Teufel Airy True Wireless

True-Wireless-Kopfhörer mit Bluetooth 5

Teufel aus Berlin gehört seit Jahren zu den größten Anbietern von Unterhaltungselektronik im europäischen Raum. Nun stellt der Hersteller seinen ersten True-Wireless-Kopfhörer vor.

Bei den Airy True Wireless handelt es sich um eine ausgesprochen leichte und durchaus ansprechende Konstruktion aus Kunststoff, die für unseren Geschmack allerdings etwas wertiger hätte ausfallen können. Gleiches gilt für das Case aus Plastik, das die Hörer in Formschalen aufnimmt und sowohl als Ladeadapter und als zusätzlicher Akku fungiert. Erhältlich ist das Modell dabei in den drei Farben Weiß, Blau und Schwarz. Die Form des Teufel-Debüts erinnert an Klassenprimus Apple, denn die Ohrstöpsel verfügen über nach unten gerichtete Verlängerungstücke.

Die Airy True Wireless setzen auf Touch-Steuerung, verzichten aber auf eine App. Bei der Datenübertragung kommt Bluetooth 5 zum Einsatz, bei den Codecs SBC und AAC.

Die Laufzeit der Hörer beträgt circa sechs Stunden (bei mittlerer Lautstärke), die Ladezeit etwa zwei Stunden, wobei eine Schnellladefunktion ein zügiges Auftanken zwischendurch ermöglicht. Mit der Kapazität des Cases, das über eine Ladestandsanzeige verfügt, kommt man auf eine Gesamtspieldauer von etwa 25 Stunden, die naturgemäß durch höhere Wiedergabepegel reduziert wird. Weitere Extras wie Noise Cancelling bietet das Testgerät nicht.

Praxis

Die leichte Konstruktion sitzt dank ergonomischer Formgebung und dreier Silikonstöpsel bequem im Ohr. Allerdings wird der Kopfhörer in meinem Fall nicht dauerhaft so platziert, dass der Ohrkanal vollständig abgeschlossen wird. Im Sitzen ist das kein Problem, für den Sporteinsatz wäre der Hörer zumindest für mich trotz Staub, Schweiß- und Wasserresistenz nach IPX5 weniger geeignet.

Die Bedienung über die Touch-Felder bietet die bekannten Funktionen: Pairing, Start/Pause, Track-Skipping, Aufruf eines Sprachassistenten und das Abwickeln von Telefonaten inklusive Makeln und Warteschleife. Das gelingt anstandslos. Die Lautstärke lässt sich allerdings leider nicht direkt über die Ohrstöpsel steuern.

Prinzipiell lassen sich die Hörer bei der Entnahme und Einführen in das Case automatisch Ein- und Ausschalten. Dazu ist ein manuelles Ein- und Ausschalten an den Kopfhörern vorgesehen sowie ein Standby-Betrieb nach 15 Minuten Inaktivität.

In der Praxis kam es dabei gelegentlich zu Stolperfallen. So blieben die Hörer ab und an mit dem Smartphone verbunden und lösten auch den vorgesehenen Standby nicht aus. Zu Verwirrung führte die Rufannahme mit meinem iPhone 8, bei der der Ton immer zunächst auf das Telefon und nicht die Bluetooth-Strecke geroutet wurde. Bei einem zweiten iPhone sowie Android Smartphone war das allerdings kein Problem. Die Sprachqualität selbst ist gut, die Stimme verständlich und angenehm frei von Nebengeräuschen.

Klang

Im Fokus steht natürlich die Klangbeurteilung. Teufel setzt auf dynamische Treiber mit kräftigen Neodym-Magneten. Bei richtigem Sitz ist der allgemeine Klangeindruck satt und ansprechend, auch wenn man in Spielpausen ein leichtes Rauschen der Funkstrecke wahrnimmt.

Der Bassbereich ist füllig und ein wenig „vorlaut“, was Druck erzeugt und im Mobilbetrieb nicht falsch ist. Die Wiedergabe reicht hinab bis in den Tiefbass. Kontur, Tonalität und Dynamik stimmen durchweg – bezogen auf die Preisklasse von 149 Euro. Im Mittenbereich sind Stimmen, akustische und zentrale Instrumente aber auch die generelle Abstimmung der Mischung gut hörbar. Dabei würde ich das Teufel-Produkt eher als warm, denn als betont analytisch klingend einordnen. Entsprechend voluminös klingen dann auch Rockproduktionen wie etwa „Check My Brain“ von Alice in Chains.

Schließlich patzt Airy True Wireless auch bei der Wiedergabe hoher Frequenzen nicht: Es klingt offen, mit guter Detailauflösung und ohne unnötige Härten. Die Transparenz und der Glanz teurerer Mitbewerber werden aber erwartungsgemäß nicht erreicht. Ich würde zudem sagen, dass Höhen und Mittenbereich gerade bei wuchtigen Produktionen gegen den kräftigen Bassbereich ankämpfen müssen. Bei klassischen Kompositionen und rein akustischen Darbietungen ist das hingegen kein Problem.

Schließlich wird das Stereopanorama stabil und breit, einschließlich einer Nachvollziehbarkeit von Bewegungen, aufgebaut, während die allgemeine Räumlichkeit eher durchschnittlich ausfällt. Unterm Strich ist Airy True Wireless ein Produkt für den täglichen Mobileinsatz, nicht jedoch für explizit audiophilen Musikgenuss.

Ulf Kaiser
vor 1 Monat von Ulf Kaiser
  • Bewertung: 3.75
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Teufels True-Wireless-Einstand kann man durchaus als gelungen bezeichnen: Für 150 Euro erhält man einen satt klingenden Kopfhörer, der praxisnah bedienbar ist und eine gute Laufzeit bietet. Die Funktionalität entspricht der Preisklasse, verzichtet aber auf Noise Cancelling. Alles in allem ein wirklich gutes Ergebnis. Übrigens keinesfalls selbstverständlich: Die Hörer lassen sich bei Verlust und Defekt einzeln nachkaufen.

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Impedanz32 Ohm

Lieferumfang

  • 3 Paar Ohrpassstücke in S, M, L
  • USB-Ladekabel
  • Lade-Case

Besonderheiten

  • in Schwarz, Weiß und Blau erhältlich
  • BT-Codecs: SBC, AAC
  • BT-Version: 5.0
  • Hörer sowie Case lassen sich einzeln nachkaufen

3 Antworten auf “Teufel Airy True Wireless”

  1. Avatar Lars sagt:

    Für 150€ ist die Ausstattung einfach nicht gut. Kein Wireless Charging, kein ANC, keine App somit keine Änderung der Touch Steuerung, keine Lautstärkenregelung und Micro USB….und klanglich für mich eher im 70-89€ Bereich.

  2. Avatar Hams sagt:

    Ich finde sie sehen den iteknic Bh004 sehr ähnlich, die deutlich günstiger sind. Auch die technischen Details sind sehr ähnlich. Gibt es einen Vergleich dazu? Sind diese womöglich auch klanglich gleich oder sogar das selbe Gerät?

    • Avatar Mak sagt:

      Das Thema das sie baugleich zu den günstigen Kopfhörern sein sollen weil sie ähnlich aus sehen wurde in diversen Gruppen schon durchgekaut.
      Nein sie klingen nicht gleich die Teufel klingen um Welten besser ich habe beide hier

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