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1More Penta Driver P50

Kabelgebundener In-Ear-Kopfhörer in Hybridbauweise

Kurz & knapp

1Mores Penta Driver P50 punktet als wirklich gut klingender, detailreicher In-Ear-Kopfhörer mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Klangabstimmung ist eher analytisch und schlank im Bass als vordergründig druckvoll. Das qualifiziert die Konstruktion für meine Begriffe vor allem für den stationären Einsatz – auch, weil der Anschluss an ein Smartphone in aller Regel nach einer störanfälligen Adaptierung verlangt.

Vorteile:
  • hoher Tragekomfort
  • gute Klangqualität
  • MMCX-Anschlüsse
Nachteile:
  • unsichere, sperrige Anbindung per Adapter an Smartphones
  • etwas zu schlanke Klangabstimmung
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Bei 1More darf man sich stets über interessante Neuigkeiten freuen. Neben zahlreichen True-Wireless- und Noise-Cancelling-Produkten hat der chinesische Hersteller mit Sitz in den USA auch Erfahrungen mit In-Ear-Kopfhörern gesammelt, in denen mehrere Treiber zum Einsatz kommen. Beispielsweise den Modellen E1010 Quad Driver (Test) und Triple E1001 (Test), die dynamische und Balance-Armature-Elemente kombinieren.

Der kabelgebundene 1More Penta Driver P50 geht einen anderen Weg und nutzt einen dynamischen 7-mm-Treiber aus Kohlenstoff (DLC), dem pro Seite vier, zum Patent angemeldete planare Membraneinheiten mit Doppelmagneten zur Seite stehen. Für die Klangabstimmung hat sich der Hersteller erneut der Hilfe von Grammy-Gewinner Luca Bignardi versichert.

Die Lieferung erfolgt in einer dekorativ bedruckten Verpackung. Hierin findet sich der durchaus hochwertig gefertigte Kopfhörer, ein Adapter von USB-C auf eine 3,5-mm-Klinkenbuchse, ein Tragebeutel sowie üppige acht Paar Passstücke aus Silikon und Memory-Schaumstoff.

Design

Der 1More Penta Driver P50 ist ein geradliniger kabelgebundener Kopfhörer mit integrierter Miniaturfernsteuerung und Mikrofon für Telefonate. Die drehbaren ergonomisch geformten und um 45 Grad gewinkelten Treibergehäuse bestehen aus eloxiertem Aluminium mit farbiger Links/Rechtskennzeichnung. Sie werden von hinten über das Ohr geführt und so in Position gehalten. Die Schallaustrittsöffnung Richtung Ohr ist dabei durch ein Metalllochgitter geschützt. Der vorgeformte und nicht gesondert verstärkte Bügel und das versilberte, sauerstofffreie Kupferkabel selbst bestehen aus transparentem Material. Treibergehäuse und Kabel sind dabei über vergoldete MMCX-Anschlüsse verbunden.

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Mit seinem um 90 Grad gewinkelten 3,5-mm-Klinkenanschluss ist das Testgerät unmittelbar geeignet für den Betrieb an mobilen Abspielgeräten (DAP – zur Übersicht). An Smartphones ist diese Schnittstelle bekanntermaßen leider inzwischen nahezu ausgestorben. Entsprechend ist der Penta Driver P50 in aller Regel auf einen Adapter auf USB-C oder Lightning angewiesen, was die Kabelverbindung sperriger macht. An dieser Stelle zeigt sich für Smartphone-Nutzer auch der größte Nachteil, an dem 1More aber tatsächlich keine Schuld trägt: Die Adapter rutschen in der Praxis allzu leicht aus der Buchse. Mit einem iPhone 8 war ein unterbrechungsfreier Betrieb mit Telefon in der Tasche leider kaum möglich. Aus dem gleichen Grund kann ich den P50 nicht als Sportkopfhörer empfehlen.

Tragekomfort

Der Tragekomfort des 1More Penta Driver P50 ist überzeugend. Die Konstruktion sitzt sicher in den Ohren und verfügt dank zahlreicher mitgelieferter Passstücke über eine gute Passform. Auch über längere Zeiträume sitzt der Penta Driver P50 druckfrei und sicher im Ohr. Hinzu kommt eine überzeugende passive Dämpfung von Außengeräuschen. Das gilt insbesondere für Passstücke aus Memory-Schaumstoff.

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Das einzige Extra ist die Kommunikationseinheit mit integriertem MEMS-Mikrofon, das eine wirklich gute Sprachverständlichkeit liefert. Die zwei äußeren Tasten der Inline-Fernbedienung erlauben eine direkte Steuerung der Lautstärke, während die mittlere Multifunktionstaste eine Musik- und Anrufsteuerung ermöglicht, einschließlich Track Skipping und eines möglichen Aufrufs des Sprachassistenten im Smartphone. Auf ein Noise Cancelling hat der Hersteller offenbar bewusst verzichtet. Das finde ich angesichts des klangfokussierten Konzeptes auch nicht weiter bedenklich, müsste der Kopfhörer dann doch mit interner Elektronik, Akku und USB-Schnittstelle agieren.

Klang des 1More Penta Driver P50

Klanglich liefern die Hörer mit 32 Ohm Impedanz einen kräftigen Pegel, überzeugend abgestimmten Klang und eine Auflösung, die erkennbar oberhalb von Bluetooth-Konstruktionen der gleichen Preisklasse spielt. Die Wiedergabe ist ausgewogenen und verzichtet zugunsten höherer Neutralität auf die typische Betonung unterer Frequenzen. Somit fällt der Bassbereich eher schlank aus und echter Tiefbass ist etwas unterrepräsentiert. Die Vorteile dieser Abstimmung ist eine erhöhte Präzision.

Grundsätzlich würde ich generell zwischen mobilem und stationärem Einsatz unterscheiden. Mobil fällt mir der Penta Driver P50 tatsächlich etwas zu schlank aus, was sich durch Passstücke aus Schaumstoff durch die höhere Abdichtung etwas abmildern lässt. Der Pegel sollte hier wenigstens mittelkräftig ausfallen, da andernfalls Trittschall hörbar wird. In diesem Szenario würde ich den Kopfhörer bevorzugt im Bereich Pop, Rock und zeitgenössischen Genres einsetzen, weniger jedoch bei explizit dynamischen Musikstilen wie Jazz oder Klassik. Gleichwohl fällt das Klangvolumen weniger mächtig als bei manchem Mitbewerber aus.

Im stationären Einsatz erreicht man auch bei kleinerem Pegeln bessere Ergebnisse. Hier zeigt sich die volle großzügige Detailauflösung der Konstruktion. Der Bass wird konturiert und tonal nachgezeichnet, ohne dabei die Mitten und Höhen zu kaschieren. Auch gewinnt die Dynamikabbildung aufgrund des besseren Störgeräuschabstands.

Auch in den mittleren Frequenzen zeigt sich der Penta Driver P50 aufgeräumt. Die Abstimmung ist eher analytisch und lässt je nach Geschmack etwas Wärme im Bereich der unteren Mitten vermissen, was mich allerdings eher im mobilen Einsatz störte.

Die Sprachverständlichkeit bei Stimmen ist hoch. Dabei wird das Timbre weiblicher und männlicher Stimmen sowie von akustischen Instrumenten bestens transportiert. Gleichermaßen gut gelingt auch die Reproduktion verzerrter Gitarren aus dem Rock- und Metal-Genre.

Schließlich reicht die Höhenwiedergabe weit hinauf und klingt selbst bei hohen Pegeln angenehm und ohne Härten. Dabei lassen sich feine Percussion-Instrumente und Details im Arrangement entdecken, die mit simpleren Konstruktionen untergehen. Ebenso trägt die schnelle Ansprache zu einer überzeugenden Ausleuchtung des Stereopanoramas bei und lässt Raumeffekte klar erkennbar werden. Gleichzeitig schafft es der Penta Driver P50 auch, den „Schmelz“ akustischer Instrumente zu transportieren. So klingt Anne-Sophie Mutters Violine auf Beethovens Violinkonzert in D-Dur Opus 61 unter der Regie von Herbert von Karajan schlicht himmlisch.

Fazit

Der Penta Driver P50 ist klanglich der bislang überzeugendste In-Ear-Kopfhörer von 1More, insbesondere wenn man ihn stationär nutzt. Er liefert ein ausgewogenes und hoch auflösendes Klangbild und überzeugt durch hohen Tragekomfort. Primär wendet sich der Kopfhörer an Musikhörer. Dank der integrierten Fernbedienung und Sprecheinrichtung braucht man auch mobil auf einen Basiskomfort am Smartphone nicht verzichten, wobei man vorrangig im stationären Betrieb zu den besten Klangergebnissen gelangen wird. Prinzipiell könnte man den P50 sogar als In-Ear-Monitor nutzen, würde dabei aber vermutlich das Anschlusskabel tauschen. Der Preis liegt aktuell deutlich unterhalb der Grenze von 200 Euro, was ich als außerordentlich attraktiv bezeichnen würde.

vor 7 Monaten von Ulf Kaiser
  • Bewertung: 3.88
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch + Planar-Treiber
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 40.000 Hz
  • Impedanz32 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)105 dB
  • Gewicht mit Kabel21 g
  • Kabellänge125 cm

Lieferumfang

  • Silikon-Ohrstöpsel (XL, L, M, S, XS)
  • Schaumstoff-Ohrstöpsel (L, M, S)
  • OFC-Kabel (inkl. Inline-Steuerung)
  • 3,5-mm-auf-Typ-C-Adapter
  • Tragetasche

3 Antworten auf “1More Penta Driver P50”

  1. N.S sagt:

    Hallo und danke für das Review.
    Was genau meint ihr mit Mobil und Stationäre Nutzung ?
    Ich benutze unterwegs meine Fiio M9 oder M11s, also nicht am Handy.
    Ich möchte meinen AKG N40 ersetzen Nicht dass er kaputt wäre, nur bin ich mit dem Sound nie warm Geworden und benutze ihn nur gelegentlich, weil ich dafür 400€ gezahlt habe und nicht zurückgeben konnte.
    Ich habe noch einen 1more E1010 und noch einen Audio-Technica ATH-CKR100iS und einen Audeze Isine20(bester Klang, aber nicht für draußen geeignet). Deshalb benutze meist den 1More.
    Da gefällt mir das Gesamtbild am besten.
    Würde ich mit dem hier glücklich werden ?
    MFG

    • Ulf Kaiser sagt:

      Hallo N.S., danke für den Kommentar. Ich kann natürlich nicht vorhersehen, ob Du mit dem Penta Driver P50 glücklich werden würdest. Das hängt auch von der Klangpräferenz und Passform ab. Ich meine, dass der Kopfhörer in ruhiger Umgebung, im Idealfall also zuhause, besonders gut klingt. Das meine ich mit stationär – in Abgrenzung zum mobilen Einsatz.

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