Mit dem Marshall Bromley 750 gibt es eine sehr massive und schwere Partybox, die nicht nur unfassbar guten und kraftvollen Sound abliefert, sondern auch noch coole Extras wie Partylight und zahlreiche Eingänge für Mics oder (DJ-)Equipment bietet. Dabei vergisst der Bromley 750 nie seine Roots und zeigt in all seinen Details, dass er ein echter Marshall-Speaker ist.
- laut und intensiv
- guter Rundum-Klang
- lange Akkulaufzeit
- analoge Steuerung
- Anschluss für Mikrofon, DJ-Mixer oder Instrumente
- IP-54-Schutz, robust
- Lichteffekte
- schwer und sperrig
- minimale App-Unterstützung
- teuer
Laut, lauter, Marshall Bromley 750. Purer, kraftvoller Sound im authentischen Marshall-Style mit 40 Stunden Akkupower, vielen Inputs und über 400 Watt Output mit True Stereophonic 360°-Sound. Das Maß aller Dinge in Sachen Sound, Power und Party-Performance im echten Marshall-Style? Das klären wir im Test.
Inhaltsverzeichnis
Zur Hardware
Der Marshall Bromley 750 ist kein Leichtgewicht. Die fast 24 Kilogramm wollen erstmal zur Location gebracht sein, was dank ausziehbarem Handgriff und zwei kräftigen Rollen gut klappt, da man den Marshall Bromley 750 dann wie einen Rollkoffer hinter sich herziehen kann. Ihn dann auf eine erhöhte Position oder in die bodenseitige Aufnahme für Boxenstative zu wuchten – dabei helfen zwei zusätzlich im Gehäuse eingelassene Handgriffe schon sehr.
Das Gehäuse mit den Maßen 41,3 x 65 x 35,5 cm, auf das man sich auch mal draufsetzen oder eine Flasche Bier abstellen kann, strahlt jede Sekunde die Marshall-Vibes aus: Tolex-Bezug, Kantenschutz aus kräftigem Plastik, großes Sound-Gitter an der Front mit dem markanten Schriftzug in der Mitte, wohinter 70 kräftig leuchtende LED-Spots eingelassen sind, das metallunterlegte Bedienpanel mit LED-umkränzten Endlosreglern, Wippschaltern und Knöpfen.
Qualitativ und haptisch ist der Marshall Bromley 750 das obere Ende in Sachen Verarbeitung und Anmutung. Da wundert es schon, dass diese Erscheinung von einem Speaker „nur“ mit Schutzklasse IP 54 ausgezeichnet ist, was ihn zwar unempfindlich für Schmutz- & Spritzwasser macht – man kann ihn im Regen stehen lassen – untertauchen oder mit dem Schlauch abspritzen geht aber nicht. Bei einem Wolkenbruch also besser abdecken.
Auf der Rückseite befinden sich hinter zwei dicken Gummikappen jeweils das Schubfach für den herausnehmbaren Akkublock und das Steckfeld für zwei Mikrofone oder Instrumente im 6,3 Millimeter Kombibuchsenformat für Klinke und XLR. Hinzukommen zwei Cinch-Buchsen für RCA-kompatible Hardware, ein 3,5 Millimeter Aux-In für analoge Quellen, ein ebenso ausgeführter Aux-Out um weitere Boxen (auch artfremde) via Daisy-Chaining anzuschließen – soweit diese selber über einen Aux-In verfügen.
Schließlich noch eine USB-C-Buchse, um den Akku als Powerbank nutzen zu können. Unten rechts gibt es dann noch den Anschluss für Strom aus der Steckdose, der die Box betreiben und den Akku laden kann.
- Links die Anschlüsse und rechts das herausnehmbare Akkupack.
Im Inneren verteilt Marshall dann acht Treiber nebst zugehörigem Class-D-Verstärker. Nach vorne und hinten strahlen dabei jeweils ein 10-Zoll-Woofer nebst 1-Zoll-Hochtöner ab. Seitlich sorgen dann zwei 5,25-Zoll-Mitteltöner und nach oben zwei weitere 0,8-Zoll-Hochtöner für den beeindruckenden von Marshall so called True Stereophonic 360°-Sound, der irgendwo zwischen 442 und 500 Watt liegt – je nachdem, ob ich die angegebene Leistung der Treiber oder die des Verstärkers summiere.
Marshall gibt konkret nur den Maximalpegel von 127 dB an.
Funktion und Bedienung
Zugänglichkeit wird bei dem Marshall Bromley 750 großgeschrieben und neben den oben bereits beschriebenen Kabelwegen kommt dann natürlich noch mit Bluetooth 5.3 der kabellose Zuweg, der bei freier Sicht bis zu 70 Meter überbrückt und mit SBC, AAC auch LC3 codiert. Dabei kann die Box von zwei Quellen zugleich (Multipoint) im Wechsel angespielt werden und verfügt mit Auracast über eine weitere Möglichkeit, Programme aus der Ferne zu empfangen.
Zwar gewährt Marshall auch dem Bromley 750 Zugang zu seiner App – deren Remote-Kapazitäten beschränken sich jedoch lediglich auf die Regelung der Lautstärke, die Konfiguration der frei belegbaren M-Taste, Nachhorchen bei Auracast-Inhalten und Updates sowie die Einstellung des Abschalttimers. That´s it.
Alles andere wird direkt an der Box bedient, geregelt und geschaltet. Und das tut man auch sehr gerne, denn die Regler und Schalter wollen berührt und gedreht werden – um mehr Volume, Bass oder Höhen zu bekommen, um die Lighteffekte durch drei Modi zu switches, die Eingänge zu wechseln – kurzum, um die Box und ihre Kraft ganz direkt zu kontrollieren, zu spüren und zu sehen. Damit rückt die Box selber ins Zentrum der Show, denn um das Maximum aus dem Marshall Bromley 750 herauszuholen, muss man bei ihm sein, an ihm regeln, reagieren und optimieren, bis alles passt und wirkt.
- @ Marshall
Sound
Viel Bass – viel Spaß. Wucht und Tiefe, die „Sorrow“ über den Marshall Bromley 750 raushaut, sind beeindruckend gut und man wähnt sich am Bühnenrand vom Live-Konzert von David Gilmour. Durchsetzungstark und gut verortbar auch die mittleren Lagen, in denen Stimmen und Instrumente auch bei größerer Lautstärke deutlich zur Geltung kommen und den warmen und intensiven Charakter von Marshall ausmachen, der sich gerade im rockigeren Genre sehr gut entfaltet.
Bass und Höhen lassen sich über die zwei Regler easy gestalten und entfalten, wobei dem siebten Regler, ganz rechts auf dem Brett, eine besondere Funktion zugeordnet ist. Mit dem Sound-Charakter-Regler lässt sich nämlich das Zusammenspiel von Bass zu Mitten zu Höhen volumenabhängig einstellen, was Marshall folgendermaßen erklärt: „Der Sound-Charakter-Regler lässt sich stufenweise von 1 bis 13 einstellen. Wenn du den Regler drehst, ändern sich die EQ-Kurve, Kompression und der Obertongehalt des Signals Schritt für Schritt. Das Ergebnis? Ein Übergang von cleanem, natürlichem Klang bis hin zu kraftvoller, bassbetonter Verzerrung – oder wie wir es nennen: der Party-Modus.“
Was nichts weiter bedeutet: Je lauter, desto mehr Wumms und Krach bei maximalem DSP-Einsatz für gute Klangstabilität und Party-Crunch, was aber auch auf Kosten von den Details geht, die dann schon etwas versuppen, je lauter es wird.
Schiller mit „Clair de Lune“ vom aktuellen Album „Euphoria“ pulst und treibt in maximaler Intensität aus dem Marshall Bromley 750 hervor und verwandelt den Raum in ein kleines Berghain.
Aber genau so steht man Glen Hansard bei „Didn’t he Ramble“ direkt im Funkhaus gegenüber und fühlt den straighten Weg des Rock. Wenn’s dann noch dunkel ist und der Light-Modus auf drei geschaltet ist: Perfekter Moment. Intensiv und dicht.
Dank der guten Treiberverteilung in der Box bleibt dieser Soundeindruck rund um die Box gleich gut erhalten, sodass sie tatsächlich einfach in die Mitte vom Raum aufgestellt werden kann, ohne dabei eine Richtung zu vernachlässigen.
Und wenn dann noch jemand das Mikro einsteckt, singen und performen kann, dazu seine Stimme mit Delay und/oder Reverb etwas aufzupimpen weiß, das Ganze gepaart mit Groove-Box oder Gitarre – tja, dann ist diese Box mehr als nur ein Speaker. Dann ist sie Show und Bühne zugleich.
LG XBOOM XL9T
Lauter und mächtiger als der Marshall, aber mit weniger Style – perfekt für große Partys und Events mit maximaler Wucht.
Fazit
So laut und mächtig wie die LG XBOOM XL9T (zum Test) ist der Marshall Bromley 750 beileibe nicht, aber dafür hat er mehr Style und Haltung, vor allem in der coolen Schlichtheit der Lichteffekte und der erforderlichen Direktheit von Bedienung und Kontrolle ohne viel Schnickschnack.
Der Marshall Bromley 750 bietet volle Wucht und Tiefe bis in den Bauch, ist treibende Kraft, erzeugt harten Sound, der die Partylocation durchaus zum Kochen bringt und eine Karaoke-Session genauso befeuert wie den Gig mit kleinem Besteck und toller Stimme unvergesslich macht, aber dabei immer klarstellt, dass es ein Marshall ist, der hier Gutes für den Sound tut. 1.000 Euro sind viel Geld – aber dafür bekommt man auch echtes Zeug für echte Momente.
FAQ: Häufige Fragen zum Marshall Bromley 750
Wie schwer ist der Marshall Bromley 750?
Fast 24 Kilogramm. Dank ausziehbarem Handgriff, zwei Rollen und zwei eingelassenen Handgriffen lässt er sich aber gut transportieren.
Ist der Bromley 750 wasserdicht?
IP54 – spritzwassergeschützt, aber nicht wasserdicht. Regen ist kein Problem, aber Untertauchen oder Abspritzen mit dem Schlauch geht nicht.
Welche Anschlüsse hat der Bromley 750?
Zwei Kombibuchsen (6,3 mm Klinke/XLR) für Mikrofon/Instrumente, zwei Cinch (RCA), 3,5 mm Aux-In, 3,5 mm Aux-Out (Daisy-Chain), USB-C (Powerbank), Netzteil-Anschluss. Bluetooth 5.3 mit SBC, AAC und LC3.
Wie laut ist der Marshall Bromley 750?
Maximalpegel von 127 dB. Die Leistung liegt zwischen 442 und 500 Watt (je nach Treiber- oder Verstärker-Angabe).
Was ist der Sound-Charakter-Regler?
Ein stufenloser Regler (1-13), der die EQ-Kurve, Kompression und Obertongehalt anpasst. Von cleanem Klang bis zu kraftvoller, bassbetonter Verzerrung im „Party-Modus“ – auf Kosten von Details bei hoher Lautstärke.
- 999,00 € *Zum Angebot
Technische Daten
- BauformLautsprecher
- Bauweisemobil
- Wandlerprinzipdynamisch
- Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 Hz - 20 kHz
- Impedanz4 Ohm
- Schalldruckpegel (SPL)127 dB
- Gewicht ohne Kabel(23,9 kg) od. 23.900 g
Lieferumfang
- Bromley-Akku (im Lautsprecher)
- Stromkabel
Besonderheiten
- Bluetooth 5.3
- Codecs: SBC, AAC, LC3












