetrischen Anschluss unterstützen, lässt sich im High-Gain-Betrieb hingegen ein dankbarer Zugewinn beim Maximalpegel feststellen. In diesem Hörersegment erscheinen die Lautstärkereserven gegenüber Alternativen wie einem Apogee Groove (Test) relativ begrenzt, auch wenn die Lösung hochpreisiger und nicht mehr ganz so kleinformatig ausfällt.
Beeindruckend ist, wie rauscharm die Verstärkung beim Cayin RU3 erfolgt. Wer empfindliche IEMs nutzen möchte, erhält hervorragende Bedingungen. Mit einem Sennheiser IE 100 Pro (Test) ist im Low-Gain-Betrieb über den gesamten Lautstärkebereich kein Grundrauschen wahrnehmbar und im Standard-Modus steht außerdem ein großzügig bemessener Regelbereich zwischen Stufe 2 und 55 zur Verfügung. Sogar in der High-Gain-Einstellung bei aktiviertem Hyper-Modus lässt sich weit außerhalb des nutzbaren Bereichs kein Rauschen erkennen.
Sound
Angesichts der Preisklasse überrascht der Cayin RU3 mit einer ansprechend weiträumigen Klangwiedergabe. Im Verbund mit dem Beyerdynamic DT 1990 Pro (Test) verdeutlicht ein Vergleich mit dem Apogee Groove, dass der Mini-Amp von Cayin bei Live-Aufnahmen wie Gregory Porters Interpretation von „It´s Probably Me“ (Polar Music Prize, Stockholm 2017) einen merklich größeren Hörsaal zur Verfügung stellt.
Auch bei Studioproduktionen wie „Rose Rouge“ (Tourist) von St Germain weitet sich die Darstellung, wodurch die Instrumente freier im Raum stehen und ein geöffneter, hellerer Klangeindruck besteht. Noch etwas mehr Raumtiefe und Weitläufigkeit als beim kleineren Geschwisterchen lassen sich hingegen beim Cayin RU7 erkennen.
Der Bassbereich wirkt weder übermäßig betont noch besonders schlank und verfügt auch in den unteren Regionen über Kraft. In Kombination mit dem Adam Audio H200 vermitteln Titel wie „Anti Loudness“ (Empor) von der Hamburger Techno Marching Band Meute einen hohen Spaßfaktor, auch wenn die Basswiedergabe nicht derart satt wie beim Groove erscheint. Beim RU7 fällt der Tiefgang ebenfalls massiver aus, jedoch klingen bassaffine Musikstile über das kleine Kraftpaket eindeutig druckvoller.
Einen sehr sauberen und angenehm weichen Eindruck vermittelt der Mittenbereich. Im Zusammenspiel mit dem Sennheiser HD 660S (Test) wirkt Lizz Wrights tiefe, ausdrucksstarke Gesangsstimme bei Titeln wie „Barley“ (Grace) glasklar und zugleich wunderbar geschmeidig. Zugegeben, die Stimmendarstellung klingt nicht so butterweich und samtig wie beim RU7, sondern „cleaner“, aber die Verwandtschaft ist erkennbar. Darüber hinaus bildet der RU3 komplexere Arrangements konturierter ab.
Konform zur neutraleren Ausrichtung erscheinen die oberen Lagen recht ehrlich und unverfälscht. Bei Max Richters „Spring 1 (2022)“ (The New Four Seasons – Vivaldi Recomposed) wirkt der DT 1990 Pro im Hochtonbereich frischer, agiler und kraftvoller als beim RU7, der den merklich weicheren und entspannteren Eindruck vermittelt. Noch etwas engagierter und knackiger klingt die Höhenwiedergabe dagegen im Verbund mit dem Groove. Durch die gradlinige und gleichzeitig sanftmütige Grundcharakteristik nimmt der RU3 eine Mittelstellung ein, die das Gehör nicht überfordert, aber für Akzente sorgt.
Fazit
Mit dem Cayin RU3 ist ein großer Wurf zu einem sehr attraktiven Preis gelungen! Durch das umfangreiche Ausstattungspaket ist der kleinformatige USB-DAC und Kopfhörerverstärker enorm vielseitig einsetzbar und lässt sich per Display oder App flexibel anpassen.
Während der Standardbetrieb effizient arbeitet, um den Akku von mobilen Geräten zu schonen, lassen sich über den symmetrischen Ausgang im Hyper-Modus bis zu 560 Milliwatt an 32 Ohm abrufen, um selbst leistungshungrige Hörer anzutreiben.
Empfehlenswert ist der Mini-Amp darüber hinaus für empfindliche IEMs dank der ausgesprochen rauscharmen Verstärkung. Spätestens, wenn die EQ-Sektion voll funktionsfähig ist, bleiben keine Wünsche mehr offen.
- 149,00 € *Zum Angebot
Technische Daten
- BauformKopfhörerverstärker
- BauweiseMobil
- Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 Hz - 50 kHz
- Gewicht mit Kabel30 g
- Gewicht ohne Kabel24 g
Lieferumfang
- USB-C-Kabel















