Jeder kennt die EarPods von Apple. Ich persönlich kenne sie unter diesem Namen erst, seit es die AirPods gibt. Bis dahin nannte ich sie immer nur „Apple-Kopfhörer“.

EarPods heißen sie aber schon seit 2012 – da ersetzten sie die EarPhones und brachten die auffällig ovale Bauform ohne irgendwelche Ohrpassstücke aus Silikon oder Memory-Foam in die Ohren aller Apple Konsumenten, ob sie nun passten oder nicht. ‚One size – fits all‘ ist seither die Devise.

Die millionenfach ausgelieferten In-Ears sind dabei immer weiß und den meisten reichen sie seit Jahren auch vollkommen aus, um Musik, Sprache, Podcasts und Videosound zu konsumieren. Kurz wurde sich darüber gewundert, dass das Runde nicht mehr ins Runde gehört, sondern das Eckige ins Eckige, schon war der Umstieg von Miniklinke zu Lightning erledigt, die Kopfhörer im Laden ein paar Euro teurer, ansonsten blieb alles, wie es war. Alles? Nein.

Die praktische Kunststoffbox, in der die Kopfhörer gut geschützt sinnvoll aufbewahrt werden, wird dem iPhone nicht mehr beigelegt. Lieblos ersetzt durch einen Papp-Aufwickler ist das eine Überraschung, die der irritierte Käufer (also ich) bei stetig steigendem Preis des Telefons doch schon ein wenig abgezockt finden kann. Aber Apple ist da wie die Kanzlerin: Nichts kann sie erschüttern und auch bei wachsendem Unmut aller Beteiligten wird von unglaublichen Erfolgen, fantastischen Ideen und alles „so magic“ berichtet. Nun gut. Keine Box mehr im Karton. Am Haken im Laden gibt es die sogenannte Einzelhandelsverpackung aber noch.

Besserer Klang durch einen besseren Anschluss?

Die Abschaffung des analogen Anschlusses zugunsten des digitalen Direktzugriffes auf die Musik des iDevice via Lightning könnte ja vielleicht spürbar oder besser noch: hörbar sein. Das versuche ich herauszubekommen. Zunächst stelle ich fest, dass meine Ohren inkompatibel mit der Bauform der EarPods sind. Sie rutschen, verschließen nicht ausreichend den Gehörgang und hinterlassen ein luftig, labbriges Unsicherheitsgefühl, welches auch durch ständiges Nachpressen nicht aufhören will. One size fits eben nicht all.

Logischerweise werde ich von der Redaktion darauf hingewiesen, dass dadurch mein Höreindruck dem Produkt nicht gerecht werden könnte, was ich einsehe. Ich gebe die EarPods also jemand anderem, dem sie besser sitzen, wo nichts rutscht, und bitte ihn, seine Erlebnisse zu beschreiben – ich lasse also hören und zitiere hier:

„Gesetzt den Fall, die EarPods sitzen gut in den Ohren, machen sie klanglich eine passable Figur. Durch die Bassöffnung zum Ohrknöchel bilden die EarPods bei anatomisch günstiger Disposition eine solide Übertragung zum schallleitenden Knorpel, sodass die unteren Frequenzen auch deutlich wahrnehmbar werden. […] auch wenn man hier nicht die Direktheit eines dreifachtreibenden In-Ears mit Memory-Foam erwarten darf. Klarheit im oberen Bereich und gute Mittenperformance können, […] die EarPods ebenfalls ausspielen, ohne jedoch Begeisterungsstürme auszulösen. […] in der Summe wären die EarPods also eine klanglich gut abgestimmte Dreingabe zum aktuellen Sortiment.“

Danke, Herr Willke für die profunde Kritik.

In eigenen Worten lässt sich also feststellen: Ein brauchbarer Klang, für etwa 35 Euro oder umsonst zum iDevice – das kann man doch gut finden. Kommen wir also zu der Frage, ob der Umbau von analog zu digital (also Miniklinke zu Lightning) einen Zugewinn an Klangqualität gebracht hat. Und da bemühe ich doch meine eigenen Ohren, finde auch eine passable Passsituation und bemerke eine leichte Verbesserung gegenüber dem traditionellen Feinstromweg. Mein Versuchsaufbau ist dabei ein iPhone SE (analog) und ein iPhone 8 (Lightning), denen ich im Wechsel lausche.

Der digitale Klang ist etwas klarer, heller, weniger verschleiert, vielleicht auch druckvoller – es ist mir manchmal nicht ganz klar, ob ich das hören „tu“ oder hören „will“, aber ein Unterschied ist erkennbar. Insofern: Zugewinn und Verbesserung.

In Sachen Verarbeitung gibt es überhaupt keine Kritik

Die Haptik ist angenehm, das Kabel hat einen guten Grip und ist vollkommen geräuschlos an Stoff, die Remote ist (selbstredend) iOS-kompatibel, wobei die Wippe mit der deutlichen Vertiefung in der Mitte eine gute Orientierung bietet.

Die Apple EarPods sind markant, auffällig und ganz sicher ein Klassiker, die jeden Designstudenten an die Zeiten erinnern wird, als an Apple niemand vorbeikam, der gutes Industriedesign machen oder haben wollte.

Und doch soll es Ohren geben, die Apples Designsprache nicht verstehen – da rutschen sie halt immer raus und man kann überhaupt nichts dagegen tun, weil es ja nichts zum Anpassen gibt, es sei denn man bemüht Drittanbieter und „verbessert“ die EarPods mit Silikonpassstück-Erweiterungen.

Fazit: Apple Earpods
von Sven Opitz

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Wenn auch der eine oder andere Geschmack nicht bedient wird (mehr Bass, mehr Wumms, mehr Lametta), kann man die EarPods von Apple ohne weiteres gut finden ohne dafür etwas tun zu müssen. Wer jedoch Optionen für den Sitz, etwas anderes außer Weiß und sowieso nicht nur alles von Apple haben will, der sollte sich ein weiteres Paar Kopfhörer zulegen, müsste sich aber eher in einer höheren Preisklasse umsehen, um eine ähnliche oder bessere Gesamtqualität zu bekommen.

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Technische Daten

Bauform
In-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
dynamisch
Gewicht mit Kabel
13 g
Kabellänge
120 cm

Lieferumfang

  • keins

Besonderheiten

  • auch als Zubehör samt Lightning-Miniklinkenadapter beim Kauf eines iPhones enthalten
  • mit Fernbedienung und Mikrofon

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