iBasso DX 240

Portabler High-End-Player mit außergewöhnlicher Klangwiedergabe

iBasso offeriert mit dem DX 240 ein echtes Jubiläumsmodell. Hier wird exzeptionelle Klangwiedergabe mit auswechselbaren Verstärkermodulen und üppiger Anschlussvielfalt gepaart. Dieser Player bietet sowohl zu Hause als auch unterwegs Luxus pur und erreicht damit eine ausnahmslose Empfehlung.

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Pünktlich zum 15-jährigen Firmenjubiläum veröffentlicht der chinesische Hersteller iBasso das Sondermodell DX 240. Das bisherige Topmodell DX 300 diente hierfür als Basis, zu der, neben einem aktuellen Chipsatz, noch feinschmeckerische Zutaten hinzugefügt wurden. Wir haben die Neuerscheinung unter die Lupe genommen.

Firmenhintergrund

iBasso wurde 2006 in Shenzhen, China gegründet und spezialisierte sich von Anfang an auf Geräte für den mobilen Musikgenuss. Das Portfolio des Herstellers begann mit mobilen Kopfhörerverstärkern und hat sich seither um Kopfhörerverstärker/DACs und Kopfhörer erweitert. Mit dem ersten Android-basierten Musikspieler DX 100 wurde die Firma einem größeren Publikum bekannt. Dieses Gerät war mit dem leistungsstarken ESS Sabre-DAC 9018 ausgestattet und bot für die damalige Zeit ein üppiges Anschlussfeld für unterschiedliche Kopfhörertypen. Ungewöhnlich waren zudem die koaxialen und optischen Digitalausgänge und WiFi-Funktionalität. Zurück in der Gegenwart glänzt die aktuelle Produktauswahl mit hochauflösenden Audioformaten und Touchscreens, verschiedenen In-Ear-Systemen und austauschbaren Kopfhörerkabeln.

Praxis

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Der DX 240 schürt hochgesteckte Erwartungen. Das wird schon anhand der Größe und der Gestaltung der Verpackung klar, der man besonderes Augenmerk für einen etwas glamourösen und gleichzeitig klassischen Auftritt zukommen ließ. In diesem Fall dient das äußerlich goldene Design der Verpackung als Umschlag für das darin gehaltene Case – fast wie der edle Umschlag einer Sonderedition einer mehrteiligen Buchserie. Enthalten sind neben dem DX 240, vier Touch-Display-Schutzfolien, ein Koaxialkabel, ein symmetrisches Burn-In-Kabel, das laut Hersteller die Wartezeit für eine optimale Klang-Performance reduzieren soll und die obligatorische Klarsicht-Schutzhülle aus Silikon. Das optionale Erweiterungspaket bietet unterschiedliche Anschluss-Abdeckungen für die austauschbaren Verstärkermodule. Außerdem enthält das Paket eine weitere lederne Schutzhülle.

Um die Haptik hat sich der Hersteller ganz offenbar Gedanken gemacht. Das hochwertige Aluminiumgehäuse mit seiner ganzflächigen rückwärtigen Rundung liegt wie ein echtes Gegenstück in der empfangenen Hand. Dabei sind sämtliche Kanten leicht entgratet, um das Anfassgefühl weiter zu verfeinern. Die Vorderseite beglückt mit einem beinahe vollflächigen IPS-Touch-Display mit Full-HD-Auflösung und 5“-Diagonale. Die Maße sind 126 x 70,5 x 18,7 mm bei einem Gewicht von 240 Gramm.

Augenfällig ist das große goldene Drehrad, das zur Lautstärkeregelung als auch zur Aktivierung des Gerätes dient. Weitere dedizierte Tasten für Start/Pause und Titelsprünge befinden sich direkt darunter. Auf der gegenüberliegenden Seite nimmt ein microSD-Slot SDHC- oder SDXC-Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu zwei Terabyte auf.

Das üppig ausgeführte Anschlussfeld beherbergt einen Line-Ausgang (3,5 mm) sowie asymmetrische (3,5 mm) und symmetrische Kopfhörerausgänge (2,5 mm). Damit ist das Gerät nicht nur auf den Einsatz mit Kopfhörern beschränkt, sondern ermöglicht zudem eine Ankopplung an Aktivlautsprecher oder die Integration in ein bestehendes HiFi-System. So kann man tatsächlich das gleiche Gerät unterwegs und zuhause zum Einsatz bringen.

Möchte man seine eigenen geschätzten Wandler nutzen, offeriert der DX 240 einen koaxialen digitalen Ausgang. Der USB-C-Anschluss dient dem Ladevorgang, einem Datenaustausch mit einem Computer sowie als hochwertiger Wandler für Windows- und Macintosh-Computer.

Technik

Der iBasso DX 240 ist mit dem neuesten Prozessor ARM Qualcomm 660 CPU mit acht Rechenkernen und 4 GB RAM bestückt. Für einen Empfang mit hoher Reichweite soll Bluetooth 5.0 sorgen. Zusätzlich bietet der Chipsatz WLAN und besagtes USB-Audio-Interface. Ein weiteres Highlight stellen die wechselbaren Verstärkermodule dar: Der Hersteller ermöglicht damit, das passende Verstärkermodul für den genutzten Kopfhörer auszuwählen – ideal auch für Kunden älterer iBasso-Geräte. Der integrierte Akku verfügt über eine Kapazität von 4.400 mA und ermöglicht eine Laufzeit von zehn bis 12 Stunden. Der Ladevorgang beansprucht für die volle Kapazität knapp zweieinhalb Stunden.

Betriebsarten

Geräteintern agiert der DX 240 mit einer angepassten Version von Android 9.0. Darauf aufbauend liefert APK-Pure, anstelle des Google Play Store, die Möglichkeit Apps aller Art zu installieren. Entsprechend können also auch Streaming-Dienste genutzt werden, was im Test mit aktuellen Dienstleistern wie Tidal, Apple Music und Spotify auch genutzt wurde. Die passenden Codecs wie aptX und LDAC unterstützen dabei eine klangstarke Übertragung. Auch AirPlay und DLNA werden unterstützt.

Allerdings kann das Gerät eben nicht nur empfangen, sondern auch senden. Somit ist für eine Integration an die heimische Stereoanlage, den Bluetooth-Kopfhörer und für die Musikwiedergabe im Auto ebenfalls gesorgt.

Wer allerdings puren Klang ohne jegliche Störfaktoren bevorzugt, kommt mit dem alternativen Betriebssystem Mango OS und dem Mango-Player auf seine Kosten. Hier liegt der Fokus auf bestmöglicher Ausgabequalität, die von einem NAS-Server oder der internen Speicherkarte gefüttert wird. Zudem ermöglicht der USB-C-Port die direkte Verbindung mit einem Rechner, um vorhandene Klangbibliotheken über den DX 240 als hochwertigen Wandler abzuhören.

D/A Wandler

Ein Kernstück portabler Audioplayer sind die Wandler. iBasso setzt im DX 240 auf eine Kombination von FPGA und aktuellem hochwertigen Wandlerchip. Der FPGA lässt sich als Prozessor verstehen, der eingehende Audioströme vorbereitet und anschließend an den Wandler übergibt. Technisch betrachtet hat dies einige Vorteile, da der Audiostrom synchronisiert und von Fehlerquellen wie etwa Taktschwankungen (Jitter) befreit wird, bevor er den Wandler erreicht. Bei Letzterem handelt es sich um den ESS Sabre ES9038PRO DAC, der die sogenannte Hyperstream-II-Technik nutzt und acht Kanäle in 32-Bit-Auflösung zur Verfügung stellt. Unterstützt werden dabei DSD 512, PCM bis 32 Bit/768 kHz, MQA-Decoding im 16 x-Modus und ein Dynamikbereich von bis zu 132 dB. Ebenso beeindruckend sind die geringen Verzerrungen (THD+N) von gerade -122 dB. Die technischen Werte inklusive der hochauflösenden Formate befinden sich also auf explizit hohem Niveau, die neben audiophilen Ansprüchen sonst nur in Mastering-Studios zu finden sind. Umso gespannter war ich auf den klanglichen Eindruck.

Klang

Als Ausspieler mit der Möglichkeit für direkte Vergleiche diente der neutrale Vorverstärker Funk MTX Monitor. Für Vergleiche mit einem anderen DAP stand der Shanling M3X mit vergleichbarer Elektronik zur Verfügung (zum Test). Als weitere Abspielgeräte dienten ein Cambridge Audio CXN V2 Streamer/Netzwerk-Player, ein CD-Player (NAD 512) und ein Smartphone (Samsung Galaxy S7). Der Kopfhörerbereich wurde durch Modelle von Stax, Focal und Sennheiser abgedeckt. Zu guter Letzt diente ein Lavry DA11 der Wandlerbewertung.

Die Testreihe startete ich mit Android-basierten Spielmodus. Daraufhin folgte der Vergleich mit dem audiophilen Mango-Player. Der erste musikalische Eindruck äußert sich in Direktheit, einer großen virtuellen Bühne und Plastizität des Klangs. Aus der Playlist dienten Titel verschiedener Genres der Bewertung bei der Umsetzung der musikalischen Parameter über die verschiedenen Ausspielwege. Auffällig ist dabei, dass der iBasso DX 240 genreunabhängig die Musik mit beeindruckender Direktheit präsentiert. Die Musik erklingt unmittelbar und erlaubt es, die einzelnen Instrumente oder Stimmen sofort und emotional zu erfassen. Bei „Celestial Echo“ von Boris Blank und Malia ist der Klang beinah greifbar und erscheint wie ein direkt gegenüber sitzender Gesprächspartner. Die Sogwirkung der Wiedergabe ist so stark, dass man minutenlang in den Klang eintauchen kann. Hier tut sich nicht nur eine große Bühne vor einem auf, sondern man sitzt förmlich in der Raummitte umgeben vom Klang. Im Vergleich bot der Shanling M3X zwar eine herrliche Räumlichkeit, allerdings nicht mit der Größe und Tiefe des iBasso DX 240. Auch die Dynamikreproduktion sucht ihresgleichen. Dies ist mir mittlerweile von einigen DAPs bekannt, allerdings nicht mit derartig fließenden Übergängen zwischen den Dynamikabstufungen. So scheinen plötzlich weitere Dynamikbereiche vorhanden zu sein, die zuvor ungehört blieben.

Das Klangbild steht und fällt mit der Repräsentation des Frequenzspektrums. Übertriebene Bässe können ein Klangbild wummernd und mulmig erklingen lassen. Unklare Mitten hingegen degradieren die nötige Feinauflösung, während scharfe oder matte Höhen die Durchsichtigkeit beeinflussen. Der DX 240 scheint sich aus allen Bereichen nur die Rosinen herausgepickt zu haben. Eine gute Mischung vorausgesetzt, lassen sich bauchdrückende Tiefen erleben, äußerst differenzierte Mittenschattierungen ausleuchten und ein Höhenbild erfahren, dass sonst nur beim Hören in der freien Natur vorkommt – natürlich und nach oben offen.

Im Klangvergleich mit dem Samsung Galaxy 7 wurde relativ schnell klar, dass es sich um zwei Niveau-Kategorien handelt. Die Unterschiede des Frequenzspektrums, der Bühnendarstellung und der Dynamik waren so drastisch, dass die Frage nach einem Mehrwert mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden kann.

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Michael Schillings
vor 4 Monaten von Michael Schillings
  • Bewertung: 5
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

iBasso offeriert mit dem DX 240 ein Jubiläumsmodell, dass diesen Namen in jeglicher Hinsicht verdient. Ob wechselbare Verstärkermodule für die Anpassung an den jeweiligen Kopfhörer, die exzellente Verarbeitung mit gelungenem Design und Haptik, der überragende DAC für hochauflösende Formate und eine außergewöhnlich plastische Klangwiedergabe. Der DX 240 bietet in allen Bereichen Spitzenleistung. Die vielfältigen Anschlüsse ermöglichen dabei den Einsatz zu Hause, integriert oder als Hauptgerät. Dazu bietet er sämtliche Vorteile im portablen Einsatz. Ein audiophiles Spitzengerät, das mit einem Preis von 999 Euro für die gebotene Leistung beinah als Schnäppchen betrachtet werden kann. Chapeau!

Technische Daten

  • BauformVerstärker
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)10 - 45.000 Hz
  • Impedanz38 Ohm
  • Gewicht ohne Kabel240 g

Besonderheiten

  • BT-Version: 5.0
  • BT-Codecs: SBC, aptX, aptX, LDAC, AAC
  • Anschlüsse: 3,5 mm unsymmetrischer Kopfhörer-Ausgang, 2,5 mm symmetrischer Kopfhörer-Ausgang, 3,5 mm Line-Ausgang, 3,5 mm Koaxial-Ausgang, USB-C
  • Alle technischen Daten unter: www.ibasso.de

4 Antworten auf “iBasso DX 240”

  1. Avatar Timo sagt:

    Liebe Redaktion, wie würden sie den den DX240 im Vergleich zum DX300 bewerten?
    MfG

  2. Avatar Thomas Ulbich sagt:

    Herr Schilling, vielen Dank für Ihren Test. Vor knapp 2 Monaten haben Sie ja schon den Fiio M11 plus Ltd getestet. Welcher DAP ist denn nun der Bessere – M11 plus Ltd oder der iBasso DX 240?
    Der Fiio hat z.B. Android 10 und einen größeren Akku.
    Einen von beiden möchte ich mir zulegen, angehängt werden soll ein AKG K812.

    • Redaktion Redaktion sagt:

      Vielen Dank für den Kommentar! Hier die Antwort unseres Autors:

      Der iBasso DX240 ist dem FiiO M11 klanglich voraus. Ein wichtiger persönlicher Aspekt wäre die Haptik der Geräte, die sich ja wesentlich unterscheidet. Der FiiO liegt pompöser und satter in der Hand, wohingegen der iBasso duch seine Rundungen schmeichelt. Das würde ich bei einem Kauf auch in Erwägung ziehen. Das sollte man mögen.

      Der aktuelle Preis der FiiO von 1.400 Euro mag auch irritieren. Bei Testlegung lag der Preis noch bei 799 Euro.

      Ansonsten würde ich auf meinen baldigen Test des FiiO M17 warten, der einige Überraschungen beinhalten könnte 😉

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