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FiiO FW5

Vollständig integrierter True Wireless In-Ear

Kurz & knapp

Die FiiO FW5 sind solide True Wireless In-Ears, die mit gut aufeinander abgestimmten Komponenten, tadellosen technischen Daten und einem entsprechend neutralen Klang aufwarten. Was sie besonders macht, ist der mächtige Equalizer, der dem Klang nahezu jede gewünschte Charakteristik aufprägt. Entsprechend empfehlen sich die FW5 also vornehmlich für den HiFi-Enthusiasten, der Spaß daran hat, seine individuelle klangliche Ideallinie zu modellieren.

Vorteile:
  • ausgewogener und unangestrengter Klang
  • gute räumliche Darstellung
  • professioneller Multiband-Equalizer (via App)
  • sehr gute Individualisierungsmöglichkeiten (via App)
Nachteile:
  • Funktionstaster schlecht bedienbar
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Schon seit weit über zehn Jahren bereichert der chinesische Audio-Hardware-Hersteller FiiO die heimische HiFi-Landschaft mit einem ziemlich breiten Spektrum von Audio-Komponenten. Das reicht von verschiedensten Kopfhörern über DAC-Wandler, Bluetooth-Transponder/Receiver, Digital-Verstärker bis hin zu Audioplayern – darunter sogar ein klassischer analoger „Walkman“.

Der Name „FiiO“ leitet sich übrigens aus dem eigenen Anspruch ab, „High Fidelity – kurz: HiFi“ mit der Digitaltechnik zu verbinden („1“ & „0“ entsprechend: iO). Mit ihrer hier zum Test antretenden FW-Serie (FW5 und FW3 [Test])verspricht der Hersteller seine Kompetenzen im Bereich Bluetooth-Übertragung, DA-Wandlung und Kopfhörer zu einem überzeugenden In-Ear-Hörer zu bündeln. Da hören wir doch gerne mal rein.

Was bekommt man hier?

Laut Hersteller soll der FW5 also mit seiner Gesamtkonzeption überzeugen, bei der alle Komponenten auf HiFi-Qualität ausgerichtet wurden: Vom Bluetooth-Chip (Qualcomm QCC5141 mit Snapdragon Sound), über die Wandler (AK4432), die einen Dynamikbereich von 108 dB (!) und eine Verzerrung unter 0,0016% erreichen sollen, bis hin zum eigentlichen Treiber-Verbund, der aus zwei Balanced-Armature-Hochton-Treibern (BA) besteht, die von einem dynamischen 10-mm-Breitband-Treiber unterstützt werden.

Komplettiert wird das Paket durch eine reichhaltige Ausstattung mit Ohrpassstücken aus Silikon von denen es direkt zwei Sets in jeweils unterschiedlichen Größen mitgeliefert werden: Das eine mit dem Namen „Balanced“, das andere entspricht dem hauseigenen Set „HS18“ und sticht durch ein extrem dünnes und geschmeidiges Silikon hervor. Ebenfalls mitgeliefert wird ein aus zwei kleinen Bürsten bestehendes Reinigungsset, ein kurzes USB-A-auf-C-Kabel, sowie die Ladeschale. Diese gibt über vier LEDs Auskunft über ihren Ladezustand. Der Akku hält genug Reserven bereit, um die Hörer rund dreieinhalb Mal vollständig zu laden, wobei es die FW5 bei voller Ladung auf rund sieben Stunden Spielzeit bringen (natürlich abhängig von Außentemperatur und Hörlautstärke).

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Look & Feel

In Bezug auf das Aussehen bedienen sich die FW5 deutlich sichtbar beim Design des FD7, dem Spitzenmodell von FiiO. Beim Aufklappen der Ladeschale blickt man entsprechend auf die hübschen Rückseiten der beiden Hörer, die mit ihren drei leicht geschwungenen, sich nach oben öffnenden Linien, ein bisschen an die Formensprache der „Art Deco“-Zeit erinnern. Da durch die Rückwand hindurch ein feines Lochraster zu erkennen ist, scheint es unwahrscheinlich, dass die FW5 wasserdicht sind. Entsprechend reicht die IPX-Klasse hier nur bis 4 (Schutz gegen Spritzwasser).

An der Oberseite beider Hörer befinden sich jeweils zwei kleine Taster, mit denen sich ein vollständiger Satz von Medien- und Telefon-Steuerungsfunktionen abrufen lässt. Diese sind in der Praxis allerdings sehr fummelig zu bedienen, da sie zum einen wirklich sehr klein sind und sich zum anderen – je nach Ohrform – auch mit dem Wulst des Außenohrs in die Quere kommen. Wichtig: Beim Justieren der Lautstärke über die Hörer gilt es zu wissen, dass man hier nicht (!) die Lautstärke des Zuspielers regelt, sondern die des integrierten Verstärkers. Es kann also passieren, dass man beispielsweise am Handy auf voller Lautstärke regelt und die In-Ears trotzdem still sind (und umgekehrt). Der Beschallungs-technisch korrekte Weg wäre hier dann eigentlich, den Amp immer auf voller Leistung zu betreiben und die Lautstärke dann seitens des Zuspielers zu justieren.

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FiiO-App

Mächtig viel Funktionen wurde in die FiiO-Control-App gepackt, die sowohl für iOS wie auch Android zum kostenlosen Download zur Verfügung steht. Vom Batterieschutz (Laden nur bis 80%), über den optionalen Gamer-Modus (reduzierte Latenz), über die Zeit bis zum Stand-by, bis hin zum Bluetooth-Codec (SBC, AAC, aptX, aptX Adaptive, LHDC, LDAC per experimentellem Firmware-Update) befinden sich hier viele Stellschrauben im Zugriff. Auch die Möglichkeit, die Balance zwischen den Hörern und zwischen Anrufen und Signaltönen zu justieren, findet sich viel zu selten bei anderen Hörern.

Spätestens aber beim Aufrufen des Equalizers zeigt sich, warum die Firma FiiO im HiFi-Segment spielt, denn hier finden sich ganze zehn Frequenzbänder, um den Klang an die persönliche Präferenz anzupassen. Damit nicht genug, ist jedes Band zudem voll-parametrisch einstellbar: Also sowohl die Einsatzfrequenz, die Charakteristik (Peak/Shelf), wie auch die Güte (Q-Faktor: 0,25 – 8) sowie der Pegelhub (+/- 12 dB). Und so richtig nerdig wird es, wenn man schlussendlich auch noch den Algorithmus des globalen High-pass Filters auswählen kann. Vier Modelle gibt es hier, mit denen sich wahlweise zwischen steiler und weicher Flankensteilheit und phasenlinearem oder adaptivem Verhalten umschalten lässt – wow! Solche Feinheiten lassen sich am Ende akustisch kaum noch unterscheiden, trotzdem ist es gut, hier die Wahl zu haben. Mir persönlich gefiel im Bassbereich übrigens die weiche, phasenlineare Charakteristik am besten.

Wie klingen die FiiO FW5?

Laut Pressetext von FiiO war es das erklärte Ziel, möglichst alle klangfärbenden Komponenten wegzulassen: Active Noise Cancelling (ANC) sucht man also ebenso vergeblich, wie eine werksseitige DSP-Optimierung der Hörer. Man lauscht hier also dem weitgehend unverfälschten Klang des Drei-Wege-Systems, bestehend aus zwei Knowles-BA-Treibern und einem dynamischen 10-Millimeter-Treiber.

Und die Grundcharakteristik der FW5 bestätigt, dass die Entwickler hier gute Arbeit geleistet haben, denn die Hörer klingen schon in der Neutralstellung des Equalizers ganz ausgezeichnet: sehr neutral, mit einem kleinen bisschen Höhenglitzern. Eine ideale Ausgangsbasis also, um hier mit dem ausgezeichneten Equalizer der App die individuelle Klangpräferenz zu modellieren. Drei EQ-Kurven stehen hier ab Werk zur Verfügung: „Klassik“, „Pop“ und die bekannte „Harman-Kurve.“ Die sind meiner Meinung nach allerdings durch die Bank ziemlicher Quatsch, weil sie zum einen viel zu viele Bänder aktiviert haben (jedes aktive Equalizerband erzeugt auch Phasenverschiebungen, darum sollte man so wenig wie möglich nutzen), die dann auch noch unnötig viel Pegelhub haben. Gut, das ist auch ein bisschen Geschmackssache – aber eigentlich brauchen die FW5 überhaupt nicht viel Anpassung, um sie mitreißend klingen zu lassen:

Meine Präferenz: 1 dB mehr Schub bei 64 und 2 dB bei 32 Hz, dann das 500 Hz-Band manuell auf 480 Hz setzen und dort um 2 dB reduzieren, hiernach bei 8 kHz einen kleinen Dip um 1dB und schlussendlich das letzte Höhenband manuell auf High-Shelf umschalten, dort die Einsatzfrequenz auf 10 kHz legen, den Q-Faktor auf sanfte 0,45 stellen und die Höhen um 2 dB anheben (Audioprofis werden wahrscheinlich schon erkannt haben, dass es sich hierbei um die klassische „Sweetening-Kurve“ handelt). Was die FW5 im Ergebnis deutlich muskulöser im Bass und brillanter in den Höhen macht und den Hörspaß entsprechend ankurbelt.

Fazit

Für den Grundgedanken, der hinter den FiiO FW5 steckt, möchte ich eigentlich die vollen fünf Sterne strahlen lassen. In-Ears möglichst neutral abzustimmen und auch auf klangfärbende oder optimierende Komponenten wie Active Noise Cancelling oder DSP-Optimierung zu verzichten, dafür aber einen extrem leistungsfähigen, vollparametrischen 10-Band-Equalizer zur persönlichen Klanggestaltung via App-Steuerung mitzuliefern, sollte eigentlich der Königsweg bei allen In-Ears sein. Und der Plan geht auf, denn die In-Ears halten mit ihrem sehr neutralen Grundklang und ihrer hohen Impulsstärke genug Reserven bereit, um die individuelle Klanganpassung wirkungsvoll zu präsentieren.

Im Ergebnis sind die FW5 echte Sound-Allrounder, die sich nahtlos vom dezenten Hintergrundbeschaller bis zum protzigen Loudness-Monster durchstimmen lassen. Das, in Verbindung mit dem angemessenen Preis, würde eigentlich die volle Punktzahl rechtfertigen, wenn die Bedienung über die winzigen Taster an der Oberseite des Gehäuses nicht so unpraktisch wäre, wofür ich beim Handling einen halben Stern abziehe. Ebenfalls einen halben Stern Abzug in diesem Segment gibt es für die fummeligen Taster an der Oberseite.

Das ändert aber am Ende nichts am insgesamt sehr positiven Gesamtbild, das die FW5 hinterlassen. Sie richten sich dabei vornehmlich an HiFi-Enthusiasten, die mit dem mächtigen Equalizer auch etwas anfangen können und Spaß daran haben, ihre persönliche Klangpräferenz so zu gestalten, dass diese In-Ears zu etwas Individuellem werden.

vor 4 Monaten von Numinos
  • Bewertung: 4.5
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch + Balanced Armature
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Impedanz32 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)108 dB
  • Gewicht ohne Kabelje 6,4g, Case ca. 44,4 g

Lieferumfang

  • HS18-Ohrstöpsel (S, M, L)
  • Balanced-Ohrstöpsel (S, M, L)
  • Reinigungsbürste
  • USB-Ladekabel
  • Lade-Case

Besonderheiten

  • BT-Codecs: SBC, AAC, aptX, aptX Adaptive, LHDC, LDAC
  • BT-Version: 5.2

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