Creative Aurvana Trio Wireless

Ausdauernde Bluetooth-In-Ears mit Nackenband und hybriden Dreifachtreibern

Mit den Aurvana Trio Wireless bietet Creative eine Bluetooth-Variante der kabelgebundenen In-Ears Aurvana Trio (zum Test) an, die hochwertige Audiocodecs unterstützt und dank aptX LL niedrige Latenzzeiten bei Filmen oder dem mobilen Gaming zur Verfügung stellt. Zudem kann über die App-Anbindung der Hörer von der hauseigenen Audio-Holografie per Super X-FI Technologie Gebrauch gemacht werden.

Löblich ist, dass die Bluetooth-In-Ears mit sechs verschiedenen Eartips, und zwar jeweils drei Silikon- und Schaustoff-Ausführungen in den Größen S, M und L ausgeliefert werden, wodurch der Sitz individuell angepasst werden kann. Dies begünstigt einen bequemen und stabilen Tragekomfort, zu dem auch das anschmiegsame Silikon-Nackenband beiträgt, das nicht zum Verrutschen neigt und das Gewicht der Hörer von 40 Gramm gut verteilt. Negativ aufgefallen sind allerdings vorhandene Kabelgeräusche, die auftreten, sobald die Verbindungsstücke zwischen dem Nackenband und den Gehäusen mit der Kleidung oder Haut in Berührung kommen, was vor allem bei niedriger Lautstärke eine Beeinträchtigung darstellt. Praktisch ist hingegen, dass die In-Ears durch einen integrierten Magnetverschluss wie eine Kette um den Hals getragen werden können und während einer Hörpause nicht zwangsläufig verstaut werden müssen. Zumal die Hörer noch unter eine Mütze passen, wenn diese nicht zu eng anliegt, da die Gehäuse nicht weit hervorstehen.

Als laufstark erwiesen sich die Aurvana Trio Wireless beim Akkutest, indem bei gehobenem Lautstärkepegel eine Hörzeit von 20 Stunden und 30 Minuten erreicht werden konnte. Allerdings ist die letzten 80 Minuten etwa alle 50 Sekunden ein Alarmton zu hören, der auf den niedrigen Akkustand aufmerksam machen soll, was das Hörerlebnis stark einschränkt. Zudem wurde auf einen modernen USB-C-Anschluss und eine Schnellladefunktion verzichtet, weshalb das Aufladen der Hörer per Micro-USB-Buchse erfolgt, was über das mitgelieferte USB-Ladekabel knappe zwei Stunden beansprucht.

Gerätesteuerung

Das Koppeln der In-Ears, die den Bluetooth-Standard 5.0 und ein Multipairing mit zwei Geräten gleichzeitig unterstützen, erfolgt durch ein längeres Gedrückthalten des zentralen Remote-Tasters. Hierdurch wird das System eingeschaltet und anschließend in den Pairing-Modus versetzt. Besteht eine Funkverbindung, steuert der Multifunktionstaster auf Knopfdruck die Wiedergabe und dient zum Annehmen sowie Beenden von Telefonaten, die trotz eines wahrnehmbaren Grundrauschens mit einer überzeugenden Verständlichkeit geführt werden können. Sprachassistenten wie Siri oder Google Assistant sind darüber hinaus bei pausierender Wiedergabe durch zweifaches Drücken aufrufbar, während zur Lautstärkeregelung separate Taster zur Verfügung stehen. Diese sind durch ein Gedrückthalten auch bei der Titelauswahl behilflich, indem per Plustaster vor- und mithilfe des Minustasters zurückgesprungen werden kann, was insgesamt einwandfrei funktioniert. Auch die Bluetooth-Verbindung hinterließ einen stabilen Eindruck, brach durch mehrere Räume hindurch nicht ab und bot innerhalb einer städtischen Bebauung eine Reichweite von guten zehn Metern.

Sound

Es ist sicherlich kein leichtes Unterfangen ein hybrides 3-Wege-System in einem In-Ear-Gehäuse unterzubringen, da pro Seite ein dynamischer Tieftöner aus Bio-Cellulose und zwei BA-Treiber für den Mittel- und Hochtonbereich auf engstem Raum Platz finden wollen. Naheliegend, dass bei diesem Aufwand auch hochauflösende Audiocodecs wie aptX HD, aptX LL und das AAC-Format zum Einsatz kommen. Zumal aptX ebenfalls genutzt werden kann, wenn das gekoppelte Gerät keine hochwertigere Variante unterstützt, da die aptX-Codec-Familie abwärtskompatibel ist. AptX Low Latency sorgt darüber hinaus für eine verbesserte Synchronität zwischen Bild und Ton, so dass kein Versatz mehr wahrzunehmen ist.

Trotz der für die Preisklasse hervorragenden Codec-Auswahl müssen im Vergleich zu den Aurvana Trio klangliche Abstriche gemacht werden, zumal die Wireless-Hörer ein Grundrauschen besitzen. Die Basswiedergabe erreicht beispielsweise nicht die Präzision und impulsive Dynamik des kabelgebundenen Geschwisterchens und reicht auch nicht so tief hinab. Geblieben ist eine kräftige Tieftondarstellung, die moderne, bassaffine Produktionen satt wiedergibt ohne dabei wuchtig zu wirken, aber eher rund als straff erscheint. Eine Grundwärme im unteren und mittleren Frequenzbereich ist ebenfalls vorhanden, wobei sich die Mittenwiedergabe detail- und spielfreudig zeigt, Stimmen und Soloinstrumente ausgesprochen klar abbildet, aber nicht übermäßig fokussiert. Es entsteht kein direkter oder intimer Eindruck, da eher eine gesetztere, aber durchaus luftige Konzertkulisse für ein In-Ear-System wahrgenommen wird. Dabei erscheint die spritzige, öffnende Höhendarstellung präsent und fällt keineswegs ab, kann ab einer gehobenen Zimmerlautstärke jedoch auch als etwas harsch empfunden werden. An stattlichen Lautstärkereserven mangelt es den Hörern hierbei nicht, da die drei Treiber einen hohen Output zur Verfügung stellen.

SXFI App

Die Super X-FI Technologie von Creative soll per Kopfhörer ein räumliches Hören wie mit einem Mehrfachlautsprechersystem ermöglichen. Um die Audio-Holografie nutzen zu können, ist jedoch ein persönliches Profil erforderlich, bei dessen Einrichtung mithilfe eines Tutorials sowohl das Gesicht als auch beide Ohren fotografiert werden. Dabei erscheint der Nutzen eher gering, da die Funktion bei den Aurvana Trio Wireless ausschließlich bei lokalen Musikdateien und nicht bei gestreamten Inhalten über Spotify, YouTube oder Netflix anwendbar ist. Zur Wiedergabe der auf dem Gerät gespeicherten Musik stellt die kostenlose App einen Player bereit, der mit einem EQ ausgestattet ist, um Klanganpassungen vornehmen zu können. Hierbei können eigene Einstellungen oder vorgefertigte Presets genutzt werden, wobei die Klangänderungen nicht dauerhaft, sondern nur während der Nutzung der App aktiv sind. Auch der SXFI-Effekt kann lediglich über den Player ein-und ausgeschaltet werden, was jedoch einen direkten A/B-Vergleich ermöglicht. Durch die Super X-Fi Audiotechnologie wird die virtuelle Bühne tiefer in den Raum hinein verschoben, was vor allem den unteren Frequenzbereich stark beeinflusst, da sich dieser mehr oder weniger aufzulösen scheint. Insofern klingt beatorientierte Musik durchaus befremdlich, während sphärische Klänge an Weitläufigkeit gewinnen können. Allerdings wirkt sich der Klangeffekt negativ auf die Wiedergabequalität aus, da auch Höhenanteile eingebüßt werden.

Maike Paeßens
vor 4 Wochen von Maike Paeßens
  • Bewertung: 4
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Angesichts ihres Preises bieten Creatives Aurvana Trio Wireless eine beachtenswerte Ausstattung an hochwertigen Audiocodecs, wodurch die kabellosen In-Ears ein echtes Multitalent darstellen, das sowohl beim Musikhören als auch bei mobilen Spielen, Serien oder Filmen eine gute Figur abgibt. In Kauf genommen werden müssen allerdings Kabelgeräusche und ein Grundrauschen, die das Hörerlebnis zumindest bei niedriger Lautstärke beeinträchtigen können. Als klarer Pluspunkt erweist sich hingegen die hohe Akkulaufzeit des hybriden 3-Wege-Systems.

  • stabiler, bequemer Sitz
  • Akkulaufzeit
  • Magnetverschluss
  • funktionale Gerätesteuerung
  • unterstützen hochwertige Audiocodecs (AAC, aptX LL und aptX HD)
  • Multipairing mit zwei Geräten
  • Kabelgeräusche
  • wahrnehmbares Grundrauschen
  • kein USB-C-Anschluss
  • ständiges Piepen bei niedrigem Akkustand

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch + 2 Balanced-Armature-Treiber
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)5 - 20.000 Hz
  • Gewicht ohne Kabel40 g

Lieferumfang

  • Silikon- und Schaumstoff-Eartips in jeweils drei Größen (S/M/L)
  • Mikro-USB-Aufladekabel
  • Trageetui

Besonderheiten

  • BT-Codecs: SBC, AAC, aptX LL, aptX HD
  • BT-Version: 5.0
  • BT-Profile: HFP, A2DP, AVRCP

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