Für ihren neuen Oberklasse-In-Ear-Kopfhörer haben sich AKG einiges einfallen lassen: 2-Wege Hybrid-Treiber, Klangfilter zur Anpassung der Klangcharakteristik, austauschbare Anschlusskabel – aber wer bereit ist für die edlen Knöpfe im Ohr knapp vierhundert Euro auszugeben, darf zu Recht auch gewisse Ansprüche haben. Ob sich die Investition lohnt, haben wir uns angehört.

Schon beim Öffnen der schicken Verpackung zeigt sich, dass der N40 kein Allerwelts-In-Ear sein will, sondern ein Hochpreisprodukt für Enthusiasten: Im schwarzen Schaumstoff finden sich nämlich direkt vier verschiedene Ohrstücke (XS, S, M, L), um eine optimale Anpassung des Sitzes zu ermöglichen.

Noch spezifischer wird es durch die drei Pärchen Klangfilter mit den Charakteristika „Bass Boost“, „Reference Sound“ und „High Boost“. Das Klangmaterial wird dann über zwei auswechselbare, stoffummantelte Anschlusskabel mit ca. 1,20 Metern Länge zugeführt, von denen eines mit einer universellen 3-Tasten-Freisprecheinrichtung ausgestattet ist. Ein weiterer Designkniff: Die Anschlusskabel sind mit einem Stecker ausgestattet und werden in die zugehörigen Buchsen der In-Ears gesteckt, wo sie zwar fest, aber immer noch dreh und – im schlimmsten Fall – abreissbar sitzen: eine wirkungsvolle Methode, um Kabel und Verbindungen bei plötzlicher Zugbelastung zu schützen. Dass das Anschlusskabel an der Buchse drehbar ist, erleichtert das Einführen des Kopfhörers. Denn so lässt sich zunächst das Ohrstück richtig platzieren und danach das Kabel über das Ohr drehen. Ob man diese Art der Zuführung mag, ist natürlich Geschmackssache: Die N40 wollen eben aufgesetzt und nicht einfach eingestöpselt werden. Etwas enttäuscht war ich, dass AKG ihrem Kopfhörer trotz sportlicher Preisgestaltung, keinen Miniklinken-Adapter beigelegt haben, denn der dünne Anschlussstecker des N40 sitzt nicht in jedem Standard-Adapter wirklich sicher.

Schlichte Schönheit

Das Design der N40 kann mit seiner dezenten Eleganz auf Anhieb gefallen: Kabel und Ohrstücke sind in schwarz gehalten, allein die äußere Gehäuseabdeckung ist aus poliertem Stahl mit eingeprägtem AKG-Logo gefertigt und trägt viel zur edlen Optik des In-Ears bei. Dem Stahl dürfte wohl auch das, für In-Ear-Verhältnisse, recht stattliche Gewicht von 22 Gramm geschuldet sein, das aber nach dem Einsetzen nicht unangenehm auffällt.

Hörerlebnis

Die Überschrift ist Programm, denn vom ersten Augenblick des Tragens war der Hörtest mit den N40 einfach nur ein beeindruckendes Sounderlebnis: Die AKGs haben (mit dem „Reference Sound“-Filter) eine Neutralität, Ehrlichkeit und Präzision, wie man sie sonst eher von hochpreisigen Studiokopfhörern kennt. Über das gesamte Hörspektrum lassen sich keine nennenswerten Einbrüche oder Überbetonungen ausmachen – ein Frequenzgang, plan wie eine holländische Autobahn. Tatsächlich gehören die N40 zu den wenigen In-Ear-Kopfhörern, denen ich attestieren kann, auch für das Produzieren von Musik und Monitoring-Aufgaben geeignet zu sein. Dabei wirken die N40 in allen Lautstärken immer agil und impulsstark, kurz: sie machen Spaß. Bei sehr großen Hörlautstärken werden irgendwann die Höhen etwas rauer, aber irgendwo beginnen eben auch die Grenzen der Physik. Die kommt auch bei den beiden anderen Klangfiltern zum Einsatz, denn sie haben unterschiedliche Schallöffnungen, wodurch sich tatsächlich eine leichte Bassanhebung (Bass Boost) und eine deutlich Höhenverstärkung (High Boost) erzielen lässt. Richtig gefallen haben mir beide nicht, denn die Messlatte liegt durch den Reference-Filter einfach schon zu hoch, als dass hier noch irgendwas „verbessert“ werden könnte. Die Idee mit den Klangfiltern funktioniert aber und für mich sind die beiden Booster eher ein „Nice to have“ und empfiehlt sich wohl am ehesten für Menschen mit Hördefiziten oder speziellen Klangwünschen.

Fazit: AKG N40
von Numinos

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

AKG zaubern uns mit den N40 schicke In-Ears in den Gehörgang. Klanglich sind sie ihr Geld in jedem Fall wert und völlig zu Recht in diesem Monat die besten Kopfhörer der Kategorie „In-Ears“!

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Technische Daten

Bauform
In-Ear
Wandlerprinzip
dynamisch
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
10 - 40.000 Hz
Impedanz
18,15 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
110,17 dB
Gewicht mit Kabel
22 g
Kabellänge
110 cm

Lieferumfang

  • Zwei stoffummantelte Anschlusskabel 1,2 Meter (eines mit Freisprechfunktion)
  • Vier Paar Ohrstücke (XS, S, M, L)
  • Drei Paar Klangfilter (High/Bass Boost, Reference Sound)
  • Transportetui
  • Flugzeugadapter
  • Reinigungswerkzeug

Besonderheiten

  • Mit Filtern veränderbare Klangcharakteristik (Bass/High Boost)

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