Technics EAH-A800

Hochauflösender Bluetooth-Kopfhörer mit sehr gutem Noise Cancelling und hoher Akku-Laufleistung

Das aus dem Hause Technics stammende Topmodell EAH-A800 bietet einen sehr natürlichen und detailreichen Klang, brilliert mit seinem Noise Cancelling, seiner Sprachqualität und einer Akku-Laufzeit von mehr als 50 Stunden.

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Optischer Eindruck und Verarbeitung

Die Edelschmiede Technics (zur Testübersicht) gibt sich auch mit dem neuen Bluetooth-Kopfhörer EAH-A800 sehr stilsicher. Dies beweist das sehr smarte und homogene Design, das vor allem durch die leichte Krümmung der Kapseln auffällt. Die für einen Kopfhörer dieser Preisklasse (UVP 349 Euro) erwartete Qualität erfüllt die hochwertig anmutende Konstruktion. Zwar scheint der Kopfhörer fast ausschließlich aus Plastik gefertigt worden zu sein, was aber seine Robustheit nicht zu beeinträchtigen scheint. Zudem sind die in zwölf Schritten ausziehbaren und einrastenden Bügelverlängerungen mit Metall verstärkt. Die formschönen ovalen ohrumschließenden Kapseln werten die Plaketten mit dem geprägten Technics-Brand auf, deren rechte Seite als Sensortaste für das aktive Noise Cancelling (ANC) fungiert.

Die mit weichem Kunstleder überzogene Polsterung erstreckt sich über das gesamte Kopfband. Auch die per Clip an der Kapsel anheftenden und damit austauschbaren Earpads profitieren vom sehr flauschigen Schaumstoff.

Technics bietet das Modell in Schwarz/Anthrazit beziehungsweise Weiß/Silber an und liefert es in einem dem Preis angemessenen stoßsicheren Hardshell Case nebst Miniklinkenkabel, USB-Ladekabel, Flugzeug-Adapter und Gebrauchsanleitung.

Tragekomfort

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Der von der Bauform recht wuchtig wirkende Technics EAH-A800 wiegt 298 Gramm (ohne Kabel), das er einen aber nicht wirklich spüren lässt. Vor allem seine sehr weiche Polsterung federt sämtlichen Druck ab. Da der Schaumstoffring der Earpads recht dick ist, fällt der Innenraum der ovalen Kapseln recht klein aus. Meine mittelgroßen Ohren finden dennoch genügend Platz, ohne sich beengt zu fühlen. Der Kopfhörer verfügt über zwei Gelenke, mit dem er die Kapseln ausrichtet. Ein an den ausziehbaren Verlängerungen anknüpfendes Kombigelenk bewegt die Kapseln 90 Grad um die Y-Achse, zudem lassen sich die Muscheln für den stoßsicheren Transport einklappen. Die Aufhängung gewährt den Kapseln noch einen horizontalen Neigungswinkel um ein paar Grad. Im Zusammenspiel mit den ausziehbaren Verlängerungen sitzt der Kopfhöher unabhängig der Kopfgröße und Ohrposition äußerst bequem und souverän, selbst bei sportlicheren Betätigungen.

Technik der Technics EAH-A800

Der Frequenzgang von sagenhaften 4 bis 40.000 Hertz, dazu seine sehr niedrige Impedanz von 34 Ohm und die recht hohe Empfindlichkeit von 105 dB/mW lassen vermuten, dass es sich um einen Referenzkopfhörer handelt. Neben den 40 Millimeter großen dynamischen Treibern verbaut Technics in jeder Kapsel vier MEMS-Mikrofone, die für eine sehr gute Sprachqualität unabhängig der Umgebung sorgen.

Technics kokettiert mit einer hochauflösenden Wiedergabe, unabhängig vom Betrieb mit oder ohne Kabel. Bei Letzterem gewährleistet dies der von Sony entwickelte LDAC-Audio-Codec mit einer besonders verlustfreien Bluetooth-Übertragung, dies allerdings nur bei Android-Geräten. Apple-User müssen sich dagegen mit dem SBC- und AAC-Codec begnügen. Die Bluetooth-Verbindung reicht dabei bis zu zehn Meter.

Mit seiner Akku-Laufzeit von mindestens 50 Stunden (mit aktiver Rauschunterdrückung) dürfte das Model wohl eine Benchmark in dieser Disziplin setzen. Ohne Noise Cancelling schafft er nochmals zehn Stunden mehr. Der Standby-Betrieb hält mit ANC 60 Stunden durch, ohne sind es das Doppelte. Innerhalb von fünfzehn Minuten tankt der Kopfhörer Saft für weitere zehn Stunden (!) Spielbetrieb mit aktiver Rauschunterdrückung. Drei Stunden an einer Stromquelle mit mindestens 1.200 mA und der Akku ist vollgeladen. In meinem Ladetest mit 1.000 mA brauchte der Akku eine Viertelstunde länger.

Bedienung und Funktionalität

Wird der Technics EAH-A800 an der rechten Kapsel eingeschaltet, geht er sofort in den Pairing-Modus über, sodass er nur noch im Smartphone in der Liste der Bluetooth-Geräte bestätigt werden muss. Dies funktioniert auch dank Bluetooth-Mehrpunktkopplung (Multipoint) parallel mit einem zweiten Gerät. Ein integrierter Sensor stoppt beim Absetzen die Musikwiedergabe automatisch und setzt diese an genau der Stelle wieder fort, wenn die EAH-A800 erneut aufgesetzt werden.

An der rechten Kapsel lässt sich mit den entsprechenden Tasten die Lautstärke regulieren, gestreamte Musik starten, pausieren, skippen und spulen.

Dank seiner Mikrofone ist der Kopfhörer für die Kommunikation prädestiniert, sprich Telefonate zu führen, diese auch anzunehmen und abzulehnen und mit verschiedenen Sprachassistenten auf Knopfdruck zu kommunizieren. Der Hörer unterstützt zudem „Alexa built-in“.

Um die Funktionalität der Hörer aber auszureizen, bedarf es der Technics Audio Connect App (kostenlos für iOS und Android). Sie dokumentiert den aktuellen Akkuzustand der Hörer, beeinflusst unter „Umgebung“ den Grad der Geräuschunterdrückung und auch das Klangbild mit den Modi „Bass+“, „Vocal“, „Treble+“, „Dynamic“ und „Benutzer“. Letztere Einstellung erlaubt die individuelle Anpassung per EQ in fünf Frequenzbändern um jeweils bis zu zehn Dezibel. Der „Unterdrückung von Tonunterbrechungen und Verzögerungen“ sollte man sich widmen, um Ausfälle bei der Datenübertragung zu überbrücken. Dadurch entsteht allerdings eine gewisse Latenz, die beim Schauen von Videos zu einem Delay zwischen Bild und Ton führt und daher dann besser deaktiviert werden sollte.

Klang des Technics EAH-A800

Der EAH-A800 steht laut Technics für einen High Resolution Sound. Erste Hörproben mit Miniklinkenkabel empfinde ich als sehr transparent und bestätigt die Behauptung des Herstellers. Ich interpretiere den Klang zudem als recht linear und sehr natürlich. Der Bass spielt sehr akkurat auf, ist dynamisch und fein notiert, wobei ich ihm auch eine gewisse Nüchternheit attestiere. Denn bei Hörbeispielen wie in Massive Attacks „Protection“ fehlt mir im Groove das spürbare Wummern; die Wärme bleibt ebenfalls etwas auf der Strecke. Auch das Sequenzer-Intro in Röyksopps „Sordid Affair“ klingt in den tiefen Frequenzen leicht unterkühlt. Dagegen brilliert der Proband im Mitten- und Höhenbereich förmlich.

Durch seine Zurückhaltung im Bassbereich kommen alle anderen Frequenzbänder wohl dosiert zur Geltung. Stimmen, wie die von Tracy Thorn in „Protection“, transportieren die Treiber kristallklar, weder überspitzt noch verwaschen, in den Gehörgang. Selbst bei einem voll ausgereizten Pegel fühlen sich die Treiber nicht überfordert und liefern stets ein sauberes Signal.

Dieses Klangverhalten bestätigt sich auch im kabellosen Betrieb. Ebenfalls hätte ich mir eine Nuance mehr Bass gewünscht, die selbst die App mit ihrem Klangmodi „Bass+“ und individuell angehobenen 100 Hertz im EQ nicht deutlich kompensiert.

Zu den weiteren Stärken dieses geschlossenen ohrumschließenden Kopfhörers zählt auch die räumliche Abbildung. Die einhergehende deutlich hörbare Tiefenstaffelung und mögliche Ortung der Instrumente profitieren von den großen Kapseln und der damit gewonnenen Signalzirkulation.

Noise Cancelling und Sprachqualität

Das Dual Hybrid Noise Cancelling hinterlässt einen hervorragenden Eindruck – egal, ob dies nun laut Hersteller branchenführend ist oder nicht.

Störgeräusche werden vor allem im Mitten- und Bassbereich eliminiert, sodass es nur einen moderaten Pegel braucht, damit alle Facetten des Klangs zur Geltung kommen. Wer sich hingegen nicht völlig abkapseln möchte, der wählt den Ambientsound, um auch über die Mikrofone zugespielte Umgebungsgeräusche wahrzunehmen. Als Bonus bietet die App noch den „Aufmerksamkeitsmodus“, damit auch Stimmen im Hintergrund, zum Beispiel bei Durchsagen auf dem Bahnhof, besser zu verstehen sind. Von der Geräuschisolation profitiert auch die Sprachqualität; sei es bei Telefonaten oder Voices, die unabhängig von der Umgebung klar, natürlich und damit sehr verständlich sind.

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Dirk Duske
vor 4 Monaten von Dirk Duske
  • Bewertung: 4.63
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Für seine knapp 350,00 Euro Listenpreis rüstet Technics den EAH-A800 mit aller Hand technischen Raffinessen aus: Acht MEMS-Mikrofone sorgen für eine sehr deutliche Sprachqualität unabhängig der Geräuschkulisse und das Noise Cancelling mit seinen drei Modi arbeitet sehr gut. Das Prädikat „High Resolution“ trägt der Hörer zu Recht dank seiner sich durchsetzenden, dennoch wohl abgestimmten Mitten sowie Höhen und der damit verliehenen Transparenz. Das Klangbild definiert sich generell sehr natürlich und recht linear. Der meiner Meinung nach etwas nüchtern ausfallende Bass wird aber sicherlich ebenfalls viele Freunde finden. Für langen Hörspaß sorgt zudem nicht nur die bis zu 60 Stunden Wiedergabezeit, sondern auch der Tragekomfort des Technics EAH-A800.

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)4 - 40.000 Hz
  • Impedanz34 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)105 dB
  • Gewicht ohne Kabel298 g
  • Kabellänge100 cm

Lieferumfang

  • USB-Ladekabel (0,5 m)
  • Miniklinkenkabel
  • Flugzeugadapter
  • Hardshell Case

Besonderheiten

  • in Schwarz/Anthrazit und Weiß/Silber erhältlich
  • BT-Codecs: SBC, AAC, LDAC
  • BT-Version: 5.2
  • BT-Profile: A2DP, AVRCP, HSP, HFP

3 Antworten auf “Technics EAH-A800”

  1. Avatar Kevin sagt:

    Hallo!
    Ich hatte mir, aufgrund der sehr guten Bewertung in diesem Testbericht, diese Kopfhörer bestellt und muss leider sagen, dass meine Erwartungen um Längen verfehlt worden sind.
    Ich kann das Ergebnis dieses Testberichtes somit auch nicht nachvollziehen und möchte daher einfach mal meine Meinung dazu kund tun, damit potenzielle Käufer nicht durch die selbigen Erwartungen enttäuscht werden:

    Vorab: Ich habe auch die Dali-IO6, welche mir als Referenzgerät hierzu dienen. (Dies sind wirklich ausgezeichnete Kopfhörer. Jedoch wird mir mit der Zeit der Anpressdruck manchmal zu viel und auch LDAC unterstützen sie leider nicht, was als Huawei-Nutzer unvorteilhaft ist)

    Da diese Technics preislich in einer ähnlichen Liga spielen wie auch die Dali, ist ein Vergleich meiner Meinung nach angemessen.

    — Zur Verarbeitung —
    Vor dem Kauf war mir bereits bewusst, dass es sich herbei (wie in dem meisten Fällen leider) um wahrliche Plastikbomber handelt. Dass das Plastik sich allerdings so billig anfühlt, damit habe ich nicht gerechnet.
    Die Probleme, die ich der Verarbeitung im allgemeinen zuzuschreiben habe sind:

    – Das Plastik fühlt sich (nach meiner Meinung) nicht wertig an.
    – Das Lautsprechergehäuse stößt oben gegen den Bügel, wenn man sie nach oben drückt, wodurch sie sich schon mal klapprig anhören können. Sicher, stört das nicht, wenn man sie am Ohr trägt. Allerdings trägt das nicht zu einem guten Gesamtbild bei.
    – Das Kunstleder fühlt sich (ebenfalls nur meine Meinung) nicht wertig an. Es erinnert mich tatsächlich eher an hauchdünnes, trockenes Papier… So recht kann ich das auch nicht beschreiben.
    – Teils, für mein Geschmack, zu scharfkantige Teile

    Ich finde es generell schade, dass die meisten hochpreisigen Kopfhörer noch aus Plastik angefertigt sind. (Und das hat mich bisher auch davon abgehalten, die Modelle von Sony zu kaufen.)

    Meiner Meinung nach, liegt hier im Vergleich zu den Dali einfach ein zu gewaltiger Unterschied.

    — Tonqualität —

    Die Tonqualität der Technics wurde hier mit 4.5 Sterne bewertet. Auch diese Bewertung kann ich nicht nachvollziehen.
    Ich hatte heute ca. für eine Stunde Musik gehört und muss diesen Kopfhörern immerhin zu Gute halten: Der Bass ist druckvoll und deutlich prägnanter als bei den Dali.
    Dafür mangelt es jedoch an dem Rest.

    Gemessen daran, dass man stand heute, 350 Euro für diese Kopfhörer hinlegt, fehlt mir beim Hören einfach der Detailgrad.
    So empfand ich etwa „Numb“ von Linking Park als durchaus warm und auch druckhafter als bei den Dali, jedoch versinkt Chester Benningtons Stimme meiner Meinung nach einfach zu sehr im Bass.
    Bei den Dali hingegen, vermisse ich kein einziges Detail.

    Alles in allem, muss sich jeder selbst seine Meinung dazu bilden. Und meine habe ich hiermit kund getan.

  2. Avatar Andreas sagt:

    Ich habe den a800 seit gestern und kann den guten Klang nur loben. Luftig, breit, ausgewogen. Und der Bass ist druckvoll genug, so dass ich keine „Korrektur“ via EQ vorgenommen habe. Gibt´s übrigens aktuell für gut 210 Euro als „so gut wie neu“ in Netz.

  3. Avatar Thomas sagt:

    IPX4 kann man ruhig erwähnen. Auch das er klappbar ist macht ihn in der Gesamtkombination zum derzeit besten Angebot auf dem Markt.

    Kein anderer kann LDAC, IPX4 und ist zudem klappbar.

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