Mit dem Wort „professionell“ werden viele Kopfhörer beworben und auch beim japanischen Audio-Spezialisten Audio-Technica steht dieses Wort in der Beschreibung ihrer In-Ear-Kopfhörer der ATH-E-Reihe. Aber hier wird das nicht als (manchmal gewagte) Werbeaussage benutzt, es ist die Beschreibung des anvisierten Users: Die ATH-E-Hörer richten sich in Ausstattung und Sound an professionelle Musiker und Produzenten und die suchen meist einen Kopfhörer mit neutralem, unverfälschtem Klangcharakter. Momentan gibt es drei ATH-E-Hörer, der hier getestete ATH-E50 ist das mittlere Modell. Das Topmodell ATH-E70 (zum Test) haben wir ebenfalls getestet.

Optik und Ausstattung

Mir gefällt das kantige Design der Audio-Technica-Hörer ziemlich gut, es ist mal eine Abwechslung zu den gängigen abgerundeten Gehäuseschalen. Ein kleines Fenster aus transparentem Plastik lässt uns gar einen Blick ins Innere werfen, wo man die Treibertechnologie in seiner ganzen Miniatur bewundern kann: Wie fast alle Hersteller von hochwertigen In-Ear-Systemen setzen auch die Japaner auf die Balanced Armature-Technik. Beim ATH-E50 kommt ein BA-Treiber pro Seite zum Einsatz, es handelt sich also um einen Ein-Wege-Kopfhörer.

Das Kabel will optisch nicht so recht ins Bild passen, es wirkt durch seinen zweiadrigen Aufbau etwas billig. Rein funktional gibt es am Kabel aber nichts auszusetzen: Es ist stabil, verknotet nicht, ist ausreichend lang und es kann getauscht werden, falls mal ein Kabelbruch auftreten sollte. Als Stecker sind nicht die gängigen MMCX-Stecker verbaut, sondern die recht neuen A2DC-Stecker. Im Falle eines defekten Kabels benötigt man also ein entsprechendes Kabel. Durch die weite Verbreitung des MMCX-Steckers könnte man dagegen auf eine Vielzahl an Ersatzkabel, auch von unterschiedlichen Anbieten zurückgreifen.

Lieferumfang

Das Zubehör ist nicht üppig, dafür aber hochwertig. Für den Transport wird ein Zipper-Case mitgeliefert, welches ausreichend Platz für den Hörer bietet. Dazu gibt es Silikon-Ohrpolster in vier verschiedenen Größen (XS, S, M und L). Dennoch: Andere Hersteller geben dem Käufer mehr Experimentiermaterial in die Hand, ein Satz Schaumstoff-Polster à la Comply zum Beispiel würde dem ATH-E50 sicherlich gut zu Gesicht stehen. Für den Klinkenadapter gibt es wieder Pluspunkte, tatsächlich benötigt man diesen im „professionellen“ Bühnen- und Studioalltag immer noch häufig!

Sound

Der Hörtest bringt gleich mal eine Überraschung: Der Audio Technica ATH-E50 klingt für einen Ein-Wege-Hörer erstaunlich rund! Tatsächlich liefert er für einen Hörer dieser Bauart erstaunlich viel tiefe und hohe Frequenzen! Klar, die ganz fetten Subbässe und crispen High-End-Höhen werden hier nicht wiedergegeben, aber insgesamt klingt der ATH-E50 sehr ausgewogen. Über das ganze Frequenzspektrum gibt es keine nervigen Peaks und Erhöhungen wie es bei In-Ears öfter mal der Fall ist. Klar, zu meckern gibt es immer was, ich würde mir wünschen, dass der Hörer in den oberen Höhen etwas weiter „offen“ bleiben würde. Allerdings hat diese defensive Höhenabstimmung einen großen Vorteil: Man kann mit dem ATH-E50 sehr lange arbeiten, ohne dass sich Ermüdungserscheinungen durch scharfe Höhen einstellen – und das auch bei hohen Lautstärken.

Bei der räumlichen Abbildung gibt es auch nur Gutes zu berichten, das Klangbild ist breit und erfreut mit einer schönen Tiefenstaffelung. Zudem werden die einzelnen Signale sehr schön separiert wiedergegeben, alle Signale lassen sich gut orten, auch wenn das Arrangement mal dichter ist.

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Technische Daten

Bauform
In-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
Balanced-Armature
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
20 - 18.000 Hz
Impedanz
27,7 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
124,24 dB
Gewicht ohne Kabel
9 g
Kabellänge
150 cm

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