Laut Eigenwerbung von JVC sind die HA-XC70BT dank ihres robusten Designs topfit für die Herausforderungen des urbanen Dschungels, insbesondere beim Skaten oder Urban Running, Slacklining oder beim Outdoor Gym. Kurzum: Alles, was viel Bewegung braucht und sich dabei nicht in Kabeln verheddern will. Das stimmt, soweit.

Urban Street Style

In-Ears und Ladecase von JVC trotzen dem wilden Leben da draußen durch Volumen und Gummiprotektoren, welche sich schützend zwischen Elektronik und Umgebung werfen, sollte es mal etwas rauer zugehen. Das Case und vor allem die In-Ears tragen sicherlich ein wenig auf, sind aber dadurch wirklich sehr solide. Das Ladecase mit Schlüsselring hat einen satt klickenden Drehverschluss, der den Schlitten im Inneren – worin die In-Ears bis zu drei Mal aufgeladen werden können – tresorgleich einschließt. Die In-Ears sind gummiert, sehr griffig und haben auf ihren Rückseiten, nebst eingeprägtem Doppel-X, zwei schmale Öffnungen, mit welchen eines der Hauptmerkmale der HA-XC70BT erzeugt werden sollen: Abgrundtiefe Bässe – so beschreibt es jedenfalls JVC.

Diese Bässe will ich hören, „paire“ die HA-XC70BT via Bluetooth mit meinem iPhone und lade mir die empfohlene App „JVC Headphones Manager“ aus dem App Store, mit der ich die In-Ears bei Verlust wiederfinde, über deren Ladestand informiert werde und den Bass-Boost zuschalte.

Läuft bei uns

Im Ohr machen die JVC eine passable Figur – wenn ich sie in die richtige Position bekomme, was einige Dreh- und Druckarbeiten erfordert. Da bei den In-Ears eher auf Solidität und weniger auf eine ohrgerechte Passform hingearbeitet wurde, ist diese, zumindest bei mir, mit einem suboptimalen Sitz erkauft.

Ist der Ohrkanal dann ausreichend verschlossen und bleibt das auch so, ist der Sound in meinen Augen zunächst als sehr gut zu bezeichnen. Schalte ich via App den Bass-Boost hinzu, bleibt der Sound sehr gut, aber eben mit ordentlichem Bassfundament.

Satt, wuchtig mit schönen Höhen, das ist mein erster Eindruck beim Abspielen meiner poppigen Playlist mit „Bella Ciao“. Ich will jetzt zwar nicht sofort zum Parkour-Rundlauf durch die Stadt starten, fühle mich aber trotzdem voller Tatendrang und mit genügend Energie von dem druckvollen Klang versorgt, der sich in meinen Ohren entfaltet, auch wenn mir bei genauerem Hinhören die Mitten ein wenig zu kurz kommen. Genau dort, wo sich Volumen und Luftigkeit zu einem Ganzen vermischen sollten, fehlt ein wenig. Der Klang ist von oben her etwas zu spitz, wo er wärmer sein sollte, von unten eine Spur zu brummig, wenn es weicher sein könnte. Bei aktueller Tanzware im Ohr stört das nicht so sehr, aber bei Handgespieltem mit Gitarre oder Klavier wirkt der Sound eine Spur zu künstlich und technisch – doch das ist alles nicht sonderlich schlimm. Dennoch klingen die HA-XC70BT dadurch nicht ganz ausgewogen, profilieren sich klanglich aber insgesamt im oberen Gütebereich der True-Wireless-In-Ear-Kategorie, soll heißen: Sie lassen Schlechteres deutlich hinter sich, haben aber noch Konkurrenz vor sich. Und auch nicht ganz unwichtig: Bühne, Stereobild und die Lautstärkereserven der In-Ears gefallen mir sehr gut.

Check the Remote

Gesteuert werden die Funktionen Start/Stop, Anrufe, Volume, Bass und digitale Assistenz über einen einzigen Taster jeweils am Ohrhörer, der sich genügend aus dem Gehäuse erhebt und gut zu erreichen ist. Von einmal Klick links oder rechts bis dreimal Klick, schnell hintereinander, werden verschiedene Kombinationen geboten, die man über die mitgelieferte Dokumentation oder innerhalb der App nachlesen und erlernen kann. Skip zurück oder vor wird hier leider nicht geboten, was ich etwas unverständlich finde, denn das dreifache Klicken wäre damit besser belegt, als dadurch, den Bass-Boost zu steuern, was ich eher weniger in meiner Remote-Zugriffs-Priorität sehe. Nun ja, JVC sieht das anders und ich muss mein Handy aus der Tasche ziehen, während ich diesen schwierigen Sprung über den Asphaltdschungel an den Balkon mache, um ein Musikstück weiterzuskippen.

Natürlich kann mit den HA-XC70BT auch telefonieren, wobei dies ausschließlich über den linken Hörer abgewickelt wird, der rechte verstummt dabei. Das ist bei manch anderen auch so, wobei ich gerne eine Option hätte Telefongespräche über beide Lauscher zu verfolgen. Die Gesprächsqualität ist befriedigend bis gut, je nach Wind an den Ohren.

Fazit: JVC HA-XC70BT
von Sven Opitz

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Die JVC HA-XC70BT sind sehr gut verarbeitete, für den Ein oder Anderen vielleicht etwas klobig wirkende True Wireless In-Ears, deren Klang, ganz wie von JVC versprochen, äußerst mächtig daher kommt, und höchstens etwas zu unvermittelt von den Tiefen in die Höhen gelangt – also unter einen leichten Mittenmangel leidet. Dadurch klingen die JVC nicht ganz so warm wie sie vielleicht könnten, was gerade bei analog gespielter Musik Abzüge in der B-Note bedeutet.

Insgesamt überzeugen die JVC mit feurig, solidem Klang und guter Abbildungsleistung, sind schön griffig und mit drei Stunden Spielzeit bis zum Ladegang ins Case auch für längere Touren im urbanen Raum bestens geeignet.

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Technische Daten

Bauform
In-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
dynamisch
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
20 - 20.000 Hz
Impedanz
16 Ohm
Gewicht ohne Kabel
11,2 g

Lieferumfang

  • 3 Paar Ohrstöpsel (S, M, L)
  • USB-Ladekabel
  • Ladecase

Besonderheiten

  • BT-Version: 4.2
  • BT-Profile: AVRCP, A2DP, HSP, HFP
  • BT-Codecs: SBC, AAC
  • Bass-Boost-Funktion mit Schalter
  • kostenlose App „JVC Headphones Manager“
  • kompatibel zu Sprachassistenten

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