JBL Quantum 400

Gaming Headset mit virtuellem Surround Sound

Präzision, Wettbewerbsvorteil, realistische Klangkulissen – das sind Begriffe, die man immer wieder liest, wenn es um moderne Gaming-Headsets geht. Eine Marke, die man bisher nicht damit in Verbindung gebracht hat, die aber aus dem Audiobereich seit Dekaden nicht mehr wegzudenken ist, spielt nun auch mit: JBL!

Der erste Eindruck …

… stimmt positiv. JBL hat ein durchaus stylishes und wiedererkennbares Headset erschaffen, welches sich optisch an deren Over-Ear-Portfolio bedient. Für Gamer darf es dann aber auch gerne etwas mehr sein, so sind farbige Akzente beim Quantum 400 von Kopf bis Kabelende wiederzufinden. Und ist es dann noch mit dem Rechner verbunden, leuchtet das Firmenlogo in sämtlichen Farben.

Aber der Reihe nach: Out of the box hat man die Wahl zwischen USB und 3,5-mm-Klinke. Ist die Konsole euer bevorzugtes System, wird per Audiokabel gespielt, die Lichter des Logos bleiben in diesem Fall allerdings aus.

Praktisch ist das Lautstärkerad am linken Hörer, wo letztendlich auch alle weiteren Funktionen und Anschlüsse angebracht sind. Wie immer müssen sich Konsoleros mit dem begnügen, was der Hersteller voreingestellt hat, Eingriffe in den Sound sind nicht möglich. Zum Glück hat JBL hier ab Werk aber einen guten Sound gefunden, der zum Zocken sehr gut funktioniert! Das Quantum 400 Headset zeigt sich nämlich betont stark in den Bässen und Tiefmitten – für Spiele ist das eine gute Wahl. Was beim reinen Musikhören dann allerdings auffällt, sind die gezähmten Höhen, aber warum sollte sich JBL auch selbst Konkurrenz machen, denn immerhin wurde die Quantum-Serie explizit für Gamer entwickelt. Was dann am Ende aber durch die 50-mm-Dynamikreiber dröhnt, lässt im Stereobetrieb an der Konsole kaum Wünsche offen – Musik und Effekte klingen wuchtig und Sprache ist gut verständlich.

Der Tragekomfort des Quantum 400 ist dank leichtem Kopfbügel und eng sitzenden, aber nicht drückenden Ohrpolstern mit Memory Foam sehr angenehm. Damit sind auch längere Sitzungen vor dem Bildschirm problemlos möglich.

QuantumENGINE

Mehr geht wie immer am PC. Dazu braucht man nur das beiliegende USB-Kabel und die kostenlose QuantumENGINE Software. Da leuchtet das Logo vor Vorfreude! Die Vorfreude weicht dann aber kurzfristig starker Konzentration, denn die Oberfläche der Software zeigt sich beim ersten Öffnen etwas unübersichtlich. Das Design sieht aus wie ein futuristisches Interface, mit Glitch-Animationen und weiterem Schnickschnack, was erst mal sehr ablenkend wirkt.

Aber starten wir mit dem 10-Band-Equalizer: Neben einigen Profilen des Herstellers lassen sich hier natürlich eigene Settings erstellen und speichern. Geht nicht mit Musik? Doch! Es bedarf nur wenige Eingriffe und schon lässt sich, zumindest am Rechner, auch Musik mit den Quantum 400 genießen.

Zweiter Punkt und somit offenbar auch nicht unwichtig: die Beleuchtung. Wer da grundsätzlich auf „Aus“ klickt, kann diesen Abschnitt überspringen. Wer Licht mag, hat hier ebenfalls einige Profile als Vorgabe und kann sich darin austoben, eigene Farbwechsel einstellen und aus drei Effekten wählen, dann pulsiert die Farbe, flackert verstört oder bleibt einfach konstant. Dazu kann noch am Tempo geschraubt werden. Auch hier muss man sich etwas einarbeiten, so richtig intuitiv will das alles nicht gelingen.

Punkt Drei befasst sich mit dem Sound des (virtuellen) Raumes und da der Quantum 400 ein Stereo-Kopfhörer ist, bietet er gleich zwei verschiedene Modi an, mit dem sein virtueller Surround-Sound aktiviert werden kann. Da ist zum einen das hauseigene JBL QuantumSURROUND. Zwar lassen sich hier sogar der Kopfdurchmesser und die Körpergröße einstellen, auf den Klang wirkt sich dies aber so gering aus, dass beim Abspielen einiger 7.1 Sounds kein hörbarer Unterschied auszumachen ist.

Was man aber hört, ist das aktivierte QuantumSURROUND: Statt Stereo Link/Rechts wird Sound plötzlich aus allen Richtungen wiedergegeben und ein akustischer Raum öffnet sich. Aber scheinbar ist dieser Raum aus Blech, denn Regen klingt (mit aktiviertem QuantumSURROUND) wie hochfrequentes Rauschen, Sprache, als hätte man einen Effekt daraufgelegt und Hintergrundgeräusche (auch hier besonders im hohen Frequenzbereich) wirken unnatürlich. Vor allem, wenn man dann zurück in den Stereo-Modus wechselt. Ob das beim Spielen irgendeinen Vorteil ergibt? Das können wir abschließend nicht beantworten.

Gut, dass es alternativ noch den sogenannten „dts-Modus“ gibt. Diese Funktion – auch „DTS Headphone:X v2.0“ genannt – ist dem Stereo-Sound qualitativ viel näher, natürlicher und bringt die Vorteile, die man durch Surround Sound hat, mit. Wenn es also darauf ankommt, Mitspieler- oder Gegnerpositionen gut zu erkennen, ist der dts-Modus die beste Wahl. Wenn nicht, lassen sich Spiele auch im Stereo-Modus genießen – für uns der klangliche Gewinner der drei Modi.

Für das Mikrofon lassen sich in der Software Pegel und Lautstärke einstellen. Dazu noch der Sidetone, wodurch man sich selber sprechen hört. Auf Noise-Cancelling oder Filter verzichtet JBL hier, was nicht schlimm ist, denn das Mikrofon bringt den Sound gut ans andere Ende der Leitung. Rauschen ist kaum wahrnehmbar, Höhen fehlen ein wenig, aber generell ist der Klang als sehr angenehm zu beschreiben. Ist das Mikrofon hochgeklappt und gemutet, wird dies durch eine kleine rote LED angezeigt. Per Knopf am linken Hörer oder per Software geht dies aber auch im heruntergeklappten Zustand, dann allerdings nur im USB-Betrieb. Über die Discord-zertifizierte Game/Chat-Balance-Regelung wird die Lautstärke zwischen Spiel und Chat direkt am Kopfhörer verstellt, was schon sehr praktisch ist. Auch dies funktioniert nur am PC, nicht an der Konsole.

Updates der Software und des Headsets lassen sich natürlich ebenfalls in der QuantumENGINE Software durchführen.

Ein paar letzte Worte zur Software: Auf unserem Test-Laptop gönnt sich die QuantumENGINE fast 10% der CPU-Leistung. Nun ist das zwar kein Gaming-Laptop, aber immerhin ausgestattet mit einem i7-Prozessor der 10. Generation. Vielleicht liegt es an den Animationen, immerhin dreht sich dort die ganze Zeit über ein Gittermodell des Kopfhörers und beim Wechsel zwischen den Einstellungen startet immer eine Animation. Aber mit dem knapp ein Zehntel der CPU-Power gönnt sich diese Software teilweise so viel Leistung, wie die Spiele, die wir für diesen Test ausprobiert haben.

Andreas Proß
vor 2 Wochen von Andreas Proß
  • Bewertung: 3.38
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Das nagelneue Quantum 400 von JBL ist ein gutes Stereo-Headset, denn mit seinem bass- sowie tiefmittenbetonten Sound klingen Spiele einfach herrlich wuchtig und intensiv! Und auch seine Mikrofonqualität kann uns überzeugen, denn viele Headset-Hersteller schwächeln in dieser Disziplin mal ganz gerne. Aber ganz ohne Schwächen geht’s beim Quantum 400 leider dann doch nicht, denn diese fallen erst im USB-Betrieb auf: So ist uns die Software (noch) zu CPU-hungrig und für Gaming-Neulinge zunächst recht unübersichtlich. Zudem konnte uns der hauseigene virtuelle Surround-Sound nicht überzeugen, dafür aber die Alternative namens DTS Headphone:X um so mehr.

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Impedanz32 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)@1 kHz/1 mW: 98 dB
  • Gewicht ohne Kabel270 g
  • Kabellänge120 cm

Lieferumfang

  • 3,5-mm-Audiokabel
  • USB C auf A-Kabel (3m)
  • Windschutz-Schaumstoff für das Boom-Mikrofon

Besonderheiten

  • Mikrofonfrequenzbereich: 100 Hz – 10 kHz
  • Kompatibilität: PC, PlayStation, Xbox, Nintendo Switch, Mac, Mobile, VR

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