Skullcandy Crusher Evo

Sehr laufstarke Bluetooth-Over-Ears mit personalisierbarem Klang und Sensory Haptic Bass

Die schnellladefähigen Wireless-Hörer Crusher Evo von Skullcandy bieten eine überragende Akkulaufzeit und vereinen die hauseigene Technologie zur haptischen Basswahrnehmung mit einer flexiblen Klanganpassung per App. Hierbei stehen sowohl EQ-Settings für Musik, Podcasts und Filme als auch ein eigenes Soundprofil, das auf einem Hörtest der schwedischen Company Audiodo basiert, zur Verfügung.

Das portable Design der Crusher Evo verfügt über kipp-, schwenk- sowie einklappbare Schalen, was einen platzsparenden Transport und eine gute Anpassung ermöglicht. Da die Größeneinstellung des biegsamen Bügels zudem eine große Spannbreite abdeckt, eignen sich die Hörer für filigrane bis größere Köpfe, wobei der Sitz eher straff als locker beschaffen ist, so dass unterwegs ein Zwischenspurt eingelegt werden kann. Die recht massive Ausführung ist primär aus Kunststoff gefertigt, wirkt aber robust und tadellos verarbeitet. Bauartbedingt muss bei dem geschlossenen System eine gewisse Wärmeentwicklung an den Ohren in Kauf genommen werden, die sich aber in einem akzeptablen Rahmen bewegt.

Mit einer beeindruckenden Laufzeit von mehr als 72 Stunden bei gehobenerem Pegel empfehlen sich die Over-Ears auch für längere Reisen, zumal die Schnellladefunktion bereits nach einer Stromzufuhr von zehn Minuten Akkukapazität für viereinhalb Stunden bereitstellt. Ein vollständiges Aufladen über den vorhandenen USB-C-Anschluss nimmt hingegen drei Stunden und 20 Minuten in Anspruch, wobei die Hörer auch mit einem 3,5-mm-Audioeingang ausgestattet sind, so dass alternativ eine kabelgebundene Nutzung möglich ist. Dabei werden ein entsprechendes Miniklinkenkabel sowie ein USB-C auf USB-A-Ladekabel mitgeliefert.

Gerätesteuerung

Die Wireless-Hörer unterstützen den Bluetooth-Standard 5.0 und glänzten im Verbund mit verschiedenen Android- und iOS-Geräten mit einer stabilen Funkverbindung von hoher Reichweite, die bis zu 14 Meter betrug und auch durch mehrere Räume hindurch nicht abbrach. Hierbei erfolgt das Koppeln durch ein Gedrückthalten des Power-Tasters an der linken Schale, wodurch die Over-Ears eingeschaltet und in den Pairing-Modus versetzt werden. Ist eine Verbindung hergestellt, steht zur Gerätesteuerung eine gut bedienbare 3-Tasten-Remote an der rechten Seite zur Verfügung, deren mittlerer Taster zum Starten und Stoppen der Wiedergabe sowie zum Annehmen und Beenden von Telefonaten dient. Durch zweifaches Drücken können darüber hinaus Sprachassistenten aktiviert werden. Die Lautstärke lässt sich hingegen mithilfe des oberen und unteren Tasters regeln, wobei durch das Gedrückthalten des Plustasters auch zum nächsten Titel vor und per Minustaster zurückgesprungen werden kann. Während die Remote zuverlässig und verzögerungsfrei reagiert, erscheint die Sprachverständlichkeit beim Telefonieren etwas eingeschränkt, da die Höhen auf beiden Seiten zum Übersteuern neigen und die eigene Stimme von einem Grundrauschen begleitet wird.

Sound

Der bodenständige, warm abgerundete Grundklang der Crusher Evo besitzt Fülle und eine druckvolle Basswiedergabe mit Tiefgang, die kompakt gefasst wirkt, wobei der Unterbau ein wenig stumpf klingt. Den Gegenpart stellen sehr klare, präsente Höhen dar, die nicht abfallen, aber mit steigender Lautstärke eine gewisse Schärfe entwickeln können und zur Überzeichnung von Zischlauten neigen. Dagegen erscheinen die ebenfalls klaren und durchaus detailfreudigen Mitten etwas zurückhaltender, auch wenn Vocals und Lead-Instrumente ausreichend Raum zur Entfaltung besitzen und Stimmen mit einer guten Verständlichkeit abgebildet werden. Insgesamt wirkt die virtuelle Bühne keineswegs zu eng geraten, besitzt Tiefe und eine raumöffnende Staffelung. An Audiocodecs stehen der Bluetooth-Standard SBC und das hochwertigere AAC-Format zur Verfügung. Auf eine Unterstützung von aptX wurde hingegen verzichtet.

Per Schieberegler an der linken Hörerseite kann stufenlos der Sensory Haptic Bass hinzugefügt werden, eine Art Bass Booster, der Vibrationsmuster einsetzt, um eine haptische Basswahrnehmung zu erzeugen. Und diese hat bei bassaffinen Produktionen heftige Auswirkungen, da die Over-Ears permanent stark vibrieren! Da sich die Muster jedoch geradezu überschlagen, wirkt der Effekt zumindest phasenweise unkontrolliert und arrhythmisch, was durch die hohe Intensität Kopfschmerzen verursachen kann. Zudem wird der tieffrequente Bereich derart verstärkt, dass die Bässe schnell zu wummern und dröhnen beginnen, während die Mitten zunehmend überdeckt werden. Ein sehr dezenter Einsatz des Effektes kann den Hörspaß hingegen erhöhen, da das Bassfundament zwar massiver, aber noch definiert genug klingt. Wie viele Erschütterungen für das eigene Gehirn gesund sind, muss ein erwachsener Mensch dabei selbst entscheiden. Für Kinder und Jugendliche erscheinen die Hörer aufgrund der Funktion jedoch nicht geeignet.

App-Anbindung mit Hörprofil und EQ-Settings

Über die kostenlose Skullcandy App für iOS- und Android-Systeme stehen insgesamt drei vorkonfigurierte EQ-Einstellungen zur Auswahl. Während der Musikmodus als Standard-Setting dient, wird der Bassbereich im Podcast-Modus merklich abgesenkt und die Verständlichkeit von Stimmen erhöht, so dass ein helleres Klangbild besteht. Die Abstimmung im Filmmodus ist hingegen für actionreiche Medien gedacht und verstärkt den oberen Bass- sowie Grundtonbereich. Allerdings ist das Umschalten nur über die App möglich und kann nicht an den Over-Ears selbst erfolgen. Darüber hinaus besteht die Option, ein persönliches Klangprofil per Hörtest zu generieren, das Disbalancen zwischen linkem und rechtem Ohr ausgleicht. Gut umgesetzt ist hierbei, dass das Soundprofil (de-)aktivierbar ist, wodurch ein direkter Hörvergleich vorgenommen werden kann. Auch eine Nutzung unabhängig von der App ist möglich, da die Klanganpassung auf den Crusher Evo gespeichert wird, zumal mehrere Profile für verschiedene Personen angelegt und wieder gelöscht werden können. Insgesamt gewinnt der Klang durch das Soundprofil an Klarheit, wirkt aufgeräumter und direkter. Zudem erscheint die Basswiedergabe präziser und ein wenig schlanker, wodurch der Tiefbassbereich seine Stumpfheit verliert.

Neben den klangspezifischen Funktionen stellt die App-Anbindung auch eine Akkustandsanzeige, einen User Guide und eine Anleitung zur Einrichtung der optionalen Tracking-Funktion per Tile App, die bei Bedarf ein schnelles Auffinden der Hörer ermöglichen soll, zur Verfügung. Allerdings besteht zum aktuellen Zeitpunkt noch Optimierungsbedarf, da Konnektivitäts- und Stabilitätsprobleme bestehen und die Nutzung der Skullcandy App Geduld erfordert, was durch ein Update aber zu beheben sein sollte.

Maike Paeßens
vor 3 Wochen von Maike Paeßens
  • Bewertung: 4
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Skullcandys Crusher Evo punkten mit einer enormen Laufzeit und einer gut durchdachten Handhabung von Soundprofilen, die den modern abgestimmten, aber im unteren Bassbereich leicht stumpf klingenden Grundklang aufwerten. Zumal die robusten Over-Ears durch die drei vorhandenen EQ-Modi ein breites Einsatzspektrum abdecken. Der spezielle, haptische Basseffekt konnte hingegen nur bei einem sehr dezenten Einsatz für Hörspaß sorgen.

  • sehr lange Akkulaufzeit
  • Schnellladefunktion
  • stabile Bluetooth-Verbindung mit hoher Reichweite
  • 3,5-mm-Audioeingang
  • USB-C-Anschluss
  • umfangreiche Klanganpassung per EQ-Modi und eigenem Hörprofil über die App
  • kein aptX
  • App (noch) mit Konnektivitäts- und Stabilitätsproblemen

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Impedanz±15%: 32 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)95~100 dB
  • Gewicht mit Kabel326 g
  • Gewicht ohne Kabel312 g

Lieferumfang

  • Miniklinkenkabel
  • USB-C auf USB-A-Ladekabel
  • Transporttasche

Besonderheiten

  • in Schwarz und Grau erhältlich
  • BT-Codecs: SBC, AAC
  • BT-Version: 5.0

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