Die Sony LinkBuds Clip bieten sehr hohen Tragekomfort und kräftigen Sound, der sich luftig und natürlich auch in etwas lauterer Umgebung durchzusetzen weiß. Dank guter App-Verzahnung lassen sich für zahlreiche Alltagssituationen die passenden Einstellungen finden. Und mit dem hauseigenen 360° Reality Audio ausgestattet lassen sich auch entsprechende Mixe genießen.
- offener und natürlicher Klang
- hoher Tragekomfort
- Multipoint
- sinnvolle App-Funktionen
- gute Sprachqualität bei Telefonaten
- unpraktische Touch-Zuordnung
- recht niedrige IPX-Schutzklasse
Design und Hardware – das können die Sony LinkBuds Clip
Guter Sitz und toll verarbeitet könnten diese Open-Ears eine höhere IP-Schutzklasse vertragen.
Das Clip-Design bietet viele Vorteile: Da die Buds außen an die Ohrmuschel geklippt werden, gibt es keine Probleme für Brillenträger. Die Treiberauslässe liegen in der Regel sofort passend vor den Ohrkanälen. Der Sitzkomfort ist ausgesprochen groß und man kann die Kopfhörer den ganzen Tag tragen – ob aktiv oder nicht, da die Umgebungsgeräusche vollkommen ungehindert zum Ohr gelangen. Dabei ist der Eindruck von der Konstruktion fast eher Schmuck als Technik.
Die Sony LinkBuds Clip machen da keine Ausnahme. Zur Auswahl stehen die Farben Grün, Grau, Schwarz und Lavendel. Zur Ausführung der Ear-Buds muss ich sagen: Es gibt schlankere, bei 6,4 Gramm pro Seite auch leichtere und die sogenannte C-Bridge – als das elastische und touchempfindliche Übergangselement zwischen Treiber- und Akkueinheit kneift etwas an meinem Ohrknorpel, könnte als ein winzigwenig weniger straff sein.
Sony liefert ein Paar Polster mit, die zwischen C-Bridge und Ohr geheftet werden können und bei kleinen Ohren für einen gewissen Ausgleich sorgen oder einen besonders straffen Sitz ermöglichen, wenn man zum Beispiel heavy Workouts betreiben möchte. Ansonsten sind die LinkBuds Clip tadellos verarbeitet und in Look and Feel entsprechend dem aktuellen Line-Up ausgeführt. Schutzklasse IPX4 erlaubt Joggen bei Regen.
Akkulaufzeit
Solide Laufzeit und Schnellladefunktion lassen nur kabelloses Laden des Cases vermissen.
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Pro Ladung lässt sich eine Wiedergabezeit von etwa neun Stunden erreichen, ununterbrochen telefoniert werden kann dabei für vier Stunden. In Zusammenarbeit mit dem nicht Qi-fähigen Ladecase, das 42 Gramm wiegt, ein ausgesprochen handliches Format besitzt und mich an ein etwas zu eckig geratenes Macaron erinnert, können die Buds noch drei Mal vollständig aufgeladen werden. Dank Schnellladeoption gibt es in drei Minuten eine weitere Stunde Spielzeit.
Specs und Bedienung
Mit Bluetooth 5.3 ausgestattet ermöglichen die Sony LinkBuds Clip schnelles und einfaches Koppeln mit bis zu zwei Zuspielern gleichzeitig (Multipoint). Unterstützt werden dabei die Audioformate SBC und AAC. Die berührungsempfindlichen Bereiche der Touchflächen erstrecken sich über den Bügel (C-Bridge) und den Akkublock hinter dem Ohr, welche beide zügige und präzise Eingaben ermöglichen und bei Fehlbedienungen hinreichend unempfindlich bleiben.
Die App „Sound Connect“
Die App von Sony wirkt immer etwas unübersichtlich, ist bei den LinkBuds Open aber deutlich verschlankt und bietet überzeugende Funktionen.
Die App Sound Connect ist Dreh- und Angelpunkt zur sinnvollen Steuerung der LinkBuds Clip, wobei der riesige Funktionsumfang, der bei den Sony WF-1000XM6 (zum Test) freigeschaltet ist, hier nicht zum Tragen kommt. Man kann schon von einer Reduzierung auf das Wesentliche sprechen.
Dabei liegt mein Hauptkritikpunkt bei der individuellen Anpassung der Touchsteuerung. Da geht Sony wieder einen Schritt zurück und erlaubt keine völlig freie Belegung der einzelnen Gestenpunkte, wie es bei den Sony WF-1000XM6 der Fall ist. Die Gesten zum Abspielen, Songauswahl, Quick Access, etc. werden nur blockweise auf zwei- und dreimal Tippen am linken oder rechten Bud verteilt und bringen dabei nicht den vollen Bedienkomfort, den ich mir wünsche.
Sony WF-1000XM6
Die Premium-Alternative mit ANC, LDAC und frei belegbarer Touchsteuerung – für alle, die Abschottung statt offener Bauweise suchen.
Auskunftsfreudig zeigt sich die App dabei zum Verbindungsstatus, wo sich mit einem Blick Batteriestand, Codec und Processing erkennen lassen.
Viele Funktionen, die einem wichtig sind, lassen sich dann auf dem Startbildschirm als Widgets ganz individuell zusammenstellen. Im Bereich Equalizer gibt es vier Presets und drei Speicherplätze für Einstellungen über den 10-Band-EQ. Wer bei den Soundanpassungen Beratung wünscht, kann sich durch Klangvarianten klicken, die dann ein bestimmtes Setup erzeugen.
Mit der Funktion Hörmodus werden die Sony LinkBuds Clips mit einer Sprachverstärkung in unruhiger Umgebung lauter, über „Reduzierung Klangverlust“ (Sound Leakage Reduction) durch Höhenreduzierung für die Umgebung leiser. OpenEars leiden ja immer noch etwas an Klangverschmutzung nach Außen aufgrund ihrer offenen Bauweise. Und mit der Funktion Hintergrundmusik können Räume simuliert werden, bei denen die Musik klingen soll, als würde man in einem Café oder im Wohnzimmer sitzen.
Es können die Multipoint-Funktion geschaltet und eine adaptive Lautstärkenregulierung aktiviert werden. Darüber hinaus lassen sich Anpassungen für das 360° Reality Audio von Sony vornehmen, wofür man allerdings entsprechende Dienste abonnieren muss, zum Beispiel Amazon Music. Mit Quick Access lässt sich dieser Anbieter, nebst Spotify oder Endel, dann auch mit einem Tipp am Ohr aufrufen.
Im Bereich »Szene« gibt es dann noch „Scene-Based-Listening“, in welchem die App abfragt, was für diverse Aktivitäten an Programm gewünscht ist. Zum Beispiel: Abspielen einer bestimmten Playlist beim Joggen oder Entspannungsklänge im Zug bei großer Verspätung.
Klang
Kraftvoll und durchzugsstark zeigen die LinkBuds Open in ihrer Klasse keine Schwächen und überzeugen durch einen natürlichen und ermüdungsfreien Höreindruck.
Klanglich zeichnen die Sony LinkBuds Clip kraftvoll und intensiv vom druckvollen Bass über ausgewogene Mitten bis hinauf in den klaren Höhenbereich. Dabei liefern sie – typisch Open-Ears – ein sehr natürliches und offenes Klangbild ganz ohne Druck- und Abschottungsgefühl, was für viel Freiheit im Kopf sorgt und die Umgebung immer noch mit in die Musik hinein nimmt.
Parra for Cuva mit seinem ethno-elektronischen Repertoire in der aktuellen Vorabveröffentlichung überzeugt mit Druck, Leidenschaft und Frische, wirkt sphärisch und verspielt. Aber auch bei den rockigeren Klängen von David Gilmour gelingt den LinkBuds Clip eine große Intensität und Wärme durch ein sehr gutes Fundament.
Alles erscheint angenehm und auch gut durchdringbar. Sony setzt dabei auch auf seinen DSEE genannten Prozess, der komprimierte Klänge aufwerten soll. Zusammen mit einer leichten Bassanhebung im EQ und dem DSEE kommt so viel Gutes hervor, solange man sich nicht in zu lauter Umgebung aufhält. Der Podcast an einer stark befahrenen Straße kann durchaus im Lärm untergehen und unverständlich werden. Und geht man dann auf maximale Lautstärke, verkürzt das die Laufzeit ganz erheblich.
Telefonieren
Telefonate bleiben gut verständlich auch in lauter Umgebung – für den Angerufenen.
Zwei Mikrofone und Knochenschallsensoren sorgen für klare und deutliche Telefonate mit den Sony LinkBuds Clip. Dabei wird die Stimme dank KI-unterstützter Signalverarbeitung vom lauten und unruhigen Hintergrund isoliert und kommt so sehr gut verständlich auf der anderen Seite an, die man selbst – in eben dieser lauten Umgebung stehend – dann auch mal schlechter versteht. Der Eindruck ist auf jeden Fall natürlich, gewohnt und unauffällig.
Fazit
Die Sony LinkBuds Clip überzeugen mit ihrem feinen und natürlichen Klang, der dennoch satt, kraftvoll und dicht aufzuspielen weiß und dem man ermüdungsfrei stundenlang zuhören kann. Dabei bleiben die Ohren frei und die Umgebung fließt mit in den Höreindruck ein, was das große Potenzial – aber auch gleichzeitig das Problem dieser Hörerkategorie ist. Wer auf Ungestörtheit und Abschottung Wert legt, muss sich daher bei klassischen In-Ears mit ANC umsehen. Ansonsten gelingt es dem Hersteller auf Anhieb – auch dank sinnvoller Funktionen über die App – mit den Sony LinkBuds Clip solide, gut klingende, anmutige und ausgereifte Open-Ears auf den Markt zu bringen.
FAQ: Häufige Fragen zu den Sony LinkBuds Clip
Wie lange hält der Akku?
9 Stunden Wiedergabe, 4 Stunden Telefonie pro Ladung. Das Case liefert drei zusätzliche Ladungen. Schnellladung: 3 Minuten für 1 Stunde Spielzeit.
Sind die Sony LinkBuds Clip wasserfest?
IPX4 – ausreichend für Joggen bei Regen, aber nicht für intensiven Wasserkontakt. Sony könnte die Clips witterungsbeständiger und sporttauglicher ausführen.
Welche Bluetooth-Codecs werden unterstützt?
Bluetooth 5.3 mit SBC und AAC. Multipoint für zwei Geräte gleichzeitig.
Wie gut ist die Touchsteuerung der Sony LinkBuds Clip?
Präzise und zügig, aber nicht frei belegbar – nur blockweise auf zwei- und dreimal Tippen verteilt. Kein voller Bedienkomfort wie bei den WF-1000XM6.
Kann man kabelloses Laden nutzen?
Nein, das Case der Sony LinkBuds Clip ist nicht Qi-fähig. Es wiegt 42 Gramm und hat ein handliches Format.
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Technische Daten
- BauformOpen-Ear
- Bauweiseoffen
- Wandlerprinzipdynamisch
- Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 Hz - 20 kHz
- Gewicht ohne Kabelje 6,4 g
Lieferumfang
- Anpassbare Polster
- Ladecase
Besonderheiten
- in Grün, Grau, Schwarz und Lavendel erhältlich
- BT-Version: 5.3
- BT-Codecs: SBC, AAC
























