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Beyerdynamic Free BYRD

True Wireless In-Ears mit Klangpersonalisierung und Noise Cancelling

Guter Klang dank Klangpersonalisierung, eine wirkungsvolle Geräuschunterdrückung (ANC) sowie eine Sound-Qualität von bis zu 24 Bit und 48 kHz: Das True-Wireless-Debüt des Heilbronner Audiospezialisten Beyerdynamic ist ihnen mit den Free Byrd gelungen.

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Mit der Byrd-Modellreihe (zur Testübersicht) hat Beyerdynamic seit einigen Jahren besonders kleine und leichte In-Ears im Programm. All diese Modelle haben als gemeinsames Merkmal ein Kabel zwischen beiden Ohrstöpseln. Mit den Free Byrd will Beyerdynamic nun dem Namen vollends gerecht werden und kappt alle Kabel: Das erste True-Wireless-Modell des Heilbronner Unternehmens will uns vogelfrei machen. Wir testen für euch, wie gut das klappt.

Lieferumfang

Selten sieht man so einen Lieferumfang, selbst bei weitaus teureren True Wireless In-Ears: Fünf Paar Silikon-Ohrpassstücke in unterschiedlichen Größen sowie drei Paar aus Memory-Schaumstoff lassen in Sachen „Passform“ kaum Wünsche offen. Dazu gibt’s noch ein USB-C auf -A-Ladekabel mit einem an einer Seite abgewinkelten Stecker sowie – eh‘ klar – die In-Ears, das Lade-Case und die üblichen Schriftstücke.

Tragekomfort

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Dank der vielen EarTips sitzen die Beyerdynamic Free Byrd sicher in den Ohren und dichten den Ohrkanal – vor allem durch die Schaumstoffstöpsel – perfekt ab. Die passive Geräuschunterdrückung der IPX4 zertifizierten Ohrstöpsel ist dementsprechend hoch und daher sehr gut. Allerdings wirken die In-Ears aufgrund ihrer Bauform nicht ganz so filigran wie die übrigen Byrd-Modelle und stehen etwas aus den Ohren heraus.

Bluetooth

Lade-Case öffnen, zwei Mal tippen und halten – schon verbinden sich die Beyerdynamic Free Byrd mit einem Smartphone. Wer ein halbwegs aktuelles Android besitzt, freut sich über die Google-Fast-Pair-Kompatibilität, was bedeutet, dass uns auf dem Screen ein Pop-up samt Bildchen der Kopfhörer begrüßt. Hier muss man nur noch auf „Verbinden“ drücken und das Pairing ist abgeschlossen. Das erinnert stark an Apple und deren Einrichtungsprozedere, hier ist es aber anders herum. Wer die Free Byrd mit iOS koppeln möchte, erledigt das in den Systemeinstellungen unter „Bluetooth“ – ganz klassisch also.

Die aktuelle Bluetooth-Version 5.2 und die Codecs SBC, AAC, aptX sowie aptX Adaptive garantieren nicht nur eine störungsfreie Reichweite, sondern auch geringe Latenzen und eine Sound-Qualität von bis zu 24 Bit und 48 kHz. In unserem Praxistest blieb der Bluetooth-Stream in einer Wohnung bis zu 13 Metern stabil (mit Wand dazwischen), im Freifeld erreichten wir gute 30 Meter.

Die In-Ears unterstützen den Single-Modus, indem ein Ohrhörer einfach im Case geparkt wird. Hinzukommt das nützliche Auto-Pausen-Feature, das die Wiedergabe bei Herausnahme der In-Ears stoppt und beim Wiedereinsetzen fortsetzt. Multipoint, also die gleichzeitige Verbindung mit mehreren Zuspielern, unterstützen die Beyerdynamic Free Byrd nicht. Bis zu sechs Devices kann sich der Kopfhörer allerdings merken und verbindet sich automatisch mit einer dieser Geräte, falls eines davon in Reichweite ist.

Akkulaufzeit

Die Beyerdynamic Free Byrd laufen lange: Satte elf Stunden mit aktiviertem Noise Cancelling gibt der Hersteller an, was wir in unserem Praxistest nicht ganz bestätigen können. Wir kamen bei gehobener Lautstärke auf 10,5 Stunden, was dennoch einen sehr guten Wert darstellt. Dank Fast Charge bringen eine zehnminütige Schnellladung bis zu 70 Minuten Hörgenuss. Das Lade-Case vermag die Laufzeit der In-Ears auf circa 30 Stunden zu erweitern. Das Lade-Case selbst kann entweder über USB-C oder über ein induktives Qi-Ladepad betankt werden.

Steuerung

Bedient werden die Beyerdynamic Free Byrd per Touch. Befehle werden zuverlässig ausgeführt mit einer Verzögerung von ca. 1,4 Sekunden. Neben den üblichen Möglichkeiten wie Play, Pause, Titel vor und zurück, Sprachassistenten aktivieren oder Noise Cancelling sowie Transparenzmodus schalten, können die Free Byrd natürlich ebenso Anrufe verwalten, aber auch die Lautstärke ändern. Wer die Touchbedienung seinen eigenen Bedürfnissen anpassen möchte, wird enttäuscht. In der aktuellen Version ist dies nicht möglich. Genauso wenig, wie zwischen ANC, Transparenzmodus und keins von beiden umschalten zu können. Das geht nur dank …

App-Anbindung

Mit der MIY-App für iOS und Android lassen sich die Beyerdynamic Free Byrd anpassen. Wobei auch gesagt werden muss, dass, trotz schick aufgemachter App, es hier nicht allzu viel zu konfigurieren gibt. Auf der Hauptseite sehen wir die verbleibende Akkulaufzeit, das Klangprofil (dazu später mehr), hier kann das ANC sowie der Transparenzmodus de-/aktiviert werden, aber auch ein Gaming-Modus lässt sich hier steuern, der die Latenz nochmals heruntersetzt. Der Sprachassistent kann gewählt werden, dank „Alexa built-in“ kann der Cloud-basierte Sprachdienst von amazon Nachrichten vorlesen, den Wetterbericht abfragen oder Smart-Home-Geräte steuern. Sprachansagen können von Englisch auf Deutsch umgestellt werden, sie komplett zu deaktivieren geht leider nicht. Genauso wenig gibt es einen Equalizer, der frei einstellbar ist, hier muss man auf Presets wie „Bass boost“, „Warm“ oder „V-shape“ zurückgreifen. Zusätzlich gibt es noch zwei Reiter in der App, die uns mit weiterführenden Infos versorgen wollen. Der erste ist eine Art Linksammlung zu Beyerdynamics Onlineshop oder zu FAQs, der zweite Reiter, wie die Free Byrd gesteuert werden.

Klangprofil

Interessant ist die Klangpersonalisierung der Beyerdynamic Free Byrd. Hier setzt der Hersteller auf Bewährtes aus dem Hause Mimi. Anhand von Pieptönen, die hinter einer Art Grundrauschen abgespielt werden, wird dabei ein Hörprofil errechnet, das zusätzlich abhängig vom Alter ist. Ziel dieser Korrektur ist es, Hörschwächen zu kompensieren. Dabei kann die Korrekturkurve per Schieberegler zugemischt und in drei Stufen feiner abgestimmt werden. Damit die Hörprofile auch „mitwandern“, sollte man ein Konto bei Mimi anlegen, um diese geräteübergreifend nutzen zu können. Eine Umschaltung zwischen unterschiedlichen Hörprofilen unterschiedlicher Nutzer wird weiterhin leider nicht geboten.

Klang

Out of the box und mit deaktiviertem ANC sind die Beyerdynamic Free Byrd eher nüchtern, ja fast unauffällig abgestimmt. Das ändert sich, wenn das Noise Cancelling eingeschaltet wird. Dieses hebt deutlich den Bassbereich hervor, er erscheint komprimiert und sorgt für entsprechenden Schub sowie Substanz. Mit einem Übertragungsbereich von 10 Hz bis 20 kHz schaffen es die dynamischen Treiber tiefe Bässe moderner Musikstile adäquat umzusetzen. Wobei das Erstellen einer individuellen Klangkurve natürlich ordentlich am Grund-Sound schraubt. Da hier die Ergebnisse von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind, lässt sich objektiv über den Klang daher nur wenig sagen. Im Falle des Testers sorgt die gehörangepasste Kurve aber für eine Aufwertung des Klangs. So schafft die Schaltung hier einen deutlich offeneren Höhenbereich, der sehr gut gefällt und viele Details einer Mischung offenbart. Obertöne von Bass Drums oder akustischen Bässen werden herausgearbeitet und auch bei energiereichen oder überladenen Tracks wirken die Treiber nie überfordert, sodass einzelne Instrumente, aber auch Hallfahnen, gut erkennbar bleiben.

Noise Cancelling und Transparenzmodus

Gespannt waren wir, die gut die hybride Geräuschunterdrückung der Beyerdynamic Free Byrd funktioniert. Diese packt kraftvoll zu und unterdrückt erwartungsgemäß vor allem tieffrequente Signalanteile wirkungsvoll. Der Mitten- sowie Höhenbereich dringen gedämpft ans Ohr, bleiben aber in ihrer Lautstärke reduziert wahrnehmbar. So werden Stimmen, Vogelgezwitscher oder Fahrgeräusche eines Zuges nicht vollständig unterdrückt. Dennoch wird ein Ruheraum erschaffen, der nicht nur unterwegs, sondern auch im Homeoffice zur Fokussierung beiträgt. Das Grundrauschen fällt dabei kaum ins Gewicht. Das Noise Cancelling arbeitet aber weder mehrstufig, noch arbeitet es adaptiv, das heißt, es kann sich nicht automatisch den Umgebungsgeräuschen anpassen.

Auch der Transparenzmodus leistet gute Dienste, auch wenn er nicht so natürlich klingt wie die Klassenprimi in diesem Bereich, die Apple AirPods Pro (zum Test).

Telefonieren

Der Hersteller hebt besonders die Qualität während Telefonaten hervor, die dank „Qualcomm dual 2-mic cVc“ den Beyerdynamic Free Byrd eine erstklassige Sprachverständlichkeit verleihen sollen. Das können wir soweit bestätigen: Unsere Gesprächspartner hatten nie Mühe uns zu verstehen, dabei wurden Hintergrundgeräusche adäquat, aber nicht vollständig unterdrückt. Auch während Videokonferenzen konnten uns die Free Byrd überzeugen.

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vor 5 Monaten von Pete Schloßnagel
  • Bewertung: 4.13
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Mit den Beyerdynamic Free Byrd feiert der Hersteller sein erfolgreiches Debüt auf dem Markt der True Wireless In-Ears. Dabei leisten sich diese Kopfhörer kaum Schnitzer: Ihr Klang ist dank Mimi-Personalisierung individualisierbar, aptX Adaptive liefert eine Sound-Qualität von bis zu 24 Bit und 48 kHz und der Gaming Mode drückt die Latenz, sodass der Bild-Ton-Versatz nicht ins Gewicht fällt. Schade ist jedoch, dass Multipoint fehlt und sich die Touch-Belegung sowie der Equalizer nicht frei konfigurieren lassen.

Auch wenn das Noise Cancelling sowie der Transparenzmodus in der Preiskategorie um die 230 Euro ein bisschen hinter der Konkurrenz von Sony oder Apple zurückbleibt: Wer mit den oben aufgeführten Beschränkungen leben kann, erhält mit den Beyerdynamic Free Byrd rundum gelungene Kopfhörer.

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)10 - 22.000 Hz
  • Gewicht ohne Kabelje 7 g, Case 60 g

Lieferumfang

  • 5 Paar Ohrpassstücke Silikon (XS, S, M, L, XL)
  • 3 Paar Ohrpassstücke Schaumstoff (S, M, L)
  • USB-C-Ladekabel

Besonderheiten

  • in Schwarz und Weiß erhältlich
  • BT- Codecs: SBC, AAC, aptX, aptX Adaptive
  • BT-Version: 5.2
  • BT-Profile: HSP 1.2, HFP 1.7.1, A2DP 1.3.1, AVRCP 1.6, AVCTP 1.4, AVDTP 1.3, SPP 1.2, Device ID 1.3, RFCOMM 1.2, GAVDP 1.3

3 Antworten auf “Beyerdynamic Free BYRD”

  1. Thomas Mertens sagt:

    Die Touchoberflächen reagieren extrem verzögert und sind nicht sinnvoll konfigurierbar. AptX HD und LL fehlen. Google Assistant ist nur in der Basisversion implementiert trotz Google FastPair. In der Preisklasse alles nicht tragbar.

  2. Uwe sagt:

    Wichtig wäre auch immer zu testen, ob und inwieweit derartige Kopfhörer für Brillenträger ‚kompatibel ‚ sind. DAS sollte ein genereller Testpunkt bei Kopfhörer sein.

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