Der neue Shokz OpenFit Pro, das aktuelle Spitzenmodell des chinesischen Herstellers, kommt mit gut klingenden Treibern und – sehr ungewöhnlich für Open-Ears – aktivem Noise-Cancelling. Eine üppige Funktionalität (u.a. Dolby Atmos, Head Tracking), eine geradlinige Bedienung und ein hoher Tragekomfort runden das Paket ab und machen den OpenFit Pro aktuell zum heißesten Anwärter auf den Spitzenplatz.
- Klang
- hoher Tragekomfort
- hohe Qualität bei Telefonaten
- beste Eignung für Bürokommunikation
- dezentes Noise-Cancelling
Inhaltsverzeichnis
Shokz gehört zu den Vorreitern im Bereich der Knochenschallübertrager und der Open-Ear-Kopfhörer. Mit dem Shokz OpenFit Pro stellt der chinesische Hersteller nunmehr eine weitere Neuerung vor: Open-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling. Fast zu schön, um wahr zu sein? Wir machen den Test!
Der Hersteller aus dem chinesischen Shenzhen ist seit 2011 am Markt, hält mehr als 4.000 Patente und hat laut eigenen Aussagen mehr als sieben Millionen Kunden. Während man sich zunächst auf Sportkopfhörer fokussierte, hat Shokz 2023 mit dem OpenFit den Trend der Open-Ear-Kopfhörer eingeläutet und das Angebot mit den Modellen OpenFit Air, OpenDots One, OpenFit 2 und OpenFit 2+ weiter ausgebaut beziehungsweise modernisiert. Das neue Topmodell hört auf den Namen OpenFit Pro und soll in jeder Disziplin nachlegen.
Flottes Design
Der in schneeweiß und mattschwarz erhältliche Shokz OpenFit Pro ist in Bügelform ausgeführt und mit silbernen Elementen verziert – das sieht hochwertig und edel aus und fasst sich auch so an. Die Treiber werden mithilfe des elastischen Bügels aus Nickel-Titanlegierung mit Silikonbeschichtung über die Ohren gelegt und schweben sodann gewissermaßen vor dem Gehörgang.
Zur direkten Bedienung gibt es jeweils einen kleinen Druckknopf, der multiple Funktionen ausführen kann, die über eine kostenlose App konfiguriert werden können. Untergebracht wird der Shokz OpenFit Pro in einem flachen Klapp-Case, das gleichzeitig als Ladestation und ergänzender Akku fungiert. Es verfügt über eine USB-C-Buchse, eine Status-LED und lässt sich induktiv aufladen.
Neue Treiber, gute Laufzeiten und je drei Mikrofone
Der nach IP55 zertifizierte Shokz OpenFit Pro arbeitet mit Bluetooth 6.1 und bieten Unterstützung für die Audio Codecs SBC und AAC. Die Laufzeit liegt laut Hersteller bei sechs bis zwölf Stunden, abhängig von der Lautstärke und der ANC-Nutzung – ein bisschen mehr als im Shokz OpenFit 2.
Das Lade-Case vervierfacht diese Leistung. Die Gesprächszeit pro Ladung beträgt etwa zehn Stunden und überdauert damit einen kompletten Arbeitstag. Schnellladungen sind möglich. Des Weiteren ist die hohe Stand-by-Dauer von 270 Tagen erwähnenswert.
Der chinesische Hersteller hat die verbauten Treiber auf den Namen SuperBoost getauft. Sie sind mit „groß dimensionierten, synchronisierten Dual-Diaphragma-Treibern“ mit Silikon-Membran und PMI-Alumkappen ausgestattet, die laut Hersteller einen verzerrungsarmen, dynamischen und kräftigen Klang liefern sollen. Dazu weist Shokz auf je drei Mikrofone mit KI-Unterstützung für die Nebengeräuschunterdrückung und einen Transparenzmodus hin. Auch gibt es eine Optimierung für Dolby Atmos sowie ein Head-Tracking.
Wie schlägt sich der Shokz OpenFit Pro in der Praxis?
Die federleichten Hörer (je 12,3 Gramm) liegen dank der silikonbeschichteten Bügel druckfrei über den Ohren und stören selbst im Dauerbetrieb nicht. Man hat aufgrund der offenen Hörgänge nie das Gefühl eines Fremdkörpers, sondern vergisst die Kopfhörer im besten Fall sogar.
Auch die Bedienung ist vorbildlich. Über eine Taste pro Hörer lassen sich multiple Funktionen per Einfach-, Doppel- und Dreifachklick sowie längeren Tastendruck aufrufen – konfigurierbar über die Shokz-App pro Hörerseite. So lassen sich Anrufe, die Musikwiedergabe, der Pegel, ein Sprachassistent und das Noise Cancelling bequem steuern.
Der Test fand mit einer Beta-Version der App statt, die kostenlos für iOS und Android verfügbar ist. Diese bietet die Möglichkeit zu Firmware-Updates (Teststand 1.0.2), aber auch für zahlreiche Einstellungen. Hierzu zählt die Konfiguration der Bedienelemente, des Noise Cancelling und des Multi-Point-Betriebs.
Hinzu kommen Funktionen, um die Kopfhörer zu suchen, das Aktivieren einer Trageerkennung für ein automatisches Pausieren der Wiedergabe sowie einen Modus zu Latenzoptimierung, der sich bei Filmen und Spielen positiv auswirkt.
Schließlich gibt es einen zehnbandigen grafischen Equalizer, mit dem sich der Klang geschmacklich formen lässt. Zur Auswahl stehen vorgefertigte Presets sowie die Möglichkeit, eigene Einstellungen zu hinterlegen.
Noise-Cancelling mit anderem Ansatz
Eine Nebengeräuschunterdrückung in Open-Ear-Konstruktion ist spannend, da sie dem Konzept der offenen Kopfhörer eigentlich widerspricht. Die erwähnten drei Mikrofone sollen eine solche Funktion in Kombination mit einem adaptiven Algorithmus dennoch ermöglichen, dazu in Echtzeit angepasst auf die jeweilige Situation.
In der Praxis fallen die Ergebnisse grundsätzlich eher dezent aus. Dieses Noise Cancelling ist entsprechend nicht mit der teilweise intensiven Performance von In-Ears oder Over-Ears vergleichbar.
Je nach Situation hört man sogar nahezu keinen Unterschied. In anderen Fällen lässt sich aber doch eine leichte, durchaus spürbare Absenkung der Umgebungsgeräusche feststellen. Anders als bei einer konventionellen Geräuschunterdrückung nehme ich die Änderungen dabei eher im Höhenbereich wahr. Schritte, die Geräusche vorbeifahrender Autos und Sprache sind dennoch wahrnehmbar.
Eine völlige Abschottung, beispielsweise bei Reisen im Zug, gelingt also nicht. Entsprechend würde ich das ANC des Shokz OpenFit Pro als Komfortfunktion bezeichnen, die insbesondere einen statischen Pegel der Großstadt oder im Arbeitsumfeld abmildert. Empfindlich ist die in der Intensität regelbare Schaltung gegenüber Windgeräuschen.
Der umgekehrte Umgebungsmodus intensiviert die ohnehin offene Hörsituation. Eine flüssige schnelle Kommunikation ist bei aufgesetzten Kopfhörern also definitiv gegeben.
Kann der Klang mit In-Ear-Kopfhörern konkurrieren?
Als Open-Ear-Kopfhörer legt der Shokz OpenFit Pro seinen Fokus nicht primär auf die Güte der Klangreproduktion. Einen Vergleich mit audiophilen Produkten würde ich entsprechend nicht erwägen. Gleichwohl ist die Klangqualität trotz der offenen Konstruktion und angesichts der Preisklasse erstaunlich. Die Shokz OpenFit Pro spielen ausgewogen offen und detailliert auf, dazu bei entsprechendem Pegel durchaus druckvoll.
Einzig der Bass reicht nicht hinab bis in die unterste Etage, sondern verbleibt im Geschoss darüber. Das kann man in dieser Preisklasse und aufgrund der funktionalen Konzeption getrost übersehen, denn es klingt wirklich absolut ansprechend.
Neben der stimmigen Balance des Shokz OpenFit Pro überzeugen mich auch der Detailreichtum und das Stereopanorama, während die Reproduktion der Dynamik eher durchschnittlich ausfällt. Bei Pop, Rock und Chartproduktionen kommt in aller Regel Hörvergnügen auf, während man filigraner angelegte Genres eher in ruhigen Umgebungen genießen sollte. Bei typischen Spaziergängen und im Büroeinsatz sind die Pegelreserven zumeist ausreichend für den Musikgenuss. Das ist beachtlich und für mich ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz.
In lauten Außenbereichen, etwa an belebten Straßen, muss man den Pegel durchaus kräftig anheben, was insbesondere bei Telefonaten gilt. Hier sind schlicht die Grenzen von Open-Ear-Konstruktionen erreicht, selbst wenn diese mit dem Shokz OpenFit Pro weiter nach oben verschoben wird. Anders formuliert: Der Shokz OpenFit Pro beansprucht klanglich aktuell die Krone im Bereich der Open-Ear-Kopfhörer.
Dazu zählt auch die erwähnte Optimierung für Dolby Atmos. Eine mehrkanalige Kopfhörerwiedergabe mit Dolby Atmos ist prinzipiell auf jedem Kopfhörer möglich. Sie hängt zumindest nicht von der individuellen Ohrform ab, da diese nicht vermessen wird. So funktionierte die Positionierung der virtuellen Lautsprecher mit der zugehörigen Dolby-Testdatei in meinem Fall nur befriedigend. So liegen bei mir die Unterschiede zwischen Stereo- und Mehrkanalmischungen auf dem Kopfhörer keine Welten auseinander.
Materialabhängig ergibt sich aber dennoch teilweise eine aufgeräumtere Mischung mit verbesserter Räumlichkeit und erhöhter Transparenz, etwa bei Take on Me von A-ha und dem schönen Duett Run von Taylor Swift und Ed Sheeran. Ebenfalls hörbar dreidimensionaler fällt der Titel The Overview von Steven Wilson aus.
Die relevante Sprachqualität bei Telefonaten ist ebenfalls überzeugend. Sämtliche Gesprächsteilnehmer bestätigten eine hohe Sprachverständlichkeit und eine effiziente Unterdrückung von Nebengeräuschen. Gleichzeitig ergibt sich durch die offene Konstruktion des Shokz OpenFit Pro ein natürliches Sprachgefühl. Interessant: Nehme ich Anrufe direkt auf meinem iPhone an, ist es bei den meisten Bluetooth-Kopfhörern nötig, das Routing am Telefon umzustellen – nicht jedoch hier.
Das Head Tracking schließlich funktioniert für meine Begriffe absolut anständig, flüssig und schnell. Es dürfte sich insbesondere für interaktive Spiele und Simulationen eignen, dürfte während der Musikwiedergabe und regulärer Anwendungen aber ausgeschaltet bleiben.
Fazit – lohnt sich der Aufpreis?
Der Shokz OpenFit Pro stellt für meine Begriffe den bislang überzeugendsten Open-Ear-Kopfhörer dar. Gut klingend, üppig in der Funktionalität, geradlinig hinsichtlich der Bedienung und äußerst komfortabel zu tragen.
Mit diesen Eigenschaften empfiehlt sich der Shokz OpenFit Pro für die tägliche Nutzung unterwegs, im Büro, für sportliche Aktivitäten, Telefonate, zum Gaming aber eben auch für den Genuss von Musik, ohne sich dabei akustisch aus dem Alltag auszuklinken. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt mit 249 Euro etwa 25 Prozent oberhalb des Shokz OpenFit +. Hierfür erhält man lohnenswerte Mehrwerte in mehreren Bereichen – vom Treiber über ein Head-Tracking bis hin zum leichten Noise-Cancelling.
Welche Vor- und Nachteile Open-Ear-Kopfhörer besitzen könnt ihr detailliert in unserem Ratgeber nachlesen, eine Kurzfassung zeigt euch unser Youtube-Video:
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Der Shokz OpenFit Pro wurde auf der CES 2026 vorgestellt. Alle Details zum Launch und zur Technik findest du in unserer News zum Produktstart.
Technische Daten
- BauformOpen-Ear
- Bauweiseoffen
- Wandlerprinzipdynamisch
- Gewicht ohne Kabelje 12,3 g, Case 99,3 g
Lieferumfang
- USB-C-zu-C-Ladekabel
- Lade-Case
Besonderheiten
- in Schwarz und Weiß erhältlich
- BT-Version: 6.1
- BT-Codecs: SBC, AAC
















