Soundcore Liberty 2 Pro by Anker

True Wireless In-Ears mit gutem Klang und Klangpersonalisierung

Wenn ein Audioproduzent, der mit einem bedeutsamen Musikpreis ausgezeichnet wurde, irgendwo sagt, dass die oder die Kopfhörer gut sind, dann soll das ein Beleg für Qualität sein und das Vertrauen der Kunden wecken. Anker lässt sich nicht lumpen und präsentiert bei den Soundcore Liberty 2 Pro gleich zehn dieser Audioproduzenten mit Grammy in der Tasche, die alle sagen, dass diese True Wireless In-Ears ziemlich gut sein sollen. Ob das stimmt?

Was geht ab?

Faltet man den kräftigen Karton auf, zeigen sich die Liberty 2 Pro In-Ears und das Ladecase auf der einen Seite von ihrer besten Seite. Auf der anderen Seite zeigt eine hübsche Explosionszeichnung das Bauprinzip der In-Ears: Astria Coaxial Acoustic Architecture, kurz ACAA – was wohl unter anderem die zehn Produzenten zu ihren positiven Statements über diese Kopfhörer veranlasst haben mag. ACAA beschreibt die Anordnung der verbauten Treiber, die nicht nebeneinander, sondern voreinander gesetzt und zueinander verdreht sind, so dass keine Frequenzauslöschung und weniger Laufzeitversatz stattfindet, was für satte Bässe und schöne Mitten sowie Höhen sorgen soll, die dann auch noch so gut klingen sollen, wie aus dem Tonstudio. Soweit die bunte Theorie.

In der Praxis

In der Praxis nehme ich die In-Ears aus ihrer Präsentationsmulde und staune über ihre solide und wertige Anmutung und Verarbeitung, wobei die Baugröße am oberen Ende der Skala liegt, was die länglich ovale Form jedoch ganz gut zu kaschieren vermag. Lediglich ein Knopf links und rechts ist zur Steuerung angebracht. Die Koppelung mit dem Rechner via Bluetooth 5.0 sei hier nur der Form halber erwähnt, da sie vollkommen unproblematisch vonstattengeht. AptX wird mir als Codec geboten. Noch mehr wird mir für die Anpassungen an die Ohren geboten: Sage und schreibe sieben Paar Ohrpassstücke und drei Paar Ohrhaken. Das ist üppig und außer der Bemerkung „Warum gibt‘s kein Passstück aus Memory Foam?“, fällt mir dazu nichts weiter negativ ein. Meine Idealkombination ist rasch gefunden und angebracht.

Klang

Out of the box und völlig unvoreingenommen (was wissen schon zehn Grammy-Gewinner?) stellt sich in meinen Ohren eine Art Glücksgefühl ein: Bässe, Mitten, Höhen – alles da und alles definiert, sauber, druckvoll und dabei gut austariert. Vielleicht mag es auch dem einen oder anderen etwas zu wenig Bass sein, mir gefällt´s und will ich mehr Bass, sag ich es dem EQ.

Unterdessen habe ich die Soundcore App auf meinem iPhone installiert, die schlank und modern lediglich zwei größere Menüpunkte bietet: Equalizer und Steuerung. Der Punkt „Steuerung“ in der App bietet mir die Möglichkeit, einige Remote-Funktionen zu individualisieren. D.h. ob ich beim Doppelklick links oder rechts oder beim langen Klick beiderseits jeweils das Skippen oder das Volumen oder den digitalen Assistenten will, kann ich hier einstellen. Ich finde diese Möglichkeit gut.

Noch besser wird es nun aber beim Equalizer. Zunächst einmal bekomme ich 22 Presets geboten, die mir zahlreiche Angebote für mein optimales Soundempfinden machen und von denen natürlich einige sinnvoll und andere weniger sinnvoll sind. Hier wäre meine einzige Kritik, dass mir keine manuellen Eingriffsmöglichkeiten via x-Band Equalizer geboten werden. Da könnte man immer noch einen Hauch mehr fummeln, bis einem der Sound so richtig zusagt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Als Top Feature wird mir noch „Hear ID“ geliefert: Unter Anleitung der App kann ich in etwa drei Minuten mein Gehör prüfen lassen und so ein für mich optimales Profil erstellen. In der Praxis sieht das dann so aus: Ich drücke eine Taste so lange, wie ich einen bestimmten Ton einer bestimmten Frequenz, der sukzessive immer leiser wird, hören kann. Am Ende gibt es dann eine Grafik, aus der schließlich ein EQ-Preset geformt wird. Der daraus resultierende Klang ist tatsächlich gut und irgendwie ausgewogener, was mir auf die Schnelle kein anderes Preset geboten hatte.

Bei aktueller Popmusik bin ich mitten drin im satten und exzellenten Verhältnis aus dumpfen Bass und klaren Höhen, wobei der Weg dazwischen üppig und weich aufgefüllt ist und mir den Eindruck vermittelt, wirklich tief in den Sound einzudringen. Die Lautstärke ist mehr als ausreichend und auch beim lauteren Abspielen zerrt und klirrt hier nichts, bis auf die fetten Gitarren der härteren Musik, die ich nun auf den Weg schicke und ebenfalls sehr gut finde. Die Stereobühne ist weit, breit und ein weiteres Mal bin mich mitten drin statt nur davor. Klanglich passt hier viel zusammen und dank der App bekomme ich viele Möglichkeiten zur Verbesserung an die Hand.

Die Sprachqualität und Verständlichkeit der verbauten Mikrofone wird bei dem zum Test angerufenen Redakteur als gut bewertet.

Case Studies

Das ovale und samtig gummierte Ladecase liegt unterdessen auf meiner Ladematte, denn neben USB-C Anschluss (USB-A auf USB-C Kabel liegt bei) bekomme ich Qi-zertifiziertes, kabelloses Laden, bei dem ich dank dreifach LED-Ladestandsanzeiger immer über den aktuellen Füllstand informiert bin. Ich habe allerdings noch genügend Zeit, bis ich das Case in Anspruch nehmen muss, schließlich laufen die In-Ears etwa acht Stunden ohne. Dann kann ich sie bis zu dreimal im Case refreshen und bekomme so 32 Stunden reine Laufzeit geboten, was ein sehr guter Wert ist.

Sven Opitz
vor 2 Wochen von Sven Opitz
  • Bewertung: 4.25
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Die Soundcore Liberty 2 Pro von Anker sind hervorragende True Wireless In-Ears mit einem exzellenten Klang und einer guten Ausstattung, was Hard- und Software angeht. Am Puls der Zeit dank Bluetooth 5.0 und Qi-Ladestandard fehlen mir lediglich die Möglichkeiten, die In-Ears mit zwei Devices zu koppeln sowie einen aptX Low Latency Codec zu nutzen, der lippensynchrones Youtube-Schauen ermöglichen würde. Ansonsten steckt in diesem Paket alles, was man braucht, um Musik schön zu hören. Ganz nebenbei liegen die Soundcore Liberty 2 Pro von Anker mit 150 Euro in einem Preisbereich, der bei dieser Qualität und Ausstattung sehr angemessen erscheint. Somit das Fazit im Fazit: Unbedingt anhören!

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamischy
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Impedanz16 Ohm

Lieferumfang

  • 7 Ohrpassstücke aus Silikon (XS/S/M/L/XL/M+/L+)
  • 3 EarWings S/M/L
  • USB-C-Ladekabel
  • Ladecase

Besonderheiten

  • BT-Codecs: aptX, AAC, SBC
  • BT-Version: 5.0
  • BT-Profile: A2DP, AVRCP, HFP
  • HearID: Klangpersonalisierung

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