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Shokz OpenFit

Offener True-Wireless-Bügelkopfhörer

Kurz & knapp

Mit dem OpenFit bietet Shokz einen offenen True-Wireless-Kopfhörer, der seine Stärken in der Kommunikation und einem vorbildlichen Tragekomfort hat, der gleichzeitig aber die Klangqualität bei der Musikwiedergabe durchaus und mit ansprechenden Ergebnissen im Blick hat.

Vorteile:
  • erstklassige Wahl für Kommunikation
  • Multipoint
  • hoher Tragekomfort
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Heute hat ein Kopfhörer längst nicht mehr allein die Aufgabe, Musik auf die Ohren zu transportieren. Vielmehr ist er auch bei der Arbeit, bei der Kommunikation im Allgemeinen, im mobilen Einsatz und beim Sport oft essenzielles Hilfsmittel. Shokz stellt mit dem OpenFit nun eine True-Wireless-Lösung vor, bei der die Kommunikation im Vordergrund steht.

Der chinesische Hersteller Shokz, ehemals AfterShokz, ist weitaus größer als hierzulande bekannt. Ein beachtlich großes Team von Ingenieuren befasst sich mit der Entwicklung von Kopfhörern und hält bereits etliche Patente. Shokz ist dabei insbesondere bekannt für Kopfhörer, die nach dem Prinzip der Knochenschallübertragung arbeiten und bevorzugt im Sportbereich eine Anwenderschaft gefunden haben. Genau das ist jedoch bei OpenFit nicht der Fall. Gleichwohl hat auch dieser True-Wireless-Bügelkopfhörer den Vorteil, den Hörkanal nicht zu blockieren.

Das können die Shokz OpenFit

Die federleichte Konstruktion verfügt über eine außerordentlich weiche Oberfläche und wird hinten über die Ohrmuschel gehängt. Laut Hersteller kommt „flüssiges Silikon“ mit Härtegrad 0 zum Einsatz, das die Körpertemperatur annimmt und nicht als störend empfinden wird. Im Unterschied zur Konkurrenz wird allerdings kein Schallübertrager im Hörkanal platziert. Vielmehr bleibt das Ohr frei und somit der Austausch mit der Umwelt und anderen Menschen besser möglich. Der zugehörige eigens entwickelte dynamischer Treiber (18 x 11 mm) wird hier nahezu schwebend vor dem Hörgang platziert. Eine dynamische digitale Entzerrung (OpenBass) nivelliert den Richtung Ohr abgestrahlten Schall nun mit dem Ziel eines möglichst vollständigen  Frequenzgangs, was insbesondere im Bassbereich durchaus anspruchsvoll ist. Umgekehrt sorgt die auf den Namen „DirectPitch“ getaufte Technologie dafür, dass der Schall in andere Richtungen unauffällig bleibt und die Umgebung nicht stört. Der Schall soll also von den Treibern genau die gewünschte Richtung projiziert werden, ganz wie es beispielsweise von sogenannten Arrays in der Live-Beschallung kennt.

Das Design der Shokz OpenFit

Kopfhörer und Lade-Case sind wahlweise in mattschwarz oder beige erhältlich und wirken auf mich gleichermaßen modern und wertig. Das Lade-Case verfügt über einen USB-C-Anschluss, eine Status-LED sowie die Fähigkeit zum induktiven Laden. Die Hörer werden verschränkt gegeneinander eingelegt, wodurch das Case flach und mit breitem Deckel aufgeführt werden konnte.

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Die Hörer selbst sind mit jeweils acht Gramm sehr leicht und nach IP54 gegen Spritzwasser und Schweiß zertifiziert und somit durchaus für den Sporteinsatz geeignet.

Die Technik im Shokz OpenFit

Technisch setzt der OpenFit auf Bluetooth 5.2 sowie die Audio-Codecs SBC und AAC. Auch eine Nebengeräuschunterdrückung kommt zum Einsatz, die sich hier explizit der Gesprächsqualität bei Telefonaten widmet. Neben Beamforming-Mikrofonen kommt dabei ein KI-unterstützter Algorithmus zum Einsatz, der Nebengeräusche mit einer Trefferquote von über 99 Prozent ausblenden soll.

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Die Laufzeit gibt Shokz lautstärkeabhängig mit sieben Stunden für die Hörer und 28 Stunden unter Nutzung der Kapazität des Lade-Cases an. Letzteres verfügt über eine Schnellladefunktion.

Natürlich darf auch eine App zur weiteren Konfiguration und für Firmware Updates nicht fehlen, die kostenlos sowohl für iOS als auch Android verfügbar ist. Inzwischen hat der Hersteller ein neues Firmware bereitgestellt und rüstet die OpenFit mit Multipoint nach.

Die Shokz OpenFit in der Praxis

Der Tragekomfort ist dank der leichten Bügelkonstruktion und des weichen Silikons hoch. Die Hörer sind auch über viele Stunden kaum spürbar. In der Praxis vergaß ich mitunter sogar, dass ich den Kopfhörer trug. Es fehlt das mitunter störende Gefühl, „etwas im Ohr“ zu haben.

Der Bügel sorgt weiter für eine sichere Positionierung, lediglich das korrekte Platzieren der Kopfhörer vor dem Ohr sollte man einüben, denn Fehlpositionierungen werden wie bei In-Ears mit schlechterem Klang bestraft.

Prinzipiell kann der OpenFit aufgrund seines Konzeptes nicht jedermanns Sache sein. Insbesondere, wer man sich beim Musikhören eine Isolierung von der Außenwelt erhofft, liegt hier falsch. Umgekehrt wird aber ein Schuh daraus: Wer ständig mit der Umwelt in Austausch stehen, dabei aber nicht auf Musik verzichten möchte, sollte hier genauer hinschauen. Für das Büro, die Kommunikation und die generelle Wahrnehmung der Umgebung bei aufgesetztem Kopfhörer ist OpenFit eine hervorragende Lösung. Gespräche lassen sich dabei in vergleichsweise geringer Lautstärke führen. Die Gesprächsqualität ist in der Tat wirklich gut und klar. Das gilt auch für die Isolation von Fremdgeräuschen. 99 Prozent Filterqualität halte ich allerdings für klar übertrieben, denn kräftige Windgeräusche beeinträchtigen durchaus die Qualität der Übertragung. Gleichwohl, ein überzeugendes Ergebnis.

Reichweite und Stabilität der Funkstrecke würde ich ebenso wie die Laufzeit als praxisorientiert bezeichnen. Man kann sich im Büro hinreichend weit frei bewegen und bewältigt mit den Akkus den Alltag und längere Reisen. Weiterhin kann ich bestätigen, dass man seine Sitznachbarn nicht stört, sofern man den Pegel nicht allzu weit aufdreht. Punktabzug im Büroalltag gibt es allerdings für das fehlende Multi-Pairing.

Die Tastenbefehle am Gerät sind konfigurierbar, jedoch auf Doppelklick und Drücken mit Halten beschränkt, was die Anzahl der nutzbaren Funktion reduziert. Prinzipiell lassen sich die Musikwiedergabe, Titelsprünge, die Lautstärke und ein Sprachassistent steuern und natürlich auch Telefonate. Die gut gestaltete App bietet schließlich vor allem den Vorteil eines speicherbaren Equalizers, mit dem sich der Klang an den eigenen Geschmack und die jeweilige Situation anpassen lässt.

So klingen die Shokz OpenFit

Audiophilen Hi-Fi-Sound sollte man von den Shokz OpenFit nicht erwarten. Hierfür ist das Grundkonzept mit Breitbandtöner, der mit DSP-Unterstützung Richtschall in den Hörkanal abstrahlt, nicht geeignet. Gleichwohl gelingt die Klangwiedergabe mit überraschend guten Ergebnissen, bedenkt man, dass hier ein „Transparenzmodus“ ständig aktiv ist. Das Klangbild ist stimmig und ausgewogen, mit breitem Stereopanorama und ansprechender Detailauflösung.

Sogar ein sinnvolles Bassfundament wird geboten, bei dem beispielsweise die abgestuften 808-Bassdrums auf Adel Tawils „Katsching“ zu erahnen sind. Im Tiefbass muss der OpenFit allerdings die Segel streichen. Eine unrühmliche Besonderheit: Bei Rihannas „Pon de Replay“ sind während des gesamten Songs tieffrequente Verzerrungen des Treibers zu hören, die erst bei deutlichem Absenken der unteren Frequenzen im Equalizer der App verschwinden. Bei anderen basskräftigen Titeln trat dieser Effekt glücklicherweise nicht auf.

Im Mittenbereich kann ich Stimmen und akustischen Instrumenten ein angenehmes Timbre bescheinigen, auch wenn mir etwas Wärme in den Tiefmitten fehlt. Dichte Pop- und Rock-Produktionen gelingen ebenfalls völlig zufriedenstellen und verfügen zudem ab mittleren Pegeln über einen ansprechenden Druck. Abstriche muss man hingegen bei dynamischer Musik wie orchestralen Aufnahmen machen. Die Höhen sind nicht aufdringlich, sondern durchaus detailliert und stimmig. Sie tragen zum gut ausgeschmückten Stereobild bei. Die Tiefenstaffelung wiederum ist wenig ausgeprägt.

Was mir weiter auffällt: Der Shokz OpenFit klingt auch bei leisen Pegeln noch gut, solange man eine gewisse Grenze nicht unterschreitet, da die Wiedergabe dann unschön „zerfällt“. Für den nötigen Druck ist umgekehrt ein höherer Pegel gefragt. Prinzipiell gilt: Je lauter die Umgebung, desto lauter muss auch der Kopfhörerpegel sein. Hier gilt es, situationsabhängig den richtigen Pegel zu finden, denn die gleichzeitige Auswertung von Musik und Umgebungsgeräuschen oder gar Gesprächen fordert zumindest mir eine gewisse Anstrengung ab. So bedarf in meinem Fall die Musikwiedergabe in akzeptabler Qualität einen gewissen Mindestpegel. Steht hingegen das Bedürfnis zur Kommunikation im Vordergrund, bevorzuge ich eine leise Musikwiedergabe, die gewissermaßen eine Hintergrundfunktion übernimmt. Und genau diese Fähigkeit ist es, die ich den Shokz OpenFit so schätze.

Fazit

Shokz verfolgt mit dem OpenFit ein durchaus interessantes Konzept. Der True-Wireless-Kopfhörer wird hier Teil des täglichen Alltags. Gewissermaßen ist er in der Lage, Musik, Telefonate, generelle Kommunikation und die Wahrnehmung der Umgebung in Einklang bringen. Bei Bedarf liefert er dennoch eine adäquate Qualität bei der Musikwiedergabe, kann diese aber auch dezent in den Hintergrund verbannen. Der wichtigste Aspekt dabei ist, dass dieser Kopfhörer schlichtweg nicht stört, ganz gleich, ob man sich zu Hause, im Büro, draußen oder beim Sport befindet.

Die Konkurrenz in diesem Bereich ist überschaubar. So können die günstigeren Sony LinkBuds WF-L900 als offene Konstruktion im Ohr getragen werden. Vom Tragekomfort als auch von der Performance sehe ich den OpenFit hier jedoch im Vorteil. Die hauseigenen Produkte von Shokz wie der OpenRun Pro fokussieren eher auf den Sportbereich und sind bezüglich der Klangqualität per Knochenschallübertragung im Hintertreffen. OpenFit würde ich damit einen ziemlich cleveren Ansatz im Bereich der Kopfhörer bezeichnen.

vor 11 Monaten von Ulf Kaiser
  • Bewertung: 4.25
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Technische Daten

  • BauformOpen-Ear
  • Bauweiseoffen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)50 - 16.000 Hz
  • Gewicht ohne Kabelje 8,3 g, Case 57 g

Lieferumfang

  • USB-C-Ladekabel
  • Lade-Case

Besonderheiten

  • BT-Codecs: AAC, SBC
  • BT-Version: 5.2

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