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Dan Clark Audio E3

Geschlossener HiFi-Kopfhörer für „offenen“ Sound

Kurz & knapp

Der edle planar-magnetische HiFi-Kopfhörer Dan Clark Audio E3 erinnert klanglich trotz geschlossener Bauweise an offene Modelle. Auch mit seinem hochwertigen, langen Kabel, toller Verarbeitung und leichten Materialien überzeugt der Kopfhörer. Er bietet herrlich differenzierte Mitten, ist aber in Sachen Lautstärke zurückhaltend.

Vorteile:
  • fein auflösender Sound
  • differenzierte Mitten
  • hoher Tragekomfort
  • kompakter Transport
  • Technik aus teureren Modellen
Nachteile:
  • nur moderate Lautstärke möglich
  • Preis-Leistungs-Verhältnis hängt stark von Erwartung ab
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Der Dan Clark Audio E3 ist ein edler geschlossener Over-Ear-Kopfhörer mit hochwertigem Wechselkabel für detailreichen HiFi-Genuss in moderater Lautstärke.

Auch wenn der Preis des Dan Clark Audio E3 für viele Kunden bereits zur Oberklasse zählen dürfte, verortet der Hersteller diesen geschlossenen Hifi-Kopfhörer im Mittelklasse-Segment. Das verwundert nicht, wenn man weiß, dass Dan Clark Audio bekannt für ihre hochwertigen und nicht ganz günstigen Edelkopfhörer sind und im E3 die Technik und ergonomische Feinheiten aus weitaus teureren Modellen steckt. Denn beim E3 verfolgen Dan Clark Audio das Ziel, die Klangerfahrung, die mit den offenen Kopfhörern aus dem eigenen Portfolio möglich sind, auch mit einem geschlossenen Kopfhörer machen zu können. Schauen wir uns also an, ob das dem kalifornischen Hersteller mit dem E3 gelingt.

Lieferumfang des Dan Clark Audio E3

Der in einer Papp-Box mit Magnetverschluss angebotene Lieferumfang des Dan Clark Audio E3 enthält neben dem Kopfhörer selbst ein Softcase mit Reißverschluss. Außerdem ist ein Stoffbeutel mit Kordelzug enthalten, in dem das beiliegende 6,3-mm-Klinkenkabel untergebracht werden kann. Es handelt sich dabei um ein hochwertiges VIVO-Kabel, das für sich genommen im Handel bereits mehrere Hundert Euro kostet. Ein Reinigungstuch dient zum Polieren der gläsernen Rückseiten seiner Hörschalen. Das Echtheitszertifikat, das dem Kopfhörer beiliegt, stellt sicher, dass es sich um ein Original handelt. Zu guter Letzt befinden sich noch zwei Aufkleber in der Aufbewahrungsbox des E3. Sie zeigen überraschenderweise die Logos der Verstärkerfirma Fortin und des Guitar-Pedal-Herstellers Stone Deaf.

Material und Aufbau des Dan Clark Audio E3

Farblich überrascht der Kopfhörer mit einer Basis aus schwarz und vereinzelten blauen Elementen. So sind etwa die Nähte der aufwendig vernähten Ummantelung des Kopfbandes und auch das auf ihm aufgestickte Logo in Blau ausgeführt. Die Kombination aus Materialien wie Titan und Aluminium machen den Kopfhörer zugleich robust und leicht. Als weiteres Material kommt beim E3 ebenso kratz- und bruchfestes wie dekoratives Gorilla-Glas zum Einsatz. Es bildet den Abschluss der Hörmuschel-Rückseiten. Die angedeutete Gitteroptik unter dem Glas gibt einen Hinweis darauf, dass der geschlossene Kopfhörer es mit offenen Modellen aufnehmen möchte. Im Glas befinden sich kleine Löcher, die zum Austreten überschüssiger Bassenergie dienen. Das soll unter anderem ein Aufschaukeln der Bässe verhindern.

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Technik und Werte des Dan Clark Audio E3

Im Inneren E3 arbeiten planar-magnetische Treiber. Sie werden von Dan Clark Audio permanent weiterentwickelt und sind hier in der fünften Generation vertreten. Bei ihrer patentierten V-Planar-Technologie wird die Membran durch eine spezielle Rändelung gefaltet. Das soll für geringere Verzerrungen und bessere Bässe sorgen. Enthalten ist vor den Membranen auch das aus den Top-Modellen Corina, Stealth und Expanse bekannte AMTS (Acoustic Metamaterial Tuning System). Es ist auf den Kopfhörer abgestimmt und verhindert störende Resonanzen im Hochfrequenzbereich. Überraschenderweise gibt der Hersteller – wie auch bei seinen Top-Modellen – keinen Hinweis auf den Frequenzumfang, den der Dan Clark Audio E3 abdeckt. Die von uns gemessene gemittelte Impedanz von 27,75 Ohm sorgt jedenfalls dafür, dass dieser hochklassige Kopfhörer nicht nur an hochwertigen Kopfhörerverstärkern, sondern problemlos auch an Smartphones und Laptops genutzt werden kann. Dabei erreicht er einen maximalen Schalldruckpegel von 91,15 dBSPL, womit er zu den leiseren Modellen zählt.

Das Handling des Dan Clark Audio E3

Das Kabel des Dan Clark Audio E3 gibt mit 3,15 m Länge ordentlich Bewegungsfreiheit. Seine vierpoligen Anschlussstecker sind mit einem Mechanismus versehen, der sie beim Anstecken zugsicher an den Unterseiten der Hörschalen befestigt. Das Kopfband des E3 ist identisch mit den Top-Modellen Stealth und Expanse ausgeführt. Es passt sich beim Aufsetzen automatisch an die Kopfgröße an. Dadurch, dass der Kopfhörer faltbar ist, lässt er sich auf ein kleines Maß bringen und platzsparend transportieren. Der Faltmechanismus des Kopfhörers ist allerdings ein wenig speziell. Tatsächlich habe ich es nicht im ersten Anlauf geschafft, ihn so zu falten, dass er wieder in das Transport-Case passt. Hier ist also ein wenig Übung gefordert.

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Seine Formgebung ist bis hin zu seinen Hörschalen und Hörschalenpolstern ergonomisch. Sie haben in etwa die Form von Ohrmuscheln und umschließen sie deshalb nahezu perfekt. Aufgrund seiner weichen, komfortablen Ohrpolster merkt man ihm seinen (messtechnisch gesehen) relativ hohen Anpressdruck beim Tragen nicht an. Deshalb lässt sich der Kopfhörer auch bei längeren Hör-Sessions bequem tragen. Der Anpressdruck ist auch erforderlich, denn der E3 liegt ohne Kabel bei 455 g. Schnelle Kopfbewegungen quittiert er dementsprechend mit einem Verrutschen. Weniger Anpressdruck hätte es also auch nicht sein dürfen.

Der Klang des Dan Clark Audio E3

Dan Clark Audio beschreiben den Klang des E3 als detailreich, dynamisch und rund, mit druckvollen Bässen, seidigen Mitten und hochauflösenden, aber sanften Höhen. Die allerersten Klänge, die der Dan Clark Audio E3 an meine Ohren bringt, machen für mich aber vor allem deutlich, dass seine Mitten – je nach abgehörter Audioproduktion – sehr gut wahrnehmbar und differenziert sind. Das gilt vor allem, wenn es um die Präsenz von Gesangsstimmen in manchen Pop-Produktionen geht. Einerseits werden im Mittenbereich bei Vocals, Gitarren und Synthesizern Details wahrnehmbar, die andere Kopfhörer verschweigen. Andererseits lässt sich mit ihm auch gitarrenlastige Musik hören, ohne dass deren Sound zu schneidend wäre.

Die darüber liegenden Höhen sind detailreich, bis hin zum offen und weit wirkenden Superhochtonbereich.

Am anderen Ende des Frequenzbereichs tritt der Kopfhörer mit einem eher runden als druckvollen Bassbereich auf. Auch Tiefbässe werden gut wahrnehmbar wiedergegeben. Wer auf wuchtige Bässe steht, ist hier nicht passend aufgehoben. Denn ganz im Stil planar-magnetischer Modelle ist seine Basswiedergabe verglichen mit dynamischen Kopfhörern dezent. In den Gesamtklang des E3 passt sie sich aber hervorragend ein.

Wer mit diesem Kopfhörer Musik hört, wird mehr Augenmerk auf den von ihm wiedergegebenen Klang als auf seine Lautstärke geben. Und so bietet der E3 eine beeindruckende Stereobreite und eine feine Signalauflösung, die auch zu einer richtig guten Tiefenstaffelung führt.

In Sachen Dynamik ist der E3 eher etwas für den leisen bis moderaten Hörgenuss. Denn gibt der Kopfhörer-Amp mehr als einen moderaten Signalpegel aus, führt das zu Verzerrungen, die breit über das Frequenzspektrum verteilt sind. Sowohl die akustische Isolation nach außen wie auch die Dämpfung von Außengeräuschen fallen bei diesem Kopfhörer überraschend gering aus, wenn man bedenkt, dass es sich um ein geschlossenes Modell handelt. Für meinen Geschmack profitiert vor allem klassische Musik bei der Wiedergabe mit dem E3 von dessen feiner Signalauflösung und großen Stereobreite.

Fazit

Mit dem Dan Clark Audio E3 erhalten Käufer einen ergonomisch gut aufgestellten faltbaren, geschlossenen Kopfhörer, mit hohem Tragekomfort und exzellenter Verarbeitung und dank seines Kabels mit einem hochwertigen Lieferumfang.

Seine planar-magnetischen Treiber liefern einen fein auflösenden Sound, der vor allem in den Mitten sehr differenziert ist. Der Bassbereich ist dagegen dezent aufgestellt, die Höhen dagegen weit und offen. Tatsächlich erinnert der Klang dieses geschlossenen Modells an den Sound offener Kopfhörer. Wobei der Hersteller hier mit Bassöffnungen in den Hörschalen tatsächlich eine Art kleinen Cheat nutzt. Auch wenn der E3 die Technik weitaus teurerer Modelle mitbringt, bin ich aufgrund seiner doch sehr zurückhaltend aufgestellten Lautstärke und den darüber hinaus schnell auftretenden Verzerrungen mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis nicht ganz einverstanden. Das schränkt für mich persönlich die Einsatzmöglichkeiten des Kopfhörers doch stark ein und begrenzt auch die erfahrbare Signaldynamik mit ihm. Aber das ist selbstverständlich auch ein wenig Geschmackssache. Unter dem Strich halten Dan Clark Audio Wort und bieten mit dem E3 einen edlen HiFi-Kopfhörer, dessen Klang stark an den von offenen Kopfhörern erinnert.

vor 3 Wochen von Carsten Kaiser
  • Bewertung: 3.88
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Messdaten

Frequenzgang:

Außendämpfung:
Mehr Messdaten

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipplanar-magnetisch
  • Impedanz27,75 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)91,15 dB
  • Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf793 g
  • Gewicht mit Kabel562 g
  • Gewicht ohne Kabel455 g
  • Kabellänge315 cm

Lieferumfang

  • 6,3-mm-Klinkenkabel
  • Soft-Case
  • Stoffbeutel mit Kordelzug
  • Reinigungstuch
  • Echtheitszertifikat
  • Aufkleber

3 Antworten auf “Dan Clark Audio E3”

  1. Luca sagt:

    Das dieser Kopfhörer signifikante Verzerrungen bei höheren Lautstärken aufweist ist falsch. Wahrscheinlich wurde ein ungeeigneter Verstärker verwendet.

    Vom dca aeon rt kenne ich das schon, dass er einen desktop amp will.

    Wer hier mit usb dongle arbeitet kommt in der tat nicht weit. Der Wirkungsgrad ist niedrig das stimmt.

    Messungen gibt es audiosciencereview.

    • Redaktion sagt:

      Der Hersteller selbst gibt einen niedrigen maximalen Schalldruckpegel für den E3 an. Und das anscheinend zurecht, wie die Praxis zeigt.

      Einen Hinweis auf spezielle Verstärker(typen) gibt der Hersteller dagegen nicht.
      Dann muss sich der E3 auch den selben Testbedingungen stellen, die für alle anderen Kopfhörer gelten. Unter diesen immer gleichen Testbedingungen kommt es eben zu den beschriebenen Erfahrungen mit dem Gerät.

      • Carl sagt:

        Das ist natürlich haarsträubender Unfug. In dieser Preisklasse ist die Paarung mit einem elektrisch geeigneten Verstärker eine Selbstverständlichkeit. Ein Test mit einem „immer gleichen“ jedoch nicht offengelegten Equipment ist für den Leser ziemlich wertlos. Der E3 hat eine sehr niedrige Impedanz und eine sehr schlechten Wirkungsgrad. An einem potenten Transistorverstärker ab 2 x 2 Watt liefert er einen äußerst hohen unverzerrten Pegel und liegt in dieser Hinsicht eher vor als hinter anderen Hörern. Der Sinn dieses Testverfahrens erschließt sich wol nur dem Herausgeber.

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