Kurz & knapp
Der QuietComfort 35 ist die äußerst gelungene (drahtlose) Weiterentwicklung des kabelgebundenen QuietComfort 25. Alle guten Eigenschaften wurden übernommen und dabei Kritikpunkte wie der nicht im Gerät aufladbaren Akku ausgeräumt. Und vor allem hat es Bose geschafft, was nur wenigen Hersteller gelungen ist: Einen Funk-Kopfhörer zu bauen, der sich in Punkto Klangqualität nicht vor anderen kabelgebundenen Kopfhörern verstecken braucht.
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Der QuietComfort 35 verbindet Boses hochgelobte Noise-Cancelling-Technologie mit den Vorzügen des drahtlosen Musikhörens – und das bei äußerst guter Audioqualität.
Verarbeitung & Tragekomfort
In Punkto Verarbeitung gibt der QuietComfort 35 keinen Anlass zur Beschwerde. Alles wirkt filigran und dennoch stabil, nichts wackelt. Damit der QuietComfort 35 auch unterwegs gut geschützt ist, wird eine robuste Hartschalen-Tasche mitgeliefert, die genügend Platz auch für das Zubehör bietet. Um das ganze noch kompakter zu halten, kann der Kopfhörer zusammengefaltet werden.
Der QuietComfort 35 sitzt bequem, drückt dank gut gepolstertem Bügel nicht unangenehm auf Kopf oder Ohren und eignet sich damit auch für längere Hör-Sessions, egal ob im Flugzeug, Zug oder zu Hause. Nach einer halben Stunde hatte ich schon vergessen, dass ich gerade Kopfhörer trage.
Handling
Bose hat sich beim QuietComfort 35 merklich Mühe gegeben, die Bedienung komfortabel und unkompliziert zu gestalten. Dies fängt beim integrierten Lithium-Ionen-Akku an. Der Vorgänger bzw. kabelgebundene Bruder QuietComfort 25 wurde noch mit AAA-Batterien/-Akkus betrieben, die aber nicht direkt im Kopfhörer aufgeladen werden konnten. Dieser Kritikpunkt wurde hiermit beseitigt, denn der QuietComfort 35 bringt ein USB-Kabel mit, mit dem er z.B. am Notebook (oder mit einem beliebigen USB-Poweradapter) aufgeladen werden kann. Eine vollständige Ladung dauert etwas mehr als zwei Stunden.
Das nervige und oftmals nicht tadellos funktionierende Pairing ist es, was mich vor Bluetooth-Kopfhörern meistens zurückschrecken ließ. Bei diesem Kopfhörer wurde das aber zum Glück sehr vorbildlich gelöst: Unterstützt das Zuspielgerät (z.B. Smartphone) das NFC-Protokoll (Near Field Communication), braucht man dieses nur kurz in die Nähe des Kopfhörer zu halten und die Verbindung zu bestätigen. Bei nicht NFC-fähigen Geräten funktioniert es über das herkömmliche Suchen und Pairen des Bluetooth-Kopfhörers.
Bemerkenswert ist, dass der QuietComfort35 Sprachanweisungen zum Verbinden der Kopfhörer gibt. Auch der Name von erkannten bzw. verbundenen Geräten wird angesagt, wie auch der Akkustand beim Einschalten des Kopfhörers.
Praxis
Der drahtlose Betrieb des QuietComfort 35 ist völlig unkompliziert und funktionierte im Test einwandfrei. Die Verbindung ist äußerst zuverlässig, Ausfälle oder Störgeräusche konnte ich auch bei stundenlangem Betrieb keine feststellen. Die Reichweite beträgt laut Hersteller 10 Meter. Im Test waren auch deutlich größere Entfernungen noch möglich. Auch ein Gang in die Küche oder ins Badezimmer konnte der Verbindung nichts anhaben, erst ab größeren Distanzen oder mehr als ein bis zwei Wänden verlor das Gerät die Verbindung.
Ein Ladevorgang ermöglicht bei kabellosem Einsatz bis zu 20 Stunden Nutzung, bei Verwendung des Audiokabels bis zu 40 Stunden Betriebsdauer – ein extrem guter Wert für einen Funk-Kopfhörer. Ist der Akku leer und keine Lademöglichkeit in Sicht, lässt sich der Kopfhörer auch mit dem mitgelieferten Audiokabel betreiben. Die Qualität ist hierbei allerdings mangels elektronischer Verstärkung und Klangregelung deutlich schlechter.
Auch an nützlichen Zusatz-Features wurde nicht gespart: An der rechten Hörmuschel befinden sich zwei Lautstärke-Tasten sowie eine Multifunktionstaste, mit der sich Tracks pausieren, weiter- oder zurückschalten lassen. Beide funktionierten im Test sowohl mit Android- als auch iOS-Geräten einwandfrei.
Klang & Lärmreduzierung
Die Klangeigenschaften des QuietComfort 35 sind sehr gut und in ihren Messwerten extrem ähnlich zum QuietComfort 25, auf dessen Testbericht ich hiermit verweisen möchte. Der Kopfhörer liefert sowohl satte Bässe und präsente, aber nicht überbetonte Mitten als auch brillante Höhen und sorgt damit für einen direkten und transparenten Gesamtklang. Vor allem für einen Drahtlos-Kopfhörer, bei dem man bis dato klanglich Abstriche machen musste, ist diese Klangqualität beachtlich.
Dafür, dass der Hörgenuss auch in lauten Umgebungen nicht gestört wird, sorgt die integrierte Lärmreduzierung. Diese arbeitet genau wie beim QC25 sehr zuverlässig und gehört zum besten, was ich an lärmreduzierenden Kopfhörern bisher gehört habe. Vor allem im Bassbereich liefert diese erstaunliche Resultate – perfekt also für Auto, Zug und Flugzeug. Aber auch Geräusche wie Staubsauger, laute Schritte oder das Tastenklappern eines E-Pianos werden problemlos herausgefiltert.
[Update 23.06.2017] Boses Connect App für iOS und Android, die kostenlos heruntergeladen werden kann, bietet mit der aktualisierten Version 4.2.0 jetzt eine individuell anpassbare Lärmreduzierung. Per App könnt ihr also nun selbst entscheiden, wie viel Lärm von Außen zu euren Ohren gelangen soll. Ihr könnt wählen zwischen „High“, das entspricht der bereits bekannten Einstellung, „Low“, die sich u.a. für windige Umgebungen eignen soll und „Off“, welches das Noise Cancelling komplett deaktiviert. Der letzte Modus hat allerdings einen Haken: Da ebenfalls der EQ deaktiviert wird, klingt der QC 35 dann nicht mehr so gut. Diese und weitere Features bedürfen zwingend ein Firmware-Update des Hörers, das auch via App erledigt werden kann. Weitere Infos zur App findet ihr auf der Hersteller-Supportseite.
Zubehör
Neben der Transporttasche und einem Flugzeug-Adapter wird ein USB-Kabel zum Laden des Akkus sowie ein Audiokabel zur kabelgebundenen Nutzung mitgeliefert. Unverständlich ist mir, warum einem Kopfhörer dieser Preisklasse kein gedrucktes Handbuch beiliegt – dieses muss als PDF auf der Hersteller-Seite heruntergeladen werden.
Fazit
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