Sehr robust und stilvoll verpackt ist der Klipsch Detroit ein kompakter und ausgesprochen spielfreudiger Speaker mit genügend Power und Druck, um sich draußen mit erdigem Klang und sattem Bass gehör zu verschaffen. Er zieht für 20 Stunden mit um die Häuser – ist dabei kein Leichtgewicht, aber dank Tragegurt gut zu händeln. Allerdings agiert ein verbauter Limiter zu deutlich, was den positiven Klangeindruck ab einer gewissen Lautstärke mehr als trübt.
- Klarer Look
- massive Bauweise
- Multipoint
- gute Laufzeit
- Limiter ab halber Lautstärke agiert zu massiv
- unbeleuchtete Steuerungstasten
Der Klipsch Detroit ist der große Speaker der „Music City Serie“ der amerikanischen Lautsprecherschmiede aus Indianapolis und macht bei krass solider Verarbeitung richtig Dampf – hat aber ein DSP-Problem.
Hardware
Wenn Sound Gewicht hat, dann ist der Klipsch Detroit bezogen auf seine kompakten Maße von 33,5 x 10,7 x 12 Zentimeter mit 3,3 Kilogramm schonmal vielversprechend. Wer richtig was tragen will, der ist mit dem Detroit auf jeden Fall bedient. Zum Glück gibt es zum kleinen Ziegelstein einen elastischen Tragegurt, der es einfacher macht, den Speaker in die Welt hinauszutragen.
Schutzklasse IP67 verspricht dabei viel Widerstand gegen Regen, Wasser bis 1 Meter Tiefe und den ganzen Schmutz und Staub der Stadt und dem Umland.
Ein grobes Lochgitter vorne und hinten verleiht dem Klipsch Detroit dabei sein authentisches Erscheinungsbild irgendwo zwischen PA, Rock’n Roll und Worldtour, was mit dem schwarzen Überzug aus rutscharmen Plastik im Stripe-Design drumherum noch einmal bekräftigt wird. Schön auch der kupferfarbene Schriftzug an der Front.
Die vier Bedienknöpfe auf der Oberseite lassen sich zwar gut ertasten, bei Dunkelheit gerät die Steuerung allerdings zum Glücksspiel, da die funktionserklärenden Icons der Buttons auf eine Hinterleuchtung verzichten.
Alles im Inneren der Klipsch Detroit bleibt hinter schwarzem Stoff verborgen und so lassen sich das Paar 3-Zoll-Fullrange-Treiber und zwei 1-Zoll-Hochtöner nur hören, aber nicht sehen. Dazu gibt es dann noch vier passive Radiatoren für mehr bassbildende Maßnahmen. In Summe liefert die Verstärkung dann eine Leistung von 60 Watt in einem Frequenzbereich zwischen 55 – 20.000 Hertz. Auf der Rückseite befindet sich hinter einer Schutzkappe der USB-C-Port, über den der Detroit geladen wird, aber auch umgekehrt als Powerbank ein angeschlossenes Device mit Strom versorgen kann.
Klipsch Nashville
Der große Bruder mit mehr Leistung und größeren Treibern – für alle, die noch mehr Wumms und Volumen brauchen, ohne auf die Klipsch-DNA zu verzichten.
Anschluss und Funktionen
Bluetooth 5.3 ermöglicht eine schnelle und problemlose Kopplung, die bei freier Sicht auch weit über 40 Meter stabil bleibt. Multipoint ist mit dabei, was bedeutet, dass zwei Quellen gleichzeitig mit dem Klipsch Detroit verbunden sein und im Wechsel genutzt werden können. Dank TWS ist es wahlweise möglich, zwei Detroit-Speaker zu einem echten Stereopaar oder bis zu zehn kompatible Klipsch-Boxen zu einer Soundwall zu bündeln, um richtig in den Party-Modus zu gelangen.
Die Steuerung an der Box ist auskömmlich, aber nicht überbordend. Hauptschalter, Bluetooth-Kopplung, Start/Stop und Lautstärke. Titelsprung fehlt.
Den gibt es in der Klipsch App aus dem Android- oder iOS-App-Store. Dazu kommt dann noch ein Equalizer mit vier Presets und der Custom-EQ für eigene Anpassungen, die allerdings nur über drei Bänder realisiert werden. Die besagte TWS-Kopplung wird hier verwaltet und es lassen sich Updates einspielen und der sehr laute Einschaltsound deaktivieren. Eine nice Geste: Der Hersteller spendiert noch einen Direktlink zu einer Playlist auf Spotify mit klassischen und modernen Soul- und R&B-Sounds aus Detroit, unter anderem der Heimat des legendären Labels MoTown und der White Stripes.
Klipsch Austin
Der kompaktere Speaker mit 12 Stunden Akku, IP67 und kräftigem Sound – für alle, die Portabilität schätzen und auf extreme Lautstärke verzichten können.
The Sound of Detroit
Klanglich bietet der Klipsch Detroit einen warmen, druckvollen und recht ausgewogenen Sound, der sich eher neutral und unaufgeregt präsentiert – solange man ihn im unteren bis mittleren Lautstärkebereich betreibt. Um der Idee dieser Box nachzukommen, nämlich den Sound der Stadt Detroit zu feiern, lausche ich erstmal „Baby Love“ von den Supremes. Diesem Song hört man sein Alter von 62 Jahren allerdings mehr als an und der Klipsch Detroit wird nicht wirklich hinter dem Ofen hervorgelockt.
Beim Wechsel zu aktuelleren Produktionen lande ich bei Jake Bugg, der zwar nicht aus Detroit stammt, mit seinem Song „Love, Hope and Mysery“ aber von Motown inspiriert sein wollte. Die markante Stimme des britischen Singer-Songwriters weiß sich zu präsentieren und liegt gut eingebettet in den reichhaltigen Mitten. Um den Gesamteindruck ein wenig runder zu gestalten, setze ich noch ein paar mehr Höhen und einen Hauch Bass über den Equalizer zu – schön.
Allerdings, und gerade bei diesem Song und zum Beispiel auch bei „Lover“ von Richard Ashcroft tritt ab einer gewissen Lautstärke ein DSP-Problem auf, was sich in einem unangenehmem Pulsieren im Klang bemerkbar macht.
Immer dann, wenn der Bass zu trocken und zu tief nach unten möchte – oder zu laut und kräftig wird – scheint der DSP etwas dagegen machen zu wollen. Es hört sich wie das Zuschnappen eines Limiters an, der aktiv wird, um den Bass vorm Schnarren oder Rumpeln zu schützen.
Klipsch-Techniker bestätigen diese Vermutung auf Nachfrage. Dabei wird auch klar: So vernünftig diese Funktion auch zu sein scheint – in ihrer Ausprägung wirkt die Maßnahme eher wie ein technischer Fehler als wie ein Feature, was den Hörgenuss deutlich eintrübt.
Möglicherweise könnte ja ein Update dafür sorgen, dass sich der DSP diesbezüglich anders oder „normaler“ verhält.
Fazit
Der Klipsch Detroit macht sich gut in seiner soliden und zupackenden Ausführung. Klipsch formt aus viel Metall und kräftigem Plastik einen wirklich soliden und schweren Speaker, der seine Gene nicht verbergen muss und dabei bis zu den oben beschriebenen Grenzen bzw. gut gemeinten aber schlecht gemachten Limiterfunktion ein ehrlicher und schnörkelloser Vertreter seiner Gattung ist.
Dennoch fällt es schwer, für diesen Speaker mit seinem random agierenden Limiter eine Kaufempfehlung auszusprechen, denn diese Merkwürdigkeit wäre auch nicht okay, wenn der Klipsch Detroit deutlich weniger als die geforderten 349 Euro kosten würde.
FAQ: Häufige Fragen zum Klipsch Detroit
Wie schwer ist der Klipsch Detroit?
3,3 Kilogramm bei kompakten Maßen von 33,5 x 10,7 x 12 Zentimeter. Ein elastischer Tragegurt erleichtert den Transport.
Ist der Detroit wasserdicht?
IP67 – Schutz gegen Wasser bis 1 Meter Tiefe, Regen, Staub und Schmutz.
Welche Bluetooth-Codecs werden unterstützt?
Bluetooth 5.3 mit Multipoint für zwei Quellen gleichzeitig. Reichweite: über 40 Meter bei freier Sicht. TWS-Kopplung für bis zu zehn Klipsch-Boxen möglich.
Was ist das DSP-Problem?
Ab einer gewissen Lautstärke tritt ein unangenehmes Pulsieren im Bass auf – der Limiter arbeitet zu aggressiv. Klipsch-Techniker bestätigen das Problem. Ein Update könnte Abhilfe schaffen.
Wie viele Treiber hat der Detroit?
Zwei 3-Zoll-Fullrange-Treiber, zwei 1-Zoll-Hochtöner und vier passive Radiatoren. 60 Watt Leistung, Frequenzbereich 55 – 20.000 Hz.
- 290,10 € *Zum Angebot
Technische Daten
- BauformLautsprecher
- Bauweisetragbar
- Wandlerprinzipdynamisch/passiv
- Audio-Übertragungsbereich (Hörer)55 Hz - 20 kHz
- Schalldruckpegel (SPL)93 dB
- Gewicht ohne Kabel3.315 g
- Kabellänge300 cm
Lieferumfang
- USB-Kabel
Besonderheiten
- Leistung: 4 x 15W (RMS)
- Bluetooth 5.3
- Maße 33,5 x 10,7 x 12 cm











