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Beyerdynamic Blue Byrd (2. Generation)

Nackenband In-Ears mit Bluetooth und Klangpersonalisierung

Der neue Beyerdynamic Blue Byrd (2. Generation) bietet zu einem spannenden Preis von etwa 129 Euro einen überzeugenden Tragekomfort, eine praxistaugliche hohe Akkuleistung und ein druckvolles Klangbild mitsamt Klangpersonalisierung. Er ist damit bestens für den Mobil- und Sporteinsatz geeignet.

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Optisch hat sich gegenüber dem Vorgängermodell Blue Byrd (zum Test) wenig verändert. Der Blue Byrd ist auch in der zweiten Generation ein Kopfhörer für den täglichen mobilen Einsatz und kein edles Designerstück. Das flexible Band des neuen Blue Byrd wird ebenfalls in den Nacken gelegt, um von dort die Treiber in die Ohren zu führen. Die rein schwarze Ausführung ist in ihrer Anmutung dezent, die Verarbeitung der Preisklasse entsprechend.

Auf der rechten Seite gibt es die 3-Tasten-Remote mit integriertem Mikrofon für Telefonate sowie den USB-C-Ladeanschluss, der aber auch eine Nutzung des Kopfhörers direkt am Rechner gestattet. Links findet sich der Ein- und Ausschalter.

In allen Fällen handelt es sich um feste, nicht austauschbare Kabelverbindungen.

Technisches

Technisch arbeitet der neue Blue Byrd (Firmware 1.07) mit Bluetooth 5.2 und unterstützt die Audio-Codecs SBC, AAC und aptX Adaptive – in dieser Preisklasse eine angemessene Ausstattung. Letzterer Codec ersetzt den Vorgänger aptX LL und ermöglicht wie dieser ebenfalls minimierte Latenzen für einen möglichst geringen Versatz von Bild und Ton. Zudem unterstützt der Blue Byrd Multipoint, so dass zwei Geräte gleichzeitig mit den Kopfhörern verbunden sein können. Einen weiteren Pluspunkt stellt der USB-C-Anschluss dar: Die In-Ears lassen sich nicht nur via Bluetooth benutzen, während sie gleichzeitig aufgeladen werden, auch unterstützten sie eine Audioübertragung über USB. So wird aus dem Blue Byrd auch noch ein kleines Audio-Interface für Laptops, Tablets und Co, das Auflösungen von bis zu 16Bit/48kHz bietet.

Beeindruckend ist auch die Laufzeit von bis zu 14 Stunden mit möglicher Schnellladefunktion. Das sollte auch für längere Reisen reichen und ist ein echter Mehrwert gegenüber dem Vorgänger. Der Blue Byrd wird mit einem Hardcase ausgeliefert, das erwartungsgemäß deutlich größer als bei True-Wireless-Lösungen ausfällt.

Praxis

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Das Nackenbandkonzept ist heute etwas aus der Mode gekommen, hat aber weiterhin zurecht Vorteile. Ruckzuck kann man die Hörer aus dem Ohr nehmen und einfach baumeln lassen, wobei mich stört, dass die Treiber hier nicht magnetisch aneinander haften. Konstruktionsbedingt brauchen die Akkus nicht in den Treibern sitzen, weshalb diese kompakt und sehr leicht ausfallen. Tatsächlich ist die Bauweise so flach, dass mich die Ohrstücke selbst im Liegen kaum störten.

Der resultierende Tragekomfort ist hoch. Und zumindest bei mir ist das Tragen dieser Hörer mit den richtigen der fünf mitgelieferten Silikon-Passtücke bequem, druckfrei, sicher und dazu mit guter passiver Dämmung. Aber zugegeben: Inzwischen wirkt es leicht antiquiert, die Kopfhörer manuell ein- und ausschalten zu müssen.

Aussetzer bei der Bluetooth-Strecke stellte ich im Test nicht fest. Auch kann ich ein schnelles Pairing und eine stabile Verbindung mit einem iPhone 8 vermelden, die auch über mehrere Räume reichte.

Die Steuerung am Gerät erfolgt über drei mechanische, gut ertastbare Buttons. Diese ermöglichen eine Lautstärkesteuerung sowie ein Starten/Stoppen der Wiedergabe, Track-Skipping, schnelles Vor- und Zurückspulen, aber auch die Annahme, das Ablehnen und Beenden von Telefonaten sowie den Aufruf des Sprachassistenten (Siri, Google Assistant, Alexa).

Weiteren Komfort bietet die kostenlose App „MIY“ (iOS, Android). Hier findet sich beispielsweise ein Equalizer mit fünf Presets (Bass Boost, Sprache, etc.), aber leider ohne eigene Anpassungsmöglichkeiten. Dafür gibt es aber eine Kontrolle über die Dauer und den Pegel des Musikkonsums. In der App lässt sich weiterhin die sogenannte „Sidetone“-Option aktivieren, die laut Hersteller die Hörbarkeit der eigenen Stimme bei Telefonaten verbessern soll, indem diese über das Mikrofon auf die Treiber gegeben wird. Die Sprachverständlichkeit bei Telefonaten ist tatsächlich hoch und wird durch die Qualcomm-cVc-Rauschunterdrückung unterstützt. Inwieweit man dabei die Sidetone-Funktion als vorteilhaft empfindet, dürfte nutzerabhängig sein.

MOSAYC-Klangpersonalisierung

Und wie beim Vorgänger findet sich eine Klangpersonalisierung von Mimi Defined namens „MOSAYC“, mit der sich der Klang auf die Ohren des Anwenders adaptieren lassen soll. In diesem Hörtest werden beiden Ohren diverse Testtöne vorgespielt, die man hinter einem Grundrauschen für den Zeitraum ihrer Hörbarkeit bestätigen muss. Im Anschluss wird ein Hörprofil errechnet, das zusätzlich abhängig vom Alter ist. Ziel dieser Korrektur ist es, Hörschwächen zu kompensieren. Dabei lässt sich die Korrekturkurve dem Musiksignal in variabler Intensität aufprägen, mit durchaus deutlichen Ergebnissen. So schafft die Schaltung einen offeneren Höhenbereich und eine positive Betonung der tieferen Frequenzen. Der Effekt, obgleich komplexer in der Umsetzung, lässt sich zumindest in meinem Fall durchaus mit einer regelbaren Loudness-Funktion vergleichen. Einher geht allerdings auch eine Pegelerhöhung, die echte A/B-Vergleiche eigentlich unmöglich macht. Eine Umschaltung zwischen unterschiedlichen Hörprofilen unterschiedlicher Nutzer wird weiterhin leider nicht geboten.

Klang

Wie erwähnt nimmt die Klangpersonalisierung des Beyerdynamic Blue Byrd (2. Generation) einen klaren Einfluss auf das Klangergebnis, weshalb die entsprechende Reglerstellung zu berücksichtigen ist. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Personalisierung weiter als beim Test der ersten Generation aufdrehen ließ, ohne dass es zu störenden Nebeneffekten im Bassbereich gekommen wäre. Für den Test wählte ich eine Einstellung von 60%, die gegenüber der Neutralstellung bereits deutlich druckvoller ausfiel.

In dieser Stellung agiert der Blue Byrd pegelstark, ohne dabei den Sitznachbarn zu stören. Dabei liefert er einen druckvollen Bass, der jedoch nie störend überbetont klingt (Test mit iPhone 8). So lässt der Tiefbass in Goldfrapps „Systemagic“ beispielweise die Trommelfelle flattern. Neutral darf man diese Performance nicht nennen, aber der Hörspaß ist vom ersten Takt vorhanden.

Zwar gibt sich der Blue Byrd kräftig, agiert aber dennoch straff genug, die nötigen dynamischen und tonalen Informationen liefernd. Das gilt auch für Mark Tremontis aktuelles Album „Marching in Time“. Hier zeigt die geschlossene, dynamische Treiberkonstruktion klar, wie sie verzerrte Gitarren und Rockschlagzeug satt kombiniert.

Der Mittenbereich bietet eine gute Auflösung und stellt somit Gesang und Instrumente von akustisch, über elektrisch bis hin zur Elektronik ins rechte Licht. Die Unterschiede zwischen Mischungen werden dennoch schnell ersichtlich: So haben die Gitarren in Slayers „Repentless“ eine etwas zu markante Mittennase, während „They Lie“ von Exploited in dieser Abteilung etwas zu leblos und höhenbetont daherkommt. Als unbestechliches Mischwerkzeug wird man diese Kopfhörer wohl nicht nutzen wollen, dafür sind sie aber auch nicht konzipiert.

Nach oben zeigt sich das Testgerät offen genug, markiert gleichzeitig aber auch die Grenze zur Härte, etwa bei Britney Spears „Toxic“.

Das Stereopanorama ist breit und stabil. Hingegen ist die räumliche Tiefe bei Geräten dieser Art typisch weniger ausgeprägt. Kurz: Eine ansprechende Leistung.

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Ulf Kaiser
vor 2 Wochen von Ulf Kaiser
  • Bewertung: 4
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Der Beyerdynamic Blue Byrd (2. Generation) wird für einen attraktiven Preis von circa 129 Euro angeboten und hinterlässt durchweg einen positiven Eindruck. Der Tragekomfort der Nackenband-Konstruktion ist hoch, die Akkuleistung überzeugend, der Klang der explizit leichten Kopfhörer druckvoll und für den mobilen Einsatz bestens geeignet. Hinzu kommt seine Anwendbarkeit im Sport, beim Filmgenuss und für den Büroeinsatz. Die Klangpersonalisierung ist ein spannendes Extra, das nicht überall zu finden ist und bei richtiger Anwendung einen deutlichen Mehrwert darstellt.

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)10 - 20.000 Hz
  • Gewicht mit Kabel32 g

Lieferumfang

  • 5 Paar Silikon-Ohrpassstücke (XS, S, M, L, XL)
  • USB-Kabel zum Laden und zur Datenübertragung
  • Hardcase

Besonderheiten

  • BT-Codecs: SBC, AAC, aptX, aptX Adaptive
  • BT-Version: 5.2
  • BT-Profile: HSP 1.2, HFP 1.7.1, A2DP 1.3.1, AVRCP 1.6, AVCTP 1.4, AVDTP 1.3, SPP 1.2, Device ID 1.3, RFCOMM1.2, GAVDP 1.3

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