Der Everest Elite 700 kommt mächtig daher: Bluetooth, aktive Geräuschunterdrückung, Klangkalibrierung und viele weitere Raffinessen vereint JBL in einem Gerät.

Das, was der JBL Everest Elite 700 alles hat und kann, klingt schon mal vielversprechend: Der Bluetooth-Kopfhörer will mit seiner aktiven Geräuschunterdrückung kabellose und entspannte Reisen garantieren, seine sogenannte „TruNote Auto-Sound-Kalibrierung“ automatisch genau den Sound zaubern, den mein Ohr braucht. On top gibt’s noch ein integriertes Mikrofon samt Echo-Unterdrückung dazu und, mein persönliches Highlight, die JBL Headphone-App für Smartphones und Tablets. Im Lieferumfang enthalten ist zusätzlich ein hochwertiges USB-Kabel zum Aufladen des Kopfhörers und ein Klinkenkabel mit 1-Knopf-Fernbedienung mit Mikrofon für den Einsatz bei leerem Akku. Leider vermisse ich etwas schmerzlich: Die Bedienungsanleitung ist bei diesem Feature-Set und den nicht gerade selbsterklärenden technischen Funktionen sehr dürftig.

Der erste Einsatz

Der stabile und relativ schwere Kopfhörer hat eine gute Passform, ist recht solide verarbeitet und besitzt eine angenehme Haptik. Das Verstellen der Bügel ist etwas schwergängig. Das sorgt allerdings auch dafür, dass der Kopfhörer gut in der gewählten Stellung bleibt, wenn er zum Transport in der beiliegenden Reißverschlusstasche untergebracht war.

Vollständig aufgeladen ist der Elite 700 innerhalb von etwa drei Stunden. Die Bluetooth-Verbindung zwischen Kopfhörer und Smartphone ist schnell hergestellt und stabil. Lautstärkeregelung, Wiedergabe, Pause und Skippen übernehmen die Bedienelemente auf der rechten und linken Rückseite des Kopfhörers – auch hier gibt’s keinen Grund zur Klage, der Druckpunkt ist angenehm und wirkt wertig. Mit der integrierten Freisprecheinrichtung klappt das Telefonieren sehr gut, die Sprachqualität ist ok und Nebengeräusche werden recht gut gefiltert.

Besserer Sound dank Einmesstechnik?

Der Elite 700 bietet mit der von AKG entwickelten Einmesstechnik „TruNote Auto Sound Calibration“ (siehe auch unseren Test zum AKG N90Q) jedem Träger ein individuelles Hörerlebnis an: Auf Knopfdruck sendet der Everest Testtöne und eingebaute Mikrofone erfassen diesen von den Ohren (beziehungsweise Ohrmuscheln) reflektierenden Schall wieder. Da die Ohrmuschel so einzigartig ist wie der menschliche Fingerabdruck, fällt auch die Klanganpassung des Everests dementsprechend individuell aus: So soll eine optimal auf den Zuhörer abgestimmte Klangqualität erreicht werden. Was in der Theorie nach „Star Trek“ klingt, ist in der Praxis aber eher ernüchternd: Ich kann kaum einen Unterschied feststellen, es klang im direkten Vergleich vielleicht eine winzige Spur präziser und definierter, das Aha-Erlebnis blieb bei mir aber definitiv aus. Möglicherweise entspricht aber mein Ohr auch weitestgehend schon den Basiseinstellungen des Kopfhörers, wer weiß.
Leider bleibt JBL (und auch AKG) eine genauere technische Erklärung schuldig, so dass dieses auf dem Blatt Papier toll klingende Feature einen etwas enttäuschenden Beigeschmack hat.

Active Noise Cancelling

Dagegen funktioniert die aktive Geräuschunterdrückung wirklich gut. Gerade in Kombination mit den dicken Ohrpolstern werden störende Umgebungsgeräusche effektiv gedämpft. Und während sich die eingebauten Geräuschunterdrückungen in den meisten Kopfhörern einfach nur ein- oder ausschalten lassen, legt JBL dem Kunden die Funktion „Ambient Aware“ in die Hand: In drei Stufen lässt sich die Stärke des Noise Cancelling einstellen, ein kurzes Drücken auf eine Taste an der rechten Ohrhörerseite genügt.

App für’s Smartphone und Tablet

Nicht immer benötigt man die Geräuschunterdrückung, denn sie kostet schließlich Strom, was wiederum die Spielzeit verringert. Bei aktivem Bluetooth ist die ANC-Funktion allerdings immer aktiviert und kann, zumindest über den Kopfhörer, nicht separat deaktiviert werden. Dafür gibt es aber eine Lösung: Mit Hilfe der kostenlosen App „My JBL Headphone“ werden detailliertere Einstellungen vorgenommen – hier lässt sich auch das ANC und damit auch das Ambient Awareness ausstellen. Wer sich in einer ruhigen Umgebung befindet, sollte dies auf jeden Fall mal ausprobieren. Ebenfalls clever: Die Ambient-Awareness-Funktion kann man sogar für den linken und rechten Kanal getrennt einstellen. Wenn also beispielsweise von links Verkehrsgeräusche stören, kann ich diese mit Hilfe der Ambient Awareness auf der linken Seite stärker dämmen. Die rechte Seite wird davon dann nicht beeinträchtigt.

Die App erlaubt auch die Verwendung fertiger Equalizer-Settings oder auch das Anlegen eigener EQ-Einstellungen, so könnte man zum Beispiel Spoken-Word-Inhalte per EQ sprachverständlicher abspielen und dieses Set dann schnell aufrufen. Sogar Firmware-Updates sind über Bluetooth mit der App möglich, hat in meinem Fall nur leider gar nicht funktioniert. Übrigens auch nicht mit Hilfe der PC-Software, die man sich von der Internetseite des Herstellers downloaden kann. Somit ließ sich unter Testmodell weder ein- noch ausschalten, Musik hat es ebenfalls nicht mehr wiedergegeben. Wenn eine Wiederbelebung klappt, lassen wir euch das samt Workaround natürlich wissen!

Und wie klingt er?

Klanglich ist der Everest Elite 700 sehr ausgeglichen und nervt nicht, selbst bei hohen Lautstärken. Typisch JBL: Der Bass kommt kräftig daher und steht im Vordergrund. Vor allem moderne Musik-Genres arbeitet er HiFi-betont ab, dynamische Klassik-Produktionen fehlt es an der lockeren Luftigkeit und das Eigenrauschen des Noise Cancelling kommt dem Genuss dieses Genres ebenfalls in die Quere.

Dank der App und diverser Einstellmöglichkeiten kann aber jeder für sich entscheiden, wie der Kopfhörer klingen soll. Je nach Musikstil können sämtliche Regler gezogen oder die vom Hersteller definierten EQ-Einstellungen verwendet werden. Weniger gut klingt der JBL allerdings, wenn ich ihn mit Kabel einsetzen muss. Da es sich aber sowieso um eine Notlösung handelt, wenn mal der Akku des Elite 700 leer ist, kann ich dies sehr gut verschmerzen.

Fazit: JBL Everest Elite 700
von Gesa Lankers

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Der JBL Everest Elite 700 ist ein echter Alleskönner, der Dank ANC und Ambient Aware vor allem ein guter Reisebegleiter ist. Klanglich bereitet er mir große Freude, die kostenlose App ist mehr als einfache Spielerei und gibt dem Hörenden Gelegenheit, den Klang sowie das Verhalten direkt zu beeinflussen. Die TruNote-Kalibrierung könnte für meinen Geschmack aussagekräftiger sein und die Bedienungsanleitung des Herstellers hätte eine Erweiterung verdient.

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Technische Daten

Bauform
Over-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
dynamisch
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
10 - 22.000 Hz
Impedanz
20,95 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
95,17 dB
Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf
671,5 g
Gewicht mit Kabel
322 g
Gewicht ohne Kabel
308 g
Kabellänge
130 cm

Lieferumfang

  • USB-Ladekabel
  • Klinkenkabel mit 1-Button-Fernbedienung und Mikrofon
  • Transporttasche

Besonderheiten

  • auch in Weiß erhältlich
  • Bluetooth 4.0
  • NXTGen Active Noise Canceling
  • TruNote Auto Sound Calibration
  • bis zu 19 Stunden Betriebszeit
  • automatische Abschaltfunktion
  • 40 mm Treiber

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