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OneOdio OpenRock S

Luftschall übertragender Open-Ear-Hörer

Kurz & knapp

Die OneOdio OpenRock S sind Luftschall übertragende Kopfhörer mit sehr gutem Tragekomfort, denn die Ohren bleiben frei. Auch und besonders, wenn man mit der Umwelt im akustischen Kontakt bleiben will. Dass bei den OpenRock S die etwas scharfen Hochmitten des Schwestermodells OpenRock Pro ein klein wenig gezügelt wurden, verbessert dabei das Klangbild und sorgt für einen halben Stern mehr in der Bewertung. Damit liegt der Sound zwar noch nicht auf Augenhöhe mit dem von In-Ears in der gleichen Preisklasse, sorgt aber dennoch für angenehme Musikberieselung und Sprachqualität bei Telefonaten. In Anbetracht des zudem noch günstigeren Preises im Vergleich zur Pro-Version, regnet es verdiente viereinhalb Sterne auf die OneOdio OpenRock S.

Vorteile:
  • hoher Tragekomfort
  • lange Laufzeit
  • verstellbare Ohrbügel
Nachteile:
  • etwas mittenlastig
  • keine Lautstärkenregelung über die Hörer
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Luftschall-Übertragung ist ja grundsätzlich eine ziemlich feine Sache: Man positioniert die Membranen einfach in unmittelbarer Nähe des Gehörgangs und die liefern die Schallwellen dann auf dem kurzen Dienstweg da ab. Der große Vorteil daran ist: Man bleibt im akustischen Kontakt mit seiner Umwelt, weil noch genug Außenschall an den Hörern vorbei seinen Weg ins Ohr findet. Und als angenehmen Nebeneffekt hat man so auch beim Sport mit deutlich weniger Schweißbildung zu tun als bei luftdichten In-Ears.

Wo viel Licht (respektive Luft) ist, ist auch viel Schatten und natürlich hat die Luftschall-Übertragung – bei allen genannten Vorteilen – auch ihre Nachteile. Das betrifft zuallererst den Klang, denn dadurch, dass man es hier mit einem offenen System zu tun hat, baut sich hier bei Weitem nicht so viel Staudruck auf wie bei In-Ears, was in einer deutlich geringeren Maximal-Lautstärke und hörbar weniger Bass-Volumen resultiert. Zudem ist der Gesamtklang weniger direkt und impulsstark, wie man es von In-Ears kennt. Und auch in Bezug auf die Bauweise kommen die OpenRock S deutlich raumgreifender als In-Ears daher. Womit wir direkt schon beim Thema wären:

Handling

Zum Tragen hängt man sich die OpenRock S einfach über das Ohr, sodass der bewegliche Bügel hinter der Ohrmuschel und die Membran-Einheit vor dem Gehörgang zu liegen kommen. Um unterschiedlichen Ohrformen gerecht zu werden, kann der Bügel im Winkel von ca. 30 Grad angepasst werden.

Die Größe der Hörer bringt natürlich auch Vorteile mit sich – allen voran mehr Platz für die Akkus. Und so beläuft sich die maximale Spielzeit pro Akkuladung auf ganze 19 Stunden. Das mitgelieferte Case hat die etwas ungewöhnliche aber ausgesprochen praktische Form eines kleinen Brillenetuis und hält noch mal Reservestrom für knapp drei volle Ladungen bereit.

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Ein voller Ladezyklus benötigt ca. 1,5 Stunden, während sich in nur 5 Minuten bereits die Stromreserve für eine Stunde Hörvergnügen in die Akkus pumpen lässt. Das Case selbst wird über eine USB-C-Buchse mit Strom versorgt und gibt über vier LEDs Auskunft über den Ladezustand.

Für Brillenträger ist der zusätzliche Bügel, der sich hier über das Ohr legt natürlich nicht ganz ideal – man bekommt die Ausleger einer Brille aber trotzdem einigermaßen gut auf den Bügeln der OpenRocks platziert, sodass das Tragen einer Sehhilfe kein K.O.-Kriterium für den Kauf ist. Angenehmer ist es in jedem Fall, wenn man die Brille beim Hören abnimmt.

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Ansonsten ist der Tragekomfort sicher das entscheidende Merkmal, wenn es darum geht, über die Anschaffung der OpenRock S nachzudenken. Denn die Hörer schmiegen sich wirklich ganz ausgezeichnet über die Lauscher: Hat man sie erst einmal sorgfältig über das Ohr gelegt und passend gebogen, vergisst man sehr schnell, dass sie überhaupt anwesend sind. Und tatsächlich ist es ein grundsätzlich anderes Tragegefühl, das sich einem hier im Vergleich mit In- oder Over-Ears bietet, denn man bleibt mit seiner Umgebung – im Guten wie im Schlechten – in akustischem Kontakt. Ganz besonders angenehm ist das beim Telefonieren, da man sich hier immer noch sehr gut selbst im Raum hören kann.

Funktionen am Hörer

Im Gegensatz zur Pro-Version (Test), bei der die Medien- und Telefonat-Steuerung über Taster an der Unterseite erfolgt, werden die OpenRock S über Touch-Sensorik auf der äußeren Gehäuseseite bedient. Die hier vorhandenen Funktionen beschränken sich auf Play/Pause, Titelnavigation, Rufannahme und das Aktivieren eines Voice-Assistant. Alle Funktionen erfordern mindestens zwei (oder mehr) Berührungen – mögliche Fehlbedienungen werden so durch zufällige Berührungen vermieden. Auf der Strecke geblieben ist dabei aber die einfachste und wichtigste Funktion von allen: die Lautstärkeregelung. Dafür ziehe ich einen Punkt in der Funktions-Wertung ab.

Technik

Die Schallwandlung erledigt ein dynamischer 16,2-Millimeter-Treiber, von dem aus die Schallwellen dann über den kurzen Luftweg durch das Innenohr bei zum Trommelfell wandern. Der Frequenzbereich umfasst den Hifi-typischen Bereich von 20 Hz – 20 kHz.

Als Bluetooth-Profile werden A2DP, AVRCP, HFP und HSP unterstützt. Als Audio-Codecs kommen wahlweise aptX, AAC oder SBC zum Einsatz. Der Schutz gegen Umwelteinflüsse reicht bis IPX5. Und wer schon immer fand, dass schwarze Hörer nicht zu seinem Teint passen, für den dürfte die Farbvariante „cream“ attraktiv sein – ein leicht abgetöntes, pudriges Altweiß, das mir persönlich allerdings ein bisschen zu orthopädisch wirkt (also nichts gegen die Segnungen der Orthopädie, aber ohne Not muss man sich ja nicht unbedingt in diesem Farbbereich bewegen).

Klang

Wie eingangs schon gesagt, können es Luftschall-Übertrager wie die OneOdio OpenRock S klanglich (noch) nicht mit In-Ears aufnehmen. Daran ändert auch die hier zum Einsatz gebrachte „TubeBass“-Technik nichts, die für eine fülligere Basswiedergabe sorgen soll. In-Ears machen untenrum einfach mehr Druck und sind in den Mitten impulsstärker. Das macht den Musikkonsum mit den OpenRock S allerdings nicht zwangsläufig schlechter – nur eben anders. Die OpenRock S geben sich klanglich vielmehr dezent wie eine kleine Microanlage, die irgendwo im Raum steht und für angenehme Musikberieselung im Hintergrund sorgt. Hier wird man von nichts mitgerissen oder überrascht – alles bewegt sich eher im klanglichen Mittenbereich und das mit moderater Lautstärke.

Insofern sind auch die beiden integrierten EQ-Modi „Rock“ und „Relax“, zwischen denen man durch Gedrückthalten der beiden Sensorflächen umschalten kann, eher überflüssig. Denn kurz gesagt klingt „Rock“ mit seinem unbeschnittenen Frequenzgang einfach besser als der „Relax-“Modus, bei dem von den ohnehin dezenten Bässen noch etwas weggenommen wird.

Im direkten Vergleich klingen die „OpenRock S“ erstaunlicherweise noch ein Ticken besser als die teurere Pro-Variante. Das liegt vornehmlich daran, dass in der S-Version die Hochmitten ein bisschen weniger präsent sind, was das Klangbild deutlich entspannter macht.

Gutes kann ich auch von der Sprachqualität bei Telefonaten berichten: Ganze vier Mikrofone dienen hier der Sprachübertragung und werden zudem noch von einem AI-Algorithmus unterstützt, der Umgebungsgeräusche (teilweise) zu unterdrücken vermag. Das funktioniert in der Praxis ziemlich gut, sodass man beim Gegenüber in brauchbarer Qualität zu verstehen ist und auch längere Gespräche oder Videokonferenzen für beide Seiten angenehm sind. Auch hier macht sich im Übrigen die Ohrfreiheit ausgesprochen positiv bemerkbar – oder richtigerweise: nicht bemerkbar. Denn das Hören der eigenen Stimme im Raum sorgt für eine sehr gute Kontrolle über das Gesagte und die freie Luftzirkulation lässt die Lauscher auch bei ausufernden Gesprächen kühl bleiben.

Fazit

OneOdio bringen mit ihren OpenRock S das Konzept der offenen Luftschall-Übertragung in recht gelungener Form und zu einem angemessenen Preis auf den deutschen Markt. Wer mit In-Ears bislang nicht glücklich war, sei es, weil er oder sie sich zu sehr von der Umwelt abgeschottet fühlte oder einfach das Gefühl nicht mag, etwas im Ohr stecken zu haben, dürfte hier eine gute Alternative finden. Die reicht klanglich zwar nicht an das Frequenzspektrum und die Dynamik von In-Ears im gleichen Preisbereich heran, eröffnet dafür aber ein völlig neues Tragegefühl. Und auch eine veränderte Musikwahrnehmung, denn dadurch, dass man im akustischen Kontakt mit der Umwelt bleibt, fühlt es sich hier viel mehr so an, als ob die Musik im Raum und nicht im Kopf stattfindet.

vor 3 Monaten von Numinos
  • Bewertung: 4
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Technische Daten

  • BauformOpen-Ear
  • Bauweiseoffen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Gewicht ohne Kabel13 g

Lieferumfang

  • Ladekabel (USB-A/C)
  • Lade-Case

Besonderheiten

  • in Schwarz und Altweiß erhältlich
  • BT-Version: 5.3
  • BT-Codecs: SBC, AAC, aptX

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