Der chinesische Hersteller Superlux verschifft immer neue, ausgesprochen günstige und dabei oft erstaunlich gute Kopfhörer von seinem Hauptlager in Taiwan in das europäische Festland. Der aktuelle Import: ein Bluetooth-In-Ear für knapp unter dreißig Euro mit integrierter Freisprech-Funktion.

Bluetooth-In-Ear ist dabei allerdings eine etwas unzutreffende Bezeichnung. Vielmehr handelt es sich beim HDB-387 um ein Bundle aus dem HD-387 In-Ear und dem Bluetooth-Empfänger „Superlux B01“. Der clevere Leser hat das höchstwahrscheinlich schon längst aus der Kodierung des Namens herausgelesen: HD-387 plus B, wie Bluetooth, ist gleich HDB-387.

Äußerlichkeiten

Entsprechend hält man nach dem Auspacken, neben vier Paar Ohrstöpseln (2x Grau und Semi-transparent, jeweils einfach und mit Ear-Hooks) und einem USB-Ladekabel, den In-Ear nebst Empfänger in der Hand. Der Kopfhörer selbst konnte uns im Test bereits überzeugen (Superlux HD387 – zum Test). Der Empfänger „B01“ ist neu und hat ungefähr die Abmessungen eines USB-Sticks der ersten Generation. Auf seiner Oberseite befindet sich eine Miniklinken-Buchse, in die der Kopfhörer eingesteckt wird. An seiner Rückseite ist ein kleiner Clip fest ins Gehäuse gegossen. Auf der Vorderseite erkennt man die Öffnung des Mikrofons. Daneben sind dort auch die kleinen Felder für die Funktionen „Play/Pause“, „Vor/Zurück“ und „Laustärke Plus/Minus“ auf den dünnen Kunststoff gedruckt. Man aktiviert die entsprechende Funktion also durch Drücken auf den Kunststoff und damit das Auslösen des darunter liegenden Folientasters. Einschalten, Batterietest und Pairing löst man dann mit dem unteren Multifunktionstaster aus.

Um das noch mal deutlich herauszustellen: Sowohl der HD-387-In-Ear, wie auch der Bluetooth-Empfänger „B01“ sind eigenständige Geräte. Möchte man seinen Lieblingskopfhörer kabellos machen, kann man sich im Grunde einen Superlux HDB-387 holen, den In-Ear HD-387 in der Verpackung lassen und nur den Empfänger nutzen. Leider ist gleichzeitiges Laden und Bluetooth-Empfang nicht möglich, sonst wäre der „B01“ sogar eine Option, um alte HiFi-Anlagen mit einem kabellosen Empfangsteil aufzumotzen.

Innere Werte

Der HDB-387 verfügt über acht Millimeter Neodym-Treiber, die gegen den Verstärker mit einer Impedanz von 14,8 Ohm (gemessen) antreten. Er revanchiert sich für den entgegen gebrachten Strom mit einem weitreichenden Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz und einer Eingangsempfindlichkeit von maximal 103 Dezibel, was einem Wirkungsgrad von zwölf Prozent entspricht – das ist absolut ordentlich. Das Empfangsteil unterstützt gängige Bluetooth-Profile wie HFP, HSP, A2DP und AVRCP. Es braucht zwei Stunden, um vollgeladen zu sein, und ermöglicht dann bis zu sechs Stunden (anhängig natürlich von Lautstärke und Impedanz des Kopfhörers) Musikwiedergabe und bis zu acht Stunden Dauertelefonieren (ich habe hier von einem Praxistest abgesehen).

Praxis

Die Paarung des Empfängers mit dem gewünschten Zuspieler (im Test kamen ein Android-Mobiltelefon und ein iOS-Tablet zum Einsatz) stellte sich als unproblematisch dar. Auch die neuerliche Verbindungsaufnahme nach dem Ausschalten oder einer räumlichen Trennung erfolgt zügig und automatisch. Die räumliche Trennung passiert leider recht schnell, denn eine Trockenbauwand reicht, um die Funkstrecke zum Erliegen zu bringen. Mit Sichtverbindung waren knapp zehn Meter Abstand möglich.

Das Handling des Empfängers ist gut – wenn auch nicht ideal: Erfreulich ist das taktile Feedback der Tasten, die einen fühlbaren Schaltpunkt haben. Nicht so gut dagegen, dass den Fingern auf der glatten Plastikoberfläche überhaupt keine Orientierung gegeben wird: Man drückt also ein bisschen „blind“, wenn man den Empfänger beispielsweise am T-Shirt befestigt hat. Nach einiger Zeit lernt das haptische Gedächtnis zwar die Abstände, dennoch neigt man dazu, den Clip am Ende doch in die Hand zu nehmen. Die Rufannahme mit dem fühlbar runden Multifunktionstaster ist dagegen auch blind sicher zu bewerkstelligen.

Klang

Und wo ich im vorherigen Absatz schon über die Rufannahme gesprochen habe, fange ich hier dann auch direkt mit der Schwachstelle des HDB-387 an. Das ist nämlich die bilaterale Sprachqualität – also sowohl auf Sende-, wie auch auf Empfangsseite: Was man in das Mikro des B01 spricht, kommt etwas verwaschen und dumpf beim Empfänger an. Und auch umgekehrt macht das freihändige Telefonieren mit dem Superlux kein richtiges Vergnügen, denn auch die Gegenstelle klingt dumpf und weit entfernt. Das ist ausgesprochen seltsam, denn der Empfänger an sich liefert – spielt man Musik auf dem Mobilteil ab – einen einwandfreien Klang. Und hier wären wir auch bei den Pluspunkten. Denn in Anbetracht der Preisklasse kann der Hörer durchaus begeistern. Zwar neigt er zu einer leichten Präsenzanhebung in den Mitten und vernachlässigt darüber ein wenig das Knuspern im Superhochton, im Großen und Ganzen spielt er aber ausgesprochen souverän und ausgewogen im gesamten Frequenzfeld, so dass man ihm über Stunden gerne zuhören mag. Das macht auch deshalb Spaß, weil er mit den Ear-Hook-Ohrpassstücken angenehm sicher in den Lauschern sitzt – auch beim Sport.

Fazit: Superlux HDB-387
von Numinos

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Der Superlux HD-387 ist ein guter In-Ear, der zusammen mit dem Bluetooth-Modul „BT01“ als HDB-387 verkauft wird und ein ebenso preisgünstiges wie ordentlich klingendes Bluetooth-Bundle ergibt. Das ist – vergleicht man es mit aktuellen In-Ears, die wirklich kabellos sind – zwar keine sonderlich elegante Methode, ist aber beim Blick auf das Preisschild vertretbar. Kurz: Ein Bluetooth-Einsteigermodell mit erstaunlich gutem Klang aber etwas altbackener technischer Realisation für einen sehr günstigen Preis, das sich nicht unbedingt für geschäftliche Vieltelefonierer empfiehlt.

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Technische Daten

Bauform
In-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
dynamisch
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
20 - 20.000 Hz
Impedanz
14,8 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
113,16 dB
Kabellänge
40 cm

Lieferumfang

  • 4 Paar Ohrpassstücke (grau und semi-transparent, jeweils einfach und mit Ear-Hook)
  • USB-Ladekabel
  • Transporttasche

Besonderheiten

  • separater Bluetooth-Empfänger

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