NXEars Basso

Professioneller In-Ear-Monitoring-Kopfhörer mit je vier Balanced-Armature-Treibern

Nachdem das Spitzenmodell NXEars Opera (zum Test) durch Präzision und Bombast zu beeindrucken wusste, steht diesmal mit dem NXEars Basso die obere Mittelklasse auf dem Prüfstand. Für um die 500 Euro bekommt man einen In-Ear-Monitor für Bassheads, der viel mehr ist als eine herunterskalierte Version des Opera.

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Ausstattung

Im Basso sind pro Hörer vier Balanced-Armature-Treiber in einer Drei-Wege-Anordnung verbaut. Bei den beiden “Woofern” handelt es sich dabei um die größten von Knowles angebotenen BA-Treiber. Eine massive Kupferplatte soll Resonanzen des transparenten, 3D-gedruckten Harzgehäuses vorbeugen und verleiht dem IEM eine edle Optik. Ebenso hochwertig sind die Haptik und Ergonomie der Ohrhörer. Dank des fast bündig mit der Schallröhre abschließenden Schutzgitters, fällt auch die Reinigung leicht.

Im Lieferumfang sind Silikonaufsätze in S, M, L sowie Memory-Foam-Stöpsel in M und L enthalten. Otoplastiken oder Aufsätze von Drittanbietern können ebenfalls verwendet werden. Ein festes, braunes Case aus Kunstleder mit Unterteilung bietet genug Platz für IEMs, Adapter und mehre Ersatzstöpsel. Das 1,20 Meter lange, vieradrige silberbedampfte Kupferkabel ist dank MMCX-Stecker sicher mit den Ohrhörern verbunden, farbkodiert und um 360 Grad drehbar. Für einen Aufpreis von circa 50 Euro bekommt man alternativ ein achtadriges monokristallines Kupferkabel gleicher Länge.

Einsatz

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Wie bei allen IEMs steht und fällt die Klangqualität des Basso mit dem richtigen Sitz der Ohrstöpsel. Wie im Spitzenmodell Opera setzt NXEars auf phasenkorrigierte Frequenzweichen zum Ansteuern der jeweils vier Treiber. Zwei der vier BA-Treiber sorgen für eine verzerrungsfreie Basswiedergabe, je ein weiterer für mittlere und hohe Frequenzen. Um Ermüdung und Druck im Gehörgang vorzubeugen, hat NXEars eine Technik namens „Aperiodic Ground Loading“ (AGL) entwickelt. Durch Anpassungen an Gehäuse, Laufzeiten und Treiber soll der Klang offener, weniger direkt ausfallen und eher an geschlossene Over-Ear-Konstruktionen erinnern. Für mich entspricht der Unterschied tatsächlich der Wahl zwischen offenen und geschlossenen Kopfhörern und macht mir ein längeres Tragen von IEMs überhaupt erst möglich.

Ein IEM sollte auf einer möglichst großen Bandbreite von Zuspielern gut klingen, egal ob an der Funkstrecke, dem Telefon oder einer Soundkarte. Mit einer Impedanz von 25 Ohm bei 1 kHz kann Basso auch an schwächelnden Anschlüssen ausreichend Druck erzeugen – allerdings sollten diese auch bei hohem Pegel rauscharm sein. Während ich am Telefon (mit Lightning Adapter), RME Audio-Interface und DJ-Mischpult konsistent guten Sound hatte, war der Basso am Kopfhörerausgang meines Bildschirms aufgrund unerträglichen Rauschens unbrauchbar.

Klang

Nachdem ich viel Zeit mit NXEars Spitzenmodell Opera verbracht hatte, war ich dem “günstigeren” Basso zugegeben gegenüber voreingenommen. Ich nahm an, dass es sich wohl um ein abgespecktes Modell mit leicht getuntem Bass handeln würde. Tatsächlich könnte der Klangcharakter unterschiedlicher nicht sein. Wie der Name suggeriert, lässt sich der Klang des Opera mit einer großen Bühne samt Orchester vergleichen. Basso hingegen hat ein schmaleres, fokussierteres Klangbild. Alles klingt etwas näher und intimer als beim immersiven Opera. Auf kurze Transienten können die acht Treiber des Opera dabei schneller reagieren, immer mit dem Ziel eines möglichst präzisen Sounds. Basso hat andere Ambitionen und somit einen ganz eigenen Charakter. Bleibt der Bassbereich beim Opera neutral und etwas fad, erweitert Basso den Subbass etwas weiter nach unten und bietet insbesondere beim Übergang von Bass zu unteren Mitten eine analoge Wärme, die ich so noch nicht von IEMs gehört habe. Basstrommeln und andere Bassinstrumente grooven miteinander, ohne an Klarheit zu verlieren oder Gesang zu verdecken. Hohe Frequenzen werden zwar etwas stärker betont wiedergegeben, manche hochfrequente Details, etwa das Nachklingen von Becken werden aber verwischt. Das hat den Vorteil, dass sich auch schlecht aufgenommene Produktionen, MP3s und Youtube-Videos mit Basso genießen lassen.

Seine Qualitäten entfaltet Basso klar bei Pop-Produktionen, elektronischer Musik und Hip-Hop. Die Bass-Reserven sorgen für den nötigen Druck. Abmischungen mit wenigen Instrumenten klingen wie aus einem Guss. Hingegen sind orchestrale Aufnahmen, Ambient und schneller Metal problematischer, da der einzige Treiber für hohe Frequenzen die Details bei lauter Abhörlautstärke deutlich verwischt.

Das Design von Bassos Treibern und Frequenzweichen erzielt ab einer mittleren Volumeneinstellung eine symmetrische “U”-Form der Loudness-Kurve. Auch als Fletcher-Munson-Kurve bekannt, bildet sie die natürliche Empfindlichkeit unseres Ohres ab und besagt, dass unser Gehör insbesondere bei leisem Pegel auf Mitten empfindlicher reagiert als auf hohe und tiefe Frequenzen. Wie es sich für eine Loudness-Kurve gehört, sind die Mitten also gleichmäßig abgesenkt, es entsteht kein Loch im Klangbild wie beim weniger geschätzten “V”-Klangbild.

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Martin Hirsch
vor 6 Monaten von Martin Hirsch
  • Bewertung: 4.5
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

NXEars Basso muss sich bei einem Preis um die 500 Euro mit einer veritablen Schar von attraktiven Konkurrenten messen. Dabei hilft dem Neuzugang die klare Positionierung als IEM für Freunde des gepflegten Basses. Dank technischer Verbesserungen in Design und Verschaltung der Balanced-Armature-Treiber spielt Basso klanglich auf hohem Niveau und ist insbesondere für längere Hörsitzungen sehr gut geeignet.

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • WandlerprinzipBalanced Armature
  • Impedanz25 Ohm
  • Kabellänge120 cm

Lieferumfang

  • 2 Paar Memory-Foam-Ohrpassstücke (M, L)
  • 3 Paar Silikon-Ohrpassstücke (S, M, L)
  • Kragenclip
  • Reinigungswerkzeug
  • Transport-Etui

Eine Antwort zu “NXEars Basso”

  1. Avatar aaron sagt:

    für die konzerte sind die in ear hörer
    sehr gut

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