Roccat Elo 7.1 Air

Wireless Gaming Headset mit 7.1 Surround Sound

Rund 17 Millionen Euro war Turtle Beach die Übernahme des deutschen Herstellers für Gaming-Zubehör Roccat wert. In deren Portfolio befinden sich nicht nur Gaming-Mäuse und Keyboards, sondern auch Headsets, also ehemalige Konkurrenzprodukte des US-Herstellers. Das Elo 7.1 Air ist nur eines davon, aber mit einem Verkaufspreis knapp unter 100 Euro, 7.1-Sound, Wireless-Verbindung und RGB-Beleuchtung sicherlich eines der interessantesten.

Auspacken, anschließen, einrichten

Wirklich viel ist im Karton nicht zu finden. Neben dem Headset liegen ein Wireless-USB-Dongle, ein Ladekabel und ein abnehmbares Mikrofon bei. Schon hier wird klar: Es handelt sich um ein reines PC-Gaming-Headset, für Windows 7 bis 10. Wer dennoch versucht, das Gerät an einer Konsole zu betreiben, wird an der PlayStation 4 mit vollem Sound, inklusive Mikrofon-Erkennung überrascht. Selbiges gilt für die Nintendos Switch. Ob es schlau ist, dies nicht auch auf den Karton zu drucken, sei dahingestellt.

Alle anderen Geräte gehen allerdings wirklich leer aus, dank fehlendem Kabelanschluss und/oder Bluetooth.

Für die kabellose Verbindung wird ein USB-Typ-A-Eingang benötigt (2.0 oder höher). Um wirklich Freude am Elo zu haben, sollte nun noch die Roccat Swarm Software von der Homepage heruntergeladen und installiert werden.

Roccat Swarm Software

In der Roccat Swarm Software werden sämtliche Einstellungen des Headsets vorgenommen. Hier gibt es neben den vielen üblichen Möglichkeiten, auch einige, mit der sich Roccat von der Konkurrenz abhebt. Zum Beispiel lässt sich die Abtastrate des Kopfhörers von 16 Bit und 44,1 kHz auf bis zu 24 Bit und 96 kHz stellen. Dies ist für hochauflösende Audiosignale wichtig und erhöht den Frequenzumfang sowie den Dynamikbereich. Auch beim Mikrofon besteht die Möglichkeit, von 44,1 kHz auf 48 kHz zu gehen.

Eine weitere Besonderheit in den Einstellungen nennt sich „Magische Stimme“. Man ahnt es schon, hier werden Effekte auf die eigene Stimme gelegt. Männlich, weiblich, Cartoon oder doch lieber Monster? Jeder so, wie er sich fühlt. Leider hört man sich mit dem Effekt nicht selbst durch den Kopfhörer, aber für den Menschen auf der anderen Seite der Leitung sicherlich ein einmalig witziges Erlebnis.

Deutlich interessanter ist das „Superhuman Hearing“, also das „übermenschliche Gehör“. Der Name kommt uns zurecht bekannt vor, denn diese Funktion ist ein Produkt der Turtle-Beach-Übernahme und Besitzern eines Headsets aus dem Mutterkonzern womöglich bekannt. Ist Superhuman Hearing aktiviert, wird heftig in die Frequenzbänder eingegriffen, um im Spiel wichtige Geräusche (Schritte, Nachladen der Waffe…) zu verstärken. Das gibt dem Spieler einen Vorteil in der Positionserkennung. Wer aber sein Spiel nicht nur visuell genießen möchte, verzichtet lieber auf diese Funktion. Für E-Sportler ist dies aber sicherlich ein Blick (mit dem Ohr) wert.

Und weil es so schön leuchtet, wurde der Lichtunterhaltung natürlich eine ganze Sektion spendiert. Hier wird eingestellt wie und in welcher Farbe bzw. Farben es leuchten soll.

Ansonsten gibt es die üblichen Einstellungen, wobei eine Sache negativ auffällt: Änderungen werden immer erst nach einer kurzen Verzögerung auf das Headset übertragen. Die Software unterstreicht den Vorgang durch kurzes abdunkeln. Gar nichts passiert, wenn man nicht den „Auto Apply“ Button aktiviert, denn dann muss man nach jeder Änderung selbst auf „Apply“ klicken. Besonders beim Finetuning im Equalizer ist das mehr als umständlich.

Schön hingegen sind die Pins, die man an jeder Funktion aktivieren kann, um diese auf die Hauptseite der Software zu heften. So kann man sich die wichtigsten Einstellungen je nach Bedarf ins Startfenster holen und unwichtigere Dinge, wie vielleicht die magische Stimme, bleiben verborgen. Ebenfalls überzeugend sind die Profil-Slots, bei denen sich für Spiele aber auch andere Anwendungen Profile ablegen lassen, automatischer Wechsel auf Wunsch inklusive.

Kopfhörer

Am Kopfhörer lassen sich einige Funktionen direkt bedienen. Neben dem obligatorischen An-/Ausschalter gibt es einen Mute-Knopf für das Mikrofon, einen Drehregler für das Mikrofon-Monitoring (wie laut man sich selbst sprechen hören möchte, dies gilt nicht für die Stimmeffekte) sowie ein Lautstärkeregler.

Alles befindet sich am linken Hörer, wo auch der Anschluss für das Ladekabel und für das Mikrofon ihren Platz finden. Bis auf den Lautstärkeregler funktionieren alle Knöpfe und Regler übrigens auch an der PS4 und der Switch.

Der Mechanismus des Kopfbandes stellt sich wunderbar automatisch auf die Kopfgröße ein. Die Ohrpolster sind aus Memory-Schaum und Brillenträger freuen sich über den weicheren Schaumstoff auf Höhe der Brillenbügel – ein weiteres gelungenes Mitbringsel aus der Zusammenarbeit mit Turtle Beach.

Sound

Sind alle Funktionen deaktiviert, klingt das Eli 7.1 Air Headset erst einmal recht dünn. Bässe sind kaum vorhanden, der Mitten- sowie Hochtonbereich klingt zudem unausgeglichen.

Erst durch Eingriffe via der Swarm Software, kitzelt man etwas besseren Sound aus den 50-mm-Treibern. Diverse Presets stellen den Kopfhörer für verschiedenste Spielekategorien ein, das manuelle Verstellen diverser Parameter der zehn Frequenzbänder des Equalizers sorgen für den restlichen Feinschliff. Der EQ ist letztendlich der zentrale Punkt, bei dem das Elo Air sound-technisch auf ein höheres Level befördert werden kann, die Presets sollte man unserer Meinung nach eher als Sound-Tests sehen.

Ein wenig mehr Bass hier, etwas klarere Höhen dort und schon ist das Testerohr halbwegs glücklich. Aber leider nur halbwegs deshalb, weil mich der Sound nie so wirklich überzeugen kann. Sind viele Gaming-Headsets von Hause aus sehr basslastig, fehlt es dem Elo Air untenrum etwas an „Wumms“. Da helfen auch die zusätzlich aktivierbaren Helferlein wie der „Bass EQ“ nicht. Grundsätzlich sind diese Zusatzeinstellungen eh mit Vorsicht zu genießen, greifen sie doch sehr stark und je nach Einsatz auch sehr unschön in den Sound ein. Sollte sich der Sound also irgendwie komisch anhören, wie durch einen Filter gejagt, könnte es an einer aktivierten Funktion liegen.

7.1-Surround

Wie bei vielen anderen Herstellern klingt der Sound nach der Umstellung von 2.0 auf 7.1 eher abschreckend. Der erzeugte Raum wirkt blechern und komprimiert. Die Vorteile beim Gaming liegen aber auf der Hand, so sind Positionen deutlich leichter herauszuhören. Den Vorteil erkauft man sich allerdings mit deutlich schlechterem Sound, der auch nach viel Gefummel in den Einstellungen nie an den Klang des Stereo-Betriebs herankommen will.

Mikrofon

Keine Frage, das Mikrofon ist gut, die Stimme kommt klar beim Gegenüber an, da gibt es wenig zu meckern. Abzüge gibt es für das leichte Hintergrundrauschen, welches selbst bei aktivierter Geräuschunterdrückung zu hören ist, aber glücklicherweise dennoch nicht wirklich störend ausfällt. Das Monitoring der eigenen Stimme ist zur Kontrolle durchaus sinnvoll und auch direkt am Kopfhörer einstellbar.

Andreas Proß
vor 8 Monaten von Andreas Proß
  • Bewertung: 3.25
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Die Stärken des Roccat Elo 7.1 Air liegen definitiv im Kopfhörer-Design: Der Tragekomfort ist hervorragend, die Bedienung am Headset ist selbsterklärend sowie gut erreichbar und der Kopfhörer hinterlässt optisch einen sehr guten Eindruck. Der Akku hält zudem lange durch und die Verbindung via USB ist stabil und zuverlässig. Das Mikrofon ist, trotz leisem Hintergrundrauschen, ebenfalls gut, der Sound des Kopfhörers ist aber leider höchstens nur Durchschnitt. Alles in allem hinterlässt das Roccat Headset gemischte Gefühle und es entsteht der Eindruck, dass das Elo 7.1 Air eigentlich viel mehr könnte, aber klanglich unter der Software leidet.

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Gewicht ohne Kabel345 g
  • Kabellänge200 cm

Lieferumfang

  • USB Wireless Transmitter
  • USB-Ladekabel
  • abnehmbares Mikrofon

Besonderheiten

  • Sendefrequenzbereich von 2.4 GHz

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