Logitech bringt mit dem G233 Prodigy ein kabelgebundenes Stereo-Gaming-Headset, was auch außerhalb der heiligen Spielezimmer eine gute Figur machen soll und das nicht nur dank der hübschen Optik. 

Zugegeben, das Hellblau muss man mögen. Denn anders als beim G433, bietet Logitech beim G233 Prodigy derzeit keine alternativen Farben. Mir persönlich gefällt die Akzentfarbe gegenüber dem üblichen Schwarz recht gut. Auch die Ohrpolster sehen auf den ersten Blick ungewöhnlich aus, aber die Verwendung des Materials hat nicht nur optische Gründe, sondern auch praktische. So sollen die atmungsaktiven Sport-Mesh-Ohrpolster bei längeren Sessions den Spieler nicht zum Schwitzen bringen. Das ist gut, denn ausgerechnet die Teile, die im direkten Kopfkontakt stehen, sind die hellblauen Parts des Kopfhörers. Wer trotzdem ins Schwitzen geraten sollte, kann beruhigt sein – die Ohrpolster lassen sich leicht abnehmen und reinigen. Das erneute Anbringen der Ohrpolster ist allerdings etwas fummelig.

Lieferumfang

Das G233 Prodigy kommt natürlich mit einem abnehmbaren Bügelmikrofon. Mit diesem gerichteten Mikro in Nierenform wird alles im Bereich von 100 Hz bis 10 kHz eingefangen. Ist das Mikrofon am Kopfhörer angesteckt, lässt es sich noch wunderbar in die optimale Stellung biegen und drehen. Sprache wird rauscharm und gut verständlich übertragen. Steht eine Runde an der Konsole an, so nimmt man das beigelegte Zwei-Meter-Kabel mit Mute-Taste und Lautstärke-Rädchen. Letzteres hat einen sehr angenehmen Widerstand. Wird am PC gespielt, so ergänzt man noch das ebenfalls im Paket enthaltene Splitter-Kabel, für getrennte Aus- bzw. Eingänge. Wie eingangs erwähnt, will Logitech das G233 Headset auch außerhalb des Spielgeschehens im Einsatz sehen. Darum findet man noch ein weiteres Kabel in dem Karton: Das 1,5m lange Mobilkabel hat eine Funktionstaste für Smartphones sowie ein eingebautes Mikrofon.

Mobiler Einsatz

Wer das G233 am Smartphone nutzt, profitiert von dem eingebauten Mikrofon am Mobilkabel. Unterhaltungen sind gut verständlich, über die Funktionstaste kann man das Mikrofon zusätzlich stummschalten. Bei der Wiedergabe von Medien dient die Taste als Play/Pause-Taste.

Beim Hören von Musik zeigt sich, dass der Kopfhörer etwas basslastig ist. Hat man die Möglichkeit einen Equalizer zu benutzen, lässt sich der Sound aber gut anpassen. Mit meinem alten Creative MP3 Player, den ich zum Sport benutze, konnte ich mit etwas Boost in den Höhen einen guten Sound erzielen. Leider gibt es keine weiteren Funktionstasten, um z.B. Anrufe anzunehmen oder durch die Musikbibliothek zu navigieren.

Gaming

Beim Spielen sind die betonten Tiefen gar nicht mal störend. Für den Test habe ich mir Horizon: Zero Dawn für die Playstation 4 aufgehoben. Hier trifft orchestraler Soundtrack auf elektronische Soundeffekte und dabei kommt schon ein sehr satter Sound aus den Hörern. Aber auch Dialoge klingen klar. Im Spiel des niederländischen Entwicklerstudios Guerrilla Games übernimmt man die Rolle von Aloy, die von ihrem Stamm ausgestoßen wurde. Unsere Protagonistin versucht in einem an die Steinzeit angelehnten Setting zu überleben, welches von tierähnlichen Maschinenwesen bevölkert wird. Viel Platz also für interessante Soundkulissen. Dank Intro, Vorgeschichte, Tutorials und zahlreichen Zwischensequenzen, vergeht auch gleich einiges an Zeit. Und tatsächlich ist es so, dass der Kopfhörer sehr gut und sicher sitzt. Um das G233 noch in einem weiteren Genre zu testen, wurden ein paar Runden auf dem Wasser gedreht. Das Arcade-Spiel Hydro Thunder ist ein ziemlich unrealistisches Speedboot-Rennspiel, welches 1999 in die Spielhallen kam und seither regelmäßig als Klassiker den Weg zurück auf die Konsolen findet. Übertriebene Motorensounds, elektronische Musik mit harten Gitarrenriffs, Explosionen, Wettereffekte, Sprachausgabe und und und. Da gibt es schon ganz schön was auf die Ohren. Die Session ungeplant verlängert hat die Einblendung der Bestzeiten der Freunde aus der Freundesliste, die das Spiel ebenfalls gespielt haben. Der Ehrgeiz wurde also geweckt und der Kopfhörer lange am Stück getragen. Aber auch hier macht das G233 Prodigy eine sehr gute Figur. Von Verzerrungen, die nach Logitech-Angaben durch die Pro G Lautsprecher sowieso auf ein Minimum reduziert werden sollen, war keine Spur. Dafür waren leichte Abdrücke der Ohrpolster am Kopf nicht zu übersehen. Trotzdem fühlte sich das Headset zu keiner Zeit unangenehm an.

Fazit: Logitech G233 Prodigy
von Andreas Proß

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Logitech zeigt mit dem G233 Prodigy, dass man durchaus Gaming-Headsets bauen kann, mit denen man sich ebenfalls auf die Straße trauen darf, wenn einem die Farbe zusagt. Dank abnehmbarem Mikrofon und beiliegendem Mobilkabel, ist das G233 auch am Smartphone einsatzbereit. Zum Hören von Musik ist der Kopfhörer dank dickem Bass nur bedingt zu empfehlen, dies lässt sich aber möglicherweise am Gerät durch einen Equalizer angleichen. Schade, dass weitere Funktionen nicht auch über das Mobilkabel gesteuert werden können. Beim Zocken macht das Headset eine gute Figur und ist in der Preisklasse klar zu empfehlen. Wer mit der Farbe gar nichts anfangen kann, sollte sich Logitechs G433 Headset einmal genauer anschauen.

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Technische Daten

Bauform
Over-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
dynamisch
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
20 - 20.000 Hz
Impedanz
32,05 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
99,65 dB
Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf
706,5 g
Gewicht mit Kabel
290 g
Gewicht ohne Kabel
262 g
Kabellänge
150 cm

Besonderheiten

  • Offiziell für Discord zertifiziert

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