Die Beyerdynamic Soul Byrd gehören zu den wohl flachsten In-Ears, die auf dem Markt erhältlich sind. Was zunächst wie ein Werbegag aussieht, stellt sich (so viel sei vorweggenommen) im Test tatsächlich als praktischer Pluspunkt im Alltag heraus. Aber klingen die Soul Byrd auch so gut, wie sie sitzen?

Immerhin betont Hersteller Beyerdynamic, dass diese In-Ears neben einer feinen klanglichen Auflösung auch einen ausgewogenen Sound bieten sollen. Das lässt sich der Tester natürlich nicht zweimal sagen und macht sich auf, um die Kopfhörer, ihren Sitz, Klang und mögliche Einsatzgebiete zu checken.

Das ist dabei

Die Beyerdynamic Soul Byrd werden mit einem kleinen Kunstleder-Case ausgeliefert, das per Reißverschluss sicher verschlossen wird. In ihm werden die Kopfhörer mit einem breiten Gummiband an Ort und Stelle gehalten. In einem kleinen Textil-Fach können der beiliegende Kabel-Clip, optional erhältliche Adapter oder zusätzliche Earbuds verstaut werden. Zum Lieferumfang der Soul Byrd gehören fünf Paar Ohrpassstücke aus weichem Silikon in verschiedenen Größen. So lassen sich die In-Ears optimal an jede Gehörganggröße anpassen. Außerdem sind optional Premium-Ohrpassstücke aus Memory-Schaum erhältlich, die für eine noch bessere Verringerung von Außengeräuschen und bessere Basswiedergabe sorgen. Ach ja, ein Quick Start Guide gehört ebenfalls dazu.

Flach und solide

Beim Design der Knopfkopfhörer setzen Beyerdynamic auf eine flache ergonomische Gehäuseform, an deren Entwicklung Hörgeräte-Spezialisten mitgewirkt haben. Deshalb sieht die Formgebung der Soul Byrd nicht nur gut aus, sondern soll auch für einen guten Sitz garantieren. Was beim Tragen von außen sichtbar ist, sind die Abschlusskappen aus eloxiertem Aluminium. Sie sind robust, dabei aber leicht und verleihen den Kopfhörern ein hochwertiges Finish.

Eine tolle Sache ist, dass nicht nur die Ohrpassstücke, sondern auch die dahinterliegenden Schutzgitter gewechselt/erneuert werden können. Die besonders weiche Ummantelung der Kabel verringert Körperschallübertragung, die sonst bei viel Bewegung das ungeliebte Rascheln im Ohr erzeugt. Die hohe Flexibilität der Zuleitung sorgt dafür, dass sie sich unter der Kleidung verlegen lässt ohne auf der Reise, beim Relaxen oder beim Sport zu stören.

Ein paar Zahlen

Die Treiber der Soul Byrd verarbeiten einen Übertragungsbereich von 10 Hz bis 25 kHz. Damit decken Sie ein deutlich größeres Frequenzspektrum ab als das menschliche Gehör für gewöhnlich handhaben kann. Die von uns gemessene Impedanz beträgt 16,85 Ohm und lässt vermuten, dass sich diese Beyerdynamic In-Ears gut für den Einsatz an den leistungsschwachen Preamps von Smartphone, Tablet & Co eignen. Das muss natürlich getestet werden. Dazu sorgt der maximale Grenzschalldruck von beinahe 103 dB SPL, den wir in unseren Messungen festgestellt haben, für ausreichend Lautstärke.

Smoother Sound

Beim Klangtest fällt mir gleich als erstes auf, dass die Soul Byrd leiser sind, als ich es von ihren technischen Werten her erwartet habe. Wer darauf steht seine Gehörgänge mit hohen Schalldruckpegeln zu beschießen, den werden diese In-Ears eventuell nicht so sehr begeistern.

In den Bässen liefern die Soul Byrd eine solide Performance, mit der sich von Pop über Rock bis Metal und Klassik sämtliche Musikstile hören lassen. Die Basswiedergabe würde ich zwar nicht als eindrucksvoll, dafür aber als differenziert beschreiben. Umso überraschender ist es, dass die Beyerdynamic Knopfkopfhörer beim Subbass von Urban Music eine sehr gute Figur machen, insbesondere wenn das Smartphone/der Medienplayer einen Equalizer mit Bass Boost bietet. Subbässe werden dann nicht überbordend, sondern einfach nur smooth und druckvoll wiedergegeben.

Die klangliche Ausgewogenheit dieser In-Ears kommt vor allem der Mittenwiedergabe zugute. Etliche In-Ears haben Probleme gitarrenlastige Musik von Rock bis Metal so rüberzubringen, dass einerseits der Sound der verzerrten Gitarren nicht den Gehörgang „zersägt“ und andererseits die Sprachverständlichkeit des Gesangs nicht leidet. Nicht so bei den Beyerdynamic Soul Byrd. Meiner Meinung nach machen sie insbesondere bei den Mitten eine richtig gute Figur.

Der Sound der Beyerdynamic Soul Byrd überzeugt mich auch dank seiner seidigen Höhen. Denn anders als bei anderen In-Ears wurde hier der 10 kHz-Boost nicht so sehr übertrieben. In besagtem Bereich ist die Anhebung zwar deutlich wahrnehmbar. Der Boost wirkt jedoch besser an die umgebenden Frequenzbereiche angebunden. In den darüber liegenden Höhen sind die Soul Byrd abermals dezent unterwegs. Dementsprechend erscheint mir ihr Klang nicht sonderlich offen und lässt auch ein wenig Tiefe vermissen. Dennoch ist die subjektiv empfundene Signalauflösung für das alltägliche Hören allemal geeignet.

Alltags-Check

Im Kabel der Beyerdynamic Soul Byrd ist eine Fernbedienung mit drei Tasten verbaut. Sie funktioniert sowohl mit iOS- als auch mit vielen Android-Geräten und steuert zentrale Funktionen von Medienwiedergabe und Telefon. Da ein Mikrofon integriert ist, kann man mit den Soul Byrd Anrufe abweisen/annehmen und Gespräche führen. Dank ihres geringen Gewichts von gerade einmal sechs Gramm ohne Kabel können die Soul Byrd auch über einen längeren Zeitraum nahezu unbemerkt und ohne Ermüdungserscheinungen im Ohr getragen werden. Aufgrund ihrer besonders flachen Bauweise lässt sich mit ihnen sowohl zum Relaxen und Einschlafen aufs Ohr legen oder ungestört Sport treiben.

Fazit: Beyerdynamic Soul Byrd
von Carsten Kaiser

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Die Beyerdynamic Soul Byrd sind eine runde Sache. Ihre schmale Form sorgt für angenehmes Tragen und ihr ausgewogener Klang prädestiniert sie fürs Hören vieler verschiedener Musikstile. Dazu bietet ihr Lieferumfang mit Kabel-Clip, Transport-Case und Smartphone-Fernbedienung alles, was In-Ear-Fans für den Einsatz unterwegs benötigen. Soundtechnisch sind nur die dezenten Höhen gewöhnungsbedürftig und sorgen für hörbare Einschränkungen bei Tiefenstaffelung und Detailwiedergabe. Die klanglichen Stärken dieser Knopfkopfhörer liegen in seinen druckvollen Subbässen und seinem variablen, unaufgeregten Mittenbereich. Das größte Plus ist aber das Markenzeichen der Soul Byrd: Ihre flache Bauweise macht diese In-Ears zum angenehmen Begleiter in vielen Situationen, in denen die Größe anderer Knopfkopfhörer stört. Wer im ÖPNV gern mal mit dem Kopf gegen die Scheibe schlummert, wird wohl kaum einen anderen Kopfhörer finden, der dabei so wenig stört. Alles in allem sind die Beyerdynamic Blue Byrd gute Allround-In-Ears, die als Alltagsbegleiter für viel Spaß sorgen sollten und ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis haben.

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Technische Daten

Bauform
In-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
dynamisch
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
10 - 25.000 Hz
Impedanz
16,85 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
102,81 dB
Gewicht mit Kabel
11 g
Gewicht ohne Kabel
6 g
Kabellänge
120 cm

Lieferumfang

  • 5 Paar Ohrpassstücke
  • Kabel-Clip
  • Kunstleder-Case

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OliverRedaktionOli Recent comment authors
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Oli
Gast
Oli

Hallo,

ich finde die Tests wirklich gut und kompakt. Ich würde mir aber noch mehr vergleiche zwischen anderen Kopfhörern wünschen, wie in diesem Fall beispielsweise im Vergleich mit den IDX 200 iE ebenfalls von Beyerdynamic oder den Probeats3 oder den Bose SoundSport. Gerade was den Klang angeht. Zwischen dem Erscheinungsdatum mancher Kopfhörer liegen gut ein bis zwei Jahre und da eine aktuellere Referenz zu älteren Modellen zu haben, wäre super! Auf jeden Fall hilft diese Seite enorm bei der Entscheidung, sich Kopfhörer zu zu legen. Vielen Dank dafür!

MfG
Oli

wizoo
Webmaster
wizoo

Hi Oli, es ist in der Tat ein Problem, dass die Kopfhörertests einerseits zeitlich auseinanderliegen, andererseits auch von verschiedenen Autoren gemacht werden. Einen Vergleichstest, in dem mehrere Kopfhörer zur gleichen Zeit von den selben Ohren/Autoren erstellt wird, würde andererseits auch eine recht kurze Verfallszeit haben, weil neue Produkte hinzukommen und andere wiederum vom Markt verschwinden. Und selbst wenn ein und der selbe Autor ein vergleichbares Produkt zu einem Hörer testet, der schon zwei Jahre zurückliegt, wird er sich kaum daran erinnern können, wie der Hörer im Vergleich zum anderen liegt. Man könnte auch sagen: „wie man es macht, macht man… Read more »

Oliver
Gast
Oliver

Ja das stimmt. Aber ist es nicht möglich beispielsweise im Test dieses Kopfhörers kurz zu erwähnen, wie er sich zum Vergleich mit dem IDX 200 iE schlägt? Bei Grafikkarten oder Notebooks wird ja auch immer der Vergleich mit dem Vorgängermodell gezogen. Oder auch vergleichbaren Modellen. Zumindest bei den Kopfhörer, die vom gleichen Hersteller kommen. Aber ich kann verstehen, dass das schwierig ist, wenn den Test immer ein Andere macht. Wie gesagt, ich finde die Tests wirklich gut und sie helfen mir sehr bei der Entscheidung. Dennoch weiß ich beispielsweise nicht, ob der Soul Bird von 2018 der 75€ kostet, ähnlich… Read more »