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Sennheiser GSX 1000

USB-Kopfhörerverstärker mit Virtual-Surround für Gamer und Filmwiedergabe

Ein Kopfhörerverstärker empfiehlt sich keinesfalls nur für den Musikgenuss. Entsprechende Lösungen für den Rechner sind auch bei der Filmwiedergabe oder beim Spielen gefragt. Spannend wird es, wenn Surround ins Spiel kommt…

Sennheisers GSX 1000 kommt als Desktopgerät. Letztlich handelt es sich um ein spezialisiertes Audio-Interface für den Einsatz an Windows- und Mac-Rechnern, das sich ohne zusätzliche Treiber direkt in die entsprechende Tonkonfiguration des Betriebssystems einklinkt.

Die kompakte Einheit im wahlweise geneigten schwarzen Plastikgehäuse sieht nicht nur dekorativ aus, sondern bietet gleich noch eine komfortable Pegelkontrolle und eine schnelle Steuerbarkeit über Touchfunktionen, die allesamt über kontrastreiche rote Grafiken beziehungsweise eine Werteanzeige für den Pegel visualisiert werden – Autodim-Funktion inklusive.

An Anschlüssen finden sich sowohl ein Kopfhörer- als auch ein Lautsprecherausgang sowie einen Mikrofoneingang für Chats und die Kommunikation bei Spielen auf der Geräterückseite – allesamt ausgeführt als 3,5-mm-Miniklinken. Hier befindet sich auch die USB-Buchse, die praktischerweise auch die Stromversorgung übernimmt.

Mehr als nur Stereo

Die Besonderheit des GSX 1000 ist seine binaurale Rendering-Engine, mit denen sich zweikanalige Aufnahmen aber auch Filme und Spiele in Surroundsound bis 7.1 auf Kopfhörer portieren lassen, um diese mit virtuellem Raumklang zu erleben.

Praxis

Nach der Anmeldung des GSX 1000 im Betriebssystem lässt sich über den großen versenkten Lautstärkeregler in Form eines Aluminiumrads der Ausgangspegel justieren. Per Berührung wählt man dabei zwischen dem Kopfhörer- und Lautsprecherausgang. Ein eventuell angeschlossenes Mikrofon oder Headset kann im Pegel über einen seitlichen Regler unabhängig davon justiert werden.

Für die gewünschte Klangabstimmung sorgt ein Preset-EQ, der vier Voreinstellungen bereithält, darunter Musik- und Filmmodi sowie eine betont schlanke Variante mit Sprachfokus.

Ein weiterer Taster wählt zwischen regulärem Stereoton, einer 24-Bit-HD-Variante, die mein Rechner nicht zur Verfügung stellte, sowie besagtem virtuellen 7.1-Surroundsound. Ist letztgenannte Variante aktiviert, kann man über weitere Touchfelder den Fokus ergänzend auf die virtuellen Front- oder Rearlautsprecher setzen sowie eine Anpassung der Wiedergabe auf spezifische Kopfhörertypen vornehmen (Sidetone Level), etwa für geschlossene oder offene Systeme. Sinnvoll ist das insbesondere für eine Optimierung der Chat-Sprachqualität bei Spielen.

Schließlich gibt es die Möglichkeit, eine weitere Raumsimulation in zwei Stufen (Open World, Confined Space) hinzuzuschalten. Da diese Schaltung den Originalton überlagert, muss man von einem Effekt sprechen, der allerdings angemessen dezent und durchaus wirksam arbeitet und den Surroundeffekt unter Umständen nochmals intensiviert.

Die jeweiligen Einstellungen lassen sich über vier berührungsempfindliche Felder an den Gehäuseecken speichern und später wieder aufrufen. Sie bleiben auch nach dem Ausschalten erhalten. Hingegen ließ sich der sogenannte Tournament Modus mit verriegelten Einstellungen abseits der beiden Lautstärkeregler sowie einer Rauschunterdrückung für den Kommunikationskanal auch mit der neuesten Firmware (5.23.37.0.808) leider nicht aktivieren.

Klang

Schon bei der Klangwiedergabe in Zweikanal-Stereo zeigt der GSX 1000 eine gute Leistung. Der Klang wird neutral, mit vollem Frequenzspektrum und genügend Pegelreserven reproduziert. Die Klangregelung hilft eher bei spezifischen Problemfällen und blieb bei mir in der Regel ausgeschaltet. Das wesentliche Kaufargument ist natürlich der virtuelle Surroundsound, den ich mit etlichen Trailern als praxisnah und absolut ansprechend bezeichnen möchte. Entsprechend produzierte Filme und Spiele erhalten hier eine räumliche Dimension, die man bei einer konventionellen Kopfhörerwiedergabe oder beim Rückschalten in den Stereomodus nicht erreicht und schnell nicht mehr missen möchte. Selbst das Erweitern konventioneller Musiktiteln mit erweiterter Räumlichkeit stellt einen interessanten Reiz dar. Mit dieser Ausstattung dürfte der GSX 1000 insbesondere für Gamer und Filmliebhaber ein heißer Tipp sein.

Ulf Kaiser
vor 6 Monaten von Ulf Kaiser
  • Bewertung: 3.88
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Der GSX 1000 entpuppt sich als weitaus mehr als ein simpler Kopfhörerverstärker. Er stellt dank USB-Stromversorgung und Desktopgehäuse zusätzlich eine bequeme Schreibtischzentrale für die Tonausgabe dar – mit komfortabler Lautstärkeregelung und Umschaltung zwischen Lautsprechern und Kopfhörer. Auch Headsets finden ihren Anschluss und erlauben sogar eine unabhängige Lautstärkesteuerung.

Die Besonderheit ist die mögliche Virtual-Surround-Wiedergabe mit bis zu 7.1-Tonkanälen. Damit liefert der GSX 1000 raumfüllenden Klanggenuss bei Filmen und Spielen, kann aber auch reguläre Musik durchaus beeindruckend erweitern. Aus audiophilen Gesichtspunkten sollte man das nicht bewerten, Spaß macht es allemal, zumal auch die sonstige Verarbeitungs- und Klangqualität dem Markennamen Sennheiser gerecht wird. Für 20 Euro Aufpreis ist das Modell übrigens auch als GSX 1200 mit dedizierten Chatlink-Anschlüssen erhältlich.

Technische Daten

  • BauformVerstärker
  • Kabellänge120 cm

Lieferumfang

  • USB-Kabel

Besonderheiten

  • Anschlüsse: 3.5 mm für Kopfhörer, 3.5 mm für Mikrofon, 3.5 mm für Lautsprechner, Mini-USB
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer): 0 - 48.0 kHz
  • Klirrfaktor bei 1kHz: 0.005% THD @ -3dBFS
  • USB Standard: USB 2.0 Full Speed & USB Audio 1.0

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