Integrierte Soundkarte, Mixed Audio Play, virtueller 7.1 Surround Sound und andere clevere Features – all das vereint die Berliner Audio Company Teufel in ihrem ersten Gaming-Headset. Game Changer oder Game Danger?

Lieferumfang

Neben dem 315 Gramm leichten Kopfhörer befindet sich ein ansteckbares Mikrofon samt Windschutz, ein 3 Meter langes USB-Kabel und ein 3,5-mm-Klinkenkabel mit einer Länge von 1,3 Metern sowie die Bedienungsanleitung im Karton.

Der Kopfhörer

Der geschlossene Kopfhörer trumpft mit 40-mm-Linear-HD-Treibern samt Neodym-Magneten auf. Die Haltebügel sind aus Aluminium, das Kopfband aus Federstahl. Die Polsterung aus Kunststoff ist schweißabsorbierend und abwischbar. Insgesamt macht der Kopfhörer einen hochwertigen Eindruck und sitzt sehr angenehm auf dem Kopf. Die Teufel-Logos auf den Seiten leuchten rot, sofern das Headset per USB angeschlossen ist.

Das Teufel Audio Center

Der ab Werk sehr gute Klang, egal ob beim Gaming oder bei der Musikwiedergabe, kann per Software individuell angepasst werden. Dazu wird das Teufel Audio Center (TAC) benötigt, welches mit Treibern für Windows Vista bis zum aktuellen Windows 10 von Teufel bereitgestellt wird. Neben der Lautstärke (siehe Screenshot 1) lässt sich hier ein Equalizer mit diversen Presets zuschalten. Selbstverständlich lassen sich auch eigene Profile erstellen (siehe Screenshot 2). Im Menü „Xear Surround Sound“ aktiviert man einen virtuellen 7.1 Surround Sound. Neben den beiden Modi „Musik“ und „Film“ hat man noch die Wahl zwischen drei Raumgrößen, die den Klang beeinflussen. Ein Audio-Sample, welches die einzelnen Boxenpositionen ansteuert, hilft bei der Auswahl (siehe Screenshot 3). Die Klangverbesserung „Xear Audio Brilliant“ passt die Präzision der Tonwiedergabe an, z.B. bei stark komprimierten Klangquellen (siehe Screenshot 4). Bassliebhaber schalten „Xear Dynamic Bass“ hinzu. Dort kann man gezielt eine Frequenz anheben (siehe Screenshot 5). Wer Schwankungen in der Lautstärke vermeiden möchte, findet dazu die Funktion „Xear Smart Volume“ (siehe Screenshot 6). Wenn es im Teamspeak rauscht, lässt sich dem im Menü „Xear Voice Clarity“ entgegenwirken, durch Erhöhung des Voice Clarity Levels und der Rauschunterdrückung (siehe Screenshot 7). Die Einstellungen des Klangs komplettiert „Xear Surround Max“. Hier lassen sich Stereo-Signale in ein virtuelles 7.1 umrechnen. Wer es mag, kann also seiner Musik einen räumlicheren Klang verpassen (siehe Screenshot 8). Ebenfalls per TAC konfigurierbar ist die Abtastrate des Kopfhörers, von 44,1 bis 96KHz und in 16 oder 24 Bit.

Die meisten Klanganpassungen per Software sind für Gamer und Cineasten interessant, die vom satten virtuellen 7.1 Sound profitieren. Mit dem Equalizer kann man den ohnehin schon guten Sound des Cage nochmals an seine eigenen Vorlieben anpassen. Die Software funktioniert allerdings nur am PC. Wer an der Konsole spielt, muss ohne dieses Feature auskommen.

Leider ließ sich das Teufel Audio Center an meinem Testrechner mit Windows 8.1 Pro trotz mehrerer Versuche nicht installieren. Dennoch wurde der Kopfhörer von Windows erkannt und konnte, dank dem im USB-Kabel eingebauten Soundchip, als Wiedergabe- und Aufnahmegerät ausgewählt werden. Auf einem Windows 10 Tablet lief die Software hingegen problemlos.

Schade ist, dass man nur eigene Equalizer-Profile und nicht auch noch die restlichen Klangeinstellungen im Profil abspeichern kann. Die Software merkt sich hier nur die letzte Einstellung. Eigene Profile mit unterschiedlich aktivierten „Xear“-Funktionen sind nicht angedacht.

Anschlüsse, Knöpfe, Schalter, Regler

An einer der beiden Hörmuscheln befinden sich alle Bedienelemente und Anschlüsse des Kopfhörers. Dort gibt es einen großen Lautstärkeregler, der sich gut ertasten lässt sowie eine Multifunktionstaste. Mit ihr lassen sich mit angeschlossenem Smartphone durch kurzes oder langes Drücken des Tasters Gespräche annehmen, ablehnen oder beenden. Hört man Musik über iOS- oder Android-Geräte, übernimmt die Taste die Funktionen „Start/Pause“, „nächsten Track abspielen“ oder „Siri“ respektive „Google Assistant“. Exklusiv auf iOS springt man durch dreimaliges Drücken zum vorherigen Track zurück.

Angeschlossen werden Smartphones/Tablets und Konsolen per mitgeliefertem Klinkenkabel. Dabei ist es egal, welchen der beiden Eingänge ihr nutzt, denn Teufel hat sich etwas Nettes ausgedacht: Der Kopfhörer erkennt, wo das Kabel oder das Mikrofon eingesteckt ist. Durch diese automatische Links-Rechts-Erkennung kann jeder selbst entscheiden, ob die Bedienelemente auf dem linken oder rechten Ohr sitzen. Der Ton kommt in beiden Fällen immer von der richtigen Seite.

Mit einem kleinen Schalter bestimmt ihr außerdem wann das Mikrofon eingeschaltet sein soll. Habt ihr z.B. das Headset per USB am PC angeschlossen und gleichzeitig ein Handy per Klinke am Kopfhörer, könnt ihr somit einstellen, für welche Verbindung das Mikrofon aktiviert ist. Bei hochgestelltem Schalter weist man das Mikro dem USB-Kabel zu, also für Teamspeak oder Sprachchat. Erhält man nun einen Anruf, wird der Schalter nach unten gestellt und das Mikro kann zum Telefonieren genutzt werden. Gleichzeitig deaktiviert man es in Richtung PC.

Das Mikrofon

„Da ist was im Bild.“ Das war bei angestecktem Mikrofon ständig mein Gedanke. Da die beiden Klinkenanschlüsse mittig an der Hörmuschel platziert sind, also knapp unter Augenhöhe, befindet sich das Mikrofon bei mir immer irgendwie störend im Blickfeld, auch wenn sich der Mikrofonarm ansonsten recht gut in eine gewünschte Position biegen lässt. Der Sound war bei kurzen Testaufnahmen solide und nur leicht verrauscht. Um einen ordentlichen Pegel zu erreichen, musste das Mikrofon auffällig nah an meinem Mund positioniert werden.

In den Einstellungen der Teufel Software lässt sich mit dem Mikrofon noch einiges anstellen: Neben dem obligatorischen Lautstärkeregler, könnt ihr die Abhörlautstärke des Mikrofons durch den eigenen Hörer einstellen. Auch können die linke und rechte Seite dabei getrennt voneinander justiert werden. Mit der „Enviromental Noise Cancellation“ reduziert man Umgebungsgeräusche. Dazu wird ein zweites Mikrofon genutzt, welches sich außen an der Hörmuschel befindet. Im Menü „Xear Magic Voice“ gibt’s dann noch vier „lustige“ Stimmenverzerrer-Presets zur Auswahl: Teufel, Ente, Mann (mit tiefer Stimme) und Frau. Zu guter Letzt lässt sich auch für das Mikrofon die Abtastrate zwischen 44,1 und 48 kHz umstellen. Am Mikrofon selber sitzt noch ein Schalter zum Stummschalten.

In der Praxis

Während PC-Gamer den USB-Anschluss samt Software bevorzugen sollten, nutzt man an der Konsole das Klinkenkabel. Wer hier auf das Mikrofon verzichten kann, hat zusätzlich die Möglichkeit, ein Handy gleichzeitig anzuschließen. So werden eingehende Anrufe direkt per Kopfhörer abgefangen oder man hört seine eigene Musik beim Zocken. An der Playstation 4 funktioniert interessanterweise aber auch der Anschluss per USB-Kabel. Zwar muss man dabei ohne irgendwelche Einstellungen per Software auskommen und ist an das 3 Meter lange Kabel gebunden, dennoch machte der Sound einen dickeren Eindruck und wirkte räumlicher. Leider zeigen weder die PS4, noch die Spiele in den Audio-Einstellungen, ob da nun virtueller Surround Sound in 7.1 oder 2.0 über den Hörer ausgegeben werden. Wer alle Möglichkeiten des Cages ausnutzen möchte, also Mikrofon und Smartphone gleichzeitig, nutzt an der PS4 die USB-Verbindung. Dann leuchtet er auch schön rot. Ansonsten heißt es wie immer: Klinkenkabel in den Controller und es kann losgehen.

Wie zu erwarten, macht der Cage dank des tollen Klangs eine wirklich gute Figur. Gegnerische Positionen lassen sich gut heraushören. Das klappt bei „Horizon: Zero Dawn“ sowohl in der Klinkenverbindung am Controller, als auch per USB direkt an der PS4. Spiele, die stark auf Musik setzen, wie die von mir angespielte „WipEout Omega Collection“, profitieren ebenfalls vom Sound. Während viele Headsets auf den ganz dicken Kino-Bass-Sound setzen, der zwar in einigen Spielen funktionieren kann, ist der Cage da einfach dezenter, wodurch Musik generell eben besser klingt. Wem es dann an Bass fehlt, hat zumindest am PC ja die Möglichkeit diesen zu boosten. Und da Musik durch den Teufel so gut klingt und „WipEout“ nach einiger Zeit anstrengend für die Augen ist (und die elektronische Musik auch für manche Ohren), wurde gleich noch eine Runde in „Crazy Taxi“ gedreht, ein Arcade-Fun-Racer, in dem man permanent mit Punkrock beschallt wird.

Fazit: Teufel Cage
von Andreas Proß

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Die Klangqualität des Teufel Cage kann man nur loben – selbst ohne Eingriffe per Software klingt der Gaming-Kopfhörer sehr gut. Somit ist er auch zum reinen Musikhören ein empfehlenswerter Partner. „Mixed Audio Play“ und die Rechts-Links-Erkennung sind sehr nette Features und auch die eingebaute Soundkarte im USB-Stecker sammelt ordentlich Pluspunkte. Abzüge in der B-Note gibt’s dagegen bei der Position der Klinkenanschlüsse und dem dadurch möglicherweise im Sichtfeld schwebendem Mikrofon. Auch getrennte Lautstärkeregler für die verschiedenen Eingänge wären sicher praktisch. Zwar ist das Teufel Audio Center ein wichtiges Software Tool für den PC-Gamer, leider kann man aber keine Profile abspeichern, die alle angebotenen Klangverbesserungen einbeziehen. Aber vielleicht lässt Teufel dieses coole Feature ja bald aus dem Käfig.

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Technische Daten

Bauform
Over-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
dynamisch
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
20 - 20.000 Hz
Impedanz
32,1 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
100,05 dB
Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf
640 g
Gewicht mit Kabel
328 g
Gewicht ohne Kabel
315 g
Kabellänge
155 cm

Lieferumfang

  • Anschlusskabel Miniklinke 3,5 m
  • Kabel Mini-USB auf USB
  • Mikrofon

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