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Flughafen Frankfurt testet Auracast für Gate-Durchsagen

Von Redaktion vor 4 Minuten

Der Flughafen Frankfurt startet als weltweit erster Flughafen einen Test mit Auracast Broadcast Audio. An zwei Gates im Terminal 1 können Passagiere Durchsagen direkt über ihre Kopfhörer, Hörgeräte oder Smartphones empfangen. Der Test läuft zunächst über zwei Monate.

Direktübertragung an persönliche Geräte

An den Gates A16 und A17 im Terminal 1 übertragen Auracast-Sender alle Gate-Durchsagen als Bluetooth-Audio-Stream. Passagiere mit Auracast-kompatiblen Kopfhörern, Hörgeräten oder Smartphones können sich mit dem Stream verbinden und die Ansagen empfangen, ohne auf Lautsprecherdurchsagen angewiesen zu sein. Die Technologie wandelt Tonspuren in einen direkten Audiostream um, der wie ein Telefonanruf oder Musik-Stream auf dem persönlichen Gerät empfangen wird.


Was ist Auracast Broadcast Audio?

Auracast Broadcast Audio, meist einfach nur „Auracast“ genannt, erweitert die Möglichkeiten der Bluetooth-Audioübertragung enorm.


Die Testphase diene dazu, Feedback von Reisenden und Mitarbeitern zu sammeln. Bewertet werden sollen die Auswirkungen auf Barrierefreiheit, Komfort und das gesamte Passagiererlebnis. Das Projekt wird von Distr@l finanziert, einem Förderprogramm des Landes Hessen für digitale Barrierefreiheit. Sittig Technologies leitet das Projekt gemeinsam mit Fraport und der Frankfurt University of Applied Sciences.

Fokus auf Inklusion und Silent-Airport-Konzept

Die Technologie richte sich besonders an Reisende mit Hörverlust. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leben weltweit 1,5 Milliarden Menschen mit Hörbeeinträchtigungen. Für diese Gruppe sind herkömmliche Lautsprecherdurchsagen in belebten Terminals oft schwer verständlich. Mit Auracast erhalten sie die Informationen direkt auf ihre Hörgeräte oder über ihr Smartphone an ihre Kopfhörer.

Gleichzeitig unterstützt das System das Konzept des Silent Airport. Anstelle häufiger Lautsprecherdurchsagen empfangen Passagiere wichtige Gate-Informationen wie Boarding-Aufrufe, Änderungen oder Verspätungen über ihre eigenen Auracast-Kopfhörer. Das reduziert den Lärmpegel im Terminal und hält Reisende dennoch umfassend informiert.

Unterstützte Geräte und Smartphones

Passagiere können Auracast-Streams mit kompatiblen Kopfhörern, Hörgeräten oder Smartphones empfangen. Zu den unterstützten Smartphone-Modellen gehören Google Pixel und Samsung Galaxy-Geräte. Nutzer von Hörhilfen ohne direkte Auracast-Unterstützung können den Stream über eine App auf einem kompatiblen Smartphone empfangen und an ihr Hörgerät weiterleiten.

Nahtlose Integration ohne größere Umbauten

Die Auracast-Sender seien direkt in die bestehenden PAXModular IP-Sprechstellen von Sittig Technologies integriert, die bereits an den Gates installiert seien. Der Flughafen konnte Auracast-Übertragungen laut eigenen Aussagen daher ohne größere Umbauten oder zusätzliche Hardware einführen. Alle automatisierten Durchsagen aus dem PAXGuide-System von Sittig werden über diese Sender ausgestrahlt und liefern manuelle sowie automatisierte Gate-Informationen direkt auf die Endgeräte der Passagiere.

Technologiepartner und Branchenunterstützung

An der Installation beteiligen sich mehrere Technologiepartner. Dazu gehören GN Hearing, Google, Samsung und die Bluetooth Special Interest Group. Die Partner tragen Lösungen und Expertise bei, um das Hörerlebnis an öffentlichen Orten zu verbessern. Die Zusammenarbeit unterstreicht die Unterstützung der Branche für Auracast und dessen Potenzial zur Verbesserung der Barrierefreiheit.

Premiere für Flughafen-Infrastruktur

Mit dem Test positioniert sich der Flughafen Frankfurt als Vorreiter bei der Integration von Auracast Broadcast Audio in die Flughafen-Infrastruktur. Die Technologie könnte künftig an weiteren Gates und anderen Flughäfen zum Einsatz kommen. Nach Abschluss der zweimonatigen Testphase wird Fraport entscheiden, ob und wie Auracast am gesamten Flughafen ausgerollt wird.

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