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Marshall Stanmore IV

Moderner Speaker mit fettem Klang und typischen Marshall-Vibes

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Kurz & knapp

Mit dem Marshall Stanmore IV erneuert die britische Amp-Legende ihren mittelgroßen Homespeaker und macht ihn konsequent besser: LDAC-Codec, M-Taste, RCA-Anschluss, Auracast, dickerer Bass, Dynamic Loudness, mehr Power. Und das Beste: keine Preiserhöhung gegenüber dem Stanmore III. Erhältlich ist die vierte Generation in zwei Farben: Black und Cream.

Vorteile:
  • Dichter und üppiger Klang
  • Haptik und Verarbeitung
  • Gute Bedienbarkeit
  • RCA-Anschluss
  • Dynamic Loudness
  • Gleicher Preis wie Vorgänger
Nachteile:
  • Kein digitaler Eingang
  • Auracast-Funktionen nur mit zusätzlicher Hardware
  • Klang bei ganz hohem Pegel
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Marshall überarbeitet die Stanmore-Reihe. Heraus kommt ein moderner Speaker mit fettem Klang und typischen Marshall-Vibes.

Hardware

Auf den Punkt: Fast unverändertes Design, aber leichter, stärker und mit neuer M-Taste – 110 statt 90 Watt Leistung.


Die Außenmaße sind mit 35 x 20 x 18,5 Zentimetern kaum geschrumpft, dafür hat der Marshall Stanmore IV mit 2,99 Kilogramm etwa 250 Gramm an Gewicht verloren. Ansehen tut man ihm das nicht: Packt man den Stanmore IV aus, lässt er sich auf den ersten Blick kaum vom Stanmore III unterscheiden. Griffiger Tolex-Mantel und feinmaschiges Frontgitter mit markantem Schriftzug machen sofort klar, aus welcher Schmiede dieser Speaker kommt. Das messingunterlegte Bedienfeld auf der Oberseite hat nun zusätzlich eine M-Taste. Wie immer mit dabei: die drei äußerst robusten und griffigen Drehregler, der markant klackende Powerswitch, die Drei-Wege-Mediensteuerung, analoger Aux-Eingang, Quellenauswahl sowie Bluetooth-Taster.

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Da die Bassreflexöffnung von der Rückseite auf die Unterseite gewandert ist, lässt sich der Speaker nun auch direkt an der Wand oder im Plattenregal platzieren. Dort unten sitzen ebenso die Cinch-Buchsen für den RCA-Anschluss und der Netzanschluss.

Auch das Treibersystem hat Marshall überarbeitet: Neben dem 5-Zoll-Basslautsprecher wurden vor allem die beiden 0,75-Zoll-Hochtöner und deren Waveguides erneuert. Die drei Class-D-Endstufen liefern jetzt 110 Watt Gesamtleistung – 20 Watt mehr als beim Vorgänger.

Funktion und Bedienung

Auf den Punkt: Bluetooth 5.3, LDAC und RCA-Eingang machen den Marshall Stanmore IV zeitgemäß – nur der Partymodus kostet extra.


Mit dem aktualisierten Bluetooth 5.3 bietet der Marshall Stanmore IV ab sofort LE Audio und Auracast. Neben SBC und AAC ist LDAC als höherwertiger Codec mit an Bord. Dank Multipoint lassen sich zwei Quellen gleichzeitig als Zuspieler nutzen.

Die Auracast-Fähigkeiten beschränken sich zunächst auf den Empfang von Programminhalten über die App.

Das gleichzeitige Abspielen von Musik über mehrere Boxen – den Partymodus – ermöglicht Marshall nur mit zusätzlicher Hardware. Was andere Hersteller oft schon eingebaut haben, erledigt Marshall über den HEDDON-Streaming-Hub, und der kostet 199 Euro.

Der neue RCA-Eingang erlaubt das Anschließen eines Plattenspielers oder Tapedecks, was durchaus attraktiv ist. Dass Marshall auf einen digitalen Eingang wie S/PDIF oder USB-C verzichtet – Letzteres etwa beim Stockwell III verbaut –, lässt bei dieser ansonsten sehr ausgereiften Box noch Luft nach oben.

Steuern möchte man den Marshall Stanmore IV am liebsten direkt über die drei Drehregler mit den schön roten, nun dimmbaren LED-Kränzen. So bekommt man das beste Gefühl für Sound und hochwertige Hardware. Um jedoch alles aus der Box herauszuholen, führt an der Marshall-App kein Weg vorbei.

Die EQ-Sektion bietet fünf Presets und einen 5-Band-EQ zur individuellen Anpassung des Sounds. In drei Speicherplätzen lassen sich Voreinstellungen ablegen, die über die M-Taste nacheinander abgerufen werden können. Alternativ kann die M-Taste den Spotify-Tab aufrufen oder gar nichts bewirken.

Mit der Placement-Compensation wird das Klangverhalten der Box an ihren Aufstellungsort angepasst – etwa nah an der Wand oder am Regalrand. Komplettiert wird die Reihe der Zusatzfunktionen durch einen einstellbaren Abschalttimer und die Möglichkeit, die Helligkeit der LEDs auf dem Bedienfeld zu justieren.

Zum Zeitpunkt des Tests war die deutsche Version der App allerdings noch nicht mit der neuen Hardware kompatibel.

Sound of Stanmore IV

Auf den Punkt: Warmer, druckvoller Marshall-Sound mit breiter Bühne – bei voller Lautstärke geht ihm etwas die Kraft aus.


Klanglich liefert der Marshall Stanmore IV gut ab. Dicker Bass, nicht ganz trocken, aber druckvoll genug, um zu zeigen, wo der Hammer hängt. Die Mitten ziehen die Aufmerksamkeit auf Stimmen und Instrumente, die Höhen zeigen sich in matt-silbriger Erscheinung.

Das ist rundherum ein gelungener und sehr Marshall-typischer Eindruck, der sich warm und kontrastreich auf breiter Bühne zeigt. Das DSP in Form von Dynamic Loudness hat den Sound von leise bis fast ganz laut gut im Griff: Bei niedrigen Pegeln reichert es den Bass an, bei hoher Lautstärke versucht es, ein Ausreißen der Verhältnisse zu verhindern. Geht es allerdings auf maximalen Pegel zu, gelingt das nicht mehr ganz so gut, und der Klang des Marshall Stanmore IV verliert an Kraft.

Eine Solostimme wie die von Glen Hansard erscheint nahbar und intensiv, knarzig und sehr präsent. Glockige Klänge mit Vibraphon und Klavier bei klassischer Crossover-Musik können den leichten Schleier im System allerdings nicht ganz durchbrechen und verlieren an Brillanz und Frische.

Dafür kracht das rockige „Heavy News“ von Richard Ashcroft nur so durch den Raum und räumt Zweifel an ausreichender Basskraft souverän aus dem Weg. Bei „Other Lives“ und dem eher mittenbetonten Mix des aktuellen Albums passt alles fein zusammen. Kommen allerdings zu viele Höhen und zu große Lautstärke zusammen, wirken Speaker und DSP unschön im Zusammenspiel, und die Höhen brechen aus.

Fazit

Der Marshall Stanmore IV ist ein typischer Marshall-Speaker, und das ist gut so. Die Modernisierung der Technik und die vielen Detailverbesserungen zahlen sich klanglich aus: breitere Bühne, satterer Sound. Das macht die Box noch ein Stück attraktiver – auch wenn der Auracast-Partymodus zusätzliche Hardware benötigt und der Klang bei ganz großer Lautstärke nachlässt.

Anmutung, Haptik und Design sind nach wie vor über jeden Zweifel erhaben. Mit dem Marshall Stanmore IV erhält man einen Speaker und eine Legende zugleich.

FAQ

Hat der Marshall Stanmore IV einen Anschluss für einen Plattenspieler?
Ja, über den neuen RCA-Anschluss auf der Unterseite lässt sich ein Plattenspieler oder ein Tapedeck per Cinch-Kabel anschließen.

Können mehrere Marshall Stanmore IV gleichzeitig Musik abspielen?
Ja, aber nur mit dem separat erhältlichen HEDDON-Streaming-Hub für 199 Euro. Ohne diese zusätzliche Hardware ist der Partymodus mit mehreren Marshall-Lautsprechern nicht möglich.

Kann der Marshall Stanmore IV direkt an der Wand aufgestellt werden?
Ja, da die Bassreflexöffnung von der Rück- auf die Unterseite gewandert ist, lässt sich der Stanmore IV jetzt auch direkt an der Wand oder im Plattenregal platzieren.

Wie viel Leistung hat der Marshall Stanmore IV?
Die drei Class-D-Endstufen liefern zusammen 110 Watt, 20 Watt mehr als beim Vorgängermodell Stanmore III.

Unterstützt der Marshall Stanmore IV LDAC und Auracast?
Ja, neben SBC und AAC unterstützt der Stanmore IV auch LDAC sowie Auracast, wobei Auracast zunächst auf den Empfang von Programminhalten über die App beschränkt ist.

Kostet der Marshall Stanmore IV mehr als sein Vorgänger?
Nein, der Marshall Stanmore IV ist trotz zahlreicher Verbesserungen zum gleichen Preis wie das Vorgängermodell erhältlich.

Technische Daten

Gehäusesystem
Bassreflex
Treibertyp
Dynamisch
Frequenzbereich
37 – 38.000 Hz
Treiber
5-Zoll-Basslautsprecher, 2x 0,75-Zoll-Hochtöner mit Waveguides
Maximaler Schalldruckpegel
97 dB SPL @ 1 m
Verstärker
1x Class-D-Verstärker (60 W) für Basslautsprecher, 2x Class-D-Verstärker (25 W) für Hochtöner
Kabelloser Anschluss
Bluetooth 5.3, Auracast, Multipoint
Bluetooth-Reichweite
10 m
Codecs
SBC, AAC, LDAC, LC3
Analoge Anschlüsse
Aux 3,5 mm, RCA Cinch
Gewicht
2,99 kg
Maße (B x H x T)
350 x 203 x 185 mm
Farben
Black, Cream

vor 14 Stunden von Sven Opitz
  • Bewertung: 4.63
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Technische Daten

  • BauformLautsprecher
  • BauweiseDesktop
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)37 – 38.000 Hz
  • Schalldruckpegel (SPL)@ 1 m: 97 dB
  • Gewicht ohne Kabel2.990 g

Lieferumfang

  • Netzkabel

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