Urbanista Miami

Ausdauernde, bassstarke Bluetooth-Over-Ears mit ANC und Umgebungsmodus

Die schwedische Company Urbanista hat ihr Kopfhörersortiment mit den Miami um kabellose Over-Ears erweitert, die sich durch eine hohe Akkulaufzeit auszeichnen und sowohl eine aktive Geräuschunterdrückung als auch einen Ambient-Sound-Modus zur Außenwahrnehmung bieten. Neben dem Bluetooth-Standard 5.0 unterstützt das bassbetont abgestimmte Modell mit dem AAC-Format auch einen hochwertigen Audiocodec.

Beim Auspacken kann wohlwollend registriert werden, dass die Bluetooth-Hörer tadellos verarbeitet sind, einen robusten, durchaus hochwertigen Eindruck vermitteln und mit einem stabilen Hardschalen-Case ausgeliefert werden, was nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit darstellt. Der Sitz ist allerdings recht straffer Natur, was den Tragekomfort bei einem filigranen bis mittleren Kopfumfang aufgrund der üppigen Polsterung nicht schmälert, sondern bei Bedarf sportliche Sprinteinlagen ermöglicht. Für größere Kopfformen könnte der Sitz hingegen zu stramm ausfallen, zumal die massive Polsterung wenig Platz für die Ohren lässt. Bei nicht zu großen Lauschern besteht allerdings der Vorteil, dass diese passgenau umschlossen werden, da die ovalförmigen Schalen nicht gerade, sondern schräg ausgerichtet sind und die Aufhängung ausreichend Beweglichkeit für eine flexible Anpassung der Hörer bietet. Platzsparend einklappbar sind die Miami jedoch nicht.

Als laufstark erwiesen sich die Wireless-Hörer beim Akkutest, indem bei gehobenerem Lautstärkepegel eine Hörzeit von 51 Stunden erreicht werden konnte. Im ANC-Modus beträgt die Laufzeit immerhin 43 Stunden bis die Over-Ears mit Strom versorgt werden wollen, was ebenfalls ein beachtliches Resultat darstellt, zumal die Hörer über den vorhandenen USB-C-Anschluss nach guten 90 Minuten wieder vollständig aufgeladen sind. Alternativ ist auch eine kabelgebundene Nutzung der Over-Ears über den 3,5-mm-Audioeingang an der rechten Schalenseite möglich, wobei die Geräuschunterdrückung und der Umgebungsmodus dem Bluetooth-Betrieb vorbehalten und per Kabel nicht anwendbar sind. Ein entsprechendes Miniklinkenkabel mit integrierter 1-Tasten-Remote, ein Flugzeugadapter und ein USB-C auf USB-A-Ladekabel werden allerdings mitgeliefert.

Gerätesteuerung

Das Koppeln der Miami kann direkt mit dem Einschalten durch ein kurzes Gedrückthalten des mittleren Remote-Tasters an der rechten Hörerseite erfolgen, wodurch die Over-Ears automatisch in den Pairing-Modus versetzt werden. Ist eine Funkverbindung hergestellt, steuert der zentrale Multifunktionstaster per Knopfdruck die Wiedergabe, was auch zum Annehmen und Beenden von Telefonaten dient, während ein Gedrückthalten Anrufe ablehnt. Sprachassistenten sind zudem durch ein zweifaches Drücken aktivierbar. Zur Lautstärkeregelung stehen hingegen separate Plus- und Minustaster zur Verfügung, die durch ein Gedrückthalten auch bei der Titelauswahl behilflich sind, indem per Plustaster vor- und mithilfe des Minustasters zurückgesprungen werden kann. Ergänzend zur Remote, die zuverlässig funktioniert, verfügen die Over-Ears über eine sensorbasierte On-Ear-Erkennung, so dass die Wiedergabe beim Absetzen der Hörer pausiert und mit dem erneuten Aufsetzen fortgeführt wird. Da die Ohrerkennung jedoch ziemlich sensibel reagiert, kann die Wiedergabe auch bei einem leichten Zurechtrücken der Hörer kurzweilig unterbrochen werden. Positiv aufgefallen ist hingegen, dass die Bluetooth-Verbindung selbst durch mehrere Räume hindurch stabil war und innerhalb einer städtischen Bebauung eine überdurchschnittlich hohe Reichweite von etwa zwölf Metern erreicht werden konnte. Beim Telefonieren ist das Gegenüber gut und klar zu verstehen, während die eigene Stimme recht leise und ein wenig dumpf dargestellt wird.

Sound

Die Basswiedergabe der Miami ist wahrlich opulent und besitzt einen fülligen Tiefbass, was bei bassaffinen Produktionen sehr massiv und mächtig wirkt. Knackig und druckvoll klingt die Abbildung jedoch nicht, da vor allem der üppige Unterbau nicht mehr ausreichend definiert erscheint, eine gewisse Dumpfheit besitzt und ins Schwimmen geraten kann, wenn er bei Hip-Hop oder Elektro gefordert wird. Bei Pop- und Rocksongs ist hingegen ein sattes Bassfundament wahrzunehmen, wobei der Klang insgesamt recht warm, eher dunkel als hell sowie ein wenig stumpf und verhangen wirkt. Der Grundtenor ist keineswegs fordernd oder impulsiv, sondern ziemlich relaxt und gelassen. Angesichts der Präsenz im Tieftonbereich wirkt die Mitten- und Höhenwiedergabe zurückhaltend, allerdings werden Vocals und Lead-Instrumente klar und sauber dargestellt, besitzen eine bodenständige Tiefe und klingen nicht flach, sondern körperreich. Zudem sind in den höheren Lagen auch bei einer Vollauslastung des kräftigen Outputs keine Härte oder Spitzen auszumachen, so dass Zischlaute soft und unaufdringlich wiedergegeben werden.

Geräuschunterdrückung und Außenwahrnehmung

Im ANC-Modus scheint sich der Klang etwas zu öffnen und wirkt insgesamt klarer, da der Bassbereich abgesenkt wird und deutlich trockener sowie definierter klingt, obwohl die Abbildung weiterhin tief hinabreicht. Auch Stimmen gewinnen an Präsenz. Gleichzeitig reduziert die Geräuschunterdrückung tiefe und mittlere Frequenzen merklich, während der hochfrequente Bereich lediglich leicht abgedämpft wahrzunehmen ist. Die Filterung ist aber durchaus effektiv, da bei einem Wasserkocher beispielsweise nur ein hohes Zischeln zu hören bleibt. In Kauf genommen werden muss jedoch ein leichtes Grundrauschen, was im Umgebungsmodus, der wiederum eine fülligere Basswiedergabe besitzt, nicht der Fall ist. Dabei überzeugt der Ambient-Sound-Modus mit einer präzisen Verstärkung der Außenwelt, so dass Mitmenschen und Lautsprecherdurchsagen bei pausierender Wiedergabe glasklar zu verstehen sind. Auch während der Wiedergabe ist bis zu einer mittleren Lautstärke noch eine gute Verständlichkeit gegeben, während eine Orientierung im Umfeld selbst bei höherem Pegel möglich bleibt. Zum Umschalten zwischen den Betriebsmodi dient hierbei ein Funktionstaster an der linken Hörerschale, der zunächst die Geräuschunterdrückung und anschließend die Außenwahrnehmung aktiviert, um durch erneutes Drücken zum Grundklang zurückzukehren.

Maike Paeßens
vor 2 Monaten von Maike Paeßens
  • Bewertung: 3.88
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Urbanistas Miami punkten mit sehr guten Ausdauerwerten, bieten eine stabile Funkverbindung mit hoher Reichweite und einen gelungenen Umgebungsmodus. Auch die Geräuschunterdrückung der Bluetooth Over-Ears zeigt sich im unteren und mittleren Frequenzbereich durchaus wirkungsvoll, vermag hohe Anteile jedoch nur leicht abzuschwächen und besitzt ein wahrnehmbares Grundrauschen. Dabei profitiert der dichte, basslastige Grundklang von einer klaren Mitten- und Höhenwiedergabe, während der massive Tiefbass zu unkontrolliert wirkt.

  • lange Akkulaufzeit
  • USB-C-Anschluss
  • 3,5-mm-Audio-Eingang
  • guter Umgebungsmodus
  • hohe Bluetooth-Reichweite
  • Unterstützung des AAC-Formates
  • kein aptX
  • recht dumpfer, basslastiger Grundklang
  • ANC mit leichtem Grundrauschen
  • ziemlich strammer Sitz, der für größere Kopfformen nicht zu empfehlen ist

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Impedanz±15 % @ 32 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)@1 KHz: 107±3 dB
  • Gewicht mit Kabel323 g
  • Gewicht ohne Kabel310 g

Lieferumfang

  • Miniklinkenkabel mit 1-Tasten-Remote
  • USB-C auf USB-A-Ladekabel
  • Flugzeugadapter
  • Hardschalen-Case

Besonderheiten

  • in Schwarz, Weiß, Rot und Grün erhältlich
  • BT-Codecs: SBC, AAC
  • BT-Version: 5.0
  • BT-Profile: 2DP1.3, AVRCP1.5, HFP1.6

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